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der Corporal Philipp Müller im 2. Jäger ⸗Ba⸗ taillon; der Sergeant Heinrich Herbst, der Cor⸗ poral Pbilipp Landzettel im 1. Reiter⸗Regt.; der Chevauxleger Johann Möller, der Vicewachtmeister Johann Hainz im 2. Reit.-Regt.; der Corporal Philipp Arheiliger, der Bedienungscan. C. Sulz⸗ dach, der Sergeant Friedrich Beck in der Feld⸗ artillerie.
Darmstadt. Das Urtheil in einer An⸗ klagesache gegen die„Mainzeitung“, resp. deren verantwortlichen Redacteur L. Edelmann, wegen Beleidigung des Domcapitulars Dr. Moufang geht dahin, daß der Gerichtshof den dem An- kläger gemachten Vorwurf, daß er sich nicht ge⸗ schämt, seiner Zeit in Oesterreich herumzuziehen, um das Bündniß mit Frankreich gegen Deutsch land zu predigen, als vollständig unerwiesen er⸗ erachtet und demgemäß wegen Beleidigung auf eine Geldbuße von 15 Thalern und Veröffent- lichung des Urtheils in der„Mainzeitung“ erkennt.
Darmstadt. Nach den„H. V.“ herrscht in Ofsizierskreisen eine gewisse, begreifliche Auf⸗ regung, da die Versetzung einer bedeutenden An- zahl— man spricht von über 50— hessischen Offizieren in preußische Regimenter bevorstebt, während anderseits eine entsprechende Anzahl preußischer Offiziere in hessische Regimenter ver- setzt wird.— Dem Vernehmen nach bekommt das hessische Leibgarde⸗Regiment die Uniform der preußischen Garde und wird das 1. Jägerbataillon, das jetzt noch eigene Uniform trägt, dann als Garde⸗ füsilier⸗Bataillon mit dem Regiment gleich uni⸗ formirt werden.
Berlin. Wie offieibs gemeldet wird, be— sindet sich unter den in den letzten Tagen vor der Abreise von Ems vom Kaiser daselbst noch er ledigten Angelegenbeiten auch die Vollziehung der Verleihungen des Verdienstkreuzes für Frauen und Jungfrauen aus allen Ständen und Gegenden des Vaterlandes.
— Die Verbesserung der Beamtengehälter, schreibt die„Prov.⸗Corresp.“, gehört zu den Auf⸗ gaben, deren Dringlichkeit allgemein anerkannt wird und denen die Staatsregierung fortdauernd ihre Aufmerksamkeit zuwendet. Da die günstigen Finanzverhältnisse des Landes, die zum Theil schon beim Abschluß des Staatshaushalts von 1870 hervortraten, eine umfassende und durchgreifende Aufbesserung gestatten, so liegt es in der Absicht, nicht blos einzelne Verwaltungs-Ressorts oder Beamtenstufen zu berücksichtigen, sondern das Ein⸗ kommen aller Beamtengattungen von den untersten Stufen bis zu den Ministerialräthen hinauf in gleichmäßiger Weise zu erhöhen. Demzufolge steht in Aussicht, daß die Vorschläge für eine gleichmäßige Aufbesserung der Beamtenbesoldungen, so weit die Mittel irgend verfügbar sind, im nächsten Staatshaus halts ⸗ Entwurf ihre Stelle finden werden.
— Nachdem nunmehr die 1. Division aus Frankreich zurückgekehrt ist, befinden sich noch folgende preußische Infanterie ⸗ Regimenter bei der Occupations Armee: Die Infanterie ⸗ Regimenter Nr. 4, 9, 10, 11, 18, 20, 21, 24, 32, 33, 35, 38, 44, 49, 51, 61, 64, 73, 74, 78, 83, 91, 94 und 95; die Dragoner-Regimenter Nr. 8, 9, 10, 11 und 19; die Husaren⸗Regimenter Nr. 3, 5 und 14; die 3 Ulanen⸗Regimenter Nr. 6, 11 und 14; und das Kürassier⸗ Regiment Nr. 6.
— Der französische Finanzminister hat in der Nationalversammlung zu Versailles gestern officiel mitgetheilt, daß die erste Milliarde der Kriegs- entschädigung am 2. d. voll gezahlt sei. Diese Zahlung ist in Straßburg erfolgt und besteht vorzugsweise in Wechseln auf verschiedene eu⸗ ropäische Plätze, sowie in englischen und belgischen Banknoten.
— Nach einer bereits erwähnten statistischen Zusammenstellung der während des letzten Krieges gebliebenen und verstorbenen Offtciere des preußischen Heeres beträgt die Gesammtsumme derselben 1364. Im Anschluß an deren schon milgetheilte Vertheilung nach den einzelnen Truppen⸗ gattungen und den verschiedenen Hauptschlachten sei heute angeführt, daß an Verwundungen ge⸗ storben sind: 5 Generäle, 100 Stabsofficiere,
834 Subaltern-Officiere und 271 Reserve⸗ und Landwehr ⸗Otficiere. An Krankheiten starben 4 Generäle, 13 Stabsoffitiere, 109 Subaltern⸗Ofsi⸗ tiere und 28 Reserve⸗ und Landwehr ⸗Officiere. (Die Hauptleute und Rittmeister sind den Sub⸗ altern-Officieren beigezählt.)
— Wie aus Reims gemeldet wird, haben die
Officiercorps der Occupationsarmee Veranstaltung getroffen, um in den größeren Städten der Cham⸗ pagne Casino's zu begründen. Sie sind hierzu schon darum genöthigt, weil der Verkehr in den Cafes und Hotels durch das Verhalten der fran⸗ zösischen Bevölkerung für sie fast unmöglich ge⸗ worden ist.
— Von den 700 Studenten der Berliner Universität, welche als Freiwillige den Krieg gegen Frankreich mitgemacht haben, sind 28 gefallen.
— Das„Gesetzblatt für Elsaß⸗Lothringen“ enthält eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach das Vereins-Zollgesetz, das Gesetz, be⸗ treffend die Besteuerung des Zuckers, vas Gesetz, betreffend die Salzabgabe, der Vereinszolltarif und der Zollcartel am 7. August in den genannten Provinzen in Kraft treten, soweit sie nicht durch die Verordnung des Generalgouverneurs vom 3. Mai d. J. bereits in Wirksamkeit gesetzt worden siund.
Wiesbaden. Der Kaiser ist am 4. Abends vor 8 Uhr mittelst Wagen von Schlangenbad kom— mend hier eingetroffen und im Schlosse am Markt abgestiegen. Um 9 Uhr erschien er am Kursaal, von der sehr zahlreichen Menge enthusiastisch be⸗— grüßt, woselbst ein von der Kurhaus-Administration veranstaltetes großes Feuerwerk abgebrannt wurde. Die Hauptstraßen der Stadt sind beflaggt.
Saarburg. Aus einer Bekanntmachung des Herrn Kreisdirectors Knebel ersieht man, daß die Absteckung der deutsch⸗französischen Grenze vom Norden her bis zur Mosel vorgeschritten ist und in nächster Zeit die Grenze des Kreises Saarburg berühren wird.
München. Wie gemeldet wird, hat das Cultusministerium die Wahl des Professors Dr. Friedrich zum Senator beanstandet, weil derselbe „außerordentlicher“ Professor ist.
— Die„Correspondenz Hoffmann“ meldet, daß Finanzminister Pfretzschner das ihm angebotene Portefeuille des Auswärtigen definitiv abgelehnt hat.
Straßburg. In Colmar wurde ein Handlungsreisender von Paris wegen Aufreizung gegen die eingesetzte deutsche Staatsgewalt ver⸗ haftet und hierhier ins Correctionshaus abgeführt. — Die Auswanderung 14—16jähriger junger Leute nach Frankreich dauert noch immer fort. Die unsinnigsten Gerüchte sind dabei im Spiel; noch ehe der erste Schnee falle, heißt es z. B., werde Frankreich mit 1,200,000 Mann den Krieg gegen Deutschland wieder beginnen; der Angriff werde diesmal lediglich von Danzig und Königs- berg aus gemacht werden(im Winter wahrschein⸗ lich) u. s. w. Das Beträbendste ist, daß die Eltern oft gar nichts von der Absicht der Söhne wissen und erst in Briefen aus Frankreich erfahren, daß sie verlassen sind.
— Das Civilcommissariat macht bekannt, daß die Eröffnung des katholischen Lehrerseminars für Deutsch⸗Lothringen in Metz am 4. October erfolgen wird. Die Unterrichtssprache wird das Französische sein. 5
Aus Metz wird gemeldet, daß an der Ver- vollkommnung der dortigen Festungswerke eifrig gearbeitet wird. Die Forts waren zum Theil nur Erdwerke, es werden nun überall die nöthigen Mauerwerke aufgeführt. Am größten Fort St. Quentin allein sind 2000 Arbeiter beschäftigt.
Ausland.
Oesterreich. Wien. Graf Beust trat, im Interesse der österreichischen Besitzer rumänischer Eisenbahn⸗Obligationen, den Schritten der deutschen Regierung in der Eisenbahnfrage bei.
Schweiz. Bern. Der englische Gesandte hat dem Bundespräsidenten angezeigt, daß zur Erlepigung der„Alabama“ Frage ein Schiedsge⸗ richt von fünf Richtern bestellt werden soll. Die
Königin Victoria und Präsident Grant wählen je ein Mitglied, die anderen drei Schiedsrichter werden vom Könige von Italien, dem Bundes⸗ prästidenten der Schweiz und dem n den Brasilien ernannt. S
Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ veröffentlicht einen Bericht Mac Mahon's über die militärischen Operationen während der zweiten Belagerung von Paris.
Das amtliche Blatt dementirt die von den„Times“ gebrachten Nachrichten über die angeblich schlechte Behand- lung der in Versailles gefangen gehaltenen In surgenten.
— Thiers soll sich im Principe für die Schad⸗
loshaltung der während des Krieges von den
Deutschen besetzt gewesenen Landestheile ausge⸗ sprochen haben. Ueber die Höhe der bezüglichen Beträge ist noch kein Beschluß gefaßt.
— Nachrichten aus Versailles vom 4. d. lassen voraussehen, daß der beabsichtigte Antrag auf Verlängerung der Vollmachten Thiers' noch vertagt werden werden wird, da man zuvor noch eine Verständigung der verschiedenen parlamen⸗ tarischen Fractionen herbeiführen will und diese bis jetzt noch nicht erzielt worden ist.
— Nach dem„Soir“ hat sich in Paris ein Verein der Ordnungsfreunde gebildet, um gegen die Inlernationale zu wirken. Einer Mittheilung des englischen Botschafters in Paris zufolge treffen dort zahlreiche englische Arbeiter ein, welche beim Wiederaufbau der zerstörten Stadttheile Ar⸗ beit suchen, aber nur selten finden, und so allem Elend preisgegeben sind. Lord Lyons warnt da⸗ her die englischen Arbeiterklassen und erklärt, daß die Regierung ihnen fernerhin keine freie Rück⸗ fahrt nach England verschaffen könne.
— Der Herzog von Chartres ist zum Bataillonschef ernannt worden. Diese Ernennung, meint das„Siecle“, müsse die Presse und die Armee auf das Lebhafteste beschäftigen und werde auch den Gegenstand einer Interpellation in der Kammer bilden. Mehrere Deputirte werden vom Kriegs- minister Erklärungen über dieses außergesetzliche Avancement verlangen.
— 4. Aug. Ein Bericht des Seine⸗Präfec⸗ ten über die Finanzlage der Stadt Paris bean⸗ tragt, die Legislative möge die Schuld der Stadt Paris an den Credit soncier auf 313 Millionen festsetzen, 97 Millionen der Anleihe von 1869, welche zur Conversion der Schuld bei dem Credit foncier bestimmt waren, definitiv tilgen und eine Anleihe von 350 Millionen aufnehmen. Die schwebende Schuld beläuft sich auf 60 Millionen.
— Die Fünfzehner-Commission zur Berathung des Antrags Ravinel, betreffend die Uebersiedelung der Ministerien nach Versailles, soll dem Antrage günstig gestimmt sein. Man glaubt, 360 Mit⸗ glieder der Nationalversammlung würden für den Antrag Ravinel's stimmen, dagegen nur 200 für die Verlegung des Regierungssitzes nach Paris.
— Die Commission für die Organisation der Armee hat den Entwurf betreffs der Auflösung der Nationalgarden geprüft und nach lebhafter Debatte beschlossen, darüber zu berathen. General Chanzy, welcher ein Gegner des Instituts der Nationalgarde ist, wurde zum Bericherstatter er⸗ nannt.
— Briefe aus Versailles constatiren, daß die Abstimmung der Büreaus über den Antrag Ra ⸗ vinel's eher die Aufrechthaltung des Status quo in Bezug auf den Sitz der Regierung, als die definitive Installirung in Versailles ergeben habe. Man versichert, Dufaure werde einen Gesetzent⸗ wurf gegen die Internationale einbringen. Man glaubt, der Belagerungszustand werde am 15. d. aufgehoben werden.
Versailles. In der Nationalversammlung theilte der Finanzminister auf eine Anfrage be⸗ züglich der von den deutschen Truppen besetzten Departements mit, daß gestern die Zahlung der ersten Milliarde beendet sei, die Oecupations⸗Armee sich fortab auf nur 150,000 Mann statt wie ur⸗ sprünglich auf 500,000 Mann belaufen werde, und die Summen für den Unterhalt derselben sich verhältnißmäßig verringert hätten. minister bemerkte noch, daß gewisse Städte die
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