Ausgabe 
7.10.1871
 
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Dr. Stein in Gießen und Realschuldirector Schäfer in

Alsseld. f 14 ar 0 2 Das sich immer lebhafter geltend machende Bebürfniß nach kleineren Wohnungen hat den

Banquier F. Sander und den Bauunternehmer J. Müller veranlaßt, ein 6500 Klafter großes Grundstück anzukaufen, auf welchem eine Aelien-Gesellschaft, deren Bildung von ihnen angeregt wird, 100 Häuser zu dem Preise von 5000 bis 10.000 fl. erbauen will. Die Häuser sollen zu billigem Preise vermiethet' und auch gegen eine, in kleinen Ratenzahlungen zu lilgende Kaufsumme, auf welche eine mäßige Anzahlung zu leisten wäre, verkauft werden. Wiesbaden. Die dießjährige Fremdenzahl hat die aller Vorjahre bereits um mehrere Tausend überschritten und beträgt über 50.000. Ems war während des Som mers von 17070 Fremden besucht, darunter 4904 Passan⸗ ten und 12,166 Kurgäste gegen zusammen 15,765 im Jahre 1869. Unter den Kurgästen waren Deuische 7637, Engländer 955, Nussen 955, Holl inder 538, Belgier 336, Amerikaner 260, Franzosen 203 Gegen 1500 in früheren Jahren) u. s. f. Schwalbach hatte eine Frequenz von 5000 Personen, etwas weniger als in den Vorjahren. Leipzig. Gutem Vernehmen nach beabsichtigen drei junge Damen aus Rußland im bevorstehenden Winter⸗ semester an der biesigen Unirersität, behufs ihrer Ausbil⸗ dung in der Rechtswissenschaft und Mediein, Vorlesungen zu hören. An maßgedender Stelle hat man gegen den

Besuch der Vorlesungen seilens dieser Damen ein Bedenken nicht erhoben.

Aus Helsingfors wird das Auftreten und schnelle Umsichgreisen der Cholera gemeldet, was deshalb allge meines Aufsehen erregt, weil die genannte Stadt, sowie ganz Finnland bis jetzt noch niemals von der Cholera⸗ epidemie heimgesucht wurden.

Landwirthschaftliches. (Mitgetheilt von der höheren landwirthschaftlichen Lehr⸗ anstalt in Worms.)

Wen's trifft, der merke sich's. Die landwirih schaftliche Literatur, die Vereine, die Wandetlehrer, selbst die Staatsregierungen ditect baben seit zwei bis drei Jahrzehnten theils durch Belehrungen, iheils durch Prä⸗ mien, theils durch Ermunlerungen an Ort und Stelle und theils durch Strafandrohung die Düngerbehandlung zu verbessern gesucht. Alle diese Bestrebungen sind nicht ohne den gewünschten Erfolg geblieben; allein es muß noch mehrere Jahrzehnte hinducch unermüdlich gearbeitet werden, bis einmal überall und auch in den kleinen Acker wirthschaften, die bessere Düngerbehandlung allgemein zur Anerkennung gekommen ist und allgemein geübt wird. Weil aber gerade Beispiele aus der Praxis und nament- lich solche, die auch von den kleinen Ackerwirthen leicht nachgeahmt werden können, am Belehrendsten und An⸗ regendsten wirken, hat die höhere landwirthschaftliche Lehr anstalt in Worms seit Jahren die Einrichtung getroffen, daß ihre älteren, wieder in die Praxis zurückgekehrien und als Gutseigenthümer oder Verwalter thäligen Schüler einzelne wichtige Custurfragen u verschiedenen e en aber in übereinstimmender Form zu lösen suchen. Eine solche, die Düngerbehandlung betreffende Frage ist auch in diesem Jahre zur Lösung gelangt. Es ist bekannt, daß das Kali, welches die den Slalldünger erzeugenden Hausthiere in ihrer Nahrung aufnehmen, fast Nonfänpie durch den Urin abgeschieden wird und daß daher der Stallmist gerade an diesem für manche Pflanzengattungen so wichtigen Nährstoffe sebr arm ist. Verwitterungsböden, die seit Jahrhunderten der Cultur gedient haben, lehren es allenthalben unumstößlich, daß die ackerbare Krume nicht nur, sondern das ganze Bereich des Wurzellebens im Gegensatze zu dem Gestein, aus welchem der Boden! entstand, an Kali eine bedeutende Verminderung zeigt. Entstanden ist dieselbe ducch den Umstand daß man bis tief in das neunzehnte Jahrhundert herein dem Mistpfuhle, wie er durch die Fäulniß des Urins enisteht, keinen

düngenden Werth beilegte und ihn allenthalben fortfließen ließ. Nachdem man aber erkannte, daß gerade der Urin einen der hauptsächlichsten Pflanzen⸗Nährstoffe enthielt, (das Kali und außerdem auch andere werthvolle Stoffe), war man bestrebt, ihn in Cysternen oder Fässern zu sam⸗ meln und ihn dem Felde als Dungstoff zuzuführen, wie es in den bessern Wirthschaften jetzt auch allenthalben ge⸗ schieht. Zugleich ist man bestrebt, mit der gesammelten Jauche den Mist zeitweilig zu übergießen, theils um ihm den zur richtigen Fäulniß nöthigen Feuchtigkeitsgrad zu geben, theils auch um ihn an Kali zu bereichern. Um beide Zwecke vollkommen zu erreichen, ist es unerläßlich, daß der auf den Mist gegossene Pfuhl, soweit er nicht zurückgehalten wird, wieder in den Jauchenbehälter abfließen kann, daß also letzterer entsprechend tiefer uegt, als die Sohle der Düngerstälte. Wie groß ber Einfluß einer solchen Einrichtung auf die Steigerung der Ernteerträg⸗ nisse ist, ergibt sich aus den folgenden vergleichenden Ver suchen. Die gestellte Aufgabe war die:welchen Einfluß übt der regelmäßig gepfuhlte Stallmist gegenüber dem nicht gepfuhlten auf die Quantität und Qualität der Kartoffelerträge aus? Neun Versuchsansteller hatten Felder zur Hälfte mit Stallmist, der nicht gepfuhlt, und die Hälfte mit solchem Miste gebüngt, der wöchentlich mehrmals, je ½ Jahr lang mit Pfuhl bespritzt wor⸗ den war. Die Felder wurden in vorgeschriebener Weise gleichmäßig behandelt und im Frühjahre dieses Jahres mit Kartoffeln bepflanzt. Acht von den Versuchsansellern haben bereis Berichte an die landwirthschaftliche Lehran⸗ stalt in Worms erstattet, welche sich in übereinstimmender Weise dahin aussprechen, daß auf den mit gepfuhltem Miste gedüngten Parcellen das Mengenerträgniß ganz auffallend größer gewesen ist, als auf den Parzellen, die gleiche Mengen derselben Art nicht gepfuylten Mistes zur Düngung erhalten hatten, und zwar beträgt das Durch⸗ schnittsergebniß des Mehrertrags 23,4 Procente. Bezüg⸗ lich der Qualität lauten die Berichte ebenfalls zu Gunsten des gepfuhlten Mistes und von 3 der Versuchsansteller wird namentlich hervorgehoben, daß sich auf den mit nichtgepfuhliem Miste gedüngten Parzellen Neigung zur Fäulniß zeige, was auf den anderen Parzellen nicht der Fall sei.

Reitkunst. (Eingesandt.)

Schon in den frühesten Zeiten, wie des Griechen Xenophon Buch von der Reitkunst zeigt, war man bemüht, das edelste der Hausthiere, das Pferd, zum Dienste des Menschen heranzubilden. Die Jugend vor Allem erfreute sich an der anregenden Lust, welche nicht bloß Kraft, sondern auch überlegende Geschicklichkeit und Gewandtheit erforderte; aber auch der ältere, desonnene Mann blieb damals, wie jetzt, einer Uebung getreu, welche seine Jugend-Idcale wiederspiegelte.

So hab ich gejubelt, geschwärmt, gelacht In freudigem Jünglingsmuthe,

Indeß unter mir mit Windesmacht Hinjagte die schlanke Stute,

Jahrhunderte und Generationen hindurch erhielt sich bis heute die Vorliebe für dieses männliche Thun und zahlreiche Reitmeister aller Nationen suchten im Laufe der Zeiten die Reitkunst in geeignete Lebrordnungen zu bringen. Es liegt auf der Hand, daß nach und nach die Kunst theilweise verkünstelt wurde, daß die Form den Geist drückte, und so sahen wir am Schlusse des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts bei aller Gediegenheit tüch tiger Leistungen Systeme sich gestalten, welche die Kunst durch den Zwang pedantischer Formen, deren sich alte Reiter wohl noch erinnern, mehr und mehr zum Hand werk hindrängten.

Wohl ist etwas zu viel anders geworden und der Naturalismus der Reiter nahm steigend überhand, die Kunst schien sich verlieren zu wollen. Unsere Zeit, durch welterschütternde Ereignisse aus ihren Fugen gerissen, läßt

bei allem Materialismus des jetzigen Lebens doch auch wieder in gar manchen Dingen ein ernsteres Streben her⸗ vortreten. Der heranwachsenden männlichen Jugend ist es Pflicht, nicht nur die Kräfte des Geistes, sondern auch die Festigkeit und Gewandtheit des Körpers zu stärken.

Von diesen Anschauungen ausgehend, hat eine Anzahl Milglieder des land wirtbschaftlichen Vereins in Frankfurt a. M. und dessen besondere Abtheilung, das Pferdemarkt⸗Comite, geglaubt, den Versuch wagen zu dürfen, bei dem bevorstehenden Frankfurter Herbst⸗ Pferdemarkt in der großen von dem landwirihschaft⸗ lichen Verein erbauten Halle verschiedene Productionen der Reitkunst zu veranlassen, welche geeignet sein werden, die Ausmerksamkeit der Freunde der Reitkunst und auch eines größeren Kreises zu fesseln.

Das betreffende bereits veröffentlichte Programm der am

9. October, Abends 6 Uhr, beginnenden Leistungen zeigt eine ausgiebige Mannichfaltig⸗ keit und wird von Nah und Fern Theilnehmer und Zu⸗ schauer herbeiführen. Die Vorbereitungen sind im besten Gange, die Halle wird brillant decorirt und ein Lichtmeer wird sich am Abend des 9. October über eine zahlreiche Gesellschaft ausbreiten, der auch der Damenflor nicht fehlen und seinen schönsten Schmuck verleihen wird.

Das Comite hat alle Veranstaltungen getroffen, welche erforderlich schienen, hofft gerechten Erwartungen zu ent⸗ sprechen und so darf man wohl einem genußxreichen Abend entgegensehen.=.

Verloosungen.

Lübecker 50⸗Thlr.⸗Loo se. Ziehung am 2. Oct. Nr. 539 580 677 735 1001 1050 1163 1378 1443 1623 1675 1725 1760 1789 1798 1801 1822 1882 1888 1899 1914 1991 2010 2130 2213 2297 2536

2675 2806 2985 3112 3144 3300 3345 3372.

Frankfurt. Die dahier errichtete Abtheilung der süddeurschen Boden⸗Credit⸗Bank in München, welche vor Kurzem ihre Thätigkeit im Bereiche der preu⸗ ßischen Provinz Hessen-Nassau und der hessischen Provin⸗ zen Starkenburg und Oberhessen begonnen hat, sieht nach den bei ihr einlaufenden Anträgen einer erfreulichen Eni⸗ wicklung ihres Geschäftes, namentlich mit Hypotheken und Güterkaufsschillingen, entgegen; dieses Geschäft dürfte sich mii der Zeit eines um so bedeutenderen Aufschwunges erfreuen, als die für dasselbe festgesetzten Bedingungen gegenüber denjenigen bestehender Concurrenz-Anstalten Vortheile bieten, welche, wie die Zahlung der Darlehen in baarem Gel de, günstige Berechnung der Annuität, Einräumung von Tilgungsquoten bis zu ½%% herab, Verzicht auf besondere Vergütung bei anticipirter Rück⸗ zahlung der Darlehen, der Aufmerksamkeit des Publikums nicht enigehen können. Schon allein die beträchiliche Zu⸗ nahme der Bauunternehmungen in den größeren Städten sichert der Bank eine namhafte Ausdehnung ihres Ge schäftes und zugleich die besten Garantien für die zu emittirenden Pfandbriefe zu, welche durch vorzügliche Hypo⸗ theken gedeckt, dem Capitalisten eine willkommene Anlage sein werden.

2466 Es ist in der Natur des Alters begrün⸗ det, daß auch die Alhmungsorgane durch trägeren Blut⸗ umlauf, Schleimanhäusung u. s. w. theilweise ihren Dienst versagen. Dadurch entstehen Kurzathmigkeit, Verschleimung, chronische Katartche und ähnliche Unannehmlichkeiten. Es gibt aber ein sehr natürliches, einfaches Mittel, um sich von diesen fatalen Beschwerden möͤglichst zu befteien. Ein solches Mittel, welches die Lunge anfeuchtet, die Trocken. beit mildert, den Schleim löst, ist der bekannte L. W. Egers'sche Feuchelhonigextract, erfunden und allein fabricirt, von L. W. Egers in Breslau und nur echt zu haben bei J. Hoffmann in Friedberg.

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Den 16. d. M., Vormittags um 9 Uhr, werden ver⸗ fleigert: 1 Pferd, 1 Wagen, 1 trächtines Rind, 2 Schweine, circa 90 Ctr. Heu und Grummet, 4 Fuder Fornstroh, 1 Partie Mist, Tische, Stühle, Kommode und

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11 * Ein Acker, 2467 auf die Sauerweide stoßend, 310 Klafter groß, den Philipp Ritzel's Erben gehörend, hat in Auftrag aus der Hand zu verkaufen Friedberg den 5. October 1871.

Philipp Adam Ritzel,

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Friedberg:

Nach Homburg 815 V., in Homburg 1016 V., Homburg 4 N., in Friedberg 6 N.

Nach Lauterbach 880 V., in Lauterbach 848 N., aus Lauterbach 625 V., in Friedberg 415 N.

Nach Hungen 745 N., in Hungen 10 N., aus Hungen 515 V., in Friedberg 740 V.

Nach Ortenberg 735 N., in Ortenberg 10% N., aus Ortenberg 485 VB., in Friedberg 70 V.

Nach Schotten 7% N., in Schotten 1250 N. aus Schotten 4 V., in Friedberg 9 V.

Bad⸗Nauheim: e Nach Usingen 930 V., in Usingen 1145 V., aus Usingen 425 N., in Bad-Nauheim 640 N.

Nieder- Wöllstadt: Nach Altenstadt 110 V., 716 N., in Altenstadt 1255 V., 9 N., aus Altenstadt 10. V. 3 N., in Nieder-Wöllstadt 12 V., 8 N. Nach Hanau 6 N., in Hanau 88585 N., aus Hanau 7 V., in Nieder⸗Wöllstad t 955 V.

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