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— Der bayerische Gesandte in Stuttgart ist zu⸗ gleich für Hessen⸗Darmstadt und der Ministerresident in Bern zugleich für Baden accteditirt worden.
Straßburg. Demnächst wird die Forstver⸗ waltung für Elsaß⸗Lothringen geregelt. Wie ver · lautet, ist dort die Errichtung von 63 Oberförstereien in Aussicht genommen. Die Oberförsterei⸗Bezirke sollen durchschnittlich je 5600 Hectaren Wald- artal umfassen. Bekanntlich bilden die elsaß⸗loth- ringischen Staatsforsten ein erhebliches Vermögens- object. Aus den Erträgen derselben fließen bedeutende Ueberschüsse in die Landeskasse.
— In einer den Schulzwang betreffenden Bekanntmachung bringt der Maire den Einwohnern in Erinnerung, daß die gesetzlichen Vertreter eines Kindes verpflichtet sind, dasselbe nach vollendetem 6. Lebensjahre zum regelmäßigen Besuch einer öffentlichen oder einer nach dem Lehrplan der öffentlichen Schulen geleiteten Privatschule anzu- halten, sofern nicht für entsprechenden gleichmäßigen Unterricht in der Familie gesorgt ist. Obige Ver- ordnung ist am 1. Oct. in Kraft gesetzt worden. Die Uebertreter können mit amtlicher Verwarnung, mit einer Geldbuße von 1 bis 10 Franken, mit Gefängniß von 6 Stunden bis zu einer Woche und mit entsprechender Entziehung der Armen⸗ unterstützung bestraft werden.
Ausland.
Schweiz. In Lausanne haben als Nach⸗ spiel zum Congreß„der Friedens- und Freiheits⸗ Liga“ Excesse stattgesunden, hervorgerufen durch Zeitungsartikel, in welchen der Ausschuß und die Redner mit herbem Spott überschüttet wurden. Der Scandal endete mit zerbrochenen Fenster⸗ scheiben und mehreren Verhaftungen.
Frankreich. Paris. Seitens des Generals von Manteuffel soll die Anzeige hierher gelangt sein, daß die begonnene, aber unterbrochene Räu- mung des Departements Oise wieder aufgenommen werde.
— Die„Agence Havas“ meldet: Aus Ver— sailles bier eingetroffenen Nachrichten zufolge sind alle Schwierigkeiten bezüglich des elsässisch-loth⸗ ringischen Zollvertrages ausgeglichen und nur noch die Formalitäten der Unterzeichnung zu erfüllen.
— Der„Avenir liberal“ kündigt die Bildung eines imperialistischen Clubs an, welcher bereits 7000 Pariser Unterschriften erhalten habe.
— Wie der„Constitutionnel“ erfährt, sollen in den Departements Ardennen, Marne, Meuse, Meurthe, Haute⸗Marne und in Belfort Baracken- lager erbaut werden, welche im Verein mit den Kasernen die dort längere Zeit garnisonirenden deutschen Truppen aufnehmen sollen, damit die⸗ selben nicht den Einwohnern zur Last fallen.
— Wie man versichert, hat Herr Thiers vor einigen Tagen auf vertraulichem Wege dem Ex⸗ kaiser Napoleon vorstellen lassen, daß die franzö; sische Regierung entschlossen sei, gegen bonapar- tistische Umtriebe mit unnachsichtlicher Strenge einzuschreiten, und daß es daher vielleicht im Interesse des Exkaisers liegen würde, seine An⸗ hänger bei Zeiten vor unbesonnenen Unternehmungen zu warnen. Napoleon hätte dem Präsidenten der Republik geantwortet, er sei nicht nur allen etwa in der letzten Zeit zu Gunsten der Restauration seiner Dynastie gesponnenen Intriguen fremd, sondern er sei sogar bereit, einen offenen Brief an seine Anhänger in der Armet zu erlassen, damit auch in diesen Kreisen kein Zweifel mehr darüber bestehe, daß er von Complotten, Schild- erhebungen und Pronunciamentos sein Heil nicht erwarte. Herr Thiers soll dieses letzte Anerbieten angenommen haben.
— Victor Hugo hat sich zu Thiers begeben und denselben um Umwandlung der Strafe Roche⸗ sort's ersucht. Thiers erklärte, daß hierzu nur die Begnadigungscommission berechtigt sei.
Belgien. Brüssel. Das„Journal de Bruxelles“ bezeichnet das Gerücht, der belgische Gesandte in Versailles habe formelle Ordre er— halten, dem Präsidenten der Republik zu erklären, daz Belgien entschlossen sei, keine protectlonistische Veränderung in dem zwischen Frankreich und Belgien bestehenden Handels vertrage eintreten zu
lassen, für durchaus unbegründet. Die Regierung des Königs habe Frankreich keine Mittheilungen zu machen, welche Modisicationen des Handels- vertrages zum Gegenstande hätten, weil solche Seitens der französischen Regierung niemals be⸗ ansprucht worden seien.
— In Versailles spricht man von der bevor⸗ stehenden Abreise Pouyer⸗Quertier's nach Berlin, um mit Fürst Bismarck in Unterhandlungen wegen der Münzkrise zu treten. Die Prämie auf Gold beträgt 1 pCt.
Großbritannien. London. In dem Be⸗ finden der schon längere Zeit nicht unbedenklich er⸗ krankten Königin ist entschiedene Besserung einge- treten. Dieselbe konnte bereits das Zimmer verlassen.
Spanien. Madrid. Der König ist von seiner Rundreise in der Hauptstadt wieder einge— troffen. Derselbe wurde hier wie in allen Orten zwischen Logrono und Madrid auf's Wärmste be⸗ grüßt. Bei seiner Anwesenheit in Logrono hielt Espartero an denselben eine Ansprache, in welcher er sagte:„Mein Schwert ist stets bereit, die Freiheit und den Willen des Volkes zu verthei⸗
digen. Wenn es nothwendig ist, wird dies Schwert rasch der Scheide entfahren, um die Armee und die Miliz zu unterstützen, sowie die savopische Dynastie zu beschützen.“
Türkei. Konstantinopel. Die Cholera zeigt sich in Folge Mangels an Trinkwasser heftiger.
A. Nauheim. Unsere neueste, letzte diesjährige Nummer der Kurliste weist im Ganzen für die abgelaufene Badesaison 5249 Fremde nach, wovon am 29. Sept. noch 215 anwesend waren. Eine gleich große Frequenz hat unser Bad seit seinem Bestehen nicht aufzuweisen. Zeitweise berrschte wirklicher Mangel an Wobnungen, was denn auch bei der hiesigen Einwohnerschaft die Baulust neu belebt ha, so daß einige Neubauten in Aussicht stehen.
In Londorf bei Gießen kam dieser Tage eine Flau mit drei gesunden Buben nieder. i
Frankfurt. Der für dteses Jahr letzte Sechskreuzer · lag des zoologischen Gartens war trotz des höchst ungünstigen Wetters und der vorgerückten Jahreszeit von 1100 Personen besucht. Elwa 18,000 Personen benutzten heuer die Sechskreuzertage.
Von Darmstadt wird Nachstehendes zur Warnung mitgetheilt: Dieser Tage wollte sich ein in der Altstadt wohnhafter Bürger ein Streichholz anzünden, allein das⸗ selbe brach beim Anstreichen ab und der Kopf des Hölz⸗ chens sprang in eine unbedeutende Wunde. Sofort stellten sich die charakteristischen Erscheinungen der Phosphorver⸗ giftung, zunächst Anschwellung der Hand, resp. des Arms, Schwärzung desselben u. s. w. ein, und in kurzer Zeit war der Unglückliche, ehe noch ärztliche Hülfe zur Hand war, eine Leiche.
Darmstadt. Die„H. V., bringen nachstehende Mittheilung: In auswärkligen Blättern begegnet man seit einiger Zeit häufig auf den ersten Augenschein recht verlockend aussehenden Inseraten, in welchen das„P. T. Publikum“ zur Erwerbung der verschiedenartinsten Effek⸗ len, insbesondere Prämien Anleiben im Wege der monal⸗ lichen Ratenzahlung aufgefordert wird, und soll der Er— folg derartiger Annoncen ein keineswegs unbedeutender ein. Wir betrachten es indes als die Pflicht einer jeden ehrlichen und anständigen Presse, dem Publikum dringend zu rathen, auf der Hut zu sein und vor Abschließung dieser Geschäfie die belt. Verhältnisse genau zu etwägen, denn ganz abgesehen von der Frage, welches Vertrauen die eine oder andere der sich dieser Geschäftobranche wid⸗ menden Firmen verdient, erscheint in den meisten Fällen der Gesammlanschaffungspreis der betr. Effekten schließlich als ein mit dem wirklichen Courswerth in gar keinem Verhältniß stehend hoher.
Darmstadt. Im Geschäfte der Hosschreinermeisters Winiwe J. Schorlemmer sind aus dem Holze des bei Worms gefallenen Luther-Baumes allerliebst gefertigte Nippessachen hergestellt, die als historisches Andenken an den großen Reformator doppelten Werth besitzen.
Vom Rhein. Durch die anhaltende kalte, mit Regen⸗ weller und Sturmwind gemischte Witterung haben die Weinberge am Rhein und der Mosel bedeutend ge⸗ litten und sind daher auch die Aussichten auf einen noch ziemlichen Herbst geschwunden, die Preise der Weine, des 1870er, gehen bedeutend in die Höhe.
Wiesbaden. Am 28. Sept. fand dahier eine Ver⸗ sammlung von Männern statt, welche sich für die Errich⸗ tung eines natlonalen Denkmals am Rhein interessiren. Es hatten sich zu dieser Versammlung angesehene Männer von der linken und rechten Rheinseile, von Main und Lahn eingefunden und wurde die Jdee und der Vorschlag, den Niederwald als die geeignetste Stelle für das Denk— mal auszuersehen, mit einmüthigem Beifall aufgenommen. Es wurde ein Ausschuß erwählt, welcher die Bildung eines Comites von Männern aus allen deutschen Gauen bewirken und den Gedanken: ein Sinnbild deutscher Stärke und beutscher Einheit in einer der Nation wüc⸗ digen Weise auf dem Niederwald aufzurichten, der Ver⸗ wirklichung entgegenführen soll.
Paderborn. Der Nachmittags hier eintreffende
cinem schrecklichen Unglück entgangen.
Da in Al lenbecken der Kasseler Schnellzug welcher ungewöhnlich besetzt war mit ihm sich vereinigte, so wurden zwei Locomotiven vor gespannt, und da es eine Verspätung einzuholen galt,
raste die lange Wagenreibe auf Paderborn los. Plötzlich wurden die Reisenden in den Wagen hin- und hergewor⸗ jen, Kies und Steine fuhren klirrend gegen die Wagen⸗ fenster; zugleich ertönten die gellenden Nothsignale. Im letzten Einschnitte vor Paderborn, gerade an der Stelle, wo die Bahn um einige Hundert Fuß in die Ebene herab⸗ senkt, gelang es, den Zug zum Stehen zu bringen. Es zeigte sich nun, daß die Vorderräder eines großen braun⸗ schweigischen Packwagens unmittelbar hinter den Loco⸗ motiven aus dem Geleise gerathen waren, eine der Federn schon gebrochen und die Achse ganz verbogen war. Der entgleiste Wagen, welcher auf einer langen Strecke die gewaltigen Nietnägel der Schienen sämmtlich abgeschnittem hatte, wäre nach der Aussage der Bahnbeamten keine Viertelminute mehr weiter gerollt, ohne zu stürzen. Da⸗ durch wäre der Zug gerade an jener Stelle, von wo ein hoher Damm in die Niederung hinabführt, angelangt, und ein großes Unglück unvermeidlich gewesen.
München. Auf der Route Wien⸗Paris sollen vor⸗ läufig proveweise Bett⸗Coupés eingestellt werden. Als⸗ dann sollen mit derselben Einrichtung die Routen Paris⸗ Berlin, Ostende-Köln und Köln⸗Brindisi folgen. Die Beliwagen werden so eingerichtet, daß zu einer Seite des Ganges durch den Wagen genügender Raum für ein Bett, zur anderen Seite aber für zwei Betten neben⸗ einander bleibt. Jeder mit einem Billett J. und II. Classe versehene Reisende kann gegen eine Nachzahlung zu den Bettwagen zugelassen werden. Die Nachzahlung wird 25 pCt. des zu lösenden Billets ausmachen und wird zu Gunsten der Unternehmer erhoben.
Brüssel. Der„Etoile belge“ zufolge hat in der Kohlengrube Hornu eine Explosion durch Wetter stattgefunden, wobet ungefähr 30 Perfonen ge⸗ tödtet wurden.
In Orel hat sich nach der„Russ. Zig“ ein grauen⸗ volles Ereigniß in der Menagerie Heidenreich zugetragen. Durch die Zettel war angezeigt worden, daß um 8 Uyr Abends eine große Vorstellung stattfinden werde, während welcher die Thiere gefültert werden sollten und Hr. Hei⸗ denteich seine Kunst und Kraft als Thilerbändiger zu zeigen beabsichligte. Es hatte sich ein ziemlich zahlreiches Publikum dazu eingefunden. Schon hatte er die Schlangen gefüttert und leicht mit dem großen amerikanischen Bären gescherzt. Er näherte sich nun dem Käfig des Löwen, der eben ein ungeheures Stück Fleisch mil Gier verschlang. Er öffnete furchtlos die Thür des Käfigs. Als er aber dem Löwen das Fleisch fortnabin, wurde derselbe wüthend; die Augen untersiefen mit Blut, mit einem furchtbaren Gebrüll stürzte er sich auf Heidenreich und schlug seine Zähne in die linke Sekte des Unglücklichen, dem er mit den Kleidern auch ein Stück Fleisch herausriß und ihm das Rückgrat beschädigte. Der Gehülse des Thierbän⸗ digers und die Diener eilten zur Hülfe herbei; es gelang auch, denselben den Klauen des wülhenden Thieres zu entreißen und, bewußtlos und von Blut übersteömt, fort⸗ zuschaffen. Glücklicherweise hatten die Leute unterdessen auch die Thüre des Käfigs schließen und so den Löwen am Herausspringen hindern können. Die Zuschauer saßen starr vor Schrecken. Viele Damen wurden ohnmächtig. Alles stürzte zu dem einzigen Ausgange, wobei eine furcht⸗ bare Verwirrung und ein Gedränge entstand, in welchem Einige nicht unerheblich verletzt wurden, Andere ihrer Börsen und Uhren verlustig gingen. Heidenreich erlag am folgenden Tag bereits seinen Wunden.
In New⸗Nork hat man, wie Blätter von dort melden,„ein allerliebstes Spielzeug“ erfunden: es ist dies ein kleines Dampfschiff, welches, auf Wasser gesetzt, eine kleine Strecke fährt, dann mit einem gehörigen Knall explodirt, und die Trümmer kleiner Puppen dem Beschauer ins Gesicht wirft. Durch dieses sinnreiche Spielzeug sollen die Kinder schon frühzeitig an dergleichen Unglücks⸗ fälle, die ihnen ja täglich passiren können, gewöhnt werden.“ Bei uns in Deutschland(bemerkt die„Bad. Landesztg.“ dazu) wäre die Ecfindung eines ähnlichen Spielzeuges, eines Eisenbahnzuges, welcher unter zerquetschten Puppen auch balbverhungerte Weichensteller zc. umherschmisse, ge⸗ wiß ebenfalls recht zeit⸗ und zweckentsprechend. Nur müßte dabei ein lachender Dividenden-Vertheller unversehrt bleiben.
BVerloosungen.
Karlsruhe, 30. Sept, Bei der heutigen Gewinn⸗ ziehung der am 31. August gezogenen Serien der 357 fl Loose fielen auf Nr. 74871 35,000 fl., Nr. 304744 10000 fl., Nr. 340544 5000 fl. Nr 63535 111669 121145 166260 und 342521 je 2000 fl., Nr. 16797 141069 158334 169698 18 3 211274 279189 350109 357416 380623 je N i
Braunschweig. Bei der am 30. Sept. slatigehabten Prämien⸗Ziehung der 20 Thaler-⸗Loose fielen auf Serie 1434 Ne. 9 40,000 Tylr., Serie 1414 Nr. 35 6000 Thlr., Serie 1434 Nr. 50 4000 Thlr., Serie 213 Nr. 28 1000 Thlr.
Oesterre ich ische 185 4er Loose. Ziehung am 2. October. Hauptgewinne: Serie 3550 Nr. 7 50,000 fl., Serie 1756 Nr. 13 20.000 fl., Serie 996 Nr. 1, Serie 1486 Nr. 31, Serie 466 Nr. 31, Serie 3429 Nr. 22 und Serie 466 Nr 39 je 5000 fl. ö
Wien, 2. Oct. Bei der heute siattgebabten Ziehung der Creditloose fielen auf Serie 2487 Nr. 96 der Haupt- gewinn, auf Serie 1483 Nr. 32 40,000 fl. und auf Serie 3224 Ni. 45 20,000 fl.— Es wurden ferner
Berliner Schnellzug ist am 25. Sept. mit genauer Noth
jolgende Serien gezogen: 172 1407 1692 1762 2415 2428 3158 3295 3495 3612 3884 und 3996.
schlagende
2.
9
22
EU
62244213
2—.—
228
1 anvg
2 A 3— 7
237
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2 22
dun& lounge
2413
dahler Oeme berste


