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1871.
Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
Am
1. October
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Nach verzeichnete
Nr. 38. Nr. 698. Bekanntmachung des 6. Verzeichnisses derjeni
r. 698. eka. jenigen höheren Lehranftalten, Qualification zum einjährigen freiwilligen Militärdienst berechtigt sind. a binfichtlich ibrer vom Unterrichte in der Griechischen Sprache dtspenfirten Schüler zu den im§. 144 Nr. Vom 14. September 1871.— Nr. 700 und 701.
neten Lebranstalten gehören.
welche zu
Consulnernennung betr.
Amtlicher Theil.
Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Deutschen Reiches publieirt worden:
r Aus flellung gültiger Zeugnesse über die wissenschaftliche
Vom 14. September 1871.— Nr. 699. Bekanntmachung, betr. diejenigen Gymnasien, welche 2. o. der Militär⸗Ersatzinstruction vom 26. März 1868 bezeich⸗
Bye ann ut
Da mit Beginn des Jahres 1872 die Gültigkeit der seitherigen Maße, Gewichte und Waagen im öffentlichen Verkehr aufhört und von diesem Zeitpunkt an hierbei nur Maße, Gewichte und Waagen zur Anwendung kommen dürfen, welche nach Maßgabe der Eichordnung vom 16. Juli 1869 geeicht sind, so erscheint es räthlich, die verschie— denen neu oder umzueichenden Maße, Gewichte und Waagen bald— möglichst zur Eichung zu bringen, da sonst in den letzten Tagen vor Jahresschluß durch Arbeitsüberhäufung des Eichmeisters lästige Ver—
zögerungen entstehen durften.
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hiermit zur öffentlichen Hohl- und Flüssigkeit gewöhnlichen Heinrich Mondig
kinderschule, Eingang Friedberg, d
Wir bringen daher im allgemeinen Interesse des Publikums
Waagen
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Kenntniß, daß die Eichung gewöhnlicher Längen-,
smaße mit(Ausnahme der Fässer) sowie der und Gewichte dem Eichmeister Mechaniker
ler zu Friedberg übertragen ist und die Eichung
in dem hierzu neu eingerichteten Locale neben der städtischen Klein—
vom Kirchenplatz aus vorgenommen wird. en 3. October 1871.
Großherzogliches Eichamt Friedberg. R
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Deutsches Reich. Darmstadt. Die„Main ⸗-Ztg.“ hatte die Nachricht gebracht, daß Seitens der Regierung eine Reform des Offiziers-, Wittwen- und Waisen⸗ Instituts beabsichtigt werde. Dem gegenüber er⸗ klärt die„Darmst. Ztg.“: Eine solche Reform würde nach den Bestimmungen der nunmehr rati-
ficirten Militärconvention unmöglich und unaus-
führbar sein. Es beruht sonach jene Nachricht auf einer gänzlichen Verkennung der Verhältnisse.
— Das von der Regierung zugesagte ein- jährige Zudget für das Jahr 1872 wird, da dessen Vorlage wohl nicht vor November erfolgen kann, in diesem Jahr nicht mehr vereinbart werden können und dürfte deßhalb eine Prolongation des gegenwärtigen Finanzgesetzes für die ersten 3 Mo- nate nothwendig werden.
— Der Abl sschuß der ersten Kammer wird dem Beschluß der zweiten wegen Erhöhung der Pensionen der Volksschullehrerwittwen beitreten und dürfte dieser Gegenstand voraussichtlich bald einen gedeihlichen, allerseits erwünschten Abschluß finden.
— Nach officiellen Angaben hatte der der Staatsregierung zur Disposition stehende Fonds „für öffentliche und gemeinnützige Zwecke“ Ende des Jahres 1869 ein Kapitalvermögen von 157,702 fl. aufzuweisen, wovon 148,800 fl. ver⸗ zinslich angelegt waren.
— In der neuen Militär⸗Convention ist nach der„Fr. 31g.“ ein hessisches Montirungs⸗Depos, wie es bislang bestand, nicht mehr vorgesehen und werden nach öffentlicher Anzeige die noch vorhan⸗ denen Vorräthe desselben demnächst veräußert. Die Division soll für die Zukunft an dem preußischen Montirungs- Depot zu Straßburg partieipiren, resp. den Bedarf an Tüchern und sonstigen Equi⸗ pirungsgegenständen von dort zu beziehen haben. Ob und welche Nachtheile den betreffenden in⸗ ländischen Industriezweigen und namentlich der in Oberhessen und Starkenburg in größerem Umfang betriebenen Tuchfabrikation, welche seither an den Milltärlleferungen mit vielen Tausenden von Gulden jährlich betheiligt war, durch diese Maßnahme
erwachsen, muß noch abgewartet werden.(Die Tuchmacher der Stadt Schotten allein fabpierrten im Jahr 1870 nicht weniger als 2362 Stück Tuch und erzielten einen Umsatz von 113,582 fl.
Offenbach. Die vor einigen Wochen dahier inhaftirten Socialdemokraten sind seit Kurzem wieder auf freien Fuß gesetzt, und es scheint somit die wahrscheinlich auf Theilnahme an der Inter- nationale gerichtete Untersuchung ohne reelles Er · gebniß geblieben zu sein.
Berlin. Die Rückkehr des Kaisers nach Berlin ist für den 8. oder 9. October in Aus- sicht genommen.— Eine kaiserliche Cabinetsordre vom 26. August verfügt, daß beurlaubte Militär- personen, sowie die mit Pension zur Disposition gestellten Ossiziere einer militérischen Heirathser— laubniß in keinem Falle mehr bedürfen.— Ein anderer k. Erlaß vom 25. September genehmigt, daß die noch rückständigen Untersuchungskosten in den unter den Gnadenerlaß vom 3. Aug. fallen⸗ den Strassachen niedergeschlagen werden.— Wenn der eiserne Etat der Militärverwaltung à 225 Thlr. pro Mann beibehalten würde, so ergäbe sich, nach der Rechnung der„Nat.-Ztg.“, für das gesammte Reich bei einem Heere von 385,771 Mann ein Bedarf von 86,798,475 Thlr. und zwar für das Gebiet des ehemaligen norddeutschen Bundes auf 299,704 Mann= 67,433,400 Thlr.(excl. Nach. lässe), für Südhessen auf 5650 Mann= 1,271,250 Thlr. und für 80,417 Mann in Bayern, Würtem⸗ berg und Baden 18,093,825 Thlr.
— Der„Reichsanzeiger“ enthält die Ernennung Herzogs zum wirklichen geheimen Oberregierungs- rath und Director der Abtheilung Elsaß⸗Lothringen im Reichskanzleramt.
— Das Generalpostamt hat die Oberpost- directionen und Oberpostämter aufgefordert, binnen vier Wochen sich über die vlelfach gewünschte Aus dehnung der Gewichtegrenze für Drucksachen von 15 Loth auf 1 Pfd. gutachtlich auszusprechen.
Königsberg. Bei einem am 2. October stattgehabten schweren Sturme erlitten von 16 ein- gelaufenen Schiffen„Enighedon“,„Erichsen“ und
„Heeringen“ Ankerbrüche und liefen auf dem Pillauer Heergrund gefährlich auf. Die Mannschaft wurde gerettet.
München. Abgeordneter Kolb hat in der Kammer den Antrag eingereicht, es sei an den König die Bitte zu richten,„verfügen zu wollen, daß dem gegenwärtigen Landtag ein Gesetzentwurf über Trennung von Staat und Kirche vorgelegt werde.“
— Gegenüber der altkatholischen Bewegung ist die Regierung, wie aus guter Quelle verlautet, fest entschlossen, in beobachtender und zuwartender Stellung zu verharrrn, in den Streit selbst, so lang er noch innerhalb des Rahmens der katho- lischen Kirche sich bewegt, sich nicht einzumischen, und je nach dem weiteren Verlauf der Dinge, wie er sich ohne ihr Zuthun gestaltet, ihr ferneres Verhalten zu bemessen.
— Das Erscheinen der ersten Hälfte des Tagebuchs von Professor Friedrich über das Con- til steht nächstens bevor. Dasselbe soll interessante Enthüllungen über das Verhalten der bayerischen Bischöse auf dem Concil enthalten.
— Der Club der Fortschrittspartei hat be⸗ schlossen, in der Kammer eine Interpellation in Betreff der Kirchenfrage zu stellen, um Klarheit in die Situation zu bringen. Die Interpellation soll bereits abgefaßt sein und in einer der nächsten Sitzungen der Kammer eingebracht werden. Gleich- zeitig mit dem diesbezüglichen Beschlusse hat sich die Fortschrittspartei definitiv constituirt. In den Vorstand wurden Stauffenberg, Marquardsen und Völk gewählt. Der Gedanke der Gründung einer national demokratischen Fraction ist verschoben.
— Der Wohnungsmangel macht sich bei der jetzigen Zielzeit in hohem Grade geltend. Nach ofstieiellen Aufzeichnungen sollen gegen 200 den besseren Ständen angehbrige Familien nicht im Stande sein, sich bei der in den letzten Jahren mit der Steigerung der Einwohnerzahl nicht im Schritte gebliebenen Vermehrung der Häuser Wohnungen auszumitteln.


