2 Batterien Artillerie, je 1 Compagnie von den zu Satory lagernden 8 Infanterie Regimentern, 1 Train ⸗Detachement und 2 Schwadronen Ka- vallerie. Keiner der Verurtheilten trug Uniform. Alle drei— Ferrs nach einer vorübergehenden Schwäche beim Aussteigen— starben muthig. Sie baten, daß man ihnen nicht die Augen ver⸗ binde, was jedoch verweigert wurde. Rossel fiel sofort todt zu Boden, den beiden Andern wurde der Gnadenschuß gegeben. Die Kälte war grimmig und nach dem üblichen Defils kehrten die Truppen eiligst in ihre Quartiere zurück. Um 8 Uhr wurde das Protokoll der staltgehabten Exekution der Präsidentschaft der Republik übermittelt. Von den 7 Mördern der Generäle Thomas und Letomte werden, glaubt man, 6 sterben.— Zu gleicher Zeit, als in Versailles Rossel bingericktet wurde, wurde in Marseille Cremieux, der Führer der dortigen Communisten, ein weitläusiger Ver— wandter des ehemaligen Deputirten von Tours, erschossen.
Belgien. Brüssel. Am 28. Nov., war vor dem Palast der Nation abermals eine an— sehnliche Menschenmenge versammelt, welche die Abdankung des Ministeriums verlangte. Abthei— lungen der Bürgergarde umgaben das Gebäude. — In der Kammer fand die Generaldiscussion des Kriegsbudgets statt. Der Kriegs minister be—
fürwortete die allgemeine Wehrpflicht anstatt des Stellvertreter⸗Systems, machte aber keinen beson⸗ deren Vorschlag.
Die„Etoile Belge“ meldet vom 29. Nov.: Das Ministerium bot seine Entlassung an. Thönissen hat die Mission, ein neuee Cabinet zu bilden, angenommen; aber kein Mitglied der Rechten will ein Portefeuille aunehmen. Inzwischen ist die Situation so gespannt, daß eine Lösung gezwungener Maßen baldigst eintreten muß.
— Aus der Provinz kommen Deputationen mit Fahnen an. Die Regierung vermehrt die Truppen fortwährend. Vier Batterien mit ge— füllten Protzkasten steben hier und in der Umgegend. Nach einem glaubhaften Gerüchte hätte das Ministerium seine Entlassung erhalten und Thönissen wäre mit der Neubildung des Cabinets beauftragt.
— 30. Nov. Nachdem die Verhandlungen mit Thönissen sich zerschlagen haben, hat der König den Grafen de Theux und den Chef der Rechten, Schollaert, zu sich beschieden. Man er— wartet eine günstige Lösung der Krisis. Die Aufregung schwindet.
Großbritannien. Aus London wird gemeldet: Die Befestigungs werke in Malta werden neuerdings in einen Zustand gebracht, wie er den Anforderungen der Neuzeit angepaßt ist. Nachdem eine bedeutende Anzahl Positionsgeschütze neuester Construttion und schwersten Kalibers bereits dort⸗
hin verschifft wurden, sind nun auch eine Anzahl
gewaltiger eiserner Schießscharten, welche nach dem Plane des Obersten Tugli vom Jobe fa corps in Norkshire angefertigt worden, nach dem- selben Bestimmungsorte abgegangen, Diese Schieß⸗ scharten sind 10 Fuß hoch, 20 Fuß lang und etwa 3 Fuß dick, hohlgegossen, und werden an Ort und Stelle aufgestellt und mit Masse gefüllt.
Italien. Rom. Der bei Eröffnung des Parlaments vom Papst erhobene Protest besagt, daß nur Alter und Gesundheitsrücksichten ihn hin⸗ derten, nach Schloß Paa zu übersiedeln.
— Die„Presse“ meldet: Im Vatican berrscht eine große Aufregung. Der König von Italien hat unmittelbar bei dem Papste anfragen lassen, ob und wang Se. Heiligkeit ihn empfangen wolle Der Papst ist nicht abgeneigt, den König zu empfangen; seine Umgebung widersetzt sich.
Frankfurt. Am 28. Nov. verunglückte beim Aus⸗ fahren des Mainzer Zugs in die Neckarbahn der Con⸗ ducteur Lastermann. Demselben wurden die beiden Beine abgefahren und der Kopf durch den Feuerkasten der Loco⸗ motive vollständig zerqueischt, so daß der Tod augenblicklich einirat. Der Verunglückte war Familienvater.
Berlin. Nach einer Zusammenstellung wurden von den Staaten des norddeutschen Bundes und Hessen während des deutsch-französischen Krieges im Inieresse der frei willigen Krankenpflege nach dem Kriegsschauplatze 624 Delegirte entsendet, während deren 1328 in der Heimath bei Reserve-, Vereins- und Privatlazarethen, bei Verband⸗ und Erfrischungsstationen thätig waren. Das Pflege⸗ personal, welches von der freiwilligen Krankenpflege ent sendet war, belief sich auf 4431 männliche und 1703 weibliche Personen, wogegen in der Heimath bet den Neserve-Lazaretben 5069, bei den Vereins-Lazarethen, Verbands- und Erftrischungsstattonen 10 360 Personen in Thätigkein waren. Die Zahl der Personen, welche außer— dem im Dienste der fre elligen Krankenpflege winken, z. B. als Transporibegleiter, betrug 4356, so daß die Gesammizahl des zu Zwecken der freiwilligen Kranke n⸗ pflege thäuigen Perso als sich auf 25 940 belief.— An Lazarethen waren 641 Vereins- und 226 Prival⸗Lazarethe vorhanden, in denen 101.788 Personen verpflegt worden sind.— Die Zahl der Erftischungsstationen waren 228 und es wurde eine Truppenwenge im Belaufe von 1,974,380 Mann durch dieselben verpflegt.— Die unge. fähre Gesammtsumme des Geldbetrages, welcher für die Zwecke der freiwilligen Krank npfloge überhaupt verwen⸗ det worden ist, wird bis Ende März mit Enschluß der Ausgaben des deuischen Central⸗-Comue's auf 9,352 000 Thlr. veranschlagt.
Berlin. Schultze⸗Delitzsch hat vor Kurzem einen umfassenden Bericht über das Genossenschaftewesen im Jihtre 1870 verösentlicht, welcher viele interessante Mittheilungen und wichtige Ergebnisse dieser Periode bringt. Das Jahr 1870 war den Ge nossenschaften sicher kein günstiges, sondern ein sehr gefährliches Jahr. Neben der Stockung der Geschäste und der Entziehung des Cre— dits wirkten namentlich die Einberufungen zum Heere in höchst bedrohlicher Weise. Allein aus den Vorschuß- und Creditvereinen, welche an 700 000 Mitglieder zählen, be⸗ fanden sich nahe an 30,000 unter den Fahnen. Und dennoch hat die gesunde Grundlage dieser Organisation nicht blos den Erschütterungen mächtig Stand gehalten, sondern die Energie aller Glieder gestählt. Von einer
bei Kehl gebildet hatte.
errüttung war in keinem einzigen Falle die Rede, viel⸗ Ae ist der kredit der Vereine auch in biesem 1 ge⸗ stiegen, sind ihre Ersparnisse gewachsen, hat di re Zahl und die Anzahl ihrer Mitglieder vermehrt. Statt der 2.644 Vereine, welche bei Beginn des Jahres 1870 unter der Anwalischaft Schulze's standen, fanden sich beim Ab⸗ schluß des bedrohlichen Jahres 2886. Die gesammten Geschäfte derselben berechnen sich auf 350 Millionen
Thaler, wovon die den Mit liedern in diesem Jahre ge⸗ An
währten Credite an 30 Millionen Thaler betragen. eigenem Capital besitzen dle Genossenschaften nabe an 27 Millionen Thaler und die ihnen anvertrauten fremden Gelder belaufen sich auf ungefähr 62 Millionen Thaler. Die Zahl der jetzigen Mitglieder übersteigt bereits eine Million. Das Alles hat in einer verbälinißmäßig doch nur kurzen Zeit sich vollkommen lebensfähig und uner⸗ meßlich wohlthätig gestaltet und wir glauben, daß das gesiitete Deutschland mit dankbarem Stolze auf dieses großarlige Cu'turwerk blicken kann, das bereits in den Zeiten der Zersplitterung von einem unserer besten Männer geschaffen und zu seinen heutigen Ergebnissen gefübrt wurde.
Straßburg. Dieser Tage wagte sich die Kehler Jugend aufs wis, welches sich in einem Arme des Rheins Miltags war schon unter einem Jungen das Eis gebrochen derselbe konnte jedoch wieder gerettet werden; nach 4 Uhr aber batten sich, trotz dieser Warnung, 15— 20 Kinder wieder dort versammelt, das Eis brach und alle fielen hinein. Glücklicherweise brachten bülfteiche Hände eine lange Stange herbei, woran sich die Kinder anklammein und gerettet werden konnten, bis auf ein 10 jähriges Mädchen, welches, schon bewußtlos, nicht mehr die Kraft hatte, sich zu halten; es fiel wieder ins Wasser und konnte seinen Eltern nur als Leiche zu⸗ rückgebracht werden. g
Weißenburg. Am 21. Nov. gerieih ein von Mainz kommender Zug durch ein falsches Manöver des Weichen⸗ drehers am Eingange des Bahnhofes auf das zum Maschinenschuppen führende Geleise und stieß heftig gegen zwei Locomotiven, die den Dienst im Bahnhofe versahen. Der Zugführer, der Schaffner und der Mechaniker wurden schwer verletzt, sowie auch eine große Anzahl Reisender. en ist bis jetzt gestorben; der malerielle Verlust ist groß.
Bitte.
Da wir beabsichtigen auch in diesem Jahre eine Christbescheerung für die Kinder, welche die hiesige Kleinkinderschule besuchen, zu veranstalten, so bitten wir die Bewohner unserer Stadt uns dazu mit Gaben, zu deren Eupfang jede der Unterzeichneten bereit ist, freundlichst unterstützen zu wollen.
Zwar sind die Ansprüche an die Barmherzig⸗ keit vielfach, und die hohen Preise der Lebens- mittel werden Manchem das Geben schwerer machen als sonst; aber eben diese hohen Preise lassen auch unsere Christbescheerung doppelt wohl- thätig erscheinen. Die Kleinkinderschule ist zudem eben sehr zahlreich besucht. Deshalb hoffen wir für unsere Kleinen keine Fehlbitte zu thun.
Friedberg den 27. November 1871.
Th. Dieffenbach. E. Trapp. A. Klipstein. Ch. Werner. Joh. Klipstein.
Hofraithe⸗ und Güter⸗Versteigerung. 2943 Montag den 4. Dezember d. J., Vormt'taas 11 Ubr, sollen in biesigem Rathhause die zum Nachlasse des Bürgers und Glasermeiners Ludwig Schulze dahler gehörenden Immobilten:
Flur. Nr. Klftr. Gemarkung Friedberg.
2. 366. 13½. Hofralthe in der Stadt,
2. 78. 121. Grabgarten Liebfrauengärten.
Pag. Nr. Ruthen. Gemarkung Fauerbach b. F.
59. 26. 65. Acker an der Leimenkaute, 59. 27. 64. desgleichen daselbg erbabthetlungshalber nochmals öffentlich meiftbietend
verfteigert werden. Friedberg den B. November 1871. Großherzoglich s Ortsgericht Friedberg. Fo uc ar.
Jagd ⸗ Verpachtung. 2971 Donnerfsag den 7. k. M., Nachmittags 3 Ubr⸗ wird auf biesigen Ralbbause die der hiesigen Stadt zu fliehende Jagdgerechtsame, bestehend aus 3213 Casseler Acker Feld- und 619 7„ Waldjagd anderweit auf sechs Jahre öffentlich an den Melflbieten⸗ den verpachtet. 5 Pachtlustige werden hierzu eingeladen. Bad Naubeim am 30. November 1871. Großherzogliche e Bad⸗Nauheim. ut t.
Dielen, Latten& Stollen
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2 nachstehende Früchte, Heu, Stroh u. s. w.
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Faselochs⸗Versteigerung. 2967 Dienstag den 5. d. Mie., Vormittags 10 Uhr, wird auf hiesigem Ratbhause ein zur Zucht untauglich gewordener, aber zum Schlachten sehr fetter Faselochse da hier öffentlich meiftbietend versteigert.
Nleder⸗Rosbach den 30. November 1871.
Großherzogliche i Nieder⸗Rosbach. ro h.
** Versteigerungs- Anzeige. 2959 Dienstag den 5. Dezember d. J., Vormittags 9 Ubr anfangend, werden in der Bebausung des Unter⸗
n den Meistbietenden versteigert: 5 Fuder Kornstroh, 10 zuder Watzen⸗, Gersle⸗ und Haserstroh, 5 Fuder Erbsenstroh, 50 Körbe Spreu, 50 Centner Her und Grummet, 15 Malter Korn, 8 Malter Gerste, 20 Mltr. Hafer, 9 Malter Erbsen, 10 Malter Kartoffeln, eln vollständiges Bett, 2 nußbaumene Bettstellen, ein neuer Kleiderschrank, ein Küchenschrank, eine Fruchtmüble, eine Pfuhlpumpe, Bilder und noch sonstige Pausgeräölbschaften. Nieder⸗Mörlen den 1. Dezember 1871.
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