Ausgabe 
2.9.1871
 
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1) Rechnungsablage.

2) Definitive Verwilligung der vorgesebenen Beträge für die Industrie

schulen für 1871.

3) Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstiftung für ver

wahrloste Kinder im Kreise Friedberg. 4) Festsetzung des Voranschlags für 1872.

Friedberg am

n a l a Neben 1871. Samstag den 2. September. M 103. e g * 22 1 Wade 0 1 75 7 g 77 . 8 E r e 1 C 1 A II E 1 e r 1 7 4 1 0 Vealschilg 1 25 8 Aden bien led d a

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag 25 Samstag. 5 oline 14 Fur den Monat September kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der

3 Verlags-Cxpedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.

Ne der Vet.

Uu. e;; A Amtlicher Theil.

Einladung.

Ia Dieoonnerstag den 7, d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, findet die statuten⸗[ 5) Abänderung des§. 22. der Statuten bezüglich der Verzinsung der

2 8 mäßige Generalversammlung des Mathildenstifts des Kreises Friedberg auf Einlagen.

8 dem Rathhause dahier statt. 6) Aufnahme neuer Mitglieder.

nenn I! Zur Verhandlung kommen: 7) Ergänzung des Vorstandes.

Die Mitglieder des Vereins, namentlich die Herren Bürger⸗ meister, die Herten Geistlichen und die Herren Lehrer des Kreises werden zu recht zahlreicher Betbeiligung hiermit eingeladen.

1. September 1871.

Der Präsident des Mathildenstifts des Kreises Friedberg:

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Deutsches Reich.

Darmstadt. DieH. V. schreiben: Nach uns gewordenen Mittheilungen beabsichtigt man einen Theil des sehr bedeutenden Einkommens aus demMainzer Universitäts⸗Fonds für Zwecke des hiesigen Polptechnikume beihülssweise zu ver⸗ wenden, und würde hiermit, trotz des jeden wei⸗ teren Staatszuschuß ablehnenden Votums der 2. Coporaussichtlich auch der 1. Kammer) die Fort- ristenz eines Bildung Instituts ermöglichen, wie solches im öffentlichen Interesse des Landes ge fegen ist.

Nach Beschluß des engeren Ausschusses fadet am 4. und 5. October hierselbst der fünfte deutsche Protestantentag statt. Gegenstände der

Tagesordnung werden sein: 1) Die Stellung des keutschen Protestantenvereins gegenüber dem Vor gehen Roms(Referent Bluntschli); 2) die Stel⸗ lung des Protestantenvereins gegenüber den kleri jalen Bestrebungen innerhalb der protestantischen

Keirche(Referent Baumgarten).

15 Se. K. Hoh. der Großherzog hat am

18. August den Regierungsrath bei dem Ad-

ninistrativ-Justizhoͤfe Lud. Strecker zum weltlichen

Mitgliede und Rathe bei dem Ober-Consistorium

nit Belassung des Amtstitels Regierungsrath er- tannt und dem Kreis⸗Assessor bei dem Kreisamte

Darmstadt G. v. Marquard die Stelle eines

Mitglieds des Administrativ-⸗Justizhofs als Neben-

selle übertragen und ihm den Amtstitel Regierungs-

n Alssessor verliehen; an dems. Tage dem Rechner

, Leber

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ter Landeswaisen-Anstalt P. Kehr und dem Rech- ter bei dem Landes⸗Zuchthause J. Ch. Schäfer den Character als Rechnungsrath verliehen; am

23. Aug. genehmigt, daß dem Kreis-Assessor Ernst

klauteschläger zu Groß⸗Gerau die Verwaltung des

Fr. Lindensels übertragen werde; an dems. Tage den Prof. Dr. Th. Schäffer zum Director der zolht. Schule für die Zeit vom 1. Sept. 1871 bis 31. August 1872 ernannt.

Der von dem Abg. Kraft erstattete Bericht des Finanzausschusses über den Antrag der Abg. zink, Bamberger, Edinger, wegen Aufhebung des

brückengeldes ist diesem Antrag im Ganzen inso⸗ fin günstig gestimmt, als er in seinem Schluß Antrag empfiehlt, diesen Gegenstand bei der näch⸗ en Budgetberathung in Erwägung zu ziehen und bells die Lage der Staatsfinanzen es gestattet, hese den frelen Verkehr hemmende Abgabe zu be⸗ fitigen.

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Der Finanzausschuß zweiter Kammer bat durch den Abg. Goldmann zwei Berichte über das Schulwesen erstattet. Der erste betrifft den von dem Abg. Curtman gestellten Antrag auf Aufbesserung der aus der Schullehrer-Wittwenkasse zu zahlenden Peusionen. Der Antrag des Aus- schusses geht dahin: die Regierung zu ersuchen, wegen Erhöhung der Wittwenpeustonen der Lehrer und wegen Ausdehnung der Pensionsberechtigung der Waisen bis zum 21. Lebensjahr, insoweit zu derselben, nach angemessener Erhöhung der Bei träge der Lehrer, ein weiterer Staatszuschuß nöthig ist, den Ständen Vorlage zu machen. Der zweite Bericht betrifft die Verhältnisse der Real schule zu Alsfeld, welche seither einen Staatszu schuß von 1500 fl. bezog, den der Abg. Kolb um weitere 1500 fl. zu erhöhen beantragt, während die Regierung einer solch einzelnen Aufbesserung nicht geneigt ist. Der Ausschuß ist darin mit der Regierung einverstanden, daß nicht für eine Real- schule allein der Staatszuschuß zu erhöhen ist, daß vielmehr die verschiedenen in gleichen Ver hältnessen stehenden Realschulen gleichmäßig be handelt werden müssen. Der Ausschuß kennt die Bereitwilligkeit der Kammer, für Unterrichtszwecke Verwilligungen eintreten zu lassen, wenn ein Be dürfniß hierfür vorliegt. Indessen liegt für die Erhöhung der Zuschüsse der Realschulen zu Als feld, Michelstadt, Friedberg, Alzei, Bingen und Worms eine formelle Vorlage der Regierung nicht vor; überdies lauft die dermalige Finanzperiode in wenig Monaten ab, und es erscheint dem Aus schuß geeignet, Verhandlungen wegen Erhöhung der Zuschüsse bis zur Budgetberathung auszusetzen. Aus diesen Gründen beantragt der Ausschuß, ohne sich auf das Materielle des Antrags einzulassen: den Antrag des Abgeordneten Kolb für jetzt abzu lehnen.

Offenbach. S. K. H. der Großherzog traf am 27. Aug. per Eisenbahn von Friedberg hier ein, wurde am Bahnhof von den Spitzen der Civil- und Militär⸗Behörden begrüßt, begab sich dann zum Besuch auf Schloß Rumpenheim, von wo der Großherzog gegen 1 Uhr wieder hierher und per Extrazug nach Friedberg zurück kehrte.

b Berlin. DieNationalzeitung erfährt aus angeblich zuverlässiger Quelle, daß der bisherige deutsche Geschäftsträger in Paris, Graf Walder see, abberufen und durch Harry v. Arnim als Gesandten in außerordentlicher Mission ersetzt

worden ist. DieNationalzeitung siebt in dem Umstand, daß die deutsche Regierung jetzt einen mit den militärischen Verhältnissen Frankreichs

vertrauten Beobachter glaubt entbehren zu können

und den Augenblick für geeignet hält, einen Diplo⸗ maten von Fach in Paris seine Thätigkeit be⸗ ginnen zu lassen, die Aussicht auf die Herstellung mehr gesicherter Verhältnisse in erfreulicher Weise näher gerückt.

DieProvinzialcorrespondenz schreibt: Die Theilnahme der Bevölkerung wendet sich den Zusanmenkünften zu Wels, Ischl und Gastein mit der Hoffnung zu, daß die Begegnung der Herrschet und leitenden Staatsminister dazu dienen werde, den Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich den Charakter des aufrichtigen, festen Einvernehmens zu verleihen. Alle Anzeichen deu⸗ ten darauf hin, daß diese Hoffnung in den That⸗ sachen ihre Bestätigung gefunden hat, obwohl offenbar zum Abschluß förmlicher Verträge keine Veranlassung vorlag. Das freundschaftliche Ver⸗ hältniß zwischen den Regierungen Deutschlands und Oesterreichs ist durch die von beiden Seiten offen bekannte Ueberzeugung gesichert, daß ihr Einverständniß gleichzeitig dem Wohl der beiden Reiche wie der Erhaltung des allgemeinen euro- päischen Friedens zu Gute kommt.

DieKreuzzeitung erfährt aus Wien, daß die rumänische Regierung den Kammern so⸗ fort bei deren Wiederzusammentritt einen Gesetz entwurf vorlegen werde, welcher die im Princip bereits zugestandene Entschädigung der Eisenbahn⸗ Obligationsbesitzer regelt.

Der von verschiedenen Seiten gemachte Vorschlag, zur Erinnerung an die glorreichen Er⸗ eignise der Jahre 1870/71 ein patriotisches Volksfest durch ganz Deutschland zu feiern und zu dieser Feier den 2. September zu wählen, findet auch auf Seite der Regierung Unterstützung. So sind die Beamten der verschiedenen Behörden veranlaßt worden, in denjenigen Gemeinden, in welchen dieses Fest gefeiert wird, dasselbe nach Möglichkeit zu fördern und selbst daran Theil zu nehmen. Außerdem ist den Lehrern gestattet, den Schulunterricht an diesem Tage ausfallen zu lassen, um sich mit der Schuljugend an dem Feste zu betheiligen. Die Anregung zu dieser Feier ist indeß zu spät erfolgt, um eine Betheiligung des gesammten deutschen Vaterlandes an dem vor geschlagenen pattiotischen Feste möglich zu machen.