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Fertsch.
1871.
Samstag den 1. Juli.
M 76.
Oberhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
—
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Die Expedition.
Betreffend: Das Landgestüt,
Amtlicher Theil.
insbesondere die Bedeckung der Stuten durch dte Landgestütsbeschäler für 1871.
Friedberg am 28. Juni 1871.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Der sofortigen Einsendung der Verzeichnisse über die bedeckten Stuten, oder Bericht, daß solche nicht bedeckt worden sind, sehen
wir entgegen.
J. B. v. Kr: Haas, Kreis-Assessor.
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Deutsches Reich.
Darmstast, 28. Juni. Die 2. Kammer nahm heute nach längerer Pause ihre Arbeiten wieder auf. Aus den geschäftlichen Mittheilungen ist vorzugsweise die Vorlage der Militärconvention zu erwähnen. Hallwachs und Fink interpelliren, ob die Regierung nicht geneigt sei, die Unterhal⸗ tung der Gräber der gefallenen deutschen Sol daten auf Staatskosten zu übernehmen, resp. dem Hülfs verein die dafür bereits verausgabten Kosten zu ersetzen. Ein weiterer Antrag von Hallwachs befürwortet vorschußweise Auszahlung der auf unseren Antheil entfallenden Entschädigung für die in ihren Erwerbs⸗Verhältnissen durch den krieg geschädigten Militär-Personen durch den Staat. Dernburg richtet eine gleiche Interpellation en die Regierung und beantragt gleichzeitig Aus- zahlung der Gehalte der Schulamts-Aspiranten, velche während des Krieges zu den Fahnen ein- berufen worden, resp. Uebernahme der Stellver- sretungskosten auf die Staatskasse. Auf der Tages
rdnung steht zunächst die Berathung über das
Einführungsgesetz zum Reichsgesetz über den Unter⸗ sützungswohnsitz. Kritzler erklärt sich dagegen, daß der Armenverband für den unentgeltlichen Schulunterricht aufzukommen habe, was von Hallwachs unter Hinweis darauf bekämpft wird,
daß seither die Gemeinde schon eintretenden Falls
ur das Schulgeld aufzukommen hatte. Nach lurzer Debatte wird der Entwurf der Regierung aigenommen, wonach der Armenverband(Ge— neinde) diese Verpflichtung nicht hat. Wichtig ein Zusatz des Abg. Dumont zu Art. 3 Nach diesem Zusatz sind die Vorsteher der milden Stif— ungen, bei einer Strafe von 1 bis 30 fl. für jede Zuwiderhandlung, verpflichtet, den Vorstehern ar Ortsarmendeputationen über den Betrag der zen ihnen an einzelne Personen vertheilten Unter- lützungen Auskunft zu geben. Hierdurch will der Antragsteller die Armenpflege in den Händen der Gemeinden centralisiren und eine gleichförmige Unterstützung aller Ortsarmen ermöglichen. Der uwähnte Zusatz wurde gegen 12 Stimmen ange— iommen. Die Vorlage wegen Erbauung einer Hrücke zwischen Hanau und Klein- Steinheim resp. Etweiterung der daselbst zu erbauenden Eisenbahn— beice für ewöhnliches Fuhrwerk gibt zu keiner Debatte Anlaß und ersolgt die Verwilligung der angeforderten 130,000 Thaler mit Einstimmigkeit.
— Ebenso genehmigt die Kammer ohne weitere Dienste in den Ruhestand versetzt,
den geheimen
Verhandlung auf entsprechende Vorlage der Re- Obersteuerrath Ewald zum Director der aus der
gierung, daß im Auslande ansässige Handwerker und Fabrikanten, welche im Großherzogthum Ar-
Vereinigung der bisherigen Obersteuer- Direction und der Ober⸗Zoll- Direction vom 1. Juli an
beiten ihres Gewerbs, zu dessen Betrieb sie an gebildeten Obersteuer⸗Direttion, mit dem Amtstitel
ihrem Wohnort die Berechtigung erlangt haben,
werbsanlage im Großherzogthum zu errichten, der Gewerbsteuer Entrichtung freigelassen werden,
als Obersteuer⸗Director ernannt. auf Bestellung ausführen, ohne jedoch eine Ge⸗
„Friedberg. Die Kreis- Unterstützungs⸗
von Commisston bat beschlossen, denjenigen Angehörigen von im Kriege Gefallenen oder in Folge des Krieges
sofern in dem Staate, in welchem sie wohnen, die Gestorbenen, welche bedürftig sind und seither aus Reciprocität gewährt wird. der Kreiskasse unterstützt wurden, aus Anlaß der — 29. Juni. 2. Kammer. Eine Antwort Rückkehr unserer siegreichen Truppen eine einmalige der Regierung auf eine Interpellation des Abg. außerordentliche Unterstützung von je 50 fl. aus Heß wegen Wiederbesetzung des Lehrstuhls der der Kreiskasse neben der gewöhnlichen, noch drei Ingenieurwissenschaft an der Landesuniversität be- Jahre fortlaufenden Unterstützung zu bewilligen. sagt, daß derselbe nicht wieder besetzt werden wird. Berlin. Ein kaiserlicher Erlaß vom 20. d. Zunächst bewilligt die Kammer, daß verschiedene verfügt die Auflösung der Truppenverbände der berrits früher bewilligte, aber nicht zur Verwen- zweiten und dritten Armee. Sämmtliche auf fran⸗
dung gelangte Bauten in das Rechnungswesen der Finanzperiode 1869/71 aufgenommen werden sollen. Auf eine Anfrage Wernher's erklärt das Ministerium, daß die Verhandlungen mit Preußen wegen der Rheincorrettion zwischen Geisenheim und ingen noch nicht vollständig abgeschlossen sind, daß aber für etwaige Mehrkosten gegen das früher verein— barte Project Preußen aufzukommen haben werde. Sodann wird zur Berathung des Gesetzes, das Cassationsverfahren in Handelssachen in Rheinhessen betr., geschritten.
— Nachdem im Großherzogthum Hessen vor einigen Wochen die letzten noch nicht verbüßten Strafurtheile wider den deutschkatholischen Prediger Czerski aufgehoben worden sind, ist auch Johannes Ronge jüngst in den Genuß der Amnestie ge— treten, indem sämmtliche Straferkenntnisse aus den mehrfachen Preßprozessen, in die Ronge wegen Beleidigung des Mainzer Bischofs, Hrn. v. Ketteler, verwickelt war und die zusammen einige Jahre Haft und mehrere Hundert Gulden Strafgelder ausmachten, nunmehr niedergeschlagen sind.
— Die kürzlich stattgehabte Vertheilung von Sanitätskreuzen erfährt, da man die Namen Vieler, welche sich Verdienste um die freiwillige Kranken- pflege erworben, vermißte, an vielen Orten des Großherzogthums eine mannigfache Kritik, die nicht immer eine günstige ist.
— Se. K. Hoh. der Großherzog hat den Obersteuer-Director Dr. Hügel auf sein Nachsuchen
und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen
zösischem Boden befindlichen deutschen Truppen treten in einen Truppenverband unter der Be⸗ nennung„Occupationsarmee in Frankreich“. Zum Oberbefehlshaber derselben ist General v. Man- teuffel ernannt.
— 27. Juni. Fürst Bismarck wird seine Abreise nach Varzin noch bis Anfang der nächsten Woche binausschieben müssen, da eine Reihe wichtiger Angelegenheiten, sei es für Erledigung oder zur Einleitung noch seine persönliche Mit wirkung in Anspruch nimmt.
— In Folge der günstigen Lage der preußi⸗ schen Finanzen und im Zusammenhange mit dem Aufschwunge, den die Reichsfinanzen genommen haben, ist eine Aufbesserung der Beamtengehalte in der preußischen Monarchie in umfassendem Maße und für die Beamten sämmtlicher Ressorts und aller Stufen in Aussicht genommen worden, und wird der Landtag bereits in seiner nächsten Session bei der Berathung des Etats sich mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen haben.
— Die activen Armeen der großen europäischen Continentalmächte, Rußlands, Frankreichs, Italiens und des deutschen Reiches werden in Zukunft eine wahrhaft furchtbare Macht darstellen. Vor 1866 verfügten die genannten fünf Mächte zusammen über kaum anderthalb Millionen Feldsoldaten, und zwar kamen davon auf Preußen 350,000 Mann, auf Oesterreich 350,000, auf Frankreich 300,000, auf Rußland 300,000, die es außer- halb seiner Grenzen verwenden konnte, und auf


