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daß England jetzt die Augen aufmacht und die französische Brille abwirft, welche englische Kohlen nicht als Kriegscontrebande erscheinen lassen will. Deutschland erwartet, daß England seine Schul- digkeit thue. Ohne die Neweastler Kohle ist eine französische Flotte in der Ostsee unhaltbar.
— Eine offizielle Mittheilung lautet: Am 27. srüh entgleiste durch Zusammenstoß mit einem leeren Wagenzuge in Folge falscher Weichenstellung in Wallhausen dec Eisenbahnzug mit dem Füsilier⸗ Bataillon des 26. Infanterie-Regiments. Leider sind bei dem Unfall 7 Mann getödtet, 40 mehr oder weniger verletzt.
— Von dem Bevollmächtigten der Krupp'schen Gußstahlfabrik in Essen, Herrn Karl Meyer, sind dem Marineministerium 200 Thlr. für denjenigen Matrosen oder Seesoldaten zur Verfügung gestellt, welcher sich dem Feinde gegenüber durch die erste hervorragende That auszeichnen wird.
Köln Die„K. Z.“ meldet ebenfalls einen Eisenbahnunfall von glücklicherweise geringeren Dimensionen als der in Wallhausen. Ein Militär- zug ist nämlich auf einen anderen Militärzug, dessen Maschine in Rolandseck Wasser nahm, auf⸗ gefahren, ein Mann hat dabei einen Arm, ein anderer ein Bein gebrochen und ein Pferd ist getödtet worden.
— ungeachtet der von England proklamirten Neutralität hinderte die britische Regierung nicht, daß Birminghamer Häuser für Frankreich Patronen liefern, sowie daß Neweastler Häuser die Kohlen- versorgung der französischen Flotte und den Trans- port von Pferden nach Frankreich übernommen haben. Die Entrüstung über diese Art der Neu- tralität ist bier eine allgemeine.
Kassel. Nach der„Hess. M.-Z.“ hat Prinz Wilhelm von Hanau seinen Vater um die Er- laubniß gebeten, als Major in ein Husarenregiment eintreten zu dürfen.
Frankfurt. Dem hiesigen„Tageblatt“ zu⸗ folge soll das Hauptquartier des Königs Wilhelm vorläufig in Frankfurt aufgeschlagen werden, zu welchem Zwecke die erste Etage des Haupt Post⸗ gebäudes und die des Russischen Hofes in Ocd- nung gebracht werden.
Wiesdaden. Die„Bonner Ztg.“ schreibt: „Wir können aus der zuverlässigsten Quelle be stänngen, daß der Herzog Adolph von Nassau in den Reihen des deutschen Heeres gegen Frankreich zu kämpfen gesonnen ist. Der Herzog hat be⸗ kanntlich, als er nach den Ereignissen von 1866 auf den Rang eines preußischen Generals ver- zichtete, erklärt, nur ein Fall sei denkbar, daß er den preußischen Soldatenrock wieder anziehe: wenn es gelte, gegen den deutschen Erbfeind zu streiten. Er hat sein Wort in der ritterlichsten Weise ge halten. Als ihn in den jüngsten Tagen Napoleon zur Uebernahme eines französischen Commandos einlud, um an dessen Spitze sein Laud wieder zu erobern, gab er zur Antwort:„Ich danke Ew. Majestät. Ich habe meine Dienste so eben dem Könige von Preußen angeboten.“ Diese unsere Mittheilung können wir als durchaus authentisch verbürgen.“
Trier. Die Verletzung der Luxemburger Neutralität durch die Franzosen dauert fort und wächst. Am 26. d. Nachmittags waren über 100 Franzosen vom Lager bei Sierck im luxemburgi⸗ schen Dorf Schlengen und sangen die Marseillaise.
Saarbrücken. Am 26. Juli fand ein kleines Gefecht an der Brücke von Rheinheim zwischen preußischen Ulanen, Pionieren, bapeischen Jägern und französischer Infanterie statt; Letztere wurde zurückgeworfen und ließ einen Todten zurück, diesseits wurden zwei Pioniere verwundet. Den 26. Juli fand durch den würtembergischen General- stabsoffizier Grafen Zeppelin und drei badische Offiztere nebst vier Dragonern eine Recognoetirung der Gegend um Hagenau statt. Der Zweck des Unternehmens wurde vollständig erreicht, jedoch stieß die Patrouille bei Niederbronn(Frankreich, Bas ⸗ Rhin, Arrond. Weißenburg) auf kin fran⸗ zösisches Husarenregiment, von welchem sie zer- sprengt wurde. Bis jetzt ist nur Hauptmann
einer getödtet, die beiden andern sind zu Ge⸗
fangenen gemacht.
Bayern. München. Die bayerische Staatsregierung hat auf Reclamationen von Seiten der Schweiz und Oesterreich ihr Ausfuhr⸗ verbot auf Vieh und Feldfrüchte gegen diese Länder wieder zurückgenommen und es nur gegen Frank- reich aufrechterhalten.
— Der Kronprinz von Preußen ist am 27. d., Vormittags 11/ Uhr, hier eingetroffen. Am Abend wurde in der Theatervorstellung der König Ludwig und der Kronprinz von Preußen enthu⸗ siastisch begrüßt.
Erlangen. Ein überwiegend großer Theil der hiesigen Studentenschaft befindet sich bereits in der Eigenschaft als Landwehr⸗Ossiziere oder Einjährig⸗Freiwillige untet den Wassen oder er⸗ wartet täglich seine Einberufung. Die übrigen noch hier anwesenden Studirenden vereinigten sich zu folgender Erklärung:„Die Erlanger Studen; tenschaft erklärt, so weit sie nickt bereits im Dienste des Vaterlandes steht, ihre volle Bereitwilligkeit, demselben auf den ersten Ruf ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen.“ f
Aus der Pfalz. Der König hat das kgl. Schloß Ludwigshöhe(Schloß Hambach) mit Stallung, Mobilien und hundert Betten behufs Aufnahme verwundeter Krieger zur Verfügung gestellt.
Würtemberg. Generallieutenant v. Pritt- wiz, der Erbauer der Festung Ulm, in den letzten Jahren pensionirt, ist zum Gouverneur von Ulm ernannt worden.
Baden. Aus Karlsruhe wird von dem Einbringen dreier französischer Chasseurs berichtet. Dem„Mannh. Journ.“ wird von dort, 25. Juli, gemeldet:„Heute holten ein paar Mann des badischen Leib-Dragoner Regiments mitten aus dem französischen Gebiete vier berittene Douaniers heraus und brachten sie nebst Pferden herüber. Fünf badische und würtembergische Reiterofsiziere machten eine militärische Promenade durch ganz Lauterburg durch, die Einwohner schlossen das eine Thor, um sie abzusperren; in voller Carriere, den Säbel in der Faust, sprengten die Deutschen zurück, einen Lancier und berittene Douaniers, welche sich in den Weg stellten, niederrennend. Einem badischen Lieutenant wurde das Pferd er- schossen, derselbe bestieg dasjenige des nieder- gehauenen Lanciers und nahm außerdem noch ein lediges französisches Pferd mit.“
— Der Fürst zu Fürsienberg in Donaueschingen hat den bedurftigen Familien der einberufenen Kriegsreservisten und Landwehrleute für die Kriegs- dauer eine monatliche Unterstützung von 3000 fl. bewilligt.
— Auch vem gr. Ministerium sind bereits vaterländische Gaben zugeflossen, zwei zu je 50 fl. für denjenigen Truppentheil, der die erste franzö⸗ sische Fahne im bevorstehenden Kriege erobert. Eine weitere Zusicherung betrifft 100 Thaler für den Eroberer einer feindlichen Fahne und von 20 Thlr. für jeden Führer einer feindlichen Kanone. Endlich 40 fl. für die Krieger.
Oesterreich. Prag. Die projectirte Stu- dentenversammlung, welche Sympathie-Erklärung für Deutschland beschließen und eine Geldsammlung für die deutschen Hülfstomites veranstalten sollte, wurde von der Polizei-Direction verboten, ebenso verbot das Rectorat eine anberaumte allgemeine Versammlung
Schweiz Ein Correspondent des Berner „Bund“ erfährt von neuen preußischen Geschützen, welche eine Art Shrapnellsgeschütze repräsentiren, und daß Proben mit denselben eine außerordent⸗ liche Wirkung äußerten und mit sehr vieler Prä- cision auf eine gewisse Entfernung in der Luft platzend, 360 Flinteukugeln streuten. Diese Proben wären in Mainz vorgenommen worden. Ein ein- ziger Schuß käme auf 17 fl. zu stehen.
Frankreich. Paris. Der Kaiser ist mehrere Tage nicht nach Paris gekommen, was nicht verfehlt hat, zu allerlei Gerüchten Veran⸗ lassung zu geben, zumal sein Abgang nach der Armee neuerdings auf Donnerstag verschoben sein
Graf Zeppelin zurückgekehrt. Nach franzö sischen Nachrichten ist von den begleitenden Offizieren
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oll. Es wird indeß von competenter Seite ver⸗ sichert, daß sein Befinden nichts zu wünschen läßt.
— Auf der englischen Botschaft fand eine Zusammenkunft von Diplomaten statt. Die Königin don England will, daß gleich nach dem ersten Gefecht, was immer für ein Ergebniß dasselbe geliefert, die Friedensfrage gestellt werde und in London ein Congreß zusammentrete.
— Das„Journal officiel“ veröffentlicht einen Brief des Kaisers an die Nationalgarde des Seine⸗Departements. Der Kaiser spricht sowohl das Vertrauen auf ihren Patriotismus als die Ueberzeugung aus, die Nationalgarde werde die Ordnung in Parie aufrecht erhalten und die Sicherheit der Kaiserin beschützen
In Mühl en hat man bei einem passirenden Train, der mit Turcos gefüllt war, ein halbes Dutzend Todte und Verwundete, auch Offiziere, in einem Waggon vorgefunden, die von einem Massacre der Truppen unter sich herrührten.
In Straßburg werden die Fortificationen eiligst verstärkt; Erdwälle werden bis zum kleinen Rhein bin aufgeführt; so meldet der Straßburger Correspondent der„Marseillaise“.
Großbritannien. Der von der„Times“ veröffentlichte angebliche Friedensvertrag, welchen Frankreich Preußen noch in der elsten Stunde unterbreitet haben soll, macht große Sensation. Bestätigt er sich(woran jetzt nicht mehr zu
zweifeln), und von Napoleon III. kann man Alles,
nur nichts Ehrliches und Gutes, erwarten, so wird er auch den letzten Rest von Sympathien für Frankreich hier fortfegen.
Italien. Palermo. Die Demonstrationen gegen Frankreich haben sich wiederholt. Hiesige Blätter drucken das Rheinlied Nikolaus Beckers ab, ohne die Antwort Alfred de Mussets beizufügen.
) Rückblicke.
Es war im Jahre 1840, als die europäischen Großmächte Rußland, England, Oesterreich und Preußen ohne Zuziehung Frankreichs den sogenannten Julivectrag abgeschlossen hatten, in welchem sie sich verpflichteten, um den Ver⸗ größerungsplänen des damaligen Vicekönigs von Aegypten Mehamed Ali entgegenzutreten, denselben zu zwingen, alles der hohen Pforte entrissene Land zwischen dem rothen Meer und dem See Tiberias, sowie die tuͤrkische Flotte herauszugeben und sich mit dem erblichen Vice⸗ königthum von Aegypten zu begnügen. Frank⸗ reich, das die Interessen Mehamed Ali's ver— trat und erst nach Abschluß des Vertrags von der Existenz desselben Kunde erhielt, brauste über diesen Widerstand und die erfahrene Ge— ringschätzung heftig auf, und der damalige Ministerpräsident Thiers beantragte beim König Louis Philipp, daß Paris befestigt, das frau zoͤsische Heer auf 1 Million Streiter gebracht, den übrigen Großmächten der Krieg erklärt und derselbe nicht eher beendigt würde, als bis Frankreich wieder wie unter dem Kaiser⸗ reich die Rheingränze gewonnen habe.
Dieser Antrag schon genügte damals, um ganz Deutschland zu eleetrisiren. Die alte Kampfeslust vom Jahr 1813 erwachte, all die Schmach und Unbill und Gewaltthat, die Deutschland von 1806 bis 1813 von Frank— reich erfahren, wachte in der Erinnerung der Alten, die sie erlebt, und in der der Jungen, die sie von Vätern und Großvätern erzählen gehört, wieder auf, und Alles rief nach Waffen, um den Uebermuth und das frevelhafte Ver— langen des kleinen Schreiministers gebührend abzuweisen.
In dieser erregten Stimmung erschien von einem damals ganz unbekannten und auch später unbekannt gebliebenen Gerichtsassessor am Rhein, Nicolaus Becker, das Lied:„Die Wacht am Rhein“, welches zwar an sich ganz unbedeutend ist und mit den herrlichen Vaterlands- und Kriegsliedern eines Arndt, Korner, Schenken— dorf gar nicht verglichen werden kann, aber, weil es der damaligen Stimmung Deutschlands Ausdruck gab, merkwürdig zündete.
Wir erinnern uns noch lebhaft, welchen Eindruck dieses einfache Lied bei seinem ersten Erscheinen in den Zeitungen machte. Auf
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