durch den Gouverneur der Festung, Generallieu- tenant v. Ollech, stattgefunden. Etwa 200 Mann waren aufgestellt, und dieselben zeigten durch ihre treffliche Haltung, daß der ausgezeichnete Ruf, dessen dieses Corps sich erfreut, im vollsten Maße ein wohlbegründeter ist. Es werden noch immer versteckte französische Militärs arretirt. Auch sind neuerdings wieder Mordversuche auf Deutsche vor- gekommen. So versuchte ein gewisser Fischer von dier, anläßlich eines unbedeutenden Auflaufes einen Ossizier anzufallen. Er ward sofort fest⸗ genommen. Desgleichen ward ein Sattler von hier, der nach einem Landwehrmanne gestochen, verhastet.
Straßburg. Die bei der Mairie ange meldeten Kriegsschäden belaufen sich für den Stadt⸗ bezirk Straßburg auf mehr als 100 Millionen Franken; übrigens haben manche Bewohner, um nicht die Autorität der deutschen Behörden an- erkennen zu müssen, es absichtlich unterlassen, der Aufforderung der Präfektur entsprechend ihre Be⸗ lagerungsschäden zu liquidiren.— Die kriegs gefangene Besatzung von Schlettstadt bleibt nicht in Rastatt, sondern wird nach Mainz gebracht. Offiziere(es sind deren gegen 200 dabei) sollen in Folge der gemachten Erfahrungen nicht mehr auf Ebrenwort entlassen werden.— Die Noth⸗ überbrückung der Lücke von der Kehler Eisenbahn⸗ brücke wird in ewa 10 Tagen vollendet und nach jener Zeit das Befahren der ganzen Bahn bis in die Stadt ermöglicht sein. Für die definitive Restauration der Kebler Brücke werden die Vor- bereitungen auch schon getroffen. Die Kosten der- selben wie der jetzigen Nothbauten schätzt man vorerst auf 3—400,000 Gulden.
In Straßburg ist unter dem Vorsitze des General-Gouverneurs Grafen v. Bismarck-Bohlen ein Comite zusammengetreten zum Zwecke der schleunigen Vornahme der Restauration des durch die Belagerungs-Operationen beschädigten Münsters und zur Förderung des gänzlichen Ausbaues desselben.
Altbreisach, 25. Okt. Heute Nachmittag 4 Uhr kam ein Beauftragter der Commandant schaft von Neu- Breisach unter Parlamentärs- flagge am linken Rheinufer an und brachte ein Schreiben derselben an das großh. Bezirksamt. Dasselbe enthielt die Bitte um Zeitungen für Neubreisach. Dieselben wurden durch das Bezirks- amt übersendet, die Nachricht von der Uebergabe Schlettstadts hat der Bote mündlich nach Neu- Breisach überbracht. Die Festung ist, wie wir hören, so von allem Verkehr abgeschnitten, daß sie seit einiger Zeit ganz ohne Kenntniß Dessen ist, was außerhalb vorgegangen.
Altbreisach, 26. Okt. So viel von dies⸗ seits aus beobachtet werden konnte, hat die Be⸗ satzung von Neubreisach heute Mittag in nord östlicher Richtung einen Ausfall gemacht, an dem sich Infanterie und Cavalerie betheiligten. Ueber das Nähere ist hier noch nichts bekannt geworden.
Saarbrücken. Die Bäcker und Metzger hier und in St. Johann sind aufgefordert, Vor- räthe an Brod, Mehl und Fleisch bereit zu halten, da nächster Tage große Einkäufe gemacht werden sollen. Die Bahnbehörden sind bereit, sobald die Capitulation von Metz erfolgt, sofort Züge mit Proviant in die Festung einlaufen zu lassen, ebenso wird Salz bereit gehalten. Es sind serner einige Hundert Bergleute bereit, nach der Capitulation die Zerstörungen der Eisenbahn zwischen Metz und Courcelles herzustellen.
Hessen. Darmstadt. Unter dem 22. d. wird dem„M. Abdbl.“ aus Gorze gemeldet: Soeben erhält Prinz Ludwig eine feierliche Se- renade. Veranlassung ist die Verleihung des eisernen Kreuzes erster Klasse, welches demselben durch General v. Manstein überreicht wurde und zwar in Anerkennung der vorzüglichen Leistungen der Hessischen Division am 18. August, da unsere Division zur Erlangung des endlichen Sieges an
erster Klasse ist der Form nach dasselbe wie jenes zweiter Klasse, nur wird es nicht im Knopfloch, sondern ohne Band auf der linken Seite der Brust getragen.
— Wie man der„Fr. Ztg.“ von hier mit⸗ theilt, soll bei uns die Creirung zweier neuer Orden für aus Anlaß des Krieges mit Frankreich erworbene Ver dienste bevorstehen. Der eine würde für ausgezeichnete Dienste vor dem Feinde, der andere für hervorragende Leistungen im Sanitäts- wesen, wie Pflege und Transport verwundeter und erkrankter Truppen ꝛc. verliehen werden. Beide Orden sollen nur eine Klasse besitzen und letzterer auch zu Decoration weiblicher Personen bestimmt sein.
Offenbach. In Betreff der in letzter Zeit so lebhaft ventilirten hessischen Verpflegungefrage wird dem„Fr. J.“ aus bester Quelle versichert. daß es im Centraldepot der Division zu Remilly niemals an hinreichendem Proviant gefehlt habe, daß hingegen alle Schuld der allerdings oft sehr mangelbasten Verpflegung die Proviantcolonne treffe, die ihren Dienst zwischen den Depots und der Armee nicht genügend versehen habe. Offenbach. Bon den hier und in Langen inhaftirten Socialdemokraten sind die meisten, auch ihr Präsident, wieder auf freien Fuß gesetzt, weil sich deren Unschuld an strafbaren Schriftstücken erwiesen, welch“ letztere von nur einigen Mittlie dern des Arbeitervereins ausgegangen sind. Preußen. Berlin. Die„Provinzial Correspondenz“ schreibt bezüglich der Waffenstill⸗ standsversuche, daß man sich kaum großen Hoff⸗ nungen auf das Gelingen derselben hingeben dürfe, da die französischen Machthaber noch weit von den Gesichtspunkten entfernt seien, von welchen bei allen ernstlichen Verhandlungen auszugehen sei. Nach den weiter errungenen Erfolgen deut⸗ scherseits sei kein Grund vorhanden, um von den in nationalen Interessen gestellten Forderungen abzugehen. Die Verzögerung des Angriffs auf Paris gehe einzig aus den in der Sache liegen- den Schwierigkeiten hervor, nicht aus polltischen Bedenken. Unsere Kriegsleitung habe Alles vor- bereitet, um auch das letzte Bollwerk des Feindes zu bezwingen. Betreffs der Verhandlungen über die deutsche Frage in Versailles sei Aussicht vor⸗ handen, daß die Ergebnisse schon dem in der zweiten Hälste des Monats November zu berufen den Reichstage vorgelegt würden. — Die„Nordd. Allg. Zig.“ schreibt:„Die verschiedenen Versuche, durch Unterhandlungen zum Frieden zu gelangen, die bei dem Bundeskanzler von republikanischer, imperialistischer und anderer Seite angestellt worden sind, haben stets zur Ant⸗ wort geführt, die erste Bedingung sei die Wahl einer Vertretung des französischen Volkes, da nur von einer solchen Vertretung und einer von der selben getragenen Regierung ein sicherer haltbarer Friede zu erhoffen sei. Der Bundeskanzler bat sich, um dieses wünschenswerthe Ziel zu fördern, bereit erklärt, es zu bewirken, daß für das Zu⸗ standekommen einer solchen Versammlung jede mög- liche Erleichterung gewährt werde, wogegen es uns gleichgültig erscheine, welche Regierungsform dieselde gutzuheißen oder aufzustellen belieben wird.“ — Der„Staatsanzeiger“ meldet: Der König erließ an den Generalgouverneur der Küstenlande folgende Ordre: Da die Fortdauer des Krieges und die Bedrohung der deutschen Küsten die Auf⸗ hebung des durch die Verordnung vom 21. Juli angeordneten Kriegszustandes noch nicht gestattet, und da es mein Wille ist, daß während der Vor- bereitungen für die bevorstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus der Aeußerung politischer Mei- nungen und der persönlichen Betheiligung der Wahlberechtigten kein Hinderniß in den Weg ge⸗ legt werde, so bestimme ich, daß in den in Kriegs- zustand erklärten Bezirken bis zur Beendigung der Wahlen von der durch den F. 5 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 begründeten Befugniß zur Suspenston des Artikels 30 der Verfassungsurkunde kein Gebrauch gemacht werde, und daß die auf Ihre Anordnung ver-
diesem heißen Tage wesentlichen Antheil hat. All- gemeine Freude herrscht bei der Division über diese neue Auszeichnung. Das
hafteten, internirten preußischen Unterthanen, soweit
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einzuleitenden strafgerichtlichen Verfahrens, sofort in Freiheit gesetzt werden.“ Königsberg. Auf Befehl des Königs sind Dr. Jacoby, Herbig und sechs andere Gefangene aus der Haft in Lötzen entlassen. Die Social⸗ Demokraten verbleiben in der Haft. Magdeburg. Die städtischen Behörden haben aus Anlaß des 70. Geburtstages Moltke's, 26. Oktober, denselben zum Ehrenbürger ihrer Stadt ernannt. Hamburg, 26. October. Die„Börsen⸗ halle“ enthält folgende officielle Mittheilung: Auch gestern ist von den Beobachtungsstatlonen der Elb⸗ mündung kein feindliches oder verdächtiges Schiff in Sicht gekommen. Würtemberg. Nach dem Vorgange an⸗ derer Bischöse hat nun auch der Bischof von Rottenburg(Prof. Hefele) in einem Hirtenbriefe gegen den Gewaltact der Beraubung des heil. Vaters und der Kirche protestirt. Es heißt in dem Proteste:„Um hiegegen unsere Stimme zu erheben und vor Gott und Welt gegen solchen Gewaltact zu protestiren, haben wir ein wohlbegründetes Recht, denn der Beraubte ist unser geistlicher Vater, und das, was ihm die Gewalt genommen, ist nicht sein Privateigenthum, sondern Eigenthum unserer Kirche, und wir haben ein Anrecht auf seine Erhaltung, weil es die Grundlage der freien, selbständigen, alle Nationen gleichmäßig berühren⸗ den geistlichen Regierung des Papstes ist Oesterreich. Wien. Die„Correspondenz Warrens“ schreibt: England hat nicht im Entfern⸗ testen die Absicht kundgegeben, specielle Bedingungen des abzuschließenden Friedens aufstellen zu wollen. Die neutralen Mächte wollen ihre bisherige Stellung auch ferner behaupten. Sie üben blos eine civilisatorische Pflicht aus, indem sie den Vor- schlägen des englischen Cabinets ibre Unterstützung leihen. Uebrigens überlassen sie den Kriegführenden die Verantwortung für die Wege, welche einzu⸗ schlagen denselben gefällt. Demselben Blatte zufolge hat Thiers bereits einen Geleitschein empfangen, welcher ihm gestattet, sich in das Hauptquartier nach Versailles zu begeben. Frankreich. Tours. Die Regierung in Tours beabsichtigt, in Voraussetzung des unzu⸗ reichenden Ertrags der Anleihe, die Ausschreibung einer Kriegs contribution, wozu jede Gemeinde im Verhältniß zur Größe ihrer Bevölkerung beizu · tragen verpflichtet ist. Die Reicheren müssen den Betrag für die Aermeren vorschießen, bis diesen die Rückzahlung möglich ist. Die Auslagen für die mobilisirte Nationalgarde müssen von den Ge. meinden getragen werden. Ein Deeret verfügt die Eintheilung Frankreichs, mit Ausnahme von Paris, in vier Generalcommandos unter den Generälen Bourbaki, Firek, Polhds und Cambriel. „Patrie“ bestätigt, daß Garibaldi noch das Ober · commando in den Vogesen beanspruche. N — In Tours wurde vor der Stadt ein Lager aufgeschlagen, in welchem Linie, Mobil und Nationalgarde lagern sollen. Ein Deeret Gambettas befiehlt allen Truppenabtheilungen, die mehr als 2000 Mann zählen, außerhalb der Städte und Dörfer zu cantonniren, um den mili⸗ tärischen Geist der Mannschaften zu wecken und sie dem Parteitreiben zu entziehen. Ein Theil der Besatzung von Tours ist gegen die Loire vor⸗ gegangen. Von der Seite von Beauganey her, wo am 21. preußische Truppen einrückten, erwartet
Corps. Die Besatzung von Chartres durch die Preußen erfolgte ohne Kampf, da der Maire eint Convention mit denselben abschloß. Die Zahl der in die Beauce eingerückten Preußen giebt die Cor respondante Havas auf 20,000 Mann an.
— Die„Liberté“ vom 22. October. bringt: solgendes Dementi aus Tours, 20. October:„Wir ermächtigen Sie zu widerlegen und zwar auf das Katbegorischste, daß man in Paris von der durch Londoner und belgische Blätter colportirlen Füsillade der drei Herren Castelbac, Carlier und Daru irgend etwas wisse; diese drei Herren be⸗ finden sich vollkommen wohl und unbelästigt in
nicht inzwischen eine gerichtliche Haft gegen sie
eiserne Kreuz! beschlossen, und vorbehaltlich des etwa gegen sie
Paris.“— Ein Telegramm aus Tours vom 26. Oct, meldet wiederbolt, die Regierung bleibe
man das Herannahen eines größeren feindlichen
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