an e 1870. Donnerslag den 27. October. N 127.
berhessischer Anzeiger.
* ing r-. n 0 4 188;;*. eig Enthält die amllichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienslag, Donnerstag und Samstag. Nu*— des Setze. 2 2 Une Amtlicher Theil. S— 2 22 1 rei f Aus dem Großherzoglichen Negierungsblatte sind zu publieiren: In. Nr. 49. Edikt die Verfassung der evangelischen Kirche des Großherzogthums Hessen betreffend. W 1 Frledberg am 24. October 1870. 0% Großherzogliches Kreisamt Friedberg ann it d 2* 5 ine Im. 5 1 3 enz; 2. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Sertmtrtehre 2 Nr. 40. Nr. 573. Freundschafts⸗, Handels⸗ und Schlfffahrtsvertrag zwischen Seiner Majesfät dem König von Preußen im Namen des Norddeutschen Bundes n nt, M und des Zollvereins und den vereinigten Staaten von Mexiko. Vom 28. August 1869.— Nr. 574. Consulbestellung betr. Wut de un Nr. 41. Nr. 575. Allerhöchster Erlaß vom 2. October 1870 wegen Abänderung des Allerhöchsten Erlasses vom 24. Juli 1870 betr. die in Gemäßbeit des ö Wesetzes vom 21. Juli 1870 zur Deckung des außerordentlichen Geldbedarfs der Militär⸗ und Marine⸗Verwallung aufzunehmende Anleihe.
1. September 1868.— Nr. 577. Consulbestellung betr. Schweinen und Schasoleh, sowle die Aufhebung elnschlleßlich. Bom 13. October 1870.—
1h. Nr. 42. Nr. 576. Poffvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und den Niederlanden. Vom der Bette Nt. 43. Nr. 578. Verordnung, bett. die Aufhebung des Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von Rindvleh, —— dees Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von Steinkohlen und Koaks für die Grenze südlich von Malmedy bis Saarbrücken lee Nr. 579. Consulbestellung betr.
Betreffend: Kriegsfuhren. Friedberg am 25 October 1870.
da n 3 9 N 5 7 7. 1 195 A * n Das Großherzogl. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. tadelmam Wir sehen unfehlbar binnen drei Tagen Ihrem Berichte über c. über das Fallen der nicht zurückgekehrten oder Uebergabe von benen folgende Punkte entgegen: Ersatz⸗ Pferden?
1 1) ob und in welchem Betrage sind aus den Gemeindekassen Bejahenden Falls sind dieselben zu erheben und mit Ihrem Berichte Anzeig. vereits baare Vorlagen an die Kriegsfuhren⸗Eigenthümer oder für einzusenden.
g 4) Wann sind insbesondere die Fuhrer derjenigen Kriegsfuhren
dieselben geleistet worden?
2 2) an welchem Tage und zu welcher Stunde sind die Kriegs- zurückgekehrt, welche gänzlich weggenommen, oder von welchen die 1 fuhren abgegangen, an welchen zurückgekehrt? Gespannthiere beide gefallen sind?
* 3) sind die Kriegsfuhrleute im Besitze von Bescheinigungen von Die Antworten wollen Sie nach obiger Eintheilung einrichten. e„ nn. Militär- oder Civilbehörden: Möglichste Beschleunigung ist anempfohlen.
1 2. über Anmeldung und Entlassung? Trapp. dier- Autnit b. über die Wegnahme von Gespannen?
Eberhard, a deslant Al Kriegsnachrichten. gestüm vor, trieben die aufgestellten Vorposten durch von ihnen occupirten Stellungen vor Metz und
Officielle militärische Nachrichten.
Kintzheim, 23. Okt. Vergangene Nacht ist die erste Parallele gegen die südwestliche Front von Schlettstadt auf 500 bis 700 Schritte ausgehoben worden. Diesseits stehen 32 Geschütze im Feuer. Verlust nur 3 Mann.
Aus Versailles telegraphirt der würtem⸗ bergische Kriegsminister v. Suckow unterm 23. Okt. mach Stuttgart:„Vorgestern fand ein Ausfall von wrei französischen Bataillonen mit Artillerie und Mitrailleusen über die Marne bei Joinville gegen die würtembergischen Vorposten bei Champigny (Joinville und Champiguy östlich von Paris, vor wem Bois de Vincennes) statt. Derselbe wurde wom 3. Jägerbataillon und Theilen des 7. Re; giments tapfer zurückgeschlagen. Diesseitiger Ver⸗ lust 5 Todte, 30 Verwundete, darunter keine Offiziere.“
Kintzheim, 24. Okt. Schlettstadt hat heute capitulirt. 2400 Gefangene gemacht und 120 Geschütze genommen. Schmeling.
Karlsruhe, 25. Okt. Ein Extrablatt der „Karlsr. Ztg.“ bringt folgendes Telegramm an S. K. H. den Großherzog von Baden:„Epinal, 25. Okt. Am 22. d. siegreiche Gefechte am Ognon⸗ Fluß bei Voray, Etuz, Cussey, Auxon, Geneuille. Der Feind wurde mit starken Ver⸗ llusten überall geworfen. Im Gefecht waren Bataillone des 1. 3., 4. und 5. badischen Re- igiments und 3 Batterien. Diesseitiger Verlust
1 setwa 7 Todte und 38 Verwundete. An unver-
wundeten Gefangenen 2 Stabsoffiziere, 11 Ober⸗ z offiziere und gegen 200 Mann. Haltung der Truppen vortrefflich. Divisionsstab⸗Hauptquartier heute den 23. in Etuz.
v. Beyer, Generallieutenant.
Aus Versailles wird der„A. A Itg.“ über den Ausfall der Pariser Besatzung am 15. d. geschrieben: Wie sie es bis jetzt immer gemacht
ihr mörderisches Feuer zurück, stutzten aber, sowie sie selbst ins Feuer der deutschen Colonnen ge- riethen, und liefen nach kurzem Widerstand in regelloser Flucht davon. Was sie diesmal ganz besonders schnell zum Weichen brachte, war das Feuer der baierischen Mitrailleusen, mit denen die Franzosen hier zum erstenmal Bekanntschaft machten. Diese Geschütze haben sich in ihrer Wirkung den entsprechenden französischen weit überlegen gezeigt, denn während die letzteren ihre Kugeln schnur⸗ gerade vor sich hinsenden, erzielen die der Bapern durch fächerartige Verstreuung ihrer Kugeln einen Kartätschenschuß von verheerender Wirkung. Durch eine einzige Salve haben die Franzosen einen Verlust erlitten, der auf mindestens 300 Mann an Todten und Verwundeten zu veranschlagen ist, während die Bayern leider auch über 100 Mann verloren haben.
— Ununterbrochen gehen durch Meaux, Ville⸗ neuve und Versailles schwere Belagerungsgeschütze. Seit dem Fall von Soissons wird zum Transport derselben eine neue Linie offen. Allein die Her⸗ schaffung der Geschütze hat seine natürlichen Schwierigkeiten und kann nicht so rasch geschehen, wie man in Deutschland sich vorzustellen scheint, wo theilweise über die Langsamkeit der Operation vor Paris förmlich Beschwerde erhoben wird. Man sei an Ort und Stelle und man urtheilt ganz anders. In dem Moltke'schen Plan ist Langsamkeit nur Vorsicht und Gründlichkeit. Jede Ueberstürzung würde gerade jetzt auf das Aller ⸗ empfindlichste sich bemerkbar machen.
— Die deutschen Heere in Frankreich um⸗ stehen in zwei großen Massen die beiden größten Waffenplätze des Landes und haben ihre Ab- theilungen nach allen Seiten, insbesondere aber nach dem Süden vorgeschoben, wo ste einerseits Tours und Bourges und andererseits Besangon und Lyon, die letzten Zufluchtsstätten eines ver⸗ zweiselten und aussichtslosen Widerstandes, be—
drohen. Die deutschen Truppen können in jenen
Paris ruhig abwarten, bis der im Süden sich organistrende Widerstand sich selbst aufzehrt, und zwar um so mehr, als die muthmaßliche Dauer der Vertheidigung von Metz nur nach wenigen Tagen und jene von Paris nach wenigen Wochen zu zählen sein dürfte. Haben diese beiden Orte capitulirt, oder sind sie einmal erobert, dann ist auch Frankreich bis an die Loire und Rhone im deutschen Besitze. In diesem Landstriche befinden sich aber die Geschützgießereien von Straßburg, Douai und Bourges, die Waffenfabriken von Mutzig, Klingenthal, Charleville und Maubeuge, die Pulvermühlen von Metz, Esquerdes, Le Bouchet, St. Ponce u. s. w., di: Arsenale von Straßburg, Metz, La Fere, Rennes, Douai, Paris, Lille u. s. w. Von wo will man dann die Mittel zum ferneren Widerstande nehmen, wenn diese Orte, deren großer Theil bereits jetzt in deutschem Besitz sich befindet, und mit ihnen die großen Hülfsmittel des an Schlachtvieh und Früchten so reichen Nordens für Frankreich ganz verloren gehen?
— Der„Köln. Ztg.“ meldet J. v. Wickede: Ein höherer nordamerikanischer Offizier, der vor einigen Tagen bei Gelegenheit eines zweistündigen Waffenstillstndes aus Paris kam und jetzt in Versailles weilt, entwirft ein sehr düsteres Ge⸗ mälde von den dort herrschenden Zuständen. Aller Verkehr und Handel und Wandel im Innern der Stadt soll gänzlich aufgehört haben und die meisten Läden und Magazine sind geschlossen. In den Straßen hat man vielfach Barrikaden errichtet und besonders der Faubourg St. Antoine soll stark damit versehen sein, da viele Pariser der thörichten Ansicht sind, wir würden uns auf einen Straßenkampf im Innern ihrer Stadt ein⸗ lassen und das Blut unserer deutschen Soldaten opfern, um dort Barrikaden zu stürmen und Schüsse aus den Fenstern zu erhalten. In dem Kampfe, den wir gegen Parjs jetzt führen, wird nur die schwere Artillerie eine Hauptrolle spielen;
9 haben, drangen die Ausfallenden zuerst mit Un⸗


