Corps überwiesenen eisernen Kreuze Verzicht ge⸗ leistet, um die Mannschaft nicht der Freude zug berauben, diese Auszeichnung zu erhalten. Indem General v. Manteuffel diese Entsagung anerkennt, erklärt er, er habe deßhalb keine Generale, Com⸗ mandeure und Ossiziere für das eiserne Kreuz vorgeschlagen, und er werde das ihm verliehene eiserne Kreuz im Namen sämmtlicher Offiziere des ersten Armee Corps tragen. N
Bayern. München. In der Gegend von Coblenz hatten 12 in einem Coupee eines Eisenbahnzuges befindliche gefangene Tureos den zur Aussicht beigegebenen bapyerischen Soldaten gepackt und zum Fenster hinausgeworfen, auf⸗ fallender Weise erlitt dieser nicht die geringste Verletzung z auf der nächsten Station wurden die 12 Helden der Civilisation durch ein standrecht- liches summarisches Gerichts verfahren zum Tode verurtheilt und sofort erschossen.— Der Trans- port der bei Sedan gefangen genommenen Franzosen nach Deutschland ist nunmehr beendet. Von Nancy über Weißenburg wurden 39,500, über Saarbrücken 42,000 Mann befördert.
— Von hier wird einem Hamburger Blatt telegraphirt, daß von preußischer Seite beabsichtigt werde, denjenigen französischen Departements, welche bereits oceupirt seien oder noch occupirt werden möchten, eine gemeinsame Interimsregierung zu geben, an deren Spitze der Großherzog von Mecklenburg treten soll,
Oesterreich. Wien. Anläßlich des Ein⸗ zuges der italienischen Truppen in Rom illuminirte der italienische Consul in Triest. Das Volk sam⸗ melte sich vor seinem Hause und bewarf unter Hoch- rufen auf Italien und die Republik die Polizei und das Militär mit Steinen. Der Generalconsul stellte hierauf die Beleuchtung ein. Die Polizei räumte die Straßen. 1 24. Sept. Thiers ist gestern Abend hier angekommen. Derselbe hatte heute eine längere Conserenz mit dem Grafen Beust und setzte hierauf seine Reise fort. 0 f
Frankreich!“ Paris. Die Blätter brin: gen solgende interessante Mittheilung:„Aus den, aufgefundenell Dolumenten geht hervor, daß Jerome David jährlich 35,000 Fres. aus der kaiserlichen Chatülle erhielt. Eine Quinung von Garnier de Cassagnac bescheiniht den Empfang von 20,000 Fres., à conto einet Summe von 170,000 Fres. Endlich fand sich eine Bescheini⸗ gung von Persigny über empfangene 400,000 Frcs. vor. Ich weiß nicht, ob diese Summen eln für allemal oder jährlich verausgabt wurden; keinen falls aber reichte die Civilliste zu allen diesen Vergeudungen hin: Das in der kaiserlichen Cha tulle fehlende Geld mußte daher vom Kriegs- miuisterium entnommen werden. Inmitten dieser Verschwendung hat Napoleon sich selbst nicht ver- gessen. Aus den Dolumenten, welche man bei dem Marschall Vaillant gefunden hat, geht hervor, daß das Privatvermögen des Kaisers sich auf 200 Millionen Francs beläuft.“
— Der spanische Gesandte Olozaga soll von Paris abberufen sein, weil er sich mit der pro⸗ visorischen Regierung offiziell statt offiziös ver⸗ ständigt, resp. sie anerkannt habe. Man nennt schon Martos, den ehemaligen Minister, einen viel weniger franzosensreundlichen Staatsmann, als seinen Nachfolger. g
— Der Pariser Correspondent des„Standard“ berichtet in seinem letzten Briefe wie die Spionen⸗ riecherei von Tag zu Tag überhand nehme, bis Niemand mehr vor Vordächtigung und Belästigung sicher sei. Als Gegenstück der Verhaftung des Marschalls Vaillant meldet dieser Berichterstatter,
daß selbst General Trochu in den Festungswerken⸗
festgenommen und mit Gewalt vor den Comman⸗ danten eines Forts geführt worden sei.
Tours. Der französische Botschafter in Constantinopel, Vicomte de Laguerroniere, ist bei seiner Ankunst in Marseille verhaftet worden.
— 23. Sept. Das Bureau Havas meldet: Die preußischen Truppen sind aus Dourdan (Dep. Seine und Oise, Arrond. Rambouillet) und Arpajon(Dep. Seine und Oise, Arrond. Cotcelles) wieder abgezogen und auf Limours
(Dep. Seine und Oise, Arxond. Rambouillet, südwestlich von Paris) marschirt.— Rach Be⸗ kichten aus Mühlhausen ist die Eisenbahverbin ⸗ dung bis Colmar wieder im Betriebe. Der Com- missar der Republik, Valentin, soll nach Straßburg gelangt sein. 10
— 24. Sept Die Regierung verbreitet fol- gende Version: Bismarck habe Favre gegenüber als Vorbedingung weiterer Verhandlungen die Uebergabe der Festungen des Elsaß und Loth⸗ ringens, sowie des Forts Mont Valerien gefordert. Die Regierung halte diese Bedingungen für un- annehmbar.
Belgien. Brüssel. Repräsentantenkammer, Minister des Auswärtigen, Graf d'Anéthan, er- klärt, daß über die Beschuldigungen deutscher Journale, deutsche Verwundete und Flüchtlinge seien in Belgien ungebührlich behandelt worden, Untersuchungen eingeleitet sind, welche die Grund— losigleit dieser Beschuldigungen ergeben haben. Das Ergebniß der Untersuchungen sei der preußl⸗ schen und französischen Regierung mitgetheilt, welche
die Fürsorge derselben gegen die Verwundeten aus“ gesprochen hätten.
— Ueber die Zusammenkunft Jules Favre's mit Graf Bismarck wird bier bekannt, daß die beiden Diplomaten die Friedens- Präliminarien durchgesprochen und trotz starker Unterschiede zwischen Forderung und Zugeständniß doch die Möglichkeit einer Verständigung erkannt haben, allein über die Vorfrage der Competenz der pro— visorischen Regierung nicht einig geworden sind. Bismarck verwahrte sich gegen die Absicht der Ein- mischung in innere französische Fragen, doch be⸗ tonte er das Recht, die Legitimation und Voll- macht des Paciscenten zu prüfen. Er schlug vor, Senat und gesetzgebenden Körper einzuberufen, was Jules Favre für unmöglich erklärte. Bis ⸗ marck proponirte auch, die Nationalversammlung nach Tours zu berufen. Man glaubt, daß die Conferenz fortgesetzt wird.
—„Indöpendance“ veröffentlicht die Antwort des Generals Wimpffen auf ein bezüglich der Uebergabe von Sedan veröffentlichtes Schreiben der Adjutanten Napolcon's. Dex General ver- sichert, der Kaiser habe dem ihm gemachten Vor- schlage, durch General Lebrun den Durchbruch in der Richtung auf Carignan zu versuchen, wo- bei der Kaiser durch sein Erscheinen in der Mitte der Truppen anfeuern sollte, nicht zugestimmt, der selbe habe ohne Wissen des Generals die weiße Fahne aufhissen und nicht herabnehmen lassen, trotz des Protestes des Generals.
Großbritannien. London. Die„Si⸗ tuation“, das neue Organ Napoleon's, schreibt: „Der Kaiser redigirt ein Manifest an das fran- zösische Volk, das veröffentlicht werden soll, wenn der Kampf, der gegen den Willen des Kaisers begonnen, zu neuen Catastrophen führen sollte. Der Mann, der bei Sedan als Held sich benom⸗ men, habe sein letztes Wort noch nicht gesprochen; er werde nicht seine Pflicht verrathen, indem er seiner Rechte uneingedenk werde.“ Ju dem Blatt fordert Girardin auf, die Kammermitglieder nach Limoges zu senden.
— Der„N. fr. Pr.“ wird von hier gemel⸗ det: Die vom englischen Cabinet vermittelte Zu- sammenkunft zwischen Jules Favre und Graf Bismarck ist von dem Letzteren unter der Reserve, daß er damit keiner Anerkennung präjudicirt, aber mit dem Zusatz angenommen worden, er sei bereit, Herrn Jules Favre den Inhalt eines Präliminar- Friedens mitzutheilen. Diese Mittheilung ist bereits ersolgt. Was davon verlautet, zeigt, daß die preußischen Forderungen hinter denen, die in der deutschen Presse erhoben werden, zurückbleiben; die von Preußen prätendirte neue Gränze zieht sich senkrecht längs der Mosel und den Vogesen. In London suchte Thiers für Frankreich eine An- leihe von 1200 Millionen Francs zu sschern, um Geld in Bexeitschaft zu haben, damit beim Frie- densschluß die Occupation sogleich ende. Aus Paris verlautet, daß die dortige Regierung keinen
Frieden schließt, wenn Preußen aaf dem Einzuge seines Heeres in Paris beharrt. Mit dieser Be ⸗
beide der belgischen Regierung ihren Dank für]
schränkung hat Jules Favre von seinen Collegen 0
sehr weitgehende Vollmachten.
— Auf die Anfrage der englischer Regierung f
hat der französische Marineminister an Lord Lyons erklärt, daß die französische Flotte auch in der Ostsee den Befehl zur Rückkehr erhalten habe;
nähere Mittheilungen über die Ausführung des
Befehles seien indeß noch abzuwarten.
Italien. Florenz, 22. Sept. Offiziell.
Der Gesammtverlust der italienischen Truppen bei der Besetzung Roms beträgt 21, Todte, darunter 3 Offiziere, und 117 Verwundete. Die Anzahl der von den italienischen Truppen gemachten Ge⸗
fangenen beziffert sich auf 4800 einheimische und
4500 fremde. Hierzu die vorher gemachsen Ge fangenen gerechnet, so beträgt die Gesammtzahl derselben 10,700.— In Folge von Unruhen in der leoniuischen Stadt forderte der Papst den General Cadorna auf, Truppen zur Aufrechthaltung der Ordnung in die leoninische Stadt zu senden.
Cadorna leistete der Aufforderung Folge. e
Die Ninderpest.
Unter allen Seuchen, die unsern Rindvlehbe⸗ stand bedrohen, ist die Rinderpest die furchtbarste, und dies nicht allein wegen des unerbittlichen Hin⸗ raffens der davon befallenen Thiere, sondern da⸗ durch, weil sie/ wenn einmal in den Stall gedrungen, Tödtung des ganzen Bestandes nöthig macht. Ich will versuchen, durch practische Erklärung dem Viehbesitzer das zu erläutern, was er zum Schutze seines Stalles thun soll, erlaube mir aber vorher etwas Geschichte. 15 9* Die Rinderpest ist in den Steppen Asiens zu Hause und wird von dort durch den Handel mit den daselbst geborenen Rinderheerden in andere Länder verschleppt. Auf gleichen Wege kommt sie auch nach Deutschland, und so 4 dies Mal die der norddeulschen Armee nachge⸗ triebenen Ochsenheerden(ich beschuldige besonders die weißgrauen mit ten großen Hörnern) die Krankheit gebracht. Noch alle Kriegszüge nörd ⸗ licher Armeen gegen Frankreich haben uns die Rinderpest gebracht— 1792, 1813. n ueber das Wesen dieser Krankheit schreiben
zu wollen, ist nicht, Zweck dieser Zeilen; es ge⸗ nüge dem Viehbesitzer zu wissen, daß der An⸗
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steckungsstoff, der sich dabei entwickelt, ein surcht⸗
bares Gift ist, vas er sich überall holen kal, wo die Krankheit herrscht. In Kleidern, Stiefeln, in Futter und Stroh, im Geschirr der Pferde, in Wagen oder Karren, überall hängt es sich an, kann stundenlang fortgetragen werden und stechl noch an; nur starke Räucherungen können es zer⸗ stören, und zwar nur solche, wie sie in den Hütten an verseuchten Orten ausgeübt werden, Fürchte dahet Niemand diese Hütten oder sucht sie zu umgehen, es stirbt Niemand an den paar Minuten Aufenthalt, und dann kann Jeder ohne Gefahr überall hingehen. ö 4
Folgendes wäre im Hause, resp. Stalle bi, sonders zu beherzigen. Die allergrößte Reinlich“ keit herrsche im Stalle; tägliches Ausmisten, Aus schwenken, Auslüften ist streng erforderlich.. Stalle selbst stellt man in elnem Feste u kalk auf, der mit Essig zu einem dicken Brei an⸗ gerührt ist; ein Stückchen Holz diene Jedem, der in den Stall kommt, zum Aufrühren! Auf 2 Stück Rindvieh genügt ein Viertel Pfund Chlor kalk, so behandelt, auf 3 Tage dann mache man es wieder frisch. Alle anderen Räucherun gel beißen sie wie sie wollen, sind nichts.
Man lasse außer den Familien mitgliedern Niemand in seinen Stall, gehe aber auch in keinen andern! Steht etwas Fektes im Stall, und es
kommt ein Metzger, führe man es heraus. 190
aber doch die Krankheit, in die Gemeinde,, merke man besonders: ob die Thiere noch mit dem früheren Appetit fressen und saufen, und
sonders, ob das Milchvieh die gleiche Menge
Milch gibt. Ich wiederhole: versagt das Pie Futter- und Getränk, Aufnahme N die
Milch ab, dann macht Anzeige!!! n
Alles andere ist Sache der und des Thierarztes.
keine Nebensprürge) wacht Pollhetbehbrde (N 100 1
an di gerof zu bei
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Bette! ist in Oberh bestimn passire herstat erstere wiesen


