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dieser Maßregel betroffen die preußischen Provinzen Rheinland, Hessen-Nassau, Hannover, Schleswig⸗ Holstein, Pommern und Preußen. Von großer Wichtigkeit dürfte übrigens für das Publikum sein, wenn amtliche Veröffentlichungen dasselbe über die gesetzlichen Folgen des gegenwärtigen Aus nabmezustandes belehren würden, da dieselben dielfach nicht bekannt zu sein scheinen. Mainz. Das Gymnasium, die Realschule sowie sämmtliche öffentliche Schulen sind geschlossen worden. Die Räume der Realschule, in Ver- bindung mit einer daranstoßenden Kaserne, werden zu einem Lazareth verwendet.— Dem„Hülfs⸗ ausschuß für verwundete Krieger“ sind schon allein am ersten Tage über 3000 fl zugewendet worden. — Laut einem Schreiben des Geniedirektors können bei den Festungserdarbeiten noch ein paar Tausend Erdarbeiter ständige Beschäftigung finden, bei einem Tagelohn von 2 fl. Accordarbeiter verdienen mehr.
Preußen. Berlin. Der König bat an den König von Bayern folgendes Telegramm ge— sandt:„Nach Empfang des Telegramms Ihres Ministeriums habe ich sofort das Commando über die bayerische Armee übernommen und öberwies die letztere der unter den Oberbefehl des Kron⸗ prinzen gestellten dritten Armee. Wir sind durch unerhörten Uebermuth aus dem tiefsten Frieden in den Krieg geworfen. Ihre echt deutsche Haltung hat auch Ihr Volk elektrisirt. Ganz Deutschland steht zusammen wie nie zuvor. Gott segne unsere Waffen in den Wechselfällen des Krieges. Ich spreche Ihnen den innigsten Dank für die treue Festhaltung des Vertrages aus, auf dem Deutsch⸗ lands Heil beruht.“ Die Antwort des Königs von Bayern vom 20. Juli lautet:„Ihr Tele- gramm hat in mir den freudigsten Wiederh all erweckt; begeistert werden meine Truppen neben Ihren ruhmgekrönten Waffengenossen für deutsches
Recht und deutsche Ehre den Kampf aufnehmen.
Möge es zum Wohle Deutschlands, zum Heile Bayerns werden!“
— Der Reichstag ist am 21. d. geschlossen durch eine vom Grafen Bismarck verlesene Prä- sidialbotschaft, welcher derselbe nachstehende Worte folgen ließ:„Nach den Worten, welche der König zweimal an den Reichstag gerichtet hat, würde ich Nichts hinzuzufügen haben, hätte mir der König nicht befohlen, dem Reichstag warmen Dank für die Schnelligkeit und Einmüthigkeit auszu⸗ sprechen, womit derselbe dem Bedürfnisse der Nation Rechnung getragen. Indem ich mich des
königlichen Befehls entledige, erkläre ich den Reichs-
tag für geschlossen.“ Präsident Simson erklärt: „Die Arbeit der Volksvertretung ist für diesmal vollbracht, nunmehr wird das Werk der Wassen seinen Lauf baben. Möge der Segen des all⸗ mächtigen Gottes auf unserem Volke ruhen auch in diesem heiligen Kriege! Der oberste Bundes- feldherr der deutschen deere, König Wilhelm, lebe hoch!(Stürmisches dreifaches Hoch.)
— Ein königl. Erlaß vom 21. d. ordnet die Abhallung eines außerordentlichen allgemeinen Bettags für den 27. d. M. an, sowie die Ab haltung besonderer Gottesdienste während der Dauer des Krieges.
— Die deutsche Armee zum Befreiungskriege gegen Frankreich soll in drei große Feldarmeen formirt wer⸗ den. Der Kronprinz ist bereits zum Commandanten der Süddeutschen Armee ernannt. Von den beiden übrigen Armeen wird nur eine, die Nordarmee, unter dem Befehl des Prinzen Friedrich Karl stehen. Ueber den Commandanten der Rheinarmee, bei welcher sich das Hauptquartier und also auch der Oberbefehlshaber der deutschen Armee, König Wilhelm, befinden wird, verlautet noch nichts.
— General v. Kirchbach hat das fünfte, Ge⸗ neral v. Goeben das achte Armeecorps erhalten. General v. Steinmetz erhält ein größeres Commando, General v. Falckenstein ein wichtiges Commando für den Norden Deutschlands. Der bisherige Commandant des 8. Armeecorps, Herwarth von Bittenfeld, ist zum Generalgouverneur in den Be. zirken des 7., 8. und 11. Armeecorps ernannt worden.
— Wie in hiesigen Blättern amtlich gemeldet wird, hat der König mittelst Cabinets⸗Ordre vom
19. h.„Angesichts der ernsten Lage des Vater⸗ landes und in dankbarer Erinnerung an die Hel- denthaten unserer Vorfahren in den großen Jahren unserer Befreiungskriege“ das im Aussterben be⸗ griffene Ordenszeichen des eisernen Kreuzes in seiner ganzen Bedeutung wieder erneuert.
— Am 23. d. fanden die Zeichnungen für die Verwundeten der deutschen Armee und die Hinterbliebenen der Gefallenen statt. Die Berliner Handels gesellschaft, Gebr. Schickler, Warschauer und Comp., die Discontogesellschaft und S. Bleich⸗ röder zeichneten je 10,000 Thlr.; der Geheime⸗ rath Hausmann privatim 5000 Thlr.; Joseph Jaques 5000 Thlr.; Jul. Bleichröder 6000 Thlr. Die Gesammtsumme der Zeichnungen betrug 80,000 Thlr.
— Ueber die Veranlassung, welche den Herzog Adolph von Nassau bewogen hat, sich für den ausgebrochenen Krieg dem obersten Bundesfeld- herrn zur Verfügung zu stellen, geht der„Post“ aus zuverlässiger Quelle folgende Mittheilung zu: Der Kaiser Napoleon III. hat an den Herzog die Aufforderung gestellt, sich unter seinen Schutz zu begeben, und ihm für den Fall des Eingehens auf diesen Vorschlag die Wiedererlangung Nassaus zugesichert. Herzog Adolph hat darauf geant- wortet, daß er sehr wohl wisse, was er als Deutscher dem deutschen Vaterlande schuldig sei und stellte unmittelbar nicht nur sich selbst dem Bundesfeldherrn zur Disposition, sondern veran— laßte auch den Prinzen Nicolaus, seine Dienste dem Vaterlande anzubieten.
— Die„Köln, Ztg.“ enthält eine Nachricht aus Saarbrücken vom 22., nach welchem eine Begegnung der preußischen Vorposten mit den französischen an diesem Tage stattfand, wobei Schüsse gewechselt, ein französischer Chasseur ge⸗ tödtet ein preußischer Füsilier verwundet wurde.
— Die„Trierische Ztg.“ meldet vom 21. d.: „Aus ganz sicherer Quelle erhalten wir die Nach⸗ richt, daß heute Morgen 1500 Mann französischer Truppen von Sierk aus die preußische Gränze bei Perl überschritten. Perl ist sechs Meilen von hier entfernt.— Perl, 21. Juli, 10 Uhr Vor⸗ mittags. Die französischen Truppen haben sich bei Annäherung von preußischen Husaren wieder zurückgezogen.“— Dann meldet die„Saarbrücker Zeitung“ vom 22. Juli:„Die Nacht ist ruhig vorübergegangen und auf der Vorpostenlinie nichts Neues vorgekommen.“ 5
— Von großer Wichtigkeit erscheint, daß die Eisenbahnbrücke der bergisch-märkischen Bahn bei Düsseldorf am 19. d. fertig gestellt worden ist, nachdem in der letzten Zeit die Arbeiten bei Tag und Nacht mit der größten Anstrengung forcirt worden waren.
— Die Armee des norddeutschen Bundes be— steht in der Kriegsstärke aus: A. Feldtruppen: 27,451 Mann Garde⸗Infanterie, 326,121 Mann Linien- Infanterie, 18,100 Mann Jäger, zu- sammen 371,672 Mann. Ferner 4857 Mann Garde- und 41,280 Mann Linien⸗Cavallerie, im Ganzen 46,137 Mann Cavallerie. Dazu kom- men 41,439 Mann Feldartillerie mit 1272 Ge⸗ schützen, ferner noch Pioniere und Train, so daß die ganze Kriegsstärke des norddeutschen Feldheeres 511,826 Mann mit 1272 bespannten Geschützen beträgt. B. Ersatztruppen, die bei der Mobil- machung des Heeres formirt werden und im Ganzen 180,672 Mann in allen Abtheilungen betragen, C. Besatzungstruppen, meist Landwehr, in allen Truppengattungen 265,082 Mann. Die Gesammt⸗ kriegsstärke ergibt mithin 977,262 Mann. Die Flotte mit den Kanonenbooten besteht aus 44 Dampfern, darunter 6 große Panzerfahrzeuge, mit zusammen 336 Geschützen. Dazu kommen noch Segelschiffe, Kanonenschaluppen ꝛc. mit im Ganzen 230 Geschützen. Bayern kann, ebenfalls nach dem Gothaer Kalender, 34,174 Mann Infanterie, 7290 Mann Cavallerie und 6361 Mann Artillerie stellenz im Ganzen mit den noch dazu gehörigen Abtheilungen 49,949 Mann. Dazu kommen noch 20,604 Mann Landwehr. Baden hat 25,843 Mann Feld- und 8937 Mann
Ersatztruppen, Württemberg im Ganzen 34,953 Mann.
Trier. Die„Trier. Zig.“ gibt als positiv an, daß sich nunmehr in den französischen Städten St. Avold, Thionville, Sierk und Saarguemine starke Truppenmassen zum Angriff auf unsere Gränze ansammeln.
Kassel. Der Divisionsgeneral v. Bose, bis⸗ her in Hannover, ist zum Höchstcommand irenden des 11. Armeecorps ernannt und bereits hier eingetroffen.
Saarbrücken. mit den feindlichen
Ein zweites kleines Rencontre Vorposten hat am 20. d. da⸗ hier stattgefunden. Am Morgen stießen nämlich die Vorposten des Hohenzollern Regiments auf französische Streifer. Der Gefreite Kraus von der 6. Compagnie traf auf 300 Schritte Ent⸗ fernung einen französischen Infanteristen, welcher todt zusammenstürzte. Am Nachmittag erschoß ein Unteroffizier der 7. Compagnie desselben Regiments einen Chasseur à cheval. Auf unserer Seite noch keine Verletzung.“ Die„Saarbr. Ztg.“ bringt noch die Notiz, daß im ersteren Fall auch feind⸗ liche Cavalleristen, jedoch erfolglos, auf mehrere unserer Vorposten vom 7. Ulanen⸗Regiment Feuer gaben und sich, als diese auf sie losritten, alsbald zurückzogen.
Vom Rhein. Es macht sich mehr und mehr die Ansicht geltend, daß der Hauptstoß der französischen Armee, darauf deutet Alles hin, gegen die Pfalz und das angränzende preußische Gebiet erfolgen soll. Von Straßburg aus wird nur eine Flankenbewegung gemacht werden. Man erwartet französischer Seits, daß hier beim Rheinübergang keine Schwierigkeiten bereitet werden würden. Die Festung Metz ist schon seit Wochen ausgerüstet und dort ein verschanztes Lager errichtet worden. Ein anderes verschanztes Lager ist auf dem Berge Olpmpe zwischen Charleville und Mézières an⸗ gelegt worden.
Görlitz. Eine hiesige, nicht reiche Wittwe, deren Sohn im Festungs⸗Artillerie⸗Regiment Nr. 3 zu Mainz als Unteroffizier dient, hat diesem eine Belohnung von 100 Thlrn. für jeden von ihm gefangenen französischen Offizier ausgesetzt.
Würtemberg. Stuttgart. Der be⸗ kannte Schriftsteller O. Mylius in Stuttgart er- läßt einen Aufruf an deutsche Männer und Jüng⸗ linge zur Bildung von militärisch organisirten Freicorps,„welche unter militärischer Leitung und eingeordnet in den großen deutschen Heerbann, sich dem Waffendienste auf Kriegsdauer widmen, um die Pässe des Schwarzwalds und unserer übrigen deutschen Gränzgebirge zu besetzen und zu vertheidigen, Convois und Transporte zu ge⸗ leiten, Recognoscirungen vorzunehmen, dem Feinde die Zufuhren abzuschneiden oder die Convois zu überfallen, und so dem regulären Militär einen wesentlichen Theil des Dienstes im Felde zu er⸗ leichtern.“
— Die Ständeversammlung hat in ihrer heutigen Sitzung die von der Regierung gestellte außerordentliche Creditforderung im Betrage von 5,900,000 fl. mit allen gegen eine Stimme bewilligt.
— Eine große Volksmenge hat dem König wegen seines Anschlusses an die nationale Sache und der Theilnahme am Kriege Ovationen dar- gebracht.
— Dörtenbach und Comp. haben dem Kriegs- ministerium 20 Eimer Wein unentgeltlich zur Verfügung gestellt, um sie nach Gefallen für das würtembergische Heer zu verwenden. Ferner haben zwei Herren dahier dem Kriegsministerium 100 fl. übergeben mit der Bestimmung, zweien Soldaten der hiesigen Garnison, welche sich im bevorstehen⸗ den Feldzug auszeichnen, überwiesen zu werden.
Baden. Karlsruhe. Deutsche Truppen haben die Rheinbrücke bei Kehl mit bestem Er— folge gesprengt.
— Der große Bürgerausschuß hat dem Ge— meinderath einen Credit von 100,000 fl. für un- vermeidliche Ausgaben in Folge des Krieges ein- stimmig bewilligt. Sosort offerirte Hr. Dupressoir, der Spielpächter in Baden, dem Gemeinderathe 50,000 fl. zu von diesem selbst beliebten Be— dingungen.
Oesterreich. Wien. Nach einer Privat- depesche der„Frankf. Ztg.“ wird Oesterreich die


