Ausgabe 
25.10.1870
 
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gleich ferneren feindlichen uuesfel Heuer ge⸗ sperrt sein würde.

Aus Thionville, 18. Okt., meldet die Trier. Ztg.:Gestern machten die Franzosen einen Ausfall aus der Festung, wurden aber schnell von uns dahin zurückgeworfen. Wir hatten 15 Verwundete, der Feind Verwundete und, wie es schien, mehrere Todte, die er indeß alle mit zurück⸗ nahm, weßbalb die Zahl derselden nicht anzugeben ist. So lange wir kein schweres Geschütz hier haben, müssen wir uns auf die enge Einschließung der schwachen französischen Garnison beschränken.

DieKöln. Ztg. berichtet, daß man über das Resultat der Verhandlungen des Ad⸗ jutanten Bazaine's im Hauptquartier die selt⸗ samsten Gerüchte höre. Nach glaubwürdiger Ver⸗ sicherung soll der General Boyer das naive An- gebot gemacht haben, Bazaine wolle sich mit der Feldarmee, welche auf Metz zurückgedrängt und dort eingeschlossen worden, ergeben, dagegen sollte der Commandant der Festung mit deren ursprüng⸗ licher Besatzung in der Festung bleiben und sie weiter vertheidigen. Das würde also bedeuten, Deutschlands ohnehin schon so große Gefangenen⸗ Depots würden um 80,000 Mann bereichert und 15,000 Mann könnten mit einiger Bequemlichkeit sich noch eine Zeit lang in Metz behaupten. Natürlich hat man dieses Anerbieten abgelehnt, und man erblickt darin einen Vorläufer der bal⸗ digen unausbleiblichen Capitulirung.

Courcelles, 18. Okt. Ein Correspondent desFr. J. schreibt: Gegenüber verschiedenen Gerüchten von einer Uebergabe von Metz theile ich Ihnen mit, daß man in militärischen Kreisen diese Illusion nicht nur nicht theilt, sondern sich auf einen langwierigen Winterfeldzug vorbereitet. So werden, außer wollenen Sachen, ca. 600 bis 1000 eiserne Oefen in Deutchland für das Metzer Cernirungstorps gekauft. Auffallend ist, was auch von anderer Seite gemeldet wird, daß die Lieferungsverträge für die deutschen Truppen in Frankreich noch keine Erneuerung erfahren haben, obgleich der Erneuerungstermin mit dem 20. d. M. abläuft. Sämmtliche Vorräthe der Lieferanten sind nach Epernay dirigirt.

DerWeserzeitung berichtet man:Aus Metz haben gefangene französische Soldaten be⸗ richtet, daß die Mobilgarde, mit Fortsetzung der Bertheidigung unzufrieden, revoltirend dem Mar- schall Bazaine vor das Quartier gerückt sei, um ihn zur Uebergabe des Platzes zu bewegen. De serteurs aus Metz haben hinzugefügt, daß der Marschall Bazaine zu seinem Schutze fünf Mitrailleusen vor seinem Palais habe auffahren lassen. Die Lage in Metz wird als nicht länger haltbar bezeichnet. Krankheiten und Proviant⸗ mangel drängen zur Uebergabe oder zum Verlassen des Platzes. Selbst Brod soll nicht mehr vor⸗ handen sein. Daß als Fleischspeise schon seit lange Pferdefleich ohne Salz gereicht wurde, ist bekannt. f

Die Mission des französischen Parlamentärs ist ohne Erfolg geblieben. Auf die Proposition, Metz zu übergeben und die gesammte französisch Armee mit Waffen und klingendem Spiele ab⸗ ziehen zu lassen, ist man nicht eingegangen. Bazaine wollte sich in diesem Falle verpflichten, mit seiner Armee innerhalb diei Monaten keine Waffen gegen Preußen zu führen. Der König hat dem Parlamentär erwidert, daß er nur eine Capitulatlon nach dem Schema von Sedan an- nehmen werde.

In den Schlachten bei Arten ach und Orleans haben die bayerischen Kugelspritzen ihre Wirksamkeit zum erstenmal dargethan und dem Feinde furchtbare Verluste zugezogen.

Straßburg. Vom 20. d. ab erscheinen die bisher in Hagenau herausgekommenenAmt⸗ lichen Nachrichten für das Generalgouvernement Elsaß in Straßburg unter dem TitelStraß burger Zeitung. Das Blatt ist in großem Zeitungssormat auf schönem weißen Papier gedruckt und wird von nun an täglich erscheinen.

Aus Altbreisach schreibt man demBad. Beob.: Am 15. d. in der Frühe um 5 Uhr

kirch sollen zur Aufrechthaltung der Verbindung

breisach ein lebhaftes Kleingewehrfeuer. tärker und schwächer dauette es bis gegen 7 Ubr. Auf Erkundigungen hin erfuhren wir, daß in Markols⸗ heim eine Compagnie der Belagerer einquartiert war. Dies wurde den Belagerten bekannt. Am besagten Morgen nun umstellte der Feind massen⸗ haft den Ort, in der Absicht, die eingestellten Soldaten abzufangen; doch die wackeren Land- wehrmänner setzten sich gegen die bedeutende Ueber⸗ zahl zur Wehr. Bald kam Hülfe von Heiterheim und von der westlichen Seite Neubreisachs, und der Feind wurde unter Zurücklassung einer Anzahl von Gefangenen wieder in die Festung zurück- getrieben. Leider sollen die Unsrigen einen Ver⸗ lust von 14 Todten und 20 bis 30 Verwundeten erlitten haben.

Die Beschießung von Schlettstadt wird mit aller Macht fortgesetzt. Am 20. Oktober Mittags ½12 Uhr sah der Correspondent der Karlsr. Ztg. starken dg der Stadt, wo es an verschiedenen Stellen te. In Maria⸗

zwischen der Division Schmehling und dem Corps Werder 2000 Preußen stehen. Vor Neu-Breisach beschränkt man sich zunächst auf die Cernirung, die erst, wenn der Eisenbahnverkehr von Straß⸗ burg her, welcher durch Schlettstadt gesperrt ist, wieder eröffnet ist, in die förmliche Belagerung übergehen wird.

Hessen. Darmstadt. Wie die»Frkf. Pr., meldet, wird auch der Ministerpräsident v. Dalwigk sich in das Hauptquartier des Königs von Preußen begeben.

Mainz. Am 20. trafen dahier die ersten Gefangenen der Garnison von Soissons ein und gingen weiter nach Magdeburg. Die Leute waren zu einem großen Theil in offenen Güter- wagen untergebracht. Begeisterung für die gegen⸗ wärtige Herrschaft in Frankreich war an den Männern, von denen Viele in Deutschland bekannt schienen, nicht zu bemerken. Viele waren des Krieges mitPreußland herzlich satt. Der hiesigeAnzeiger berichtet:Unter Escorte eines bayerischen Soldaten wurde am 19. d. ein fran⸗ zösischer katholischer Pfarrer als Gefangener ein⸗ gebracht. Derselbe soll beschuldigt sein, mehrere Brunnen im Elsaß vergiftet zu haben. In der Sitzung des Gemeinderaths vom 19. d. bean⸗ tragte der Bürgermeister 3000 fl. für Straßburg, 500 fl. für Kehl. Nach einer längeren Debatte wurden die 3500 fl. mit allen gegen zwei Stim⸗ men genehmigt.

Preußen. Berlin. Vor Paris ist nun- mehr eine halbe Million Centner Munition, namentlich Wurfgeschosse, angehäuft. Die Börsenztg. sagt:Nach hierher gelangten posi⸗ tiven Nachrichten ist die Aufstellung der Belage⸗ rungsgeschütze um Paris herum nunmehr so voll ständig zum Abschluß gekommen, daß man den Montag als Anfangstermin der Beschießung be⸗ stimmt in's Auge gefaßt bezeichnet.

Nach einer Zusammenstellung, welche im preußischen Kriegsministerium gemacht ist, beläuft sich die Anzahl der deutschen Soldaten, welche sich gegenwärtig auf französischem Boden befinden, auf 856,000, von denen auf Preußen und den nord⸗ deutschen Bund 740,000 ko. Insgesammt werden schon jetzt über ee a französischen Gebiets von den deutschen Truppen besetzt gehalten, a

Köln. Die in dem Zeltlager auf der Wahner Haide befindlichen Turcos haben dasselbe am 19. d. verlassen und sind nach Wesel geschafft worden, um in den dortigen Casematten internirt zu werden. Interessant ist, daß seit einigen Tagen auf höheren Befehl die Gefangenen aus Elsaß und Lothringen, die bisher unter den übrigen zerstreut waren, zu einer besonderen Compagnie vereinigt und zusammen gelagert worden sind.

Hannover. Nach derZtg. für Nordd. ist Rudolf v. Bennigsen telegraphisch nach Ver- sailles berufen und abgereist, man meint zu den Verhandlungen über die deutsche Frage.

Würtemberg. Stuttgart. Die zweite

*

verlängerung einstimmig und den auf dulce 1 0

Kriegstredits gegen 3 Stimmen an

Hierauf gaben die Volkspartei und die Groß. deutschen die deutsche Frage betreffende, motivirte Abstimmungen ab. Die Erstere lehnt tritt in den Norddeutschen Bund überhaupt die Letztere, falls die Verfassung des norddeutschen Bundes nicht wesentlich modisicirt werde. In einer am Nachmittage stattgehabten Sitzung gab Minister Scheuerlen eine Erklärung ab, in welcher die Regierung sich über ihre Stellung und ihr Ziel in der deutschen Frage ausspricht, über welche gegenwärtig Verhandlungen der Re⸗ gierungen stattfänden. Die angestrebte bundes⸗

staatliche Neugestaltung Deutschlands mache eine

Aenderung der Landesverfassung nöthig; es müsst

der Bau der deutschen Verfassung seine Stütze

haben in der Volksüberzeugung. Die letzte Wahl der Abgeordneten sei jedoch zu einer Zeit erfolgt,

wo die deutsche Frage anders lag; es dürfe

daher die neue deutsche Bundesverfassung nich der gegenwärtigen, sie müsse einer neu zu bil⸗ denden Ständeversammlung vorgelegt werden. Der Minister verlas alsdann eine die Auflösung der Kammer betreffende Verordnung. g . de ie Tours. Gambetta ist zurück gekehrt; die hiesige Regierung hielt sofort Minister⸗ rath. Marseiller Nachrichten constatiren, daß sich die dortige Lage trotz der Abberufung Esquiro's nicht gebessert hat. Die Einwohnerschast befürchtet eine Plünderung durch die unteren Volksklassen. Die Banquiers und Kaufleute schicken ihre Sachen ins Ausland. Die Rheder schicken ihre Fahr⸗ zeuge nach Genua zum Löschen. Der Lponer Salut public fährt fort, die Zuchtlosigkest der Truppen zu rügen. DieFrance fordert die Regierung auf, die Politik des Zögerns und der Unentschlossenheit zu beendigen. Bourbaki hat sich über Rouen nach Lille begeben. Briand übernimmt das Commando in der Normandie. Keratry befindet sich in Tours. Die Verletzung, welche er bei seiner Luftfahrt erhielt, soll ziemlich ernst sein. Es heißt, et werde sich in einer Mission nach Spanien begeben In Pa rl wurde die Theatercensur abgeschafft. Auch erschien ein Deeret, welches jeden Bewohner, der Paris verlassen, mit einer Steuer von 20 bis 600 Fr. per Monat, je nach der Höhe des Miethzinses, belegt. Laurier, der frühere Vertreter Gam⸗ betta's in Tours, hat sich über Calais nach London begeben. Derselbe ist, wie man jetzt vernimmt, beauftragt, eine Anleihe für die französische Republik abzuschließen. Es scheint also, daß die Milliarde, die man vor 6 Wochen aufgenommen, schon ver⸗ ausgabt ist. Der amerikanische General Burnside ist vom preußischen Lager hier eingetroffen. Er hat keine Friedensbedingungen, sondern nur die Antwort auf das Gesuch der fremden Gesandten gebracht, welche ihre Depeschen ungehindert durch die preußischen Linien befördern wollten. Es heißt, der Kanzler habe das Ansuchen abgelehnt, den Diplomaten aber angerathen, sich nach Tours zu begeben. General Bourbaki traf in Blois ein und übernahm das Commando der Armee. Die Preußen zerstörten die Eisenbahnbrücke bei Beaugency und verließen dann das Dorf, nachdem sie die Loire an mehreren Stellen überschritten hatten. ö DasJournal officiel vom 18, d. veröffent⸗ licht die Entgegnung Fapre's auf das Rund- schreiben des Grafen Biszmarck, betreffend die ö Zusammenkunft in Ferrieres.Es ist gut, sagt Fabre,daß Frankreich weiß, wie weit Preußens Ehrgeiz geht. Preußen begnügt sich wich der Eroberung zweier Provinzen, es v folgt systematisch das Werk unserer Vernichtung. Frank reich darf sich keinen Illusionen hingeben; es handelt sich um Sein oder Nichtsein. Indem man Frankreich um den Preis von drei Departe- ments den Frieden anbot, muthete man ihm Schmachvolles zu. Frankreich wies das Anerbiefen zurück, dafür bedroht man es mit Vernichtung.

Gefahren erscheinen mir besser, als der unbeug same grausame Ehrgeiz des Feindes. Auch besiegt,

hörten wir von hier aus in der Nähe von Neu-

Kammer hat am 22. d. den Antrag auf Steuer-

bliebe Frankreich im Unglück so groß, daß es der

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