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bereis verhaftet, die Verhaftung Bratiano's findet wahrscheinlich auch bald statt. Die Dispositionen der Regierung waren rasch und geschickt. Die Truppen wurden mittelst Eisenbahn nach Plofesti befördert. Die Ruhe wurde nirgends gestört.
Frankfurt. Hiesige Blätter melden: Ein mit seinem Hauptmann verwundeter Bursche(Sachsen), welche auf ihrer Weiterreise bier durchkamen, erregte besonderes In— teresse. Hauptmann und Bursche wurden fast gleichzeitig (Ersterer am Arm, Letzterer durch einen Granatsplitter am Fuß) verwundet. Der Hauptmann stürzte vom Pferd, wobei ihm sein Säbel enisiel. Elwa schon 60 Schritte zum Verbandplatz mit dem nebenher hinkenden Burschen fortgetragen, gewahrt er den Verlust seines Säbels. Er klagt deßhalb laut über den Verlust dieses für ihn theueren und kostbaren Gutes. Der Bursche kroch zurück und war so glücklich, die Waffe wieder aufzufinden. In diesem Augenblicke aber stürzte ein Franzose herzu und wollte dem Braven den Garaus machen. Ein anderer verwun⸗ deter Sachse, welcher es bemerkte, raffte sein Gewehr auf, und noch ehe der Feind seinen Kameraden erstechen konnte, lag er selbst todt auf dem Schlachtfeld. Der Gerettete nahm des Franzosen Uniform und Gewehr, von dem tödilich getroffenen Kameraden für dessen Eltern die Brief, tasche und von einem neben ihm gefallenen Schulkameraden dessen Seitengewehr mit. Mit diesen wie mit dem Säbel des Hauptmanns langte er glücklich auf dem Verbandplatz an. — Unter den blessirten Preußen vom 16. August befand sich ein Offizier, der die Kugel, die ihn getroffen, als An⸗ denken bei sich trug. Dieselbe traf ihn nämlich auf das Feldehrenzeichen, fuhr hierauf seitwärts in die Brust und kam am Arm wieder zum Vorschein, wo sie im Rock stecken blieb. Die Kugel trägt den Adler des Feldzeichens abgedruckt.
Darmstadt. In der Nacht von Samsiag auf Sonntag haben sechs lange Lastzüge, die u. A. 3000 Centner Pulver transportirten, unsere Stadt passirt. Ein Ausgehen der Munition ist nicht zu befürchten.— Dileser Tage passirte in der Richtung nach Frankreich eine kleine Abtheilung
Preußen unsere Stadt, welche als Trophäe einen eroberten französischen Adler mit sich führten. Von dem zahlreich anwesenden Publikum wurden sie mit donnernden Hurrah's begrüßt.— Der zweite Zug mit hier und in Pfungstadt gesammelten Lebensmitteln ging nach der noch immer der Hülfe dringend bedürftigen Umgegend von Saarbrücken ab. Darmstadt. Der Vorstand der verbündeten Gesang⸗ Vereine in Darmstadt, als Vorort des Mainthal-⸗Sänger⸗ bundes, hal den einstimmigen Beschluß gefaßt, für die Familien einberufener, verwundeter und gebliebener Wehr⸗ leute die Summe von 2000 Thlr. aus den Vereinsmitteln zu verwilligen und diesen Betrag dem Bundeskanzleramt zur Verfügung zu stellen. Möge diese patriotische That bei allen deutschen Gesangvereinen Nachahmung finden. Aus Bessungen theilt man als ein Beispiel fran⸗ zösischer Anmaßung mit, daß dort liegende französische Verwundete, deren Verpflegung derjenigen unserer deutschen Soldaten nicht im geringsten nachsteht, nach dem ganz vorzüglichen Mittagsessen noch Chocolade und Backwerke als Dessert verlangten. Die Herren Franzosen scheinen sogar mit ihren Magen an der Spitze der Civilisation zu marschiren. Mainz. Nachdem nach der Wörther Schlacht bereits 300, nach der Schlacht bei Pange weitere 100 vollständige Beiten u. s. w. durch den Hilfsverein nach dem Kriegs schauplatze befördert worden sind, gingen am 20. l. M. abermals 300 vollständige Betten, 1000 Hemden, große Quantitäten Vervandzeug u. s. w. direct auf das Schlacht⸗ feld bei Metz ab. Unser Sanitätscorps befindet sich eben⸗ falls bei Metz und ist in vollster Thätigkeit. Namentlich nach der Schlacht vom 14. l. M. war dasselbe thätig.
1813-1870 57 Deut sche
Kriegs-& Vaterlandslieder.
Den deutschen Heeren gewidmet. Zum Besten der Sanktätsvereine. Preis 6 kr. Vorrätbig bei Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauheim.
Auf ru f.
Tausende von Verwundeten liegen in der Nä der Schlachtfelder dürftig untergebracht. Eisenbahnen schaffen sie uns ins Land. Wir wissen nicht, wie viele noch kemmen werden; nach menschlichem Ermessen reichen die vorhandenen Anstalten nicht aus, den Jammer zu lindern. Und die am schwersten deniederliegenden sind noch zurück. Wir erwarten Alles von der Vaterlands⸗ liebe, Alles von denen, deren Blick auf den ge⸗ schützten Frieden der Heimath, auf die unversehrten Lieben fällt. Wir fordern einen Jeden auf, sich zur Aufnahme eines oder mehrerer Verwundeter unter Beschaffung ärztlicher Hülfe sofort und stehenden Fußes zu melden, vor Allem die Be⸗ wohner der Städte an den großen Eisenbahnlinien Norddeutschlands. Wir ersuchen die Stadtbehör⸗ den, diese Adressen anzunehmen, zusammenzustellen und hundertweise hierher Nachricht zu geben, endlich Anstalten zu treffen, daß auf Depeschen die angegebene Zahl Verwundeter an den Bahn höfen den von uns zu bezeichnenden Zügen ab- genommen werden. Die Lazarethe mögen möglichst ihre Verwundeten an Private, an die Umgegend, an Grundbesitzer abgeben und Zuführung neuer Massentransporte fordern. Alles sofort und ohne den mindesten Aufschub. Wir erwarten Depeschen an das Etappen-Commando Köln. Gott mit Deutschland! Köln, 21. Aug. 1870. v. Bernuth, Regierungs-Präsident und Bezirks ⸗Delegirter, v. Wedell, Oberst z. D. und Etappen ⸗Comman⸗ dant des Anfangsortes VII. A. C.
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Dun gu s 15201„ inn 52,5. 13. Acker*, RXXVI. 35, 12.
e een, 8 welche in dem Grundbuch auf den Namen der Georg Wagner Wittwe in Friedberg eingetragen und an⸗ geblich auf deren Sohn, J. A. Wagner, übergegangen find, find veräußert worden. Da das Eigenthumsrecht an diese Parzellen urkundlich nicht nachgewiesen werden kann, so werden Alle, welche an solche Elgenthums⸗ ansprüche zu bilden haben, aufgefordert, folche so gewiß binnen 8 Wochen a dato dahier zur Anzeige zu bringen, als sonst die vorliegenden Kaufbriefe beffätigt und der Eintrag der Erwerbtitel in das gerichtliche Mutations- verzeichniß verfügt werden wird.
Friedberg den 23. Jult 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor.
Oeffentliche Bekanntmachung.
2071 Georg Bopp don Asseuheim hat seine Ueberschuldung angezeigt und werden auf sei die sämmtlichen Giäubtger auf: beiten Mittwoch den 14. September l. J., Vormittags 9 Ühr, zum Güteversuch resp. Beschlußfassung über die fernere Behandlung der Sache unter dem Rechts nachtheil, daß die ausbleibenden oder nicht durch Bevollmächtigte ver⸗ tretenen Gläubiger den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger zuftimmend betrachtet werden vor das unterzeichnete Gericht geladen. 1 Zriedberg den 19. August 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Nel.
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2069 Die am 11., 12., und 19. August d. J. in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Nidda abge⸗ haltenen Brenn⸗ und Stammholzversteigerungen find genehmigt worden und können die Abfubrscheine von Freitag dem 26. d M. an bei Großherzoglichem Feen Nidda zu Bingenheim in Empfang genommen werden. N
Die Ueberlteferung des Holzes erfolgt Montag den 29. d. M., Morgens 8 Uhr.
Nidda am 22. August 1870.
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Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpß.
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