Ausgabe 
24.12.1870
 
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auf Tours zurückgeworfen.

1870.

Samstag den 24. Dezember.

152.

Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

criedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den Ober

hessischen Anzeiger,

welcher auch ferner wöchentlich dreimal,

Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird! Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten

und bemerkenswerthesten Tagesbegeben

und lokale Notizen, außerdem wöchentlich einmal Anekdoten, Rätbsel, Bildercäthsel ꝛc.

d. l beiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Miltheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt-

in dem beigegebenen Unterhaltungs⸗Blatt

und Cours-Berichte,

allgemein belehrende und unterhaltende Verloosungen von Staatspapieren interessante Novellen und Erzäblungen, Gedichte,

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bal digst zu machen, damit in der

hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Jahr zusenden,

Zusendung des Blattes keine Unter⸗

: wenn nicht ausdrückliche Die Redaktion.

Kriegsnachrichten.

Officielle militärische Nachrichten.

Versailles, 20. Dez. An der Loire setzten am 20. Dez. die Colonnen des linken Flügels den Marsch auf Tours, die des rechten auf Le Mans fort. An der Straße von Orleans bis Blois befinden sich mehr als 6000 französische Verwundete, welche von ihrer Armee ohne jeden ärztlichen Beistand zurückgelassen wurden. Die über Ham vorgerückten Colonnen haben den Rück zug des Feindes aus dortiger Gegend constatirt.

v. Podbielsky.

Dijon, 20. Dez. Am 18. d. sehr hart näckiges östündiges siegreiches Gefecht der badischen 1. und 2. Brigade bei Nuits. Der Feind hatte zwei Marsch⸗ Legionen aus Lyon, das 32. und 57. Marsch⸗ Regiment, Mobilgarden und Frank tireurs und 18 Geschütze, etwa 20,000 Mann, unter General Cremer im Gefecht, vertheidigte sich in starken Positionen sehr energisch und zog sich nach Wegnahme von Nuits bei einbrechender Dunkelheit südlich zurück. Die Bravour der dies- seitigen Truppen wahrhaft ausgezeichnet. Dies- seitiger Verlust leider bedeutend, 13 Ossiziere todt, 29 verwundet, darunter General v. Glümer, Prinz Wilhelm von Baden leicht, etwa 700 Mann todt und verwundet. Der Feind verlor viele Offiziere und über 1000 Mann, 16 Offiziere, 700 unverwundete Gefangene. Ein großes Ge wehrdepot, 4 Lafetten, 3 Munitionswagen, zahl- reiche Waffen wurden erbeutet. v. Werder.

Versailles, 21. Dez. Nachdem die Forts in der Nacht vom 20. auf den 21. Dez. wiederum ein heftiges Feuer unterhalten hatten, gingen am Vormittag des 21. etwa 3 Divisionen der Be satzung von Paris zum Angriff gegen die Fronten des Gardecorps und des 12. Armeccorps vor. Der Angriff wurde nach mehrslündigem, haupt- sächlich von der Artillerie geführten Gefechte in unserer Vorpostenstellung zurückgewiesen. Unsere Verluste nicht bedeutend.

General Voigis⸗Rhetz hat am 20. etwa 6000 Mobilgarden mit Cavalerie und Artillerie von Monnaie über Notre-Dame d'Oe in Unordnung

General Goltz überraschte den Feind in 4 Cantonnements bei Langres und zersprengte ihn nordwärts. Der Feind hinterließ Hunderte von Gewehren, Gepäck und Bagage, sowie 50 Ge

fangene. v. Podbtelsky. Versailles. DasBerl. Correspondenz-

Bureau enthält von einem Mitgliede der Reiche

tags Deputation folgendes Schreiben: Man hat

in Deutschland so viel über die Gründe gefabelt, warum das Bombardement von Paris bis jetzt nicht begonnen hat, daß es Ihre Leser interessiren wird, zu hören, daß nur rein militärische Gründe und Erwägungen hierzu die Veranlassung waren und noch sind. Das Bombardement, kann ich Ihnen mittheilen, wird beginnen, es wird beginnen, sobald man in den deutschen Batterien vor Paris genug bereit hat, daß das Resultat außer allem Zweisel steht; denn auf das Spiel so weit dies im Kriege überhaupt in der Hand der leiten den Personen steht wird man nichts setzen. Die Wege von der Endstation der Eisenbahn sind mit Munitionswagen⸗Colonnen nach Paris förm- lich überfüllt. Auf jedem dieser zweispännigen Wagen befinden sich je nach der Beschaffenheit der Pferde und des Wagens circa 810 Kisten, ge⸗ füllt mit 24⸗Pfünder⸗Granaten. Jede dieser Kisten enthält aber nur zwei Stück dieser Granaten der Wagen also 16- 20 solcher Granaten. Nimmt man nun an, daß sobald das Bombardement beginnt, auf deutscher Seite per Minute 1000 Schuß fallen, so gehören, um die Munition für den Bedarf nur einer Minute heranzuschaffen, nicht weniger als fünfzig Wagen und zwar zur Hin- und Rückfahrt nach Nanteuil mindestens auf die Dauer von zwei Tagen. Hiernach kann also ein Jeder, der nur irgend etwas vom Metier versteht, selbst berechnen, welche Quantitäten Ma- terial herbeigeschafft werden müssen, um ein Bom bardement nur während 14 Tagen mit Erfolg durchführen zu können. Außerdem aber bestehen weiter andere rein militärische Erwägungen, die das Bombardement zur Zeit noch nicht für an gezeigt erscheinen lassen. Welches diese Erwägungen sind, darüber schweigen wir, bemerken indessen, daß diese wahrscheinlich bald in Wegfall kommen dürften.

DerN. Züricher Ztg. schreibt man aus Versailles: Während die Generale im Kriegs- rath noch ihre Ansichten über das zweckdienliche Bombardement von Paris diskutiren, hält sich der König, der einen bestimmten Entschluß nun gefaßt haben mag, bei all dergleichen ganz passiv, und von seinem Wink hängt es einzig und allein ab, wann die Furien des Kriegs über die französische Metropole losgelassen werden sollen. Glauben Sie mir, wenn man, wie ich, inmitten der ernsten Vorbereitungen zu diesem schrecklichen Drama lebt, so kann man beurtheilen, wie furchtbar die Stunde sein werde, die den Parisern bevorstehe. Der Geschützesdonner des Mont Valerien und der übrigen Forts wird nur ein Kindeslallen sein gegen die Sprache der deutschen Riesenmörser und Kanonen. Die deutschen Schanzen werden einem

Vulkan gleichen, der centnerschwere Geschosse in

die Stadt schleudert, und die Lava wird das Blut sein, welches auf beiden Seiten in diesem Akte fließen wird. Neue Heereswogen rücken aus Deutschland heron und werden in Kurzem unter den Mauern von Paris steben. Neue Cadres für alle Waffengattungen sollen auf Weisung von bier in Deutschland für die Stärke ven etwa 2 300,000 Mann gebildet werden. Der Wider⸗ stand facht auch in Deutschland, wie es scheint, die Kräfte zu noch größeren Leistungen an und gewinnt es hier den Anschein, als ob der Germane seine stets feindlich gesinnten gallischen Brüder, wenn auch nicht ganz vernichten, so doch auf Decennien hinaus völlig zu Boden treten und hülflos machen werde.

Aus Versailles wird unterm 17. d. be⸗ richter: Die Adreßdeputation des Reichstages ist gestern 7 Ubr Abends von Logny hier eingetroffen. Feldpostdirektor Zschäscher hatte Wagen von hier aus gestellt und Relais über Villeneuve le Roi gelegt. Eine Escadron Dragoner escortirte den Wagenzug. Die Deputirten sind sämmtlich auf dem Boulevard du Roi und in der Rue Maurepas einquartirt. Dem Vernehmen nach wird eine amtliche Widerlegung der von Chaudordy an die Agenten der französischen Regietung gesendeten Beschuldigungen gegen die Art der preußischen Kriegführung vorbereitet und demnächst erscheinen.

Versailles. Ueber den Empfang der Reichs deputation von Seiten des Königs am 18. d. wird berichtet: Die Abgeordneten, die zum großen Theil in Uniform erschienen waren, traten Punkt 2 Uhr in den großen Empfangssalon der Präfektur ein, wo der König, umgeben von den Fürsten und der Generalität, ihrer harrte. Präsident Simson leitete die Feierlichkeit wit einer Rede ein, in welcher er auf die Größe des Augen- blickes hinwies. Nachdem der König in der bereits mitgetheilten Weise mit tiefer Rührung geantwortet, ließ er sich die Deputation vorstellen und verab- schiedete sie auf das Woblwollendste. Der Bundes⸗ kanzler hatte dem Präsidium einen vierspännigen Galawagen, welchen zwei Soldaten der königl. Stabswache begleiteten, zur Verfügung gestellt. In dem Augenblick, als der erste Wagen in den Vorhof der Präsenlur hineinbog, gab wie auf Kommando der Mont Valerien drei Salutschüsse ab, während eine die Avenue de Parts entlang ziehende Musikbande des 58. Regiments das Arndt'sche Vaterlandslied anstimmte. Unmittelbar vor dem um 5 Uhr bei dem König stattgefundenen Galadiner hatte der Kronprinz die Deputation empfangen; derselbe betonte in seiner Anrede die Hoffnung, daß das Erscheinen einer deutschen Reichstags Deputation die deutsche Einhrit um ein Beträchtliches weiter bringen und fördern und