den Preußen besetzt. Jede Eisenbahnverbindung von dort ist unterbrochen. General Manteuffel steht zwischen der Loire-Armee und der Nord— Armee(unter Bourbaki), deren Vereinigung verhindernd.— Pariser Ballondepeschen vom 20. d. lauten überaus traurig
—„Echo de Luxembourg“ berichtet unter allem Vorbehalte, daß 1000 Preußen auf bel⸗ gisches Gebiet übergetreten und internirt worden sind.— Die„France“ meldet, daß England, ohne Schädigung der bereits abgeschlossenen Contracte, die fernere Waffenausfuhr untersagt haben soll.
Großbritannien. London. Die„Mor⸗ ning Post“ glaubt die Richtigkeit der von der „Times“ gebrachten Nachricht aus Florenz, daß Italien ein gemeinsames Vorgehen mit Oesterreich und England gegen Rußland absolut verweigert habe, in Frage ziehen zu können.
— Granville erklärte gegenüber mehreren diplomatischen Agenten, daß England alle nöthigen Vorsichtsmaßregeln treffe, daß es je— doch nur dann zu den Waffen greifen werde, wenn die Verletzung des Vertrags von 1856 unzweifelhaft feststehe.
— Depeschen der„Times“ aus Shanghai vom 27. Oct. melden, daß 16 Kulis enthauptet und 23 verbannt wurden. Die Franzosen erhalten 500,000, die chinesischen Christen 10,000
Taels Entschädigung. Der französische Gesandte erklärte sich zufrieden und verließ Peking. Der russische Gesandte ist mit dieser Genugthuung nicht zufrieden.
Italien. Florenz. Die Regierung ver⸗ weigerte angeblich auf das Entschiedenste das diplomatische Vorgehen mit England und Oester— reich gegen Rußland.
Rußland. Petersburg. Ueber den russischen Conflict wird telegraphisch der„N. Fr. Pr.“ gemeldet:„Die meisten Journale erkennen die Offenheit des Vorgehens der Re— gierung, ihre Mäßigkeit, und den höchst destni⸗ tiven Character der Note des Fürsten Gortscha— koff an. Sie sehen darin ein Unterpfand für eine friedliche Lösung, weisen auf den Mangel kriegerischer Vorbereitungen und auf die Ent— blößung der Gränze hin. Sie betonen, daß nur das gereizte Auftreten der Mächte gegen die billigen Forderungen Rußlands verschulden würde, wenn jetzt Schutzmaßregeln ergriffen würden.“
*
bruch empfängt, verweigert schon zwei Tage lang die An⸗ nahme jeglicher Speise.— An demselben Tage kamen 29 Officiere von den bei Verdun gefangenen Franzosen hier an und übernachteten hier. Dieselben scheinen finanziell nicht so gut gestellt zu sein, als die Gefangenen von Sedan, wo die große Kriegskasse in die Portemonnaies der Armee wanderte. Mehrere der Officlere schleppten einen dreipfündigen Laib Brod unter dem Arme, um sich vor'm Verhungern zu bewahren.— Hier und in der Umgegend wurden 4000 Stück Hämmel aufgekauft und mit deren Beförderung nach Metz begonnen.
Trier. Die Bahn nach Gerolstein, dem schönsten Punkte der Eifel, ist eröffnet und eingeweiht durch eine colossale Frequenz, denn die Hälfte der Metzer Besatzung — etwa 80,000 Mann— nahmen ihren Weg über Trier durch die Eifel nach dem Rheine. Die langen Züge un⸗ bewaffneter feindlicher Krieger haben am 6. d. begonnen und nahmen am 12. ihr Ende.
Berlin. In der Erbswurst⸗Fabrik werden jetzt auch comprimirte Gemüse aller Art angefertigt und der Armee nachgesendet. Wie großartig dieser Fabrikationszweig be⸗ trieben wird, folgt aus dem Bedarf an Blechbüchsen, die zur Verpackung des Fabrikats verwendet werden. Ein Lieferant liefert, wie der„Publ.“ meldet, täglich über 50,000 solcher Büchsen, und in der Fabrik sollen allein 200 Klempnergehälfeu mit dem Verlöthen derselben be⸗ schäfligt sein.
Frankfurt. Unter baierischer Bedeckung wurde am Montag ein französischer Officier hier durchgebracht, welcher sein Ehrenwort, im gegenwärtigen Kriege nicht mehr gegen Deutschland zu kämpfen, gebrochen. Derselbe wurde mit den Waffen in der Hand bei Orleans gefangen. Um sich einem schimpflichen Tode zu entziehen, machte er bereits mehrere Selbstmordversuche. Der körperlich gebrochene Gefangene, der in Spandau seinen Lohn für seinen Wort⸗
Knochen und Gekrütze
aus der Küche des Lazareths Turnhalle sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Gebote sind bit Freitag den 25. d. M. versiegelt abzugeben. Friedberg den 23. November 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner.
Proklam.
2615 Der Bäcker Conrad Nickel zu Bruchköbel hat heute seine Ueberschuldung bei Gericht angezeigt und ist zum Güteversuch behufs Abwendung des foͤrm⸗ lichen Concurses Termin auf den 6. Dezember d. J., Vormittags 9—10 Uhr, in das Lokal des unterzeichneten Gerichts— Schloß⸗ flraße Nr. 26— anberaumt, wozu die Gläubiger des Nickel mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die nicht erscheinenden als dem Beschluß der Mehrheit bei⸗ tretend angesehen werden und ein etwaiger Vergleichs⸗ bescheid nur durch Anschlag im Gerichtslokal veröffent- licht wird. Hanau am 2. November 1870. Königliches Amtsgericht Abthetlung II. C st e r. dt. Strohmeper.
Holz ⸗Versteigerung.
2739 Montag den 28. d. M. werden im Domanial⸗ wald Burgwald im Schlag XXII.:
5363 Wellen Eichen Birken⸗Retsholz,
150 8 Aspen⸗Weiden⸗Reisholz, im Schlag II.:
200 Wellen Eichenschäl⸗Reisholz, versteigert.
Zufammenkunft Morgens 9 Uhr beim Forsthaus Winterstein.
Ober⸗Rosbach den 18. November 1870.
Großherzogliche 5 Ober⸗Rosbach t x a
Versteigerung eines Schafbocks. 2740 Samstag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger Schafbock auf dem Büreau des Unterzeichneten versteigert werden.
Rockenberg den 21. November 1870.
Großherzogliche Bürgermeisterei Rockenberg rs me
Faseleber⸗Versteigerung. 2741 Montag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll ein der Gemeinde Melbach zustehender Fascleber meisibtetend versteigert werden.
Melbach den 22. November 1870.
Großherzogliche ee Melbach Ie
Bekanntmachung.
2747 Wir halten es für unsere Pflicht hiermit öffent⸗
lich anzuzeigen, daß uns von der Machen⸗Münchener
Feuer ⸗Versicherungs⸗Gesellschaft eine kleine
Feuerspritze geschenkt worden ißt, welche sich bei ihrer
Probe als vortrefflich bewährt hat.
Fauerbach b. Fr. den 18. November 1870. Großherzogliche. Fauerbach b. Fr. r 5
K. r B.: Helfrich, Beigeordneter.
Erklärung.
2748 Ich erkläre, daß ich die am 25. v. M. gegen den Herrn August Engel zu Ober⸗Rosbach und seine Jamllie ausgestoßenen beleidigenden Aeußerungen vor Großherzoglichem Landgericht Friedberg zurückgenommen habe, weil ich zu solchen nicht den geringfslen Grund hatte. Ober⸗Roebach am 8. November 1870.
Anton Kratz III.
Ludwigswasser
2745 stets in frischer Füllung bei 8 hilipp Simmerock, wohnhaft bei Wittwe Starck dem Hotel Trapp gegenüber.
Alle Sorten
2729 Formularien und Stempelpapiere bei Louis Weis den Apotheken gegenüber.
Verloren 7%, wurde am Frellag Abend ein
Gazeschleier. Gegen Belohnung abzugeben bet Kaufmann Dieffenbach.
Wir find Verehrer guter Tanz musik, leiden jedoch in jetziger Zeit an einer wahren Ueberschwemmung von schlechter Tanzmusik, die uns jeden Genuß verleidet.— Werden doch der⸗ artige Tänze das Stück für 1 Schill., das Dutzend für 8 Schill. u sd bei Hunderten noch billiger aus⸗ geboten!— Rühmend müssen wir daher— so sagt die Hamburger Zwischenact-Zeitung— die drei ausgezeichneten Walzer: Frühlingsreigen von Julius Lammers— Burschentänze von Johannes Schondorf— Jugendträume(Preiscomposition) von O. Hübner-Trams, hervorheben.— Preis pro Opus(4 Bogen stark) nur 12½ Sgr. Zu beziehen von Robert Apitz sch in Lelpzig und durch alle Buch- u. Mufikalienhandlungen. 2742
s Hriegs-Nummern
des
Omnibus.
Illustrationen in: No. 49. General Graf Moltke. Die Wacht am Rhein. Metz. Der Aufmarsch der Artillerie vor Schlacht bei Gravelotte.
Preis pro Nummer 3½ kr., Viertel- jährlich 46 kr.
Medizinische Glycerinseift, Glyeerinseife mit Photographien deutscher Heerführer
2637 bill igst Wilh. Sturmfels, Hof⸗ Apotheker.
Stammrollen, Geburtslisten,
2730 Protocolle über Depotansprüche, Ueber⸗ weisungslisten und Steuerscheine bei
Louis Weis den Apotheken gegenüber.
Beginn der
Kalender pro 1871.
Illnstrirter Familienkalender 14 kr. Hessischer Hausfreund 8„ Gustav⸗Adolf⸗Kalender 8„
bei Bindernagel& Schimpff.
2744 In Folge eines so sehr erwünschten Resultats der Wahl des Gemeinderaths in Bruchenbrücken, durch welche insbesondere der seitherige Bürgermeister zum Ausscheiden gekommen, ist daselbst eine Sammlung ver⸗ anlaßt worden, welche die Summe von 109 fl. ergeben hat. Dieses Geld ist heute durch die Unterzeichneten abgeliefert worden mit dem Motto:
„Wo sonst die Wahl die Qual vermehrt
„Da hat sie uns nur Freud' bescheert,
„Drum öffnet sie auch Herz und Hand
„Zu steuern der Noth im Vaterland.“
Das Geld soll für die beiden Lazarethe Frledberg und Nauheim mit je 35 fl. und für 13 im Felde stehende hiesige Soldaten mit je 3 fl. verwendet werden.
Bruchenbrücken.
Die antibürgermeisterlichen Wähler.
F 2750 ächte Harzer,
Canarienvögel, ausgezeichnete
Schläger, find in großer Auswahl zu verkaufen bet
H. Groß in der Vorstadt.
Zu vermiethen.
2707 In meinem Hause, Hauptstraße Nr. 277, find mehrere Logis zu vermiethen und gleich zu beziehen. Das Parterre⸗Logis, welches sich zu jedem Geschäfts⸗ betrieb eignet, mit Hofraum, Pferde⸗Stallung, Scheuer und Gärtchen ist bis 1. Januar 1871 bezlebbar. Bad Nauheim, im November 1870.
Jacob Heß Wittwe.
Fruchtprei se. Per Malter.
Friedberg, 23. November. Waizen 14 fl. 45 kr.z Korn 10 fl.— kr.; Gerste 9 fl.— kr.; Hafer 5 fl. 15 kr.
Frankfurt, 21. November.(200 Zollpfund.) Waizen 14¼— 15 /; Korn 12; Gerste—; Hafer 9½—11½3 Nüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 30; Branntwein(500% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß 31.
Grünberg, 19. November. Waizen 14 fl. 32 fr. Torn 10 fl. 32 kr.; Gerste 7 fl. 24 kr.; Hafer 4 fl. 53 ke. Molter 9 fl. 30 kr.; Erbsen 11 fl. 11 kr.; Wecken 15 fl. 9 ae und Lein 19 fl. 13 kr.; Kartoffeln
75
Mainz, 18. November. Waizen 13 fl. 39 kr.; Korn 10 fl. 26 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 5 fl. 45 kr. 1 4 fl. 16 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund
Israelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Beginn: Freitag Abends 4½ Uhr. Samsiag Morgens 8½ Ubr.
Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Vindernagel& Schimpff.
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