Aus Tours wird gemeldet: Der„Monitrur“ retapitulirt die Bestimmurgen des Art. 209 des Militärstrafgesetzbuches, wonach ein Festungsrom mandant, welcher ohne Erschöpfung aller Mittel und ohne Alles zu thun, was die Ehre und Pflicht vorschreibt, capitulirt, zum Tode verurtheilt wird. Eine Untersuchungscommission wird in Bordeaux zusammentreten, um die Umständr, welche die Capi⸗ tulation von Straßburg und Metz begleiteten, zu prüfen.— General Sol hat, einen Befehl der Regierung, bei Annäherung des Feindes zur Schonung die Stadt zu räumen, mißverstehend, dieselbe bereits am 13. d. geräumt. Die Folge war die Desorganisation der Behörden und eine unbeschreibliche Aufregung. Der Präfect von Tours hat deßhalb bei der Regierung schwere Anklagen gegen den nunmehr des Oberbefehls entsetzten General gerichtet.— Ein Deeret vom 14. enthebt den General Sol wegen seiner vor⸗ zeitigen Räumung von Tours des Commandos. General Morandy ist wegen Unfähigkeit gleichfalls seines Brigade⸗Commandos beim 16. Corps ent- hoben, General Caroll zum Divisions general er⸗ nannt.— Der Präfect theilt schließlich mit, eine Depesche vom 14. Dez. melde den Anmarsch der Preußen auf Tours über Loches(südöstlich Tours). 5000 Deutsche hätten in der Nacht vom 13. zum 14. vor Montrichard gestanden. 1 0
— Gambetta bat die Bildung eines Regiments
geordnet, daß allt Personen, welche der zum
Kriegsdienste Bbverpflichtenden Einberufungsorvre
nicht gefolgt seien, mit einer durch Verkauf ihrer Mobilien einzuziehenden Gelostrafe zu belegen seien — Ein französisches Blatt schreibt: Bis auf Weiteres hat sich die Regierung in Bordeaux in⸗ stallirt, um einer doppelt drohenden Gefahr in Tours zu entgehen, erstens den Preußen, zweitens dem Stunatsstreich, den eine große Anzahl Ex⸗ deputirte des gesetzgebenden Körpers gegen die Regierungsgewalt beabsichtigt hat.. Belgien Brüssel. Die„Independance belge“ erhält aus Paris vom 17. de folgende Depesche per Ballon:„Die Depeschen Gambetta's über die Kämpfe der Loire⸗Armee sind per Brief⸗ taubenpost endlich eingetroffen, angeblich, ohne bei dem Volke Entmuthigung zu erzeugen. Die Zustände in Betreff der Lebensmittel sind noch unverändert.“— Man spricht von einer möglichen Abdankung des Großherzogs von Luxemburg zu Gunsten seines Bruders, des Prinzen Heinrich der Niederlande, jetzigen Gouverneurs von Luxem- burg, womit der Eintritt des Großherzogthums in den deutschen Bund verbunden sein würde. Großbtitannien. London. Ueber den Inhalt der Antwortsnote des Earl Granzille an den Grafen Bismarck verlautet: Die Note gesteht zu, daß ein schwerer Neutralitätsbruch der
Luxemburger Behörden Preußen berechtigen konnte,
Gensd'armerie bei jeder Armee angeordnet. Der sich während der Dauer des Krieges von der Bag Gensd'armerie stebt unmittelbar unter Respectirung der Luxemburger Neutralität entbunden dem Kriegsminister und ist gleichzeitig permanenter zu betrachten, behauptet jedoch entschieden daß Vorsitzender eines Kriegsgerichts, vor welches jeder ein derartiger Bruch der Neutralität Preußen Fliehende oder der Absicht zu fliehen verdächtige nicht von dessen permanenten Verpflichtungen gegen Soldat, sowie jeder Soldat, welcher die Ruft: die Garantiemächte entbinden würde.“ Die Note 2 Sauve qui peut! Nous sommes perdus!“ aus- ist sehr versöhnlich stilisirt und hofft, Preußen stößt, 192 9045 g 5 werde durch die Vermeidung activer Schritte be⸗ — Aus Lille wird vom 17. d. gemeldet: hufs Verwirklichung der in der Note des Grafen * 1 5 a 1 ee 3 Theorie ein freundschaftliches geräumt un na ermont, mit Vermeidung Arrangement erleichtern. a der großen Landstraßen, zurückgezogen hätten. Italien. Rom. Die Ankunft des Königs Roye und Montdidier sind von den Franzosen ist officiell für die Zeit vom 8. bis 12. Januar besetzt. General Faidherbe meldet aus Corbie: angekündigt. Derselbe wünscht, daß die für Die Dragoner des Nord⸗Departements haben 30 Empfangsfeierlichkeiten bestimmten Summen Wohl- a eee 0 800 Sud lun be„ Muslanb, Nerersbnag., In den ggeg nen.„ eulsche sind bei Rußland. Petersburg. In der neuesten Chauny signalisirt. Man erwartet eine Schlacht Depesche an Fürst Gortschakoff sagt Graf Beust, zwischen Amiens und Ham. Die Normandie ist Oesterreich trete in die Conferenz ohne vorgefaßte ruhig. Nichts vom Süden. Entschlüsse, nur von dem Gedanken getragen, den 8 4 57 12 Te gemeldet,— e ee e ee 8 3 8 3 ng gegen alle die- der vorwaltenden Gegensätze zu erzielen, welche jenigen Personen angeordnet habe, welche falsche geeignet ist, die nationalen Empfadlichteiten zu Gerüchte über angebliche Siege der Franzosen schonen, ohne die nothwendigen Garantien ab⸗
(gegenseitig vernehmbar.
ausstreuten. Der Präfekt von Marseille hat an zuschwächen.
Ende verflossener Woche folgende bekam kurz vor Abgang des Zuges den Auftrag, den im
ihn jedoch. Sein zu seinem Untergebenen, zer hätte auch in der Zeit, in welcher er nun zäglich mit Gefangenen umgehe, sranzösis lernen können, Der Arbeiter sagte hierguf, er werde au deulsch mit ihnen fertig; lief zin den Wartesaal, packte einen Franzosen an dem Kragen und escortirte ihn an den Wagen, ohne ein Wort weiter zu verlieren; da eilten nun die Andern von selbst nach in den Waggon. Als die Sache fertig, sagte der Arbeiter zu seinem Vorgesetzten; So sprechen wir französisch. f 41149 Frankfurt. Welch große Kranken⸗ und Verwundeten⸗ Transporte in den nächsten Tagen hier durchkommen wer⸗ den, mag baraus erhellen, daß in den letzten Tagen von der deutschen Loire-Armee und der Cernirungs⸗Armee vor Paris 5718 Kranke und Verwundete in Nancy ankamen, um über die Linie Weißenburg⸗Frankfurt in das Inland verbracht zu werden. 710 Soldaten konnten den Weiter⸗ transport in Nancy nicht ertragen und blieben in den dortigen Lazarethen. Unter den hier angekommenen Ver⸗ wundeten befanden sich mehrere Franksurtec, darunter
hatten. Ein Lazarethzug von 35 Wagen mit 400 Kranken ging über die Verbindungsbahn nach Norden. Auch Ge⸗ fangene, jedoch nur wenige Hundert, kamen durch.
Aus dem Odenwald. In der Nacht von Freitag auf den Samstag voriger Woche. zwischen 11 und 12 Uhr, brach ein Stück des Tunnels bei Höchst, eiwa 40 Fuß lang, ein und verschültete einige Arbeitet. Zwei davon wurden todt hervorgezogen und einer davon ift schwer verwundet. Es sind bis jetzt 26 Arbeiter in dem Tunnel in der Weise verunglückt, daß sie das Leben verloren. In 14 Tagen bofft man den durch den Einsturz verursachten Schaden beseitigt zu haben.
Castel befindlichen Gefangenen auf 34,000 und einige Hunderte gestiegen. Die Lazarethe haben wiedet ziemlichen Zuwachs auch aus den Eisenbahnzügen erhallen.— Der Gemeinderath wird den im Felde stehenden 350 Mainzern eine Weihnachtsgabe don 5 fl. pet Mann zugehen lassen.
Mainz. Kürzlich besuchte die Marschallin Mac Mahon, Herzogin von Magenta, das hiesige Militärspital für die französischen Gefangenen. Gerade als fie sich zum Weggehen anschickte, setzte sich der Zug zur Beerdigung von vier gestorbenen Franzosen in Bewegung. Der die Dame begleitende höhere französische Offizier fragte den anwesenden Arzt, ob alle französischen Gefangenen im Falle des Todes mit den gleichen militärischen Ehren, wie dies hier der Fall sei, beerdigt würden? Der Arzt bejahte diese Frage; nicht nur geschehe die Bestattung und Begleitung zum Grabe mit militärischen Eten, sondern es werde auch, da diese Truppen eine Schlacht mitgemacht hätten, siets die übliche Salve abgefeuert. Der Franzose zeige hierüber große Rührung und erklärte, in Frankreich bestehe dieser Gebrauch den deutschen Gefangenen gegenüber nicht, er wolle aber Sorge tragen, daß er auch dort eingeführt werde.
Bern. Während des Waffenlärms naht sich ein wichtiges Culturwerk der Vollendung: die Durchstechung des Mont Cenis. Wie aus Turin, 4. Dec., telegraphirt wird, ist in dem gewaltigen Tunnel, welcher bald eine schnelle Eisenbahnverbindung zwischen Frankreich und Italien berstellen wird, das Geräusch der Bohrmaschine
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2982 Die derzeit vacante Stelle eines städtischen Gartenschützen soll demnächst wieder besetzt werden, die hierauf reflettirenden qualificirten Personen wollen sich spätestens bis zum 28. Dezember d. J. bei dem Unter. zeichneten schriftlich anmelden. Friedberg den 17. Dezember 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg o u car.
Bekanntmachung. 2080 Der Fahrweg von Münzenberg nach Wohn- bach ist wegen in Angriff genommener Planirarbeit in der Gemarkung Münzenberg unfahrbar, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen.
Münzenberg den 20. Dezember 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Münzenberg Jäger.
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die erforderliche en n Maurerarbeit, veranschlagt zu 235 9 Steinhauerarbeit 45 17 Zimmerarbeit 263 6 Dachdeckerarbeit 34 48 Schreinerarbeit 231 47 Schlosserarbeit 137 30 Glaserarbeit 73 36 Weiß binderarbeit 137 6 Kieslieferung mit Plantrarbeit 157
auf biefigem Rathhause öffentlich an den Wenigstb elen⸗ den verstetgert werden.
Voranschlag, Zeichnung und Bedingnißheft liegen auf Großherzoglichem Kreisbauamt Friedberg zur Ein⸗ sicht offen..
Friedberg den 20. Dezember 1870. 1
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Fou car.
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Friedberg, 21. Dezember. Waizen 14 fl. 50 kr.; Kor 10 fl. 20 kr.; Gerste 9 fl.— kr. Hafer 5 fl. 20 kr.
Frankfurt, 19. Dezember.(200 Zollpfund.) Walzen 14½—15½; Korn 11⅝; Gerste—3 Hafer 9½—10½;3 Rüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 31; Branntwein(50% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß 31..
Grünberg, 17. Dezember. Waizen 14 fl. 54 kr. Kor 11 fl. 10 kr.; Gerste 7 fl. 54 kr. Hafer 5 fl. 28 kr.; Molter 10 fl.— kr.; Erbsen 12 fl. 30 kr.; Linfen— fl. — kr.; Saamen— fl.; Kartoffeln 3 fl. 15 fr.
Mainz, 16. Dezember. Waizen 13 fl. 56 kr. Korn 14 fl. 41 kr.; Gerste 7 fl. 20 kr.; Hafer 6 fl. 13 kr.; Kartoffeln 4 fl. 48 kr. Nrogenstroy per 100 Gebund
44 fl.
Frankfurt. Auf einer E e. trug sich
cene zu. Ein Arbeiter Wartesaal befindlichen gefangenen Franzosen zu sagen, sie
sollten in den letzten Wagen einsteigen. Keiner verstand orgesetziet darüber ärgerlich, sagte nun
Ciner, den die Seinigen bereits als verloren beweint
Mainz. Bis jetzt ist die Anzahl der hier und in ö
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