Ausgabe 
22.12.1870
 
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1 Gardist

mit dem Nor dbund, Baden,

Sorporal Daniel Lyncker, v. d. 1. Comp., Haarbausen, schw. v., Sch. i. l. Oberschenkel. Laz. Vienn. I. Insanterie⸗ Regiment. (Gefecht bei Crottes am 8. December.) 1. Comp. Gacdist Ludwig Appel, Offenbach, Prellschuß a.

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3. Comp. Gardist Wilhelm Leck, Kassel, todt.

. Gardist Peter Fisch, Jügesheim, todt.

Gefreiter Michael Helfrich, Wattenheim, schw.

v., Sch.. l. Knie.

13 Gardist Jac. Schuchmann, Braunshardt, schw.

v., Sch. i. r. Oberschenkel.

Gardist Jac. Jordan, Sch. i.

Sch. d. d. l. Hand. 0

1. Comp. Sergeant Karl Becker, Nidda, todt.

Gardist Fr. Heinr. Weygandt, Bitdingen, todt.

Gardist Heinr. Winter, Obertoden, l. v., Sch.

i. r. Zeigefinger.

Gardist Michael Bitsch, Gabernheim, Sch. i.

r. Oberschenkel.

Johann Dürr, Hamm, schw. v., Sch. d. d. J. Schulter.

8 Gardist Bernhard Bauer, Groß Steinheim,

schw. v., Sch. d. d. Rücken.

4. Infanletrie⸗ Regiment.

(Gefecht bei Arxtenay am 3. December.)

beibcomp. Musketier Jobaun Friedrich Letz, Worms, todt,

0 Sch. d. d. Unterleib.

Sefteiter Phil. Lot, Leiselz tim, 1. v. oberflächliche Verwundulg d, l. Augenlikdes sowie Quelschung d. f Auges. Laz. Artenay.

Musketier Carl Brecher, Wolfsheim, l. v., Contu⸗ sionen der beiden Augenlieder der Ober- u. Unter⸗ lippe u. d. x. Oberschenkels. Liz. Axtenay. (Gefecht bei Orleans am 4. December.) Leibcomp. Musketier Philipp Hessel, Ober⸗ Ingelheim, schw. v., Sch. d. d. r. Sch äfe. Laz. Orleans.

4. Comp. Musketier Ludwig Schiffer, Heppenheim, schw.

v., Sch. d. d. t. Oberschenkel. Laz. Orleans. 4(Gefecht bei Lailly am 8. December.) Lelbtomp. Musketier Josepy Hofsem, Gonsenheim, schw. 1 v., Sch. d. d. Kopf. 3. Comp. Viceselswebel Hermann Hochgesand, Friedberg,

Prellsch., befindet sich bei der Compagnie,

(Gefecht bei St. Dye am 9. December.)

2, Comp. Musketier Philipp Klug, Wörrstadt, l. v., Streissch. a. d. I. Seite.

Darmstadt, 20. Dez. Zweite Kammer. Auf der Tagesordnung steben die neuen Verträge Würtemberg und Bayerv. v. Biegeleben spricht für die An nahme, obgleich er mit den Grundlagen nicht einverstanden! Backe ist gegen die Verträge, welche die Selbstständigkeit Hessens bedrohen. Curtman erkennt an, daß die Einheit Deutsch⸗ lands, soweit möglich, hergestellt sei, bedauert aber tirf, daß man den angeborenen Grundrechten des Volkes, der Freiheit, keine Rechnung gerragen.

r. Oberarm u.

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Dernburg für die Verträge, betont die Noth⸗

wendigkeit vereinfachter und freisinnigerer inneren Einrichtungen, Militärconvention wie Baden, Gleichstellung der Biersteuer. v. Gagern erblickt in ihnen einen großen Theil Dessen, was bisher von der Nation ersehnt wurde, erreicht. Derselbe wünscht die Bilvung eines Obethauses, damit die Regierungen in diesem einen Ersatz fänden für die Opfer, welche sie ihrer Souveränität gebracht hätten. Ministerpräsident v. Dalwigk erklärt, die Regierung theile diesen Wunsch vollkommen; sie habe deßfallsige Wünsche in einem dem Bundes- kanzler übergebenen Exposé niedergelegt Dumont bekaͤmpft enlschieden die Verträge, u. A. auch den von Bayern bezüglich des Artikels 68(Ver- hängung des Belagerungezustandes durch die Bundesgewalt) gemachten Vorbehalt, worauf

Ministerpräsident v. Dalwigk erklärt, daß zu⸗

folge besonderer Verabredung den sämmtlichen füddeutschen Staaten dieses Reservatrecht zuge · stenden sei. Schließlich werden die Versailler Verträge mit den nachträglichen Modificationen mit 40 gegen 3 Stimmen angenommen.(Da· gegen: Dumont, Oechsner und Backe.) Die stammer bewilligt hierauf einstimmig die vom

Rriegsministerium behufs Kriegsfortsetzung an- geforderten 3,622,000 fl. a

DieDarmst. Ztg. schreibt: Wie wir zu unserm Bedauern vernehmen, hat der General- seetetär der landwirthschaftlichen Vereine, Herr Oeconomierath Dr, Krämer dahier, einen Ruf als Prosessor und Vorstand der neu zu errichtenden

Höheren land wirthschaftlichen Lebranstalt(Abthei⸗ ung des eidgenössischen Polytechnicums) zu Zürich halten und angenommen.

Preußen Berlin chienenen 126

Die bis heute er⸗

Verlustlisten constatiren einen

[Abgang an Todten und Verwundeten von 12 Generalen, 206 Stabsoffizieren, 2691 Subaltern⸗

ossizieren, 909 Feldwebeln, Wachtmeistern, Vite⸗ feldwebeln, Vicewachtmeistern, Fähnrichen, Stabs⸗ trompetern, 5384 Sergeanten, Unteroffizieren, Trompetern, 3 Geistlichen, 100 Aerzten, Lazarelh⸗ gehilfen, 53,541 Gefreiten, Spielleuten, Gemeinen. An Vermißten sind aufgeführt 1 Stabsoffizier. 25 Subalternoffiziere, 15 Feldwebel ꝛc., 198 Unteroffiziere 1f., 5 Aerzte m., 6858 Gemeine. Die Summe des Abganges stellt sich auf 2935 Offiziere und 67,012 Mann für die 12 preußischen Armeecorps nach der Friedensformation, für die neue Formation, die Landwehr und die badische Division. In obiger Zahl sind nicht mehr ein- begriffen die Angaben über die hessische Division.

DemStaatsanzeiger zufolge scheint sich nunmehr das Bedürfniß füblbar gemacht zu haben, die Feslung Langres zu cerniren, um dem dortigen Freischützen⸗Unwesen ein Ziel zu setzen.

Es ist jetzt der Befehl gekommen zur Be⸗ satzung der Festungen, Städte und Eisenbahn⸗ Etappen und den von uns schon eroberten Ge bietstheilen ausschließlich nur Landwehrtruppen zu verwenden, damit sämmtliche preußische Linien- Armeecorps und das Gardecorps ohne Abzug bei der activen Operations- Armee gegen den Feind verwendet werden können und den Krieg mit dem größtmöglichen Nachdruck führen.

Nachdem bereits die ältesten Jahrgänge der Landwehr Infanterie zum Dienste eingezogen worden sind, ist seither die Landwehr ⸗Cavalcrie nicht in gleicher Weise in Anspruch genommen worden. Gegenwärtig ist jedoch die Bestimmung getroffen, daß bei den Landwehr⸗Cavalerie-Regi⸗ mentern eine 6. Schwadron gebildet werden soll, die, sobald sie mit der Handhabung des Infanterie⸗ Gewehrs vertraut gemacht ist, die Aufgabe hat, die Landwehr⸗Jufanterie Abtheilungen, welche in den verschiedensten Garnisonen zur Besatzung dienen, abzulösen, damit diese nach dem Kriegsschauplatze abgehen können. Da diese 6. Schwadronen zum Infanterie-Dienst bestimmt sind, so brauchen sie selbstverständlich nicht beritten gemacht zu werden.

Ein Extrablatt desStaatsanzeigers veröffentlicht die Antwort des Königs bei Ueber- reichung der Adresse des Reichstags. Dieselbe dankt zunächst für die Unterstützung des Reichs- tags bei der Bewilligung der Mittel zur Kriegs- führung und für die Mitwirkung desselben bei dem Einigungswerke; dann heißt es weiter:Mit tiefer Bewegung erfüllte mich die Aufforderung des Königs von Bayern zur Herstellung der Kaiserwürde des alten deutschen Reiches. Aber

[Ste wissen, daß in dieser so hohe Interessen, so

große Erinnerungen der deutschen Nation be- rührenden Frage nicht mein eigenes Gefühl, auch nicht mein eigenes Urtheil meinen Entschluß be⸗ stimmen kann. Nur in der einmüthigen Stimme der deutschen Fürsten und freien Städte, in dem übereinstimmenden Wunsche der deutschen Nation und ihrer Vertreter werde ich den Ruf der Vor⸗ sehung erkennen, dem ich mit Vertrauen auf Gottes Segen folgen darf.

General Bogel v. Falkenstein hat in seinem Gouvernementsbezirk Folgendes decretirt: Für jeden deserlirten französischen Ossizier gehen in Zukunft 10 Collegen aus feiner nächsten Umgebung, durchs Loos bestimmt, in engen Festungsgewahr sam, bis der Flüchtling eingebracht ist, der dann selbstverständlich durch seine Pflichtverletzung auch die Rechte des Offiziers, mit allem was dazu gehört, verliegt.

Coblenz. DemFr. J. wird von hier unterm 18. d. gemeldet: Gestern traf hier cin als Wasche declarirtes Colli an einen hierselbst ge fangenen französischen Capitän, von Metz kommend, auf dem Bahnhofe ein, wurde revidirt, und fand man darinnen sorgfältig in Hemden eingewickelt fünf sewsläufige Revolver und ein Dolchmesser, worauf der Capitän sofort in sichere Haft gebracht wurde. Unser erster Commandant, General- mafor v. Wedell, erläßt folgende bemerkenswerthe Bekann'machung:Es ist mir durch hiesige Bürger mitgetheilt, daß Kriegsgefangene Siegesdepeschen

abreißen oder beschmutzen und daß französische

Ossiziere in Kaffeehäusern 1c. auf unseren König und unsere Nation schimpfen. Ich halte das für Irrtbum und Mißverständniß, da ich mir nicht denken kann, daß ein deutscher Mann sich solche unverschämte Frechheiten ruhig gefallen und im eigenen Vaterlande sich von Kriegsgefangenen maltraitiren und terrorisiren läßt. Kämen dennoch solche Dinge wider Erwarten vor, so bitte ich die, Bürger von Coblenz, im Namen unserer nationalen Ehre sofort einzuschreiten, und die Uebel⸗ thäter, welcher Charge sie auch angehören, mir zu bringen, der ich genau weiß, was ich mit solchen Leuten zu machen habe. Ich bemerke, daß ich alle Soldaten der Garnison angewiesen habe, eben so zu handeln, daß ich, wenn der Besitzer eines öffent⸗ lichen Locals in demselben Ausschreitungen, wie die angeführten, gegen König und Vaterland duldet, ein solches während der Dauer des Be⸗ lagerungszustandes auf meine persönliche Verant⸗ wortlichkeit hin schließen lasse. Würtemberg. Stuttgart. Der König hat am 19. d. die Ständeversammlung mit einer Thronrede eröffnet, in welcher er sagte: Die Waffengemeinschaft, in welcher Deutschlands Stämme verbunden sind, hat in der Nation den Drang auch nach politischer Einigung mächtig angefacht. Wird dieses Ziel, um welches Deutsch⸗ land so lange gerungen, jetzt nicht erreicht, so fehlt den weltgeschichtlichen Ereignissen dieses Jahres die höchste Weihe. Die von meiner Re⸗ gierung mit dem norddeutschen Bunde und den Regierungen von Bayern, Baden und Hessen ab⸗ geschlossenen Verträge über Bildung eines deulschen Bundesstaates unter Wiederherstellung der ge⸗ schichtlichen NamenKaiser und Reich werden Ihnen, den gesetzlichen Vertretern meines Volkes, zur Ertheilung Ihrer verfassunge mäßigen Zu⸗ stimmung alsbald vorgelegt werden. Möge für ein geeinigtes, müchtiges Deutschland und für die in ihm verbundenen Einzelstanten eine Zeit sich öffnen des Friedens, der Wohlfahrt, der Freiheit und der Ordnung. Das gebe Gott! Baden. Karlsruhe. Die erste Kammer genehmigte in ihter heutigen Sitzung die Ver⸗ faͤssungsverträge und die Milltäfconvention mit

allen gegen zwei Stimmen(die des Grafen Leiningen ⸗Billigheim und des Freiherrn von Gemmingen). f

Der Minister des Auswärtigen, v. Freydorf, erklärte in der Abgeordnetenkammer, eine Be merkung v. Feders beantwortend, als dieser eine Parallele zwischen der hessischen und der badischen Konvention zog:Es sei bereits entschieden, daß die hessische Konvention nach der badischen umge arbeitet werde.

Oesterreich. Wien. Dem Vernehmen nach liegt bereits eine Erklärung Preußens vor daß es nicht entfernt an irgendwelche Feindselig keiten gegen das Großherzogthum Luxemburg denkg, daß es sich aber unter den gegebenen Umständen berechtigt erachte, nach Maßgabe des Bedarfs Transporte aller Ark nach und von dem Kriegs schauplatz über das Luxemburger Gebiet zu dirigiren.

Luxemburg. Kammersitzung. Die Re gierung erklärt, den Text der Note des Grafen Bismarck und der hierauf bezüglichen Antwort vor Donnerstag nicht vorlegen zu können; jeder Deputirte könne sie indeß in den Seetionen lesen. Hierauf wurde der Text des königlichen Tele: grammes verlesen und enthusiastisch begrüßt:Ich billige unter jeder Beziehung und in allen Punkten das in Betreff der preußischen Note eingehaltene Ver⸗ fahren. Wir vertheidigen zusammen die Verträge, die Ehre und die Unabhängigkeit von Luxemburg.

Frankreich. Bordeaux, 18. Dez. Einer Mittheilung der Regierung zufolge hätte gestern ein leichter Zusammenstoß mit dem Feinde statt⸗ gefunden. Die Lage General Chanzy's wäre noch immer eine günstige. Die Nachrichten von einem angeblichen Siege der Garibaldianer und der Rall mung Dijons durch die Preußen werden offiziell als unwahr bezeichnet.

Trotz Gambetta's Telegrammen von dem angeblich vortrefflichen Zustand der Armee greifen die JournaleFrance,Liberte,Gazette de France seine Politik immer heftiger an.

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