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und Generalmajor à la suite Freiherrn Gedult von Jungenseld das Commandeurkreuz 2 Klasse des Ludewigs⸗ ordens— und dem Cabinetscanzlei-Jnspeckor bei der Cabinetsdirectien Gerbeaur das Ritterkreuz 2. Klasse des Philippsordens— zu verlethen.
V. Erwächtigung zur Annabme eiues fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnä⸗ digst geruht: am 5. Januar dem Dr. Carl von Leviia⸗ Rechten zu Paris die E laubniß zur Annabme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Könige von Schweden verliehenen Nordsternordens zu ertheilen.
VI. Namensveränderung. Seine Koͤniglive Hoheit der Großherzog haben allergnädigst gerubt: am 28. Oecember dem Leopold Meyer aus Alzey zu gestaiten, daß derselbe statt seines bisherigen Vornamens Nopold künstighin den Vornamen Ludwig führe.
VII. Cribeilung eines Erfindungspatents. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben allergnädigst ge—⸗ ruht: am 31. December dem Eduard Zacharià aus Lönberg bei Weilburg auf dessen Nachsuchen, unser Aufbebung des demselden am 27. Juli 1868 eribeilten ifindungs Patents. ein neues Eifindungspatent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines Pedals für Klavierinsttumente, unter dem ausdrücklichen Vorbe⸗ halte jedoch, daß duich das ertheilte Patent Niemand in der Anwendung bereits srüher schon bekannt gewesenen Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großberzogihums zu ertheilen.(Schluß solgt.)
— Landgerichtsassessor Carl Hoffmann in Alsfeld, gleichzeitig Richter bei dem Bezirksgericht daselbst, ist zum Landrichter des Landgerichts Altenstadt ernannt.
— Der Verkebr und die Einnahme der Hess. Ludwigsbahn erweist im abgelaufenen Monat eine Mehrbeförderung von 10,526 Personen nach; da- gegen hat der Güterverkehr etwas nachgelassen Im Ganzen wurden im Vorjahre fl. 216,346 mehr vereinnahmt als im Jahre 1868.
Preußen. Berlin. Die„Prov.⸗Corr.“ sagt öezüglich der Berathung im Abgeordneten⸗ hause über die Stellung der Amtshaupileute, daß durch die Annahme der von liberaler Seite ge— stellten Anträge der Gesetzentwurf in seiner Grund; lage angetastet werde. Von der Auesicht auf das Gelingen einer Vereinbarung über die Kreisord nung werde die Dauer der Session abhängen und welche Anordnungen darüber im Zusammen- hang mit der demnächstigen Reichstagssession ge- troffen werden.
— Im Abgeordnetenhause wurde der von Duncker eingebrachte Gesetzentwurf, betreffend die Aufhebung von Praßfreiheits⸗Beschränkungen an- genommen mit einem Amendemert von Lasker, wonach die Redakteure ihren persönlichen Gerichte⸗ stand im Bereiche des norddeutschen Bundes haben müssen. Der Minister des Innern war anwesend, gab aber keine Erklärung ab
— Aus Breslau wird gemeldet, daß die kürzlich eingezogenen Rekruten der dort garni: sonirenden Regimenter höherer Anordnung gemäß gewogen wurden. Es soll nämlich genau con- statirt werden, ob sich der Gesundheitszustand während der dreijährigen Militär dienstzeit in so— fern verbessert, daß eine Zunahme des körperlichen Gewichts stattfindet.—(Beim Austritt aus dem Militärstande wird jedenfalls eine abermalige Wiegung vorgenommen werden, und da darf man wohl im voraus gewiß sein, daß den Austretenden die dreijährige Dienstzeit schwer im Magen lieg! und ins Gewicht fällt, wenn nicht der Stein, der ihnen zugleich vom Heczen gefallen, das Gleich- gewicht wieder berstellt.)
Kassel. Vicl besprochen wird hier cin in der Garnison von Grebenstein vorgekommener Fall von Mißhandlungen der Mannschaft eines Husarenregiments. Ein Husar hat sich darüber das Leben genommen, nachdem er den Grund zu seinem verzweiflungevollen Schritt seiner Mutter nach Weimar gemeldet hatte. Auf den Jammer der Mutter klagte ihr Fürst bei dem König, der strenge Untersuchung anzuordnen befahl. Dieselbe soll zwei Ossiziere auf das Schwerste glavirt haben, da die brutalen Unteroffiziere sich mit ihrem Befehle zu decken vermechten. Als That— sache wird versichert, daß ein Lieutenant mit mehr- jähriger Festuagsstrafe bestraft, dem Rütmeister der begehlte Abschico bis zum Austrag der Sache virweigert worden sei. Die beiden Offiziere, die man nennt, sind Hessen.
a. M. aus 4 Mann, von Weilburg aus 3 Mann, von Fulda aus 14 Mann, ebendaselbst weiter noch 16 Mann, Summa 37 Mann Wehrleute, Rekruten und dergl. zur Gestellung und resp. Meldung ihres Aufenthaltsortes„gebeten“, andernfalls das De⸗ sertionsverfahren gegen sie eingeleitet werden soll.
Baden. Mannheim. Die Nachricht, daß Friedrich Hecker seine im Staate Illinois gelegen, Farm zum Verkaufe ausgeschrieben und die Absicht habe, nach Deutschland zurückzukehren, kann die Stuttgarter„Bürger-⸗Zeitung“ aus bester Quelle als unrichtig bezeichnen. Sie ist in der Lage aus einem Briese Heckers folgende Stelle zu veröffent- lichen: Es ist reine Phantasie, daß ich nach Deutschland zu reisen vorhabe; gar dort zu bleiben, fällt mir im Traume nicht ein. Ich bin für eine philisterhafte Bummclexistenz nicht geschaffen und mein ganzes westamerikanisches Wesen taugt von Haut und Haar nicht in die höfliche conventionelle Kleinigkeit und Altväterischkeit von draußen. Das weiß ich wohl, daß ich nur noch wie eine Art „Sage“ im Volke umgebe; es leben ja von den alten Collegen und Kämpfern nur noch wenige und der jüngeren Generation bin ich freud. Ambition juckt mich nicht, sonst hätte ich hier Raum genug zu deren Befriedigung gehabt.“
Bayern München. Im Abgeordneten- hause legte zunächst der Kriegsminister zwei Gesetz⸗ entwürfe vor, von deuen der eine die Bewilligung eines außerordentliche Credits von 2,792,000 fl. zur Versorgung überzäbliger Offiziere und Unter⸗ offiziere aus dem Jahre 1866, sowie für Gegen- stände der Ausrüstung und Neubauten beantragt, der andere 3,665,000 fl. zur Fortsetzung und Vollendung der Neubewaffnung des Heeres fordert. Hierauf legte der Finanzminister den Gesetzentwurf über den Staatshaushalt für das Jahr 1870 vor, der eine Steuererhöhung im Betrage von 3,419,674 fl. erheischt.
Oesterreich. Wien. Die Verlustliste der in Dalmatien befindlichen Truppen ist jetzt sest— gestellt. Die Truppen haben 12 Offiziere und 72 Mann an Tod ten, 14 Offiziere und 224 Mann an Verwundeten, 1 Offizier und 48 Mann an Vermißten gehabt— unerhört blutige Resultate tinte nirgends in Masse geführten siebenwöchent⸗ lichen Kampfes gegen eine Handvoll Menschen. General-Major Graf Auersperg, der das Ober- Commando gehabt, ist übrigens durch das Com— ihurkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet worden.
Krakau. Ein Statthalterei- Dekret fordert den Convent des Carmeliterinnenklosters auf, die zur Unterbringung im Spitale der an totaler Sinnenverwirrung unheilbar leidenden Barbara Ubiyk erforderlichen Kosten zu entrichten.
Frankreich. Paris. Traupmann ist am 19. Morgens Schlag 7 Uhr hingerichtet worden. Er bestieg allein raschen und festen Schrittes, ohne ein Wort zu sprechen, das Schaffot, das von einer ungeheuren Menschenmenge umstanden war. Als man um 6½½ Uhr ihn von seiner Hinrichtung venachrichtigte, antwortete er:„Ich bin bereit.“ Nur zweimal wandelte ihn ein Moment der Schwäche an, zuerst als er das kalte Eisen der Scheere in seinem Nacken fühlte, und dann als er das Schaffot erblickte; doch gewann er bald wieder seine Fassung.
— Im gesctzgebenden Körper entstand ein lebhafter Streit zwischen Ollivier und Gambetta, der aus den Worken Oll:wvier's Veranlassung nahm, demselben einen Wechsel seiner politischen Ansichten vorzuwerfen. Gambetta äußerte sich dabei so heftig, daß er vom Präsidenten zur Ordnung ge— rufen wurde. Die Kammer discutirte im späteren Verlauf ihrer Sitzung die Handelefrage.— Man versichert, die gerichtliche Verhandlung gegen Rochefort werde nächsten Samstag zur Ensschei⸗ dung kommen.— Der Deputirie Raspail ist an der Lungenentzündung gestorben. Zu seiner Be— erdigung soll, wie versichert wird, eine große An— zahl seiner Wähler aus Lyon eintreffen. Die Börse war hierdurch im Hinbuck auf die Möglich— keit einec neuen Demoastration beunruhigt.
Wiesbaben. In dem öffentlichen Anzeiger zum Regierungsamtsblatle werden bon Franlsurt
Die von mehreren Blättern gemeldete Nachricht von dem Tode des Deputirten Raspail
bestätigt sich nicht. sehr bedenklich erkrankt.
— In den ausgedehnten Eisen- und Maschinen⸗ werken zu Creuzot hat eine allgemeine Arbeits-
Derselbe ist jedoch noch immer
einßellung stattgefunden. Gegen 10,000 Arbeiter feiern. a
— Rochefort ist auf nächsten Sonnabend vor die Strafkammer geladen.
— Die„Marseillaise“ äußert bezüglich des die Verfolgung Rochefort's billigenden Kammer- votums:„Es hat sich zwischen der Regierung und der Bevölkerung von Paris, hinter der ganz Frankreich steht, ein Kampf ganz neuer Ark ent⸗ sponnen, bei welchem die Chassepots nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Paris und Frank— reich wollen der Regierung nicht eine Gelegenheit zur Metzelei bieten, welche den Augenblick nur weiter hinausschiehen würde, wo 38 Millionen Wesen den vollen Besitz ihrer selbst und die Republik durch die Freiheit wiederfinden werden. Wir sind gewiß— und alle Welt theilt in diesem Punkte unsere Anschauungsweise— daß das Kaiserreich verloren ist. Es geht zu Grunde durch seine Unfähigkeit, durch seine Fehler und seine Verbrechen; es geht namentlich zu Grunde, weil man der Opposilion, die ihm bemacht wird, mit Chassepots nicht beikommen kann. Die Insur⸗ rektion ist nicht sowohl in der Straße, als im Bewußtsein; sie ist nicht sowohl der Kampf eines Tages, sie ist der langsame, aber unausbleibliche Triumph der Vernunft und der Gerechtigkeit, sie ist die menschliche Natur selbst, der es vor dem Kaisertbum schaudert wie vor dem Leeren und dem Nichts. Es ist nicht blos eine Revolution, die sich vorberei“et, es ist eine Renovation, ein zweites 1789, die Constituirung der social⸗ demokratischen Republik. Ju diesem Augenblick ist das Kaistrreich die Unordnung, denn wenn es nicht mehr bestünde, würde morgen die größte Ruhe herrschen. Das Kaiserreich ist lange der Herr von Frankreich gewesen; heute sind die Rollen gewechselt. Wir halten das Kaiserreich mit dem allgemeinen Stimmrecht in der Hand. Sorgen wir dafür, daß sein Sturz uns weniger kostet als sein Entsteben und daß Napoleon III. hauptsäch⸗ lich durch die Revolution der Verachtung fällt. Der Tod übrigens arbeitet mit uns.“
— Zur Charakteristik des Mörders Bonaparte bringen die Blälter folgende Mittheilung: Den bei der Biographie des Prinzen Peter angedeuteten römischen Affairen legt man ganz mit Unrecht einen politischen Charakter bei. Seine Verhaftung in Rom wurde nicht durch eine Conspiration gegen die päpstliche Regierung, sondern durch ein gemeines Verbrechen veranlaßt. Im Verein mit seinem Bruder hatte er nämlich einem jungen Mädchen von Musignano Gewalt angethan. Der Bruder desselben, der seine Schwester retten wollte, wurde
von den beiden Bonapartes aus einem Hinterhalte
ermordet. Ein Capitläu der Carabinieri, der Marquis Zerlucchi, wurde requirirt, um die Schuldigen zu derhaften. Peter verlangte, die
Kleider wechseln zu dürfen, ging in ein Neben⸗
zimmer, ergriff eine Pistole und erschoß den Ca- pitän, sowie einen Wächter. Trotzdem wurde seine Verhaftung ausgeführt und er zum Tode ver⸗ urtheilt. Das Urtheil wurde in Gefängniß um⸗ gewandelt und er nach achtzehnmonatlicher Haft auf der Engelsburg vollständig entlassen.
Großbritannien. London. Während des abgelaufenen Jahres brachen in London nicht weniger als 1572 Feuersbrünste aus; wenn man bedenkt, daß diese sämmtlich von der Feuerbrigade
gelöscht wurden, so muß man zugestehen, daß
die Mitglieder derselben ihr Brod im Schweiße des Angesiches verdienen, und dies um so mehr, ale von 378 Pempiers nur eigentlich 102 für das Feuer verwendbar sind, da die Stationen für Spritzen und Rettungsapparate von 103 Mann bei Tage und 173 bei Nacht bewacht werden.
Spanien. Madridv. Die Berathung des Gesetzentwurfes, nach welchem alle Bourbonen vom Tyrone ausgeschlossen werden sollen, ist in Felge von Meinungeverschiedenheiten unter den Unterzeichnern vertagt worden.
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