— g. Friedberg. Wie in anderen Städten, existirt auch in Friedverg schon längere Jahre eine, aus dem Turnverein berrorgegangene freiwillige Fenerwehr. Die Leute baben sich unter der Leitung des Herrn Roßbach, der sich um das Vorwärtskommen dieses Instituts unleug⸗ bar Verdiensie erworben, die gute Sache recht angelegen sein lassen, baben fleißig Uebungen angestellt und durch rasche, erfolgreiche Hülfeleitung bei verschiedenen Bränden verdientes Lob geerniet. Je größer aber das Interesse ist, das begreiflicher Weise alle Bürger an einem solchen In— fliiute nehmen, um so meht mußte der Wunsch in der Bürgerschaft sich geltend machen, es möchte eine Form gefunden werden, die es jedem Bürger, der Beruf dazu füblt und sich dafür eignet. ermö lichte, bei der freiwilligen Feuerwehr sich zu bethetligen. Diesem Wunsch soll nun⸗ mehr entsprochen werden. Dem Vernehmen nach soll eine neu anzuschaffende Spritze einer neu sich zu bildenden Mannschaft übergeben werden. Es soll dies ein Anfang sein zu einen allgemernen freiwilligen Bürgerseuerwehr, deren Weiterentwickelung ketnerlei Schranken entgegen— siehen. Nur körperliche Geeignetheit und Unbescholtenheit wird über die Aufnabme zu dieser Mannschaft entischeiden. Für Alle durch Alle! soll leitender Grundsatz sein. Man kann das nur mit Freude begrüßen. Eine Stadt wie! Friedderg kann nicht genug Sorgjalt auf die Ausbildung ihres Löschwesens verwenden, und Freiwilligkeit ist eiu mächtiger Sporn zur Vervollkommnung, zumal in den interessanten Forischritten, die das Fe gerlöschwesen in der letzten Zeit gemacht hat Bald wird eine tüchtige Mann⸗ schaft um die neue Spritze sich gesammelt haben, obgleich oder vielmehr gerade weil bei einem Feuerwehrverein kein Vergnügen, wohl aber die Aussicht lockt, in Nolh Hülfe und Neitung bringen zu können.— Daß die neue Mann⸗ schaft ihre Uebungsthätigkeit nicht sofort mit derjenigen der Turnerseuerwehr zu vereinigen in der Lage ist, ist bedauerlich. Der Turnverein bat eine derartige Etwerte⸗ rung und Verallgemeinerung ven sich weuen zu müssen gemeint; nur Mitglieder des Turnvereins sollen freawulize
[Briefiasche Johann Kinck's anzustellen.
verschwinden wieder mit unbegreiflicher Schnelligkeit, so daß selbst das Nacheilen mit einem Separat-Eisenbahnzuge fruchtlos blieb.
Paris. Wie schon gemeldet, hat am 19. d. die Hin⸗ richtung des Mörders Traupmann stattgefunden und damit ist dieser schauerlichen Mordthat und den damit zusammenhängenden Ereignissen vorläufig ein Abschluß gege— ben. Nur die Angelegenheit mit der vielerwähnten Bries— lasche Joh. Kinck's beschäftigt noch lebhaft die Gemüther und baden zwei Mitarbeiter des„Gaulois“ sich veranlaßt gesehen, auf eigene Faust Nachsorschungen nach der famosen Der eine von ihnen erwuükte von dem Polizeipräfecten die Erlaubniß Traupmann in dem Gesängniß von la Raquette zu sprechen und dieser zeichnete ihm einen genauen Plan zur Aussuchung der Brieftasche vor. Dann xeiste derselbe mit seinem Collegen nach Mühlbausen, folgte diesem Plane und stellte die mühseligsten Ausgrabungen an. Noch mehr, da die beiden über einen Punkt der Traupmann'schen Instructionen in Zweifel waren, suhren sie eigens nach Paris zurück. ließen sich von dem Gefangenen über diesen Punct aufklären, fuhren wieder nach Mühlhausen un stellten neue Nachforschungen an. Sie haben schließlich nichts gefunden; jedoch merkwürdiger Weise constatirt, daß einige Metres von der Sielle, an welcher die Bries— tasche sich nach der Aussage Traupmann's befinden sollie, schon von anderer Hand Ausgrabungen angestellt worden
worden sei und schuldige gehabt hälle.
Taupmann daher wirklich Mit⸗
des Rades, ihm als wenn es spräche:„Juckt Dich Dein Buckel? Juckt Dich Dein Buckel?“
Das ist keine gute Vorbedeutung, dachte er, ging aber ruhig und unbesorgt weiter. In Alten- stadt tanzte er tüchtig, war lustig und guter Dinge obne weiter an die Warnung der Mühle zu denken. Allein es dauerte nicht lange, da bekam er Streit und erhielt eine tüchtige Tracht Schläge.
Als er nun am Abend wieder nach Hause ging und an der kleinen Mühle vorbeikam, war das Wasser von einem mittlerweilen eingefallenen Gewitterregen stark angeschwollen;— das Mühl- rad drehte sich rasch um und das Mühlchen klang in seinem geschwinden Gange als ob es spräche: „Hat Dich Dein Buckel gejuckt? Hat Dich Dein Buckel gejuckt?“
Verloos ungen.
Berlin, 15. JImuar.(3½ r Ct. preuß. Prämien- Anleihe von 1853.) Bei der beuligen Prämienziehung fielen 90000 Tolr. auf Nr. 118042; 25.000 Tylr. auf Nr. 105521; 500 Thlr. auf Nr. 105506 und 105558;
bo
ö l 0 350 Tolr. auf Nr. 17623, 34270, 41473 und 81861; wären dennoch aber sid sie überzeugt, daß Traupmaun 200 Tolr. auf Ne. 101953 Die Zahlung erfolgt am sie und seine Richter belogen. Dagegen schließt der 1. April.— 17. Januar. Bei der heute siatigefundenen Ches⸗Redacteur des„Gauloises“ aus der letzterwäynten Fortsctzung der Gewinnziehung der preuß. Prämien⸗ Toatsache, daß die Brieftasche von anderer Hand beseiligt Anleihe fielen 2000 Tölt. auf Nr. 81873; je 1000 Tylr.
auf Nr. 84136, 101392 und 141031;
je 1e
500 Tylr. auf
Sagen aus der Wetterau.
Von Heinrich Hensler.
Feuerwebrleute sein. Er mag seine Gründe haben. Die 16. Von der Hodenbacher Mühlt.
4 5 2 1 2 Turnerfeuerwehr wird darum nicht ermangeln, ihre Bei Rodenbach, ehemals die Mutterkirche von Schuldigkeit zu thun, und ausbrechende Gefahr wird,
deß sind wir sicher, alle Kräfte zu einträchüger derselben bereit finden.
In Coblenz verspürte man gleichfalls in der Nacht vom 15. zum 16. d. ein starkes Erdbeben. Dasselbe be— wegte sich in der Richtung von Norden nach Süden und war von einem donnerähnlichen Getöse begleitet.
Vom Rhein. Die„Kln. Zig.“ warnt vor einer weilverzweigten Wechselfälscherbande, die ihren Sitz in London habe und in letzter Zeit in Dreeden, Gotha, Braunschweig, Hamburg ꝛc. großartige Bet rügercien voll⸗ führt have. Die Mitglieder dieser Bande reisen unter den derschiedensten Namen, spiechen die curopäischen Haupt— sprachen, steigen nur in Gasthöfen ersten Ranges ab und
Bekämpfung!
Graben eine Mühle mit nur einem Gang.
Altenstadt, jetzt ein Filial desselben, liegt an einem Das Wasser ist gewöhnlich klein und hat einen schwachen Trieb und darum geht das Rad nur langsam
herum.
Einst ging ein junger Bursche an dieser Mühle
vorbei nach Altenstadt, wo gerade Kirchweihtag war, um dort zu tanzen und sich lustig zu machen. Das Mühlchen aber, dem, weil es gerade Sommer
war, wie gesagt, das erforderliche Wasser nur sehr
ärmlich zufloß, klang bei dem schwachen Umdrehen
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Eine Cabinetsintrigue.(Fortsetzung.) Historischer Roman von G. Hilil.— Aus dem Sprechzemmer eines alien Sachwalters. III. Ein water Roman.— Die Pariser Polizei. Von Dr. Albert Wütstock in Parie.— Ein südreutscher Staatsminister. Mit Fürst Hobenlobes Porträt.— Am Familtentische: Großelternfreuden. Zu dem Bilde: Der erste Walzer. Von Leinweber.
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