das Hter alljährlich durch das Bundeshaushalts⸗ gesetz festgestellt werden sollen, wobei nach aus⸗ drücklicher Bestimmung der Verfassung die fest⸗ stehende Heeresorganisation zu Grunde gelegt werden müsse. Daß die angegebenen Grundlagen durch Mitwirkung des Reichstages erschüttert werden könnten, sagt sodann das Blatt, sei un- bedingt ausgeschlossen. Die Regierung werde jede mit diesen Grundlagen vereinbarte Sparsam⸗ keit obwalten lassen, wer jedoch dem Volke ver⸗ künde, daß nach dem 31. Dezember 1871 eine wesentliche Herabsetzung der Friedensstärke und eine erhebliche Verminderung der Ausgaben für das Heer ohne Gefährdung der Wehrhaftigkeit thunlich sei, der betrüge das Volk und erschüttere und verwirre verfassungsmäßig geordnete Zustände.
Potsdam. Die Kronprinzessin von Preußen ist am 14. d. Abends 9 Uhr von einer Prinzessin entbunden worden.
Kassel. Die„H. M.“ schreibt:„Das Gesammtcollegium der Preisrichter hat sich am 13. d. Abends nach einer sehr lebhaften Debatte gegen Preismedaillen und für Ertheilung von Ehrendiplomen ausgesprochen und hierauf eine für sämmtliche Preisrichtercollegien gültige Ge⸗ schäftserdnung angenommen. Am 14. waren die einzelnen Collegien bereits in voller Thätigkeit.
Schwerin. Der„Volks Ztg.“ berichtet man von hier:„In Folge der vom Bundesrathe und Reichstage gefaßten Beschlüsse hatte sich die strelitzische Regierung herbeigelassen, dem bis dahin verfassungslosen Fürstenthume Ratzeburg eine Ver⸗ fassung zu verleihen. Die Vertretung sollte aus 9 Abgeordneten der Bauerschaften, 2 Deputirten der Bürgerschaft zu Schönberg und 1 Deputirten des Magistrats und des Bürgerausschusses daselbst, 3 Besitzern der vorhandenen drei Rittergüter, 3 Deputirten der Domanialpächter und aus 3 Pastoren, welche von den vorhandenen 9 Pastoren zu wählen waren, im Ganzen aus 21 Deputirten bestehen. Die gewählte Vertretung hat nun auf den Scherz, den man sich mit dem Lande erlaubt hat, die einzig würdige Antwort gegeben. Von der zum 10. d. M. einberufenen Vertretung sind nur 5 Deputirte erschienen, alle übrigen Vertreter, und namentlich die 9 Deputirten der Bauerschaften, waren ausgeblieben. Da nun die Beschlußfähig⸗ keit der Versammlung an die Anwesenheit der Mehrzahl der 21 Mitglieder und des vom Groß⸗ herzoge ernannten Vorsitzenden der Landvogtei geknüpft ist, so blieb den anwesenden fünf Herren nichts anderts übrig, als unverrichteter Sache wieder nach Hause zu gehen.
Bayern. München. Vom 1. Juli an werden auch in Bayern Correspondenzkarten à 3 kr. für den Verkehr im deutschen Postgebiete und à 1 kr. für den Verkehr im Stadt- oder Land- postgebiet eingeführt.
Würtemberg. Stuttgart. Die hiesige Handelskammer hat an die k. Centralstelle für Gewerbe und Handel die schriftliche Bitte gerichtet Rund eingehend motivirt,„dieselbe möge sich bei der k. Staatsregierung dahin verwenden, daß dieselbe durch eine angemessene Subvention an den Gotthard sich alle diejenige Vortheile in Be⸗ ziehung auf Behnanschlüsse und auf den künftigen Betrieb sichere, welche das Berner Schlußprotokoll den subventionirenden Staaten vertragsmüßig in Aussicht stellt.“
Hesterreich. Wien. Vor einigen Tagen wurde der bisher am protestantischen Staatsgym⸗ nasium in Teschen in Verwendung gestandene k. k. Gymnasialprofessor Dr. Friedrich Burkhardt zum Professor am hiesigen akademischen Gymnasium ernannt. Derselbe ist Protestunt und war sowohl von der Gymnasialdirektion, als auch von der Statthalterei für diesen Posten vorgeschlagen worden. Es ist dieß der erste Fall, in welchem im Ressort des Unterrichtsministeriums der Art. 3 des Stagtsgrundgesetzes vom 21. Dezember 1867, nach welchem die österreichischen Aemter allen Staatsbürgern gleich zugänglich sind, zur prak⸗ tischen Geltung gekommen ist.
Schweiz. Nach dem Bericht des eidgenössi⸗ schen Militärdepartements hat sich der Bestand der schweizerischen Wehrkraft im Jahre 1869 um
2267 Mann vermehrt und bestand Ende 1869 aus 203,053 Mann, wovon 805 auf den Stab, 85,563 auf den Auszug, 50,146 auf die Reserve und 66,539 auf die Landwehr kommen.
Frankreich. Paris. Die Privatberathungen Ollivier's mit Herrn Thiers dauern fort. Da der Justizminister am Ende kein Geheimniß daraus macht, so ist anzunehmen, daß jene Besprechungen mit Wissen und Genehmigung des Kaisers statt- finden. Was steckt dahinter? Sucht etwa Napoleon den kleineren Thiers, den er längst schon in seinen Thronreden eitirt und als„Nationalhistoriker“ geschmeichelt, in sein Netz hereinzulocken? Hat der Kaiser die Hoffnung, den berühmten Staatsmann für seine Sache zu gewinnen? Ist etwa Herr Thiers dazu auserkoren, im Kriegsfalle Minister⸗ präsident, Stellvertreter des Kaisers und Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu werden? Das sind für's Erste Vermuthungen, deren Lösung der Zukunft vorbehalten bleibt.
— Aus Rom hier eingetroffene Nachrichten
lassen keinen Zweifel mehr übrig, daß das Concil die Unfehlbarkeit des Papstes beschließen und der⸗ selben durch Bedrohung mit dem Bannstrahle Geltung verschaffen werde. Anläßlich eines Artikels der„Nordd. Allg. Ztg.“ über die Gotthardangelegenheit sagt der„Constitutionnel“: Frankreich wolle nur, daß die Eisenbahn über den Gotthardt einzig von dem neutralen Staate abhänge, den sie durch— schneide; da nun Preußen so vollkommen geeignet sei, diese Neutralität zu sichern, habe die„Nordv. Allg. Ztg.“ Recht, wenn sie glaube, daß die guten Beziehungen zwischen Preußen und Frank— reich durch die Interpellation Mony nicht berührt werden würden.
Belgien. Brüssel. Das Ministerium hat durch die Kammerwahlen 15 Stimmen ein- gebüßt, so daß die Majorität, über die es in der Kammer verfügt, jetzt nur noch eine einzige Stimme beträgt. Das Cabinet hat am 15. d. seine Entlassung gefordert.
— Tie Demission des Cabinets ist beschlossen. Es hat dem König den Rath eriheilt, hervor— ragende Mitglieder der katholischen Partei ins Ministerium zu berufen. Wenn dieselben die Berufung annehmen, so ist eine Kammerauflösung unvermeidlich.
Großbritannien. London. Am 14. d. wurde die Leiche Charles Dickens in der West— minsterabtei beigesetzt. Die Feierlichkeit fand, wie der Verstorbene gewünscht batte, in größter Stille Statt, nur wenige Personen wohnten derselben bei.
Italien. Florenz. In der Kammersitzung vom 14. d. beantwortet Lanza die Anfrage Ber⸗ tani's über die Intentionen der Regierung be⸗ züglich der Gotthardtsbahn dahin, das Verhalten der Regierung sei durch die Berner Convention vorgezeichnet. Das Ministerium habe die Vorlage des Gesetzentwurfs wegen der Arbeiten über die Finanzmaßregeln verschoben. Die Vorlage werde in der nächsten Session erfolgen; erkläre sich jedoch die Kammer zur Berathung des Entwurfs bereit, so werde das Ministerium denselben noch in der gegenwärtigen Sesston einbringen.
Amerika. Washington. Eine Botschaft des Präsidenten an den Congreß spricht sich über die Stellung aus, welche die Insurgenten in Cuba einnehmen Sie bezeichnet die Kampfführung auf beiden Seiten als eine barbarische. Dem Verlangen der Cubaner Insurgenten gegenüber, durch die Vermittelung der Vereinigten Staaten die Anerkennung als kriegsführende Partei zu erlangen, erklärt der Präsident, die Feindselig⸗ keiten auf Cuba seien nicht als Krieg im inter nationalen Sinne zu betrachten.
Darmstadt. Wie vorsichtig man heut zu Tage im geschäftlichen Veikehr sein muß zeigt folgender, der„Fr. Zig.“ von hier gemeldeter Vorfall: Ein hiesiger Geschäftsmann schuldete einem andern eine nicht unbedeutende Summe. Er acceptirte einen auf den schuldigen Betrag ausge⸗ stellten Wechsel, ohne ihn zur Verfallzeit einzulösen. Als der protestirte Wechsel gegen ihn eingeklagt wurde, bestritt
er im Productionstermin die Aechtheit seiner Unterschrift unter der ihm vorgelegten Urkunde, und erklärte gleich⸗ zeitig, der Diffesstonseid könne ihm nicht auferlegt werden, bazet wegen Meineids rechtskräftig verurtheilt worben sei. Da dlese Thalsache sich allerdings richtig verhält, so sah
sich ber Wechselgläubiger genöthigt, das Wechselverfahren fallen zu lassen. Es dürfte somit bei Annahme von
Wechseln gerathen erscheinen, die Frage zu prüfen, ob der
Aceeptant nicht wegen Meineids verurtheilt worden ist,
indem nach der Praxis unserer Gerichte allerdings einem
Meineibigen ein Eid nicht auferlegt werden kann und es somit einem solchen in die Hand gegeben ist, jedes gegen ihn einge leitete Wechselverfahren illusorisch zu machen.
Darmstadt. Der von den drei Provinzial⸗Vereinen des Landes in's Leben gerufene landw. Lehrcursus für Schullehrer dahier wird den getroffenen Bestimmungen gemäß in beiden Abtheilungen am 18. Juli d. J. seinen Anfang nehmen und wie in vorderen Jahren 6 Wochen andauern. Die durch die Betheiligung mehrerer Lehrer aus den Nachbarstaaten im vergangenen Jahre erweckte Hoffnung, daß man auch außerhalb des Landes die Wich⸗ ligkeit und Nützlichkeit des nunmehr hier schon drei Mal abgehaltenen Cursus anerkennen werde, ist inzwischen in sehr erfreulicher Weise in Erfüllung gegangen. Denn es werden dem Vernehmen nach nichb allein diejenigen Lehrer, welche von bayrischen und westfälischen Vereinen zur Theilnahme an den Vorträgen erschienen waren, diese auch den bevorstehenden Cursus besuchen, es sind nunmehr auch Seitens des rheinpreußischen Vereins sechs Lehrer zum Besuche der Anstalt angemelden worden. Auf welche Zahl sich die Betheiligung in diesem Jahre im Gesammten er⸗ heben werde, entzieht sich gegenwärtig noch einer genauen Berechnung, da das Resultat der Bewerbungen sich erst dann überblicken lässet, wenn die noch rückständigen An⸗ meldungen durch die landw. Vereine des Landes ein⸗ gelaufen sein werden.
Cassel. Ein Versuch über die Thätigkeit des Maul⸗ wurjs ist im pomologischen Garten zu Cassel so ausge⸗ führt worden, daß die dem Experimente unterworfenen Thiere sich möglichst in ihrem natürlichen Verhalten zeigen konnten. Eine Fläche von 49 Quadratfuß wurde 3 Fuß lief ausgegraben und die Grube daun an allen vier Wänden und an dem Boden mit Dielen fugendicht ver⸗ wahrt, so daß das Ganze einen hölzernen, 1 Fuß hoch über die Oberfläche hervorragenden Kasten bildete. Durch diese Eineichtung konnten weder der Maulwurf noch Engerlinge und Würmer nach irgend einer Seite hin entweichen; auch war der Zutritt anderer Thiece von außen abgesperrt. Hierauf wurde der Kasten mit der vorher ausgegrabenen Erde wieder ausgefüllt und endlich die Oberfläche mit Strauchwerk und dergleichen überall bepflanzt. Nachdem die Gewächse vollständig angegangen waren, wurden 140 Stück Engerlinge und eine entsprechende Anzahl Regenwürmer überall auf der Oberfläche vertheilt, worauf sich dieselben sofort eingruben. Erst nachdem sich annehmen ließ, daß Engerlinge und Würmer ihrer Nahrung nachgehen würden, wurde(am 29. Juni) ein Maulwurf eingelassen. Derselbe wühlte sich sofort in die Erde, und begann seine Wirksamkeit. Das Resultat wurde 34 Stunden darauf so geprüft, daß die Erde des Behälters sorgfältig durch ein feines Drahtgitter so ge⸗ worfen wurde, daß nur die feineren Erdtheilchen, nicht aber die gröberen und die Engerlinge und Würmer durch⸗ fallen konnten. Es fanden sich dabei nur noch 17 Enger⸗ linge, davon zwei von hinten zur Hälfte angefressen, und ein Regenwurm wieder. Der Maulwurf hatte also in 34 Stunden fast sämmtliche Regenwürmer und 123 Engerlinge aufgesucht und gefressen. Der Boden war überall von Gängen besselben durchzogen. Der Versuch war von einer besondern, zu diesem Zwecke bestell len Commission des Gartenbauvereins überwacht worden.
Aus Segeberg in Holstein berichtet unter dem 7. d. die„Köln. Z1g.“:„Die Stadt flaggt. Es ist Steinsalz bei 330 Fuß Tiefe auch auf der Stiftsdorfer Feldmark gefunden worden. Bei 307 Fuß ist man auf Marien⸗ glas, den Vorboten von Salz gestoßen, bald hernach auf salz⸗ haltige Bestandtheile deren Auffindung die verfrühte Nachricht von einem Salzfunde verursacht haben. Jetzt steht der sog. Bohrer indeß wirklich in Steinsalz, welches von besserer Qualität, als das hier gefundene, sein soll. Wahrscheinlich liegt der ganze Segeberger See und seine Umgebung, einschließlich eines Theils des adligen Gutes Rohlstorff, über einem großen, weithin sich dehnenden Salzlager.
Prag. Der Böhmerwald ist wieder, wie in den Tagen Karl Moor's, der Schauplatz einer Räuberbande. Die„Bohemia“ meldet: Im Augenblick ist unsete Be⸗ völkerung in nicht geringem Maße alamirt. Die Bande des aus der Karthauser Strafanstalt entsprungenen Raub⸗ mörders Janetscheck soll sich gegen 20 Mann hoch zu⸗ sammengefunden und die gräflich czernin'schen Wälder zu ihrem Schlupfwinkel gewählt haben.
Einiges über die landwirthschaftlichen Verhältnisse des Kreises Friedberg. Von Dr. K. Henkelmann. (Fortsetzung.)
Von großer Verbreitung ist die Diluvial⸗ bildung in der Wetterau. Als bedeutendste Ablagerung derselben erscheint der Lehm ent⸗ weder an der äußeren Erdoberfläche oder doch ganz nahe unter derselben. Er überdeckt in mäch⸗ tigen Lagern die jüngsten Schichten des Mainzer Tertiärbeckens und der älteren Diluvialbildung und bedingt die große Fruchtbarkeit unserer Ge⸗ gend. Theilweise findet man auch unmittelbar unter der Dammerde Bänke von Geröll z. B. Nauheim, Fauerbach II., Ossenheimer Wäldchen,
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