Ausgabe 
17.9.1870
 
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welche baten, dem Könige den Ausdruck ihrer Dankbarkeit zu uͤbermitteln. DasGiornale di Roma gibt einen Auszug aus dem Briefe des Koͤnigs an den Papst und fügt hinzu: Es ist unnöthig, zu sagen, daß der Papst alle Vorschläge zurückwies. Aus Rom wird ge meldet: Es wurde dem Papste vorgeschlagen, auf einem englischen Schiffe nach Malta zu reisen. Der Papst lehnte jedoch ab und wird im Vatican verbleiben. Der Papst hat das diplo matische Corps versammelt, um gegen den Ein⸗ marsch der italienischen Truppen zu protestiren.

General Cadorna hat eine Proclamation an die Römer erlassen, in welcher er versichert, er bringe nicht den Krieg, sondern den Frieden und die Ordnung. Der Bevölkerung werde überlassen, sich zu administriren, die Unab hängigkeit des päpstlichen Stuhles solle gewahrt bleiben. Der Commandant von Terracina wurde verhaftet, weil er sich geweigert hatte, gegen die Aufständischen zu kaͤmpfen. General Bixio erschien gestern vor Mohtestascone. Die Gar nison zog sich, ohne einen Schuß zu thun, zurück. Die Italiener dringen vor. In Messina und Catanea fanden monarchische Demon strationen statt.

DieOpinione meldet: Auf die Nach⸗ richt von dem Einmarsche der italienischen Truppen ins päpstliche Gebiet fanden in Rom Zusammenrottungen statt; die Polizei ließ ge währen. Nuf allen Bergen um Aquila brennen Freudenfeuer uber die Nachricht vom Einmarsch der Unserigen in Rom. Die Truppen gingen an drei Punkten über die Grenze, um jeden Widerstand leichter und schneller zu beseitigen, und alle römischen Städte wollen ohne alle Aus schreitungen ihren Abfall von Rom erklären.

Die Regierung beabsichtigt, nach der Besetzung des Kirchenstaats und der Stadt Rom sofort durch allgemeine Wahl ein italie⸗ nisches Parlament einzuberufen, welches in Rom tagen soll.

DieGazetta ufficiale meldet: Nach der Besetzung von Frosinone setzte die Division Angioletti's den Vormarsch auf Rom fort. Die italienischen Truppen machten die Garnison von Montalto, welche sich auf Cornetto zurück gezogen hatte, zu Gefangenen. DieOpinione dementirt die Nachricht, daß wegen des Ein marsches der italienischen Truppen in Rom sich diplomatische Schwierigkeiten erhoben hätten.

Neapel. Es fand eine imposante Demon stration zu Gunsten Roms als künftiger Haupt⸗ stadt statt. An der Präfectur angelangt, be grüßte man den Präfecten, der erscheinen und den Gruß erwiedern mußte. Nachdem sich der Zug zum Municipalgebäude begeben, erklärte der Syndicus, der Gemeinderath schließe sich den Wunschen der Bevölkerung an.

Türkei. Konstantinopel. Der fran⸗ zoͤsische Botschafter Vicomte de Lagueronnidre hat seine Demission gegeben und ist heute nach Frankreich abgereist.

H. Friedberg. Ueber den Gesundheitszustand unserer im Felde stehenden Soldaten erfährt man leider, daß viele derselben in Folge der kalten und nassen Witterung und bei der unvermeidlich manchmal schlecht bestellten Ver⸗ köstigung an Unterletbskrankheiten leiden und beßhalb die Nachsendung von wollenen Unterkleidern, Leibbin⸗ den und Socken, sowie an Victualien von Chocolade und Fleischextract dringend gewünscht wäre. Ebenso seien Tabak und guter Branntwein begehrte Artikel. Ein An⸗ fangs nächster Woche von Darmstadt abgehender Trans- port von Liebesgaben soll unseren Soldaten solche Artikel zuführen. Von Gießen gingen kürzlich schon zwei be⸗ deutende Sendungen dergleichen Gegenslände, zunächst für das dort garnisontrende 2. Infanterie-Regiment bestimmt, an dasselbe ab. Vielleicht geben diese Zeilen die Anregung zu einer Sammlung und Sendung genannter, sebr er wünschter Artikel für die so tapfer sich erwiesenen Soldaten unseres Jägerbalaillons, welche solche freundliche Gabe der Friebderger Einwohnerschaft gewiß freudig und dankend willkommen heißen würden. Mit diesen Zeilen will Schreiber derselben gleichzeitig den Anfang einer hoffentlich Anklang findenden Sammlung machen, indem ex zu er⸗ wähntem Zwecke 4 fl. bestimmt, hoffend, daß sich einige Bewohner Friedbergs finden möchten, welche sich der Mühe der Annahme von Geld und entsprechenden Artikeln gerne unterziehen werden.

Friedberg. Vor einigen Tagen passirte ein Zug von 14 geheizten Locomotiven unseren Babnhof. Dieselben kamen von Berlin und Hamburg und gingen nach Frank reich zur Verwendung auf den dortigen von den Deutschen occupirten Bahnstrecken.

Nieder⸗Wöllstadt, 15. Sept. Auch hier bat der Palrioliomus die ersteulichste Opferwilligkett geweckt. Schon vor eilichen Wochen konnten an den Hilfsverein zu Darm⸗ stadt 302 fl. 45 kr. sammt einer bedeutenden Sammlung von allen möglichen Verband- und Verpflegungsrequisiten abgesandt werden. Eine zweite Sammlung der letzteren Gegenstände ist Herrn Dr. Fresentus dahier übergeben worden, damilmes itzm bei der ärztlichen Behandlung der elwa hier zur Verpflegung gelangenden Verwundeten am etsorderlichen Materiale nicht fehie. Die biesigen Ein⸗ wohner haben sich nämlich wie ich Ihnen neulich mit⸗ theilte erboten, 40 Verwundete in Privalpflege zu nehmen. 15, unserer braven Krieger haben auch bereits theils verwundet, tbeils ktank bei uns Aufnahme gefunden. 2 derselben konnten als gesund enklassen wer⸗ den, 1 ist gestorben, 4 aber mußten, weil zur Privafpflege nicht geeignet, in das Lazareth nach Friedberg verbracht werden. Zugleich hat man auch an die durch den Krieg bart miigenommenen Grenzdistrikte unseces Vater⸗ landes gedacht. Gestern wurden nach Darmstadt abgesandt: 264 Pfund Butter, Kaffee, Zucker, Eier u. dergl., 2612 Pfund Kartoffeln, 3101. Pfund Brodfrucht, 828 Pfund Mehl und 83 Pfund Dörrobst. Fügt man zu diesem den jetzt wieder vorhandenen Baarbestand mit circa 140 fl., meist von Solchen gegeben, deuen eine Lieferung an Na- turalien nicht möglich ist, sowie das, was zur Zeit der Stockung der Militärzüge mit allgemeinster Betheiligung zur Erstischung der passirenden Truppen geleistet wurde, so wird es nur als ein Minimolansatz betrachtet werden dürfen, wenn wir den sämmtlichen von Nieder Wöllstadt gebrachten Opfern den effektiven Geldwerth von 1200 fl. beilegen, außer den wohl noch höher anzuschlugenden durch oben erwähnte Verpflegung entstandenen und mit der Zeit entstebenden Mühen und Kosten. An der für die Grenzbezirke bestimmten Natutalsammlung betheiligten sich

zugleich die Gemeinde Bruchenbrücken nebst Görbelheimer

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Mühle mit 101 Pfund Dörrobst, 307 Pfund Mehl, 2830

die Gemeinde Ober-Wöllsta Linsen, 11 Pfund Fleisch, 1638 Pfund Kartofseln 198g Pfund Brobfrucht, 22 Eier, 18. Pfund Erbsen, 4 Lab Brod und 28 kr, an Geld. Diese Gemeinden haben vorher

daß auch kleinere Gemeinden bei gutem Willen für die vater⸗ ländische Sache eiwas Namhaftes zu leisten im Stande sinb.

Frankfurt. Am 14. Abends trafen zwei Compagnien dae, welche einige Tausend Gefangene nach Coblenz ge bracht hatten, hier ein, um am folgenden Morgen welter zu gehen. Eine große Menschenmenge aus Homburg und Umgegend hatte sich eingefunden, und herzlich war der Willkomm, wescher den, ersten Mitrailleusen⸗Eroberern zu Theil wurde. Mancher Vater und manche Mutter Ringen

sal 1 Kindes, und manchen wurde die traurige Kunde; todt! J Frankfurt. Wie wir vernehmen soll mit Ende dieser Woche die versprochene Mitrailleuse hier eintreffen und diese alsdann mit noch einigen andern auf den Krieg be⸗ zuͤgliche Sachen ausgestellt werden. N Darmstadt. Sämmiliche Arbeiter der hiesigen Maschinenfabrik und Eisengießeret haben es unter den jetzigen Umständen für angemessen gefunden am 10, b. M. die Arbeit einzustellen. Die Ursache dieses für dle Jetztzeit so auffallenden Schrittes ist darin zu suchen, daß sich die Arbeiter nicht die Reduction auf die Lohnsütze ge⸗ jallen lassen wollten, wie solche vor einem Jahr bestanden. Darmstadt. Ein hier durchkommender gefangener Franzose hatie die Naivetät, darüber Klage zu fühten, daß ihnen in Deulschland nur Brod, abet kein Fleisch und Wein gereicht werde! Einzelne gefangene Franzosen warsen das ibnen gereichte Brod, weil kein Fleisch dabei, wither von sich. Ein durch einen Streisschuß am Kopf ver: wundeter preußischer Ulane, welcher in einem Thüringer Lazareth untergebracht werden sollte, machte hier Kehrt, um wie er sagte, noch den Einzug in Paris mitmachen zu können. 5 Darmstadt. Aus welchen Elementen einzelne fran⸗ zösische Truppenkörper, z. B. die Zuaven, zusammengesetzt sind, beweist die Tbatsache, daß unter den hier burchge⸗ kommenen Kriegsgefangenen 5 bis 6 Hessen waren, die seiner Zeit wegen ihrer schlechten Aufführung gus unserem Militär ausgestoßen wurden. 90 5 8 Darmstadt. Anfangs nächster Woche soll eine dritte Sendung Kleidungsstücke von dem Comite für Versorgung der im Felde stehenden Truppen an die Großherzogliche Division abgesendet werden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auch Packete an Angehbrige der Division zur Beförderung angenommen werden, und sind solche mit der vorschriftsmäßigen Adresse und dem Namen des Absenders versehen, bei der Etappen⸗Commandantur im Bahnhofe oder bei Herrn Fabrikant Blumenthal abzugeben.

Kassel. Am Montag wurde auf Wilbelmshöhe ein junger Mensch verhaftet, welcher sich gegen seinen 115 herrn in Berlin eine Veruntreuung halte zu Schulden kommen lassen und deßhalb polizeilich verfolgt ward. Man fand bei ihm ein Terzerol, welches in einem hiefige Laden gekaust worden ist. In der Stadt wurde hierdurch das Gerücht eines beabsichtigten Mordversuchs auf Napo leon hervorgerufen. Nach Wilhelmshöhe ist, wie die Volkszeitung? miltheilt, im Auftrage der Königin eine Kiste mit zahlreichen Gesellschaftsspielen abgegangen. Die selben sind für das Personal Napoleons bestimmt, das si in Wilhelmshöhe zu langweilen scheint. 1 1 Berlin. Die Kriegsbeute, welche durch die Capllu⸗ lation von Sedan in die Hände deer deutschen Armee ge

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