Ausgabe 
17.2.1870
 
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1870.

Donnerstag den 17. Februar. M. 21.

Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt

Erscheint jeden Dienstag, Dennerstag und Samstag.

Hessen. Darnstadt. Die Regierung vat die Gesetzesvorlage über die Zusammenlegung der Grundstücke nunmehr an die Stände ge angen assen. Aus derselben ergibt sich, daß die Wünsche der landwirthschaftlichen Vereine und die Vor chläge des Generalsektetärs derselben, Oekonomie⸗ ath Dr. Krämer, thunlichsf berücksichtigt wurden.

Mainz. Nach demM. Anz. hat die Octroi-Commission die auf dasOctrei für Sleinkohlen bezüglichen, zum Theil gewaltsam veränderten Buchungen der Gemeindekasse mit der Zahl der an den Thoren verwerthetenEinfuhr- zettel, soweit dieselben noch vorhanden, verglichen und herausgebracht, daß seit Einführung der Scheine dasSoll 258,562 fl. 45½ kr., da- zegen dasHaben 252,905 fl. 15 kr. belrägt, daß demnach in der Octroikasse für Steinkohlen 5657 fl 30½½ kr. feblen, ein Betrag, der auf rgend eine Weise unterschlagen wurde und daher unter allen Umständen von den Unterschlagern er etzt werden muß. Die Octroi-Commission hat das Ergebniß ihrer Untersuchung mit entsprechen dem Berichte schon vor 2 bis 3 Wochen dem Broßh. Kreisamte übersendet, und diese Behörde gat die Acten, geprüft und richtig befunden, bereits der Großh. Staatsregierung unterbreitet. Die Bürgerschast harrt nun mit Ungeduld der Ent⸗ cheidung.

Die in Mainz erscheinende Zceitschrift

Israelit enthält nachstehendes Telegramm aus

Paris:Graf Daru, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, hat Herrn Cremieux das Ver- prechen gegeben, dahin zu wirken, daß sämmtliche Hroßmächte gemeinsam im Interesse der bedrängten ind verfolgten Juden energische Noten an die zumänische Regierung ergeben lassen. Preußen. Berlin. ulttags 3 Uhr wurde der Reichstag des nord- veuischen Bundes im Weißen Saale des königl. Schlosses von dem Könige von Preußen im Namen zer verbündeten Regierungen mit einer Thronrede röffnet, in welcher die Mitglieder des Reichstages im Namen der verbündeten Regierungen zur letzten Session der Legislaturperiode willkommen geheißen verden. Der Reichstag soll in dieser Session berufen sein, die unter seiner Mitwirkung geschaffenen und durch einmüthiges Zusammenwirken der ver bündeten Regierungen ins Leben getretenen In- ktitutionen zu ergänzen und fortzubilden. Zunächst wird die sofertige Vorlage eines Strafgesetzbuches für den norddeutschen Bund angekündigt und eine Reihe weiterer Gesetzesvorlagen in Aussicht gestellt. Sodann wird erwähnt, daß die Steigerung des Verkehrs und die Reform der Besteuerung des Zuckers es gestattet haben, in dem Bundeshaus haltsetat für das Jahr 1871 die Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern, sowie an Post überschüssen böher auszubringen, als im laufenden Etat, wodurch die Aussicht gewährt ist, daß der zrößtre Theil der dauernden Mehrausgaben für die Fortentwicklung der Bundeseinrichtungen, iamentlich für die planmäßige Ausbildung der Zundesmarine, in eigenen Einnahmen des Bundes eine Deckung finde. Die Gesammtheit der Zerträge, heißt es weiter, welche den Norden Deutschlonds mit dem Süden verbinden, gewähren zer Sicherheit und Wohlfahrt des gemeinsamen tutschen Vaterlandes dit zuverlässigen Bürgschaften, velche die starke und geschlossene Organisation des orddeutschen Bundes in sich trägt. Das Ver⸗ rauen, welches unsere süddeutschen Verbündeten in diese Bürgschaften setzen, beruht auf voller

Gegenseitigkeit. Das Gefühl nationaler Zusam- Redner wurde häufig von Beifall unterbrochen, mengehörigkeit, dem die bestehenden Verträge ihr namentlich aber ven einer siebenfachen Salve, als Dasein verdanken, das gegenseitig verpfändeteser von den Männern sprach,welche ihre Partei Wort deutscher Fürsten, die Gemeinsamnkeit der unter dem Vorwand verrathen, daß sie sich für höchsten vaterländischen Interessen verleihen unseren das öffentliche Wohl aufopferten. Alle anderen Beziehunzen zu Süddeutschland eine von dem öffentlichen Versammlungen, welche stattfinden wechselnden Wege politischer Leidenschaften unab- sollten, waren polizeilich untersagt. hängige Festigkeit. Unter den Regierungen, Der sehr gemäßigteSiecle knüpft an wie unter den Völkern der heutigen Welt ist die die neuesten Beschlüsse der Gerichtsbehörden und Ueberzeugung in siegreichem Fortschritte begr ffen, an die Mittheilungen der offieiösen Blätter über daß einem jeden politischen Gemeinwesen die un- entdeckte Complotie folgende eruste Worte:Wir abhängige Pflege der Wohlfahrt, der Freiheit befinden uns in Lollster Reaction und wir bitten und der Gerechtigkeit im eigenen Hause zustehe alle Bürger, nicht aus dem Auge zu verlieren, und obliege, und daß die Wehrkraft eines jeden daß alle Hoffnungen auf Conststuirung des par⸗ Landes nur zum Schutze eigener, nicht zur Beein-lamentarischen Regimes an der Stelle des persön⸗ trächtigung fremder Unabhängigkeit berusen sei. lichen, die wir am 2. Januar hegen durften, am Schließlich wird die Hoffnung ausgesprochen, 10. Januar durch den Pistolenschuß von Auteuil det Reichstag werde durch die Lösung der vor- vereitelt wurden. Es stellt sich immer mehr heraus: liegenden Aufgaben die Erfolge des gegenwärtigen Das Kaiserthum ist mit der Freiheit unvereinbar. Reichstages zu einem Abschlusse bringen, welcher Großbritannien. London. DieTimes die damit verbundenen Mühen durch den Dank milden, daß die franzöfische Regierung dem Papste der Nation lohnen und diesem Reichstage eine ihr Miß vergnügen über die absolutistische Regierung hervorragende Stellung in der Geschichte der angedeutet und mit der Abberufung der Truppen vaterländischen Institutionen sichern wird. zwar nicht gedroht habe, aber doch bemerkte, daß

Der Reichstag ist bis zum 15. d. noch dieselbe längst beschlessen sei, da Frankreich die beschlußunfähig gewesen, da sich die erforderliche Integrität des Kircheustaats auch obne Besatzungs⸗ Anzahl Abgeordneten nicht eingefunden hatte. truppen garantiren könne.

Der Ausschuß des Congresses deulscher] Italien. Aus Rom wird vom Concil Volkswirthe hat beschlossen, den diesjährigen Con- gemeldet, der Papst habe erklärt, daß die Vor- greß in Lübeck abzuhalten. Zur Berathung schläge, welche schon von Commissionen untersucht

Am 14. d. Nach⸗

kommen 1) das Armenwesen; 2) die gesetzgeberischen Aufgaben des norddeutschen Bundes gegenüber dem Bankwesen; 3) die Münzfrage; 4) die Strikes; 5) die Haftbarkeit für Seeunfälle; 6) die Canal- und Flußschifffahrt.

Sachsen. Dresden. Der von der zweiten

Kammer gefaßte Beschluß, die Regierung möge

dahin wirken, daß sämmtliche zum norddeutschen Bunde gehörigen Staaten ihre besondere diplo matische Vertretung aufgeben, wurde von der ersten Kammer abgelehnt.

Bayern. München. Gutem Vernehmen nach besteht Fürst Hohenlohe auf seiner Entlassung. Ueber seinen Nachfolger verlautet noch nichts Bestimmtes.

Oesterreich. Wien. DieN. fr. Pr. meldet in Bestätigung ver Nachricht von gemein samen Schritten Oesterreichs und der übrigen katholischen Mächte gegen die Annahme des Syllabus durch das Concil, der österreichische Botschafter in Rom, Baron Trautmannnsdouyff, habe die betreffende Depesche des Grafen Beust bereits erhalten.

Aus den Provinzen kommen allerlei Hiobs posten über die Folge der außerordentlichen Kälte in der vorigen Woche. In Wien sank die Tem- peratur nur bis zu 17 Grad, in Linz(Ober- österreich) bis 22, in Klagenfurt(Kärnten)] bis 28, in Klausenburg(Siebenbürgen) bis 29 und in Czernowitz(Bukowina) bis 31 Grad. Auf der Nordbahn erfroren 14 Ochsen, welche in offenen Wägen nach Wien transportirt wurden. Auf der Bahnstrecke Czernowitz⸗Suczawek mußten die Züge reducirt werden, da ein großer Theil des Personals in Folge der grimmigen Kälte dienstuntauglich wurde.

Frankreich. In einer im Circus der elp- setischen Felder abgehaltenen öffentlichen Versamm lung, welcher gegen 5000 Personen beiwohnten, hielt Hr. Jules Favre einen Vortragüber die Bürgerpflichten. Die Herren Picard, Carrot und Glais-Bizoin bildeten das Büreau.

Der bier umsteigen

worden sind, einfach vorgelesen werden und dann ohne Discussion vom versammelten Concil ent- weder genehmigt oder verworfen werden sollen. Dieser Entschluß hat die lebhafteste Opposition erregt, besonders von Seiten der deutschen Bischöfe, die sich der Abstimmung enthalten werden, sobald es ihnen nicht erlaubt ist, über die vorgelegten Fragen zu diseutiren.

Amerika. Die Begräbniß- Feierlichkeiten Peabody's haben am 8. Februar in Peabody (Massachusets) stattgefunden. Der Trauerzug, welchem sich Prinz Arthur von England, der bri tische Gesandte und viele Abgesandtschaften ver schiedener Staatslegislaturen und Municipalbe hörden angeschlossen hatten, bestand aus mehr als 200 Equipagen und 5000 Personen zu Fuß.

Frankfurt. In der jüngsten Sitzung des land⸗ wirchschaftlichen Monatsclubs, welche von 50 Mitgliedern besucht war, kam zunächst die beim Reichstage des nord deuischeu Bundes zu überreichende Denkschrift, betreffend die Befürwortung der Branntwein-Fabrikalsteuer, zur Vorlage. Dieselbe wurde in all' ihren Theilen genehmigt und der Beschluß gefaßt, solche den verschiedenen landwirthschaft⸗ lichen Vereinen mit der Aufforderung zum Vorgehen in gleichem Sinne zuzustellen. Eine erregte Discussion ent spann sich hierauf über das landwirthschaftliche Unter⸗ richtswesen, namentlich über mehrere vom Referenten vorgeschlagene Resolutionen, welche sich dahin aussprachen, daß eines der fundamentalsten Mittel zur dedung der wirthschaftlichen und socialen Verhäͤltnisse des größten Theils der landwirrlbschaftlichen Bevölkerung in Förderung des landwirihschastlichen Fortbildungsunter⸗ richts zu suchen sei, und daß Fortbildungsschulen nur dann erfolgreich ins Leben gerusen werden können, wenn der Staat den Schullehrern in den Seminarien eine über das jetzige Maaß hinausgehende Ausbildung vor Allem in den Naturwissenschaften verschafft, um dieselben dadurch zu befähigen, Fortbildungsunterricht zu ertheilen; und wenn die Gemeinden die Pflicht einseden lernen, alle Be dingungen solcher Fortbilduntzsschulen(Locale, Lehrmittel, Heizung, Licht, Remuueration des Lehrers) zu slellen. Die Beschlußnahme über diese Resolutionen wurde dei dem Auseinandergehen der Ansichten der am 7. Marz stallindenden Sitzung vorbehalten.

Frankfurt. Seither mußten die Reisenden, welche von Basel und dem Rhein herauf nach Berlin ꝛc. reisten, Dieser Mißstand wird im Laufe dieser

der