Ausgabe 
16.8.1870
 
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Berstadt, 49 Ilbenstadt), 50 Pfund Dörrobst, Hülsenfrüchte, Kaffee, Zucker, 35 Wund Butter, 2429 Eier(170 von Blofeld, 30 von Stammheim, 168 von Staden, 912 von Dauernheim, 440 von Ober- Mockstabt, 550 von Nieder⸗ Florstadt, 139 von Ilbenstadt, 20 von Ossenheim).

p) an Geld: Ilbenstadt 37 fl. 28 kr., Staden 33 fl., Ober⸗Mockstadt 6 fl. 18 kr., Nieder-Florstadt 8 fl. 30 kr., Dauernheim 4 fl. 42 kr., Stammheim 4 fl. 32 kr., aus biesiger Stadt und an kleineren Gaben aus der Umgegend 15 fl. 38 kr. Vierte Liste im Ganzen 110 fl. 8 kr., dazu von voriger Liste 1265 fl. 39 kr. zusammen 1375 fl. 47 kr.

Von mehreren Seiten wurde dem Comité Vorhalt gemacht wegen ungleicher Vertheilung der Gaben und namentlich wegen Bevorzugung der Turcos vor den deut schen Soldaten. Es beruht dieser Vorwurf entweder auf einem Irrthum, oder ist eine absichtliche böswillige Ver läumdung, wie sich denn auch einzelne Leute das Ver gnügen gemacht haben, dies überall auszusprengen. Das Gerücht konnte möglicherweise dadurch entstanden sein, daß Jemand gesehen hat, daß man, wenn mehrere Verwun dete in einem Wagen waren, einem Mann den Proviant für seine hinter ihm liegenden Kameraden gegeben hat, allein dann hätte man sich überzeugen und nicht auf Muthmaßungen hin Ver läumdungen ausstreuen sollen. Daß die Verthellung alsdann im Wagen richtig geschah, darüber wachte die Es korte mit peinlicher Genauigkeit. Die Gefangenen bekommen, seit der Perron gesperrt ist, und die Verthei

lung nur durch das Comits geschieht, die einfachste Kost, die man überhaupt geben kann, die Verwundeten aber werden, Freund wie Feind, gleichmäßig mit besserer Kost und Erfrischungen gelabt. Man hat das Ansinnen offen und versteckt an uns gestellt den Franzosen gar Nichts zu geben. Allein die Leute sind durch die lange Fahrt ermattet und hungrig, weil sie überall nicht zu viel bekommen, folglich kann man sie nicht darben lassen. Wie man uns aber zumuthen kann(und dies ist vorgekommen), den verwundeten oder kranken Franzosen ein Labsal zu versagen, begreifen wir nicht. Wird dies Ansinnen ernstlich an uns gestellt, so legen wir in pleno unser Amt nieder; wir würden glauben unter den Turcos zu stehen, gingen wir hierauf ein. Wem dies nicht recht ist, mag getrost sein Geld behalten, wir wollen es nicht. Schließlich bemerken wir, daß wir auf derartige Angriffe nicht mehr antworten werden; wir werden auch ferner ruhig den Weg gehen, den uns die Pflicht gegen unsere Nebenmenschen vorschreibt. Für die richtige und angemessene Vertheilung stehen wir Alle, jeder Einzelne mit seinem Namen ein.(Wenn Leute, die sich auf dem Perron befinden, Schinkenbrödchen und Cigarren ꝛc. an die Franzosen vertheilen, so wolle man das mit diesen Leuten abmachen, nicht aber das Comité dafür verantwortlich machen, das damit gar Nichts zu thun hat.)

In den letzten Tagen haben die Truppendurchzüge

etwas nachgelassen und wir konnten deßhalb von dem

mittlerwetle angesammelten Vorrath, und gewiß in Ueber⸗ einstimmung mit dem Willen der Geber, eine Waggon ladung mit Lebensmitteln an das 9 116% comité in Saarbrücken absenden. Es gingen unter Begleitung einiger Comitémitglieder ab: 1400 Laib Brob,

126 Pfund Fleisch, 2352 Eier, sowie 300 Krug Schwal⸗

beimer Wasser(welche letztere Herr Bailly lieferte). Der

Nothstand in jenen Gegenden ist schreiend, selbst für Geld ist Nichts zu haben! Wir bitten deßhalb den Eifer im Geben nicht erkalten zu lassen. Wenn

auch in Saarbrücken jetzt der augenblicklichen Noth gesteuert ist, so gehen uns bereits wieder Aufforderungen.

zur Unterstützung von Wörth und anderen Orten zu. Auch sind vom 16. an wieder täglich Truppendurchzuge

angesagt. Noch ein ganzes Armeecorps steht bei Berlin, das jetzt unseren Bahnhof passiren wird. Also gebt mit vollen Händen! Einige Mitglieder des Comits's werden sich

dieser Tage erlauben auch in hiesiger Stadt eine noch-

malige Sammlung zu veraustalten, hauptsächlich zum Zwecke der Anschaffung von Lebensmitteln für die Noth leidenden auf dem Kriegsschauplatz. Friedberg den 15. August 1870. Das Comité

für die Erfrischung der durchpassirenden Krieger.

C. Binder nagel. C. Groß. G. Hieronimus. J. Koob. A. Metzendorf. J. Morschel. J. Pfeffer. Ph. Ritzel. C. F. Schleuning. G. Schulbof. G. Schwarz. A. Velte.

Nur diejenigen Einsendungen, welche bis spätestens Vormittags

um 9 Uhr bei uns eingelaufen sind, können noch in der nächst⸗ erscheinenden Nummer des Anzeigers Aufnahme finden, da es uns sonst unmöglich ist, das Blatt rechtzeitig zur Post zu liefern.

u fl. 1. 48 fr., 24 kr.

Friedberg und Nauheim.

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Schaafpferch⸗Versteigerung. 2041 Mittwoch den 17. August d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in diesigem Rathhause 5 bis 10 Schaf pferche, welche den 20. d. Mio. ibren Anfang nehmen, öffentlich meistbietetend versteigert werden.

Friedberg den 15. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Ne

Bekanntmachung. 2037 Nächsten Mittwoch den 17. d. Mis., Vormittags um 1! Uhr, wird auf hiesigem Rathhause ein abgängiges Faselschweln meistbietend versteigert.

Bad⸗Nauheim den 13. August 1870.

Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim

Schutt.

Obst⸗Versteigerung. 2032 Donnerstag den 18. August, Vormittags 10 Ubr, sollen in dem Gräflichen Garten nachverzeichnete Obst sorten an die Meistbletenden gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Zum Ausgebote kommen: 5 Bäume Reineclauden 24 1 Mirabellen. Assenheim den 12. August 1870. Grãäfl ich N e e ee Gärtnerei e.

Arbeits-Versteigerung. 2033 Freitag den 19. August, Vormittags 10 Uhr, werden auf dem Rathbaus zu Assenheim die zur Her stellung des Kirchendaches erforderlichen Arbeiten, als: 1) Dachdeckerarbeit lt. Kostenüberschlag 154 fl. 46 kr., 2) Zimmerarbeit 55 an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben.

Friedberg den 12. August 1870. Der Bezirks-Bauaufseher F Schneider.

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2040 wurde verloren. Es wird um dessen Rückgabe an die Exped. d. Bl. gebeten und eine Belohnung zu gesichert.

liche Obttgährhefe 2034 G. Philippi,

zum steinernen Hause.

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Ein Einsteher gesucht!

2035 Näheres bei der Expeditton.

15. August.

Vivat Hoch, es leben alle Lumpen, Alle schlechte Kerl und Vagabunden!

Brodpreise vom 16. bis 31. August. Für Bad Nauheim u. Butzbach unverändert.

Für Friedberg:

% Waizen, ½ Korn. 2/3 Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 4 8 19 kr.[Zweite Sorte 48 17 tr. * 2 9507* 7 2 N 0 e e ee. ½ Loth Milchwaaren kr. 3 Loth Wasserwaaren 1 kr

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Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. 31. August. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg Bad Nauheim u. Butzbach un verändert. Ausnahmpreise für Bad Nauheim bei: H. Langsdorf und H. Aletter Schweinefleisch 19 kr., Schmalz unausgelassen 30 kr.

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2038 welches nähen kann und gut empfohlen ist, wird auf den 1. September gesucht von

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Evangelische Gemeinde. Getaufte:

7. August. Ludwig Schmidt ein Sohn Johann Peter Wilhelm, geb. am 16. Juli.

7. Augufft. Dem Pofisecretär bei dem Bundes⸗-Post⸗

am 9. Juli. Beerdigte: 9. Augufl. Anna Maria Sang, hies. Gürgers Küfers, brand Sang, alt 6 Monate 16 Tage, t am 7. August.

Katholische Gemeinde.

. Beerdigte: 6. März. Anna Maria Goll, alt 68 Jahre, 4 3 März. 15. April.

Heinrich Bopp, alt 50 Jahre, 4 13. April.

28. April. Georg Scharf, alt 75 Jahre, r den 26. April.

12. Ma. Richard Debreux, alt 3 Jahre 5 Monat, 10. Mat.

31. Mai. Margaretha Mulch, Wittwe des verst.

bies. Bürgers Joh. Mulch alt 67 Jahre, 1 den 29. Mat.

Kirchen buchsauszüg t. 3 Dem hles. Bürger und Photographen 5

amte dahter Franz Neuschäfer ein Sohn Georg, geb.

Töchterchen des und Bierbrauermeisters Hilde

Der hiesige Bürger und Zimmermann

6. Juni. Anna Maria Bohnert, alt 2 Monat, 1 den 4. Junt. 20. Juli. Peter, Söhnchen des Schneidermeisters!!

Johannes Metz, alt 11 Monat, 1 18. Jult. 20. Juli. Das 12 Stunden alte Söhnchen des Großh. Rentamtmannes Stephan Josepb Lindeck, 4(8. Juli.

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