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Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Der Königin Augusta in Berlin.
Reims, 11. Sept., 10 Uhr Abends. Trau⸗ rige Nachricht aus Laon, wo Citadelle gestern nach Capitulation und nach Einmarsch unserer Truppen in die Luft gesprengt ward. 50 Mann todt und 300 Mobilgarden, viele Verstümmelte, Wilhelm von Mecklenburg verwundet. Unbedingt liegt Verrath vor. Wilhelm.
Aus Reims, den 12. Sept. wird gemeldet: Nach soeben eingegangener Meldung hat sich am 9. Sept. Laon der 6. Cavalerie⸗Division ergeben. Nach abgeschlossener Capitulation besetzte die Compagnie des Jägerbataillons Nr. 4 die Cita⸗ delle. Als der letzte Mann der Mobilgarde diese verlassen, sprengte der Feind vertragsbrüchig das Pulvermagazin in die Luft. Furchtbare Zerstörung in der Citadelle und der Stadt. Herzog Wilhelm contusionirt, 95 Jäger der Compagnie, über 300 Mobilgarden todt oder verwundet. v. Podbielsky.
— Durch das letzte Telegramm des General quartiermeistere wird als Tag des Ereignisses von Laon der 9. Sept. constatirt. Die Depesche Sr. Majestät des Königs ist also mit untichtigem Datum versehen gewesen.
Zu den drei gegenwärtig in der Bildung be⸗ griffenen norddeutschen Reserde⸗Armeen wird, wie es in der„Pf. Volksztg.“ heißt, süd deutscherseits noch eine vierte Reservꝛarmee hinzutreten, zu welcher der bisherige Linienantheil der Besatzungen von Rastatt, Germersheim, Ulm, Ingolstadt und die bayerischerseits bereits formirten vierten Bataillone, wie eine combinirte süddeutsche Landwehrdivision zu stoßen bestimmt sind.
Das 88. Regiment Hessen⸗Nassau, welches bei Wörth mit ausgezeichneter Bravour gekämpft und furchtbar gelitten hat, war bei Sedan abermals im Kampfe. Glücklicherweise sind diesmal die Verluste bedeutend geringer. 9 Offiziere todt, 20 verwundet, 400 Soldaten theils todt, theils verwundet.
Der Pariser„Public“ will Folgendes von der Katastrophe von Laon wissen:„Gestern Morgen um 9 Uhr begab sich eine Deputation der Einwohner von Laon, begleitet von einem Commando von 5 600 Preußen, zu dem Com- mandanten der Citadelle, General Ternin, um ihn zu bewegen, daß er diese einzig widerstandsfähige Position der Stadt dem Feinde übergebe. Der General ging auf diese Bitte ein und ließ un · mittelbar darauf die Citadelle räumen, die von Mobilgarden besetzt war; aber kaum begann der Feind in die Citadelle einzudringen, als der brave Ternin, dessen Namen der Nachwelt überliefert werden wird, die Citadelle mittelst einer von ihm zu diesem Zwecke angelegten Mine in die Luft sprengte. Er und 600 Preußen fanden durch diese heroische That ihren Tod.“ Nach ander⸗ weitigen Mittheilungen ist der Name des Com- mandanten General Themenin; er wäre verwundet worden, habe aber die Katastrophe überlebt.
Nancy, 7. Sept. Mit unendlicher Mühe ist es gelungen, auf Landstraßen so viele schwere Festungsgeschütze gegen Toul zu transportiren, daß die Beschießung nun beginnen wird. hofft, daß die im Ganzen kleine Festung, welche 2000 Mann Mobilgardisten und 1000 Mann Liniensoldaten als Besatzung enthält, sich bald ergeben wird, was von großer Wichtigkeit ist, um die Eisenbahn bis Chalons sur Marne, welche jetzt leider noch immer durch Toul versperrt wird, benutzen zu können.
— Bei Vaucouleurs, vier Meilen von hier, auf der Straße nach Paris gelegen, erschien vor einigen Tagen plötzlich ein Strelfcorps von 1500 Mann französischen Liniensoldaten und Mobil⸗ gardisten unter Ausührung französischer Offiziere und nahm ein bayerisches Detachement von 35 Mann unter einem Offizier, drei Militärärzte und den Polizei- Lieutenant Hoppe
aus Berlin, der in das Hauptquartier des Königs Die Aerzte sind zwei Tage in Gefangenschaft gehalten worden, dann
befohlen war, gefangen.
die Genfer Convention aufmerksam machte, wieder in Freiheit gesetzt, hier eingetroffen und haben die dienstliche Anzeige dieses Vorfalles gemacht.
Polizei Lieutenant, den man seiner glänzenden Uniform wegen für einen preußischen General
4. Stunde entgegen, die sie nach Deutschland zur
Man
preußische
Alle Soldaten, der bayerische Offizier und der berliner
hielt und als solchen dem Volke zeigte, sind als Gefangene in die Gegend von Bordeaux ab⸗ geführt worden.
— Von den furchtbaren Schlachttagen bei Mars la Tour und Gravelotte, klagt J. von Wickede in der„K. Z.“, schmachten noch immer Tausende von Verwundeten in den Lazarethen der dortigen Gegend und harren sehnsüchtig der
besseren Heilung und Linderung zurückführen soll. Es ist oft entsetzlich, was diese massenhaft auf⸗ gehäuften Verwundeten, besonders in solchen Ge⸗ genden, wo die Eisenbahnen noch nicht hinfahren und sie einzeln mit Gespannen abgeholt werden müssen, zu leiden haben. Erlahme man doch ja in Deutschland nicht in dem Eifer für unsere ver⸗ wundeten braven Soldaten.
Aus Brumath meldet die„Bad. L. Z.“ vom 9. September, daß General UÜhrich in Straßburg um einen viertägigen Waffenstillstand nachgesucht hat, nachdem ihm aus dem deutschen Hauptquartier die Nachricht über die Capitulation von Sedan und die Gefangennahme des Kaisers mitgetheilt worden war. Gleichzeitig erklärte sich Uhrich bereit, wegen der Uebergabe auf Grund freien Abzuges der ganzen Besatzung zu unter. handeln. Diese Grundlage wurde unsererseits für unannehmbar erklärt, freier Abzug grundsätzlich vielmehr nur den Offizieren(einschließlich Uhrich 2) zugestanden. Und als Uhrich hierauf nicht ein⸗ ging, wurde der Waffenstillstand abgeschlagen. Sicherem Vernehmen nach werden jetzt bei den Belagerungsarbeiten vor Straßburg zwei Luft⸗ ballons zur Ausspähung verwendet. Sie sollen bereits unterwegs, ja in Wendenheim angekommen sein. Durch das schlechte Wetter haben unsere Belagerungsarbeiten einigermaßen gelitten. Das Feuer des Feindes ist verhältnißmäßig schwach. Vor Straßburg(rechtes Rheinufer), 11. Sept. Mächtig aufsteigende Rauchwolken, aus denen man die Lohe deutlich in weiter Entfernung emporzüngeln sah, gaben Zeichen von einem colossalen Brand in der Mitte Straßburgs. Der— selbe begann Samstag nach 12 Uhr, wüthete den ganzen Tag und die folgende Nacht hindurch und hat bis heute noch nicht aufgehört. Allgemein wird behauptet, das prächtige Theater sei zum Opfer gefallen.— Ein Beispiel der Kaltblütigkeit und Entschlossenheit eines preußischen Kanoniers sei hier erwähnt: Am 6. d. M. Nachmittags flog eine Bombe aus der Festung in die Mitte einer preußischen Batterie. Einer der anwesenden Ka⸗ noniere besaß die Geistesgegenwart, dieselbe sofort zu ergreifen und in das freie Feld so weit als möglich hinaus zuwerfen, woselbst sie augenblicklich platzte. Er rettete dadurch nicht allein sein eigenes, sondern auch das Leben seiner Kameraden. Er erhielt hierfür eine öffentliche Belobung und 20 Thaler als Geschenk. Aus Straßburg berichtet die„Karlsr. Ztg.“: Der gestern berichtete Brand fand nicht in der Kaserne St. Nicolas, sondern in der Citadelle selbst statt, in welcher nun, außer der Kirche, so ziemlich alles Brennbare verzehrt sein wird. Heute
Tage abgegangenen, stimmten Materialzuge hat Prinz Alexander dem 00 2. Inf.⸗Regt., 1b
Armee, die in diesen Schlachten gefangen und nach der Capitulation der wieder in Freiheit gesetzt worden sind, war die Behandlung der Gefangenen Seitens der franzö⸗ sischen Offiziere eine höchst anständige. wohner von Sedan dagegen verübten allerlei Brutalitäten gegen die Gefangenen.
französischen Armee
Die Ein⸗
Hessen Darmstadt. Mit einem dieser für die hessische Division be⸗
dessen Inhaber derselbe ist, 5000
Stück Cigarren übersandt.— Der hess. General⸗
consul Freiherr v. Schey zu Wien hat dem Hülfs⸗ vereine 1000 fl. zur Verwendung
Armeedivision übergeben lassen. 1233 Thlr. und von der in
herzoglichen Regierung rund 275 Thlr. zur be⸗ stimmungsmäßigen Verwendung zugewiesen worden. Mainz. Das tapfere 67. Regiment, welches in der Schlacht von Gravelotte am 18. August sich so sehr auszeichnete, dabei aber auch bei⸗ nahe zwei Drittel seiner Mannschaften einbüßte, wird hier erwartet. Dasselbe soll sich hier einige Zeit ausruhen und seine Ersatzmannschaften an sich ziehen, um später, wenn noch nöthig, neu organisirt wieder auf den Kampfschauplatz zu ziehen. — 12. Sept. Die farbigen Völkerschaften des Gefangenen Lagers sind heute Nacht mit 600 Spahis vermehrt worden.— Gefangene und Verwundete sind heute Nachmittag in einem Zuge von etwa 1000 Mann, Deutsche und Franzosen, von Sedan hier durch nach Frankfart passirt. Auf den Gefangenen von Wilhelmshöhe waren die französischen Soldaten schlecht zu sprechen.— Dem Verbot der Versammlung der„sotial demo- kratischen Partei“ ist auf Befehl des Gouverne⸗ ments die polizeiliche Ausweisung einiger orts⸗ fremden Mitglieder des Vorstandes derselben gefolgt. Vom Rhein. Ueber den gefangenen Kaiser Napoleon wird zwar wenig gesprochen, im All⸗ gemeinen wird ihm aber das schöne Fleckchen Erde „Wilhelmshöhe“ nicht gegönnt.„Der uns diesen Krieg gebracht, dem gebührt nicht ein solches Schloß!“ das ist die gewöhnliche Redensart des schlichten Landmannes und Bürgers, und geben wir dieselbe als ein Stimmungszeichen hier wieder. — Mit großer Bitterkeit äußern sich die hier durchkommenden Truppen über den dem Exkaiser angewiesenen Aufenthalt zu Wilhelmshöhe; noch bitterer aber darüber, daß sie, wie kürzlich in Mainz, den Befehl erhalten, die gefangenen fran⸗ zösischen Offiziere zu grüßen.
Preußen. Berlin. Daß die französischen Schiffe sich aus der Ostsee zurückgezogen hätten, scheint eine falsche Nachricht zu sein. Aus Zu⸗
daß noch in den allerletzten Tagen
Zeitung“, jedenfalls
mehrere an unseren Küsten kreuzten, noch am 6. und 7. d. N
— Man meldet von hier: Sicherem Ver⸗ nehmen nach entbehrt die Nachricht, der Gesandte Nordamerikas habe Vorschläge, betreffend dit Vermittelung, an die Regierung in Washington gelangen lassen, jeder Begründung. Ebenso un begründet ist die Nachricht, die Vereinigten Staaten
brennt es wieder an mehreren Stellen, und zwar anscheinend nicht unbedeutend. Kork, 10. Sept. Soeben 2/ Uhr Nach- mittags furchtbarer Brand in Straßburg. Die Flammen vom Sturmwinde gepeitscht sind hier am Bahnhof in heller Lohe sichtbar. Mannheim, 11. Sept. Heute Mittag pas⸗ sirte auf der Reise nach Stuttgart der Mac Mahon'sche und Failly'sche Generalstab, soweit derselbe noch unverwundet, unsere Stadt. Der 61 jährige todtgesagte Failly war dabei. München.
noch viel beträchtlicher,
aber auf Vermittelung eines Präfekten, der auf
Nach den allmählich hier an- langenden Mittheilungen sind die Verluste der bayerischen Armee in den Schlachten um Sedan als man bisher befürchtete. Nach den Aussagen von Angehörigen der bayerischen vollständig Null. Sie sagt weiter:
hätten das Anerbieten ihrer guten Dienste gemacht.
— Die„Kreuzzeitung“ schreibt bezüglich de neuen Pariser Regierung:„Wenn wir heute diese Herren als berechtigte Regierung anerkennen wollten, müßten wir morgen mit Rochefort, übermorgen mit einem Arbeiter-Ausschuß, am dritten Tage wieder mit den Bonapartisten pactiren. Die zur Zeit nach den Gesetzen des Staats- und Völker rechts allein berechtigte, von Deutschland aner“ kannte Regierung ist die des Kaisers Napoleon. Jules Favre und Consorten existiren für Deutsch⸗ land als Regierungsgewalten gar nicht.“— Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ erklärt in ihrem Leitartikel: Nach französischem Staatsrecht ist für Deutschland die Regierung im„Hotel de Ville“
für die hessische
— Aus einer von Deutschen in Petersburg veranstalteten Sammlung(4935 Thlr.) sind rund
St. Antonio(Texas) ebenfalls von Deutschen zusammengebrachten Summe
(1000 Dollars) vom Bundeskanzler der groß⸗ 5 angehören;
verlässigster Quelle weiß wenigstens die„Weser
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