Ausgabe 
15.9.1870
 
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un Laon beweise, daß man mit Leuten nicht wierhandeln kann, die zu solchen Gewaltthaten afrusen, sondern nur mit der Regierung, die ulkerrechtlich von uns anerkannt und bereit ist, des Völkerrecht zu achten. Dasselbe Blatt ver- Fentlicht ferner zwei amtliche Aktenstücke, welche Im Beweis liefern über die feindliche völkerrechts⸗ idrige Behandlung, welcher deutsche Militärs in Lelgien ausgesetzt waren.

DieZukunft meldet:Unter den Deut⸗ ben, welche unter schweren Opfern, aber unge⸗ kürdet Paris verlassen haben, befindet sich Ludwig Simon(von Trier), bekannt aus den unvergessenen dagen des deutschen Parlamentes. Eine 15jährige rühsame Erwerbsthätigkeit in Paris er gehört 1 den Nichtamnestirten im deutschen Vaterlande i nun eine fast vergebliche geworden.

Glogau. Das hier befindliche Baracken- ger der gefangenen Franzosen wird bedeutend weitert; noch im Laufe dieser Woche treffen 5500 Mann ein, welche den regulären Truppen gehören; außerdem ist angeordnet worden, tr weitere 6000 Mann Platz zu schaffen. Es tären dann im Ganzen 12,000 Mann unter- ubringen, wozu Zelte aufgeschlagen werden.

Koblenz. Direct von Pont à Mousson bumend sind hier circa 2500 Mann französischer Gefangenen eingetroffen. Darunter befanden sich, außer 7 Generalen, 240 Offziere aller Waffen- attungen. Die Mannschaften wurden auf das plateau der Karthause in das dort errichtete große lager von 600 Zelten untergebracht.

Kassel. Vor einigen Tagen brach in dem Hauptgebäude des Schlosses Wilhelmshöhe, das m Exkaiser jetzt bewohnt wird, Feuer aus, das Her durch schleunige Hülfe wieder gelöscht ward. es entstand in einer im Erdgeschosse liegenden faffeküche, die lange Zeit nicht im Gebrauch ge⸗ resen ist. Wäre das Feuer bei Nacht ausge⸗ krochen, so hätte es leicht einen größeren Umfang nehmen können.

Braunschweig. Auf Befehl does General- wuverneurs der Küste wurden die Mitglieder des Lusschusses der social⸗demokratischen Arbeiterpartei in Braunschweig und Wolfenbüttel verhaftet, in Letten geschlossen und unter militärsscher Bedeckung ich Lötzen gebracht. Diese Maßregel soll ver- mlaßt sein durch einen von genanntem Ausschusse classenen, in mehreren tausend Exemplaren ver- sreiteten Aufruf, der die deutschen Arbeiter zum proteste gegen die Annexion von Elsaß und Loth⸗ ungen und zur Agitation für einen Frankreich icht beschämenden Frieden auffordert, da sie in sen französischen Arbeitern nur ihre Brüder sehen, nit denen gleiches Loos und gleiches Streben ste int. Es wurde in dem Aufrufe zugleich die Hoffnung ausgesprochen, daß auch in Deutschland tnst die Republik proclamirt werden möchte.

Bayern. München. Wie ein Telegramm lerPresse versichert, wird die bayerische Regierung in der deutschen Frage demnächst einen Schritt hun. Es sollen in kürzester Frist Unterhand- lungen wegen Eintritt Baperns in den nord- heutschen Bund von hier aus eingeleitet werden.

DasFr. J. meldet von hier: Im Schoße unseres Ministeriums beräth man sich über die Frage, in welcher Weise eine gemeinsame Ver- setung des deutschen Volkes in einem parlamen⸗ turischen Körper geschaffen werden könne. Man lat sich dort bereits über das Prinzip geeinigt, saß eine solche ins Leben gerufen werden müsse, ind man deliberirt nun die Schritte, welche zur Erreichung des vorgesteckten Zieles führen.

Aschaffenburg. Mehrere Züge, welche hier durchgingen, brachten zusammen 4800 fran⸗ pösische Gefangene. Am 12. auch kam direct von Se⸗ han ein bayerischer Spitalzug mit 270 verwunde sen Bayern, wovon 90 schwerverwundet waren. Sie wurden nach Würzburg gebracht. Bei Sedan sollen nach Angabe von Ossizieren 6000 Mann Bayern todt und verwundet geblieben sein.

Würtemberg. Stuttgart. Sicherem Zernehmen nach ist der frühere Minister des znnern, v. Linden, zur Uebernahme einer Präfektur in den eroberten französischen Provinzen berufen Borden.

Kriegsminister v. Succow reist im Auf⸗ trage des Königs in das preußische Hauptquartier ab.

Ulm. Zwei Batterien Festungs⸗ Artillerie nebst dem Stab sind nach Kehl abgegangen. Es sind 2150 Mann französische Gefangene einge⸗ troffen, welche von einer Compagnie des 60. preußischen Landwehrregiments(Brandenburger, darunter viele Berliner und Potsdamer) trans- portirt worden waren. Die Aufgabe dieser Com- pagnie, eine so große Anzahl Gefangener zu transportiren, war Anfangs, solange der Trans- port durch Frankreich ging, keine ganz leichte, doch erzählten sie, daß sie, wenn die Bursche un ruhig geworden seien, mit dem Wort Hurrah am besten die Ordnung hergestellt hätten. Vor dem Hurrah der Deutschen hätten die Franzosen einen heilsamen Respect. Die Gefangenen bezogen das Lager auf der Gänswiese.

Baden. Karlsrube. Der Grosherzog von Baden hat von Mundolsheim aus ein Tele- gramm an den hiesigen Oberbürgermeister gerichtet, worin er das Anerbieten verschiedener Gemeinden, zu Ehren seines Geburtstags eine Sammlung für die verwundeten zu veranstalten, dankend an⸗ nimmt. Die Sammlung hat gegen 250,000 fl. eingetragen.

Schweiz. Ueber die Verwendung der schweize⸗ rischen Militär Aerzte theilt der Berner Bund mit, daß dieselben in den deutschen Lazarethen, nicht unmittelbar vor dem Feind, sondern in den Reservelazarethen, welche auf den Schlachtfeldern die ambulanten Lazarethe ablösen, verwendet würden, während die ins französische Lager zur Hilfeteistung gegangenen sich bitter beschweren, da sie nicht als Offiziere angesehen, ihre Uniform nicht gewürdigt würde und sie ganz einsach als Sanitätscorps dem Corps Douay incorporirt worden seien.

Großbritannien. London. DieTimes enthalten folgendes Telegramm aus Philadelphia vom Sonnabend: Die Regierung der vereinigten Staaten hat den Gesandten bei dem norddeutschen Bunde, Bancroft, instruirt, die guten Dienste Amerika's anzubieten, obwohl die Regierung der Union um den Schein der Einmischung in die europäische Politik zu vermeiden, keine gemein- schaftlichen Vermittelungsversuche mit den übrigen Mächten unternehmen könne.

12. Sept. Die Ankunft der Kaiserin Eugenie in Hastings wird bestätigt. Sechs französische Panzerschiffe passirten heute Morgen, südwärts steuernd, die Goodwin Sands(Sand- bänke in der Straße von Dover). Von den aus Frankreich vertriebenen Deutschen ist eine große Anzahl in größter Hülflosigkeit auch hierher nach London gekommen, und wir freuen uns, mitzutheilen, daß der hiesige deutsche Turnverein, der sich seit Ausbruch des Krieges in jeder Be⸗ ziehung höchst lobenswerth hervorgethan, es ver⸗ sucht hat, sich der Aermsten so weit wie möglich anzunehmen und ihnen Arbeit zu verschaffen.

Italien. Florenz. Graf San Martino ist in Rom eingetroffen und soll am 9. d. eine Besprechung mit dem Cardinal Antonelli gehabt haben. Man versichert, mehrere angesehene Prä läten seien zu einem Einvernehmen mit Italien geneigt. Dem Papste sollte neben der Ueberlassung der Civita Leonina auch das Gesandschaftsrecht gewahrt bleiben.

DieGazzetta officiale schreibt: Der König hat in Folge des Vorschlages des Mini- sterrathes am 11. d. besohlen, daß die k. Truppen in das päpstliche Gebiet einrücken.

Ro m. Placate des republikanischen Comites laden die Römer ein, nicht mehr die römische, sondern die italienische Republik zu proclamicen, und verheißen das Aufpflanzen des Banners der Republik gleichzeitig in allen Hauptstädten Italiens. Das Cardinalcollegium nahm im Prineip die Intervention der Truppen des Königreichs an. Es werden keine Anstalten zum Widerstand ge⸗ troffen.

In Nizza ist ein Aufstand ausgebrochen.

Alle Behörden sind gesprengt, alle politischen Ge sangenen wurden freigelassen. Vor dem italienischen [Consulat fanden lebhafte Demonstrationen statt.

In Mentone wurden die Zollregister, sowie die Büsten und Embleme Napoleons verbrannt, Die Menge schrie:Wir sind Italiener! Von hier ist eine Deputation zu Garibaldi abgegangen mit der Bitte, zu kommen und die italienische Re⸗ publik zu proklamiren.

Türkei. Constantinopel. In den grie⸗ chischen Gewässern ist eine bedeutende russische Flottille unter Admiral Boutakoff eingetroffen.

Rußland. Petersburg. Bei Be⸗ sprechung der Mission des Herrn Thiers sagt das Petersburger Journal: Hoffentlich werde der⸗ selbe nach Beendigung seiner Mission Frankreich eine Ueberztugung beibringen, welche einer glück lichen Lösung günstig sein werde. Hierzu sei erforderlich, daß Thiers selbst manche seiner Ten⸗ denzen und Ueberzeugungen opfere; dies werde ein großes Beispiel für Frankreich sein, wo der Einfluß Thiers, wie seine Mission beweise, größer als jemals sei.

Amerika. Newyork. Ein in Washington abgehaltener Ministerrath beschäftigte sich mit den von Bancroft eingesandten Vermittelungsvorschlägen. Der Ministerrath wies Bancroft an, zu erklären, Amerika sei bereit, auf Wunsch der kriegführenden Parteien seine guten Dienste für die Herbeiführung des Friedens anzubieten, jedoch nicht in Verbin- dung mit anderen Mächten, um jeden Schein einer Einmischung in europäische Angelegenheiten zu vermeiden.

2 Friedberg. Von einem der Verwundeten, die bis⸗ her in hiesigem Reservelazarethe verpflegt und am 7. Sept. an die nächste Etappen⸗Commandantur entlassen wurden, ging uns heute ein Schreiben zu, aus dem wir Nachfol⸗ gendes der Oeffentlichkeit übergeben zu sollen glauben:

Ew. Wohlgeboren erlaube ich mir die ergebene Mittheilung zu machen, daß der gestern von Ihnen abgegangene Transport Verwundeter von... nach hier geschickt und sich in dem im hiesigen Schlosse eingerichteten Lazarethe befindet. Der Aufenthalt hier ist ein schöner, die Verpflegung gun

Die mir in Ihrem Lazarethe zu Theil gewordene außer⸗ ordentlich brillante Verpflegung und liebevolle Aufnahme veranlassen mich, Sie, wie alle Herren und Damen, die an derselben geholfen, meiner größten Dankbarkeit zu ver⸗ sichern. Worte reichen nicht hin, Ihnen den Dank darzu⸗ bringen, den Sie um mich und meine Kameraden verdient. Dem Herrn Arzt bitte ich gleichfalls meinen herzlichen Dank übermitteln zu wollen; stets werde ich des Herrn Doctors, sowie Ihrer Aller mit aufrichtigster Verehrung gedenken und wünsche, daß Sie durch gutes Gelingen Ihrer edlen Bestrebungen belohnt werden mögen.

Indem ich nochmals bitte allen Damen und Herren, die an meiner Verpflegung Theil genommen haben, meinen berzlichen Dank übermitteln zu wollen, bitte ich mir er⸗ lauben zu wollen, bei meiner beabsichtigten späteren Reise nach Friedberg Ihnen nochmals mündlich herzlich zu danken.

Mit vorzüglicher Hochachtung und herzlichem Gruß dc.

Frankfurt. Vor einigen Tagen kam auf die Neckar⸗ Bahn kurz vor dem Abgang eines Zuges ein Arbeiter mit einem Kinde Hals über Kopf in den Wartesaal gelaufen und bat ein dasitzendes Frauenzimmer einen Augenblick das arme Kind zu halten, damit er ihm etwas Milch hole. Das Mädchen gewährte die Bitte, und ist noch zur Stunde im Besitz des Kindes. Der Eigenthümer ist noch nich: entdeckt.

Frankfurt. Auf unseren Bahnhöfen herrscht gegen⸗ wärlig ein kriegerisches Leben. Züge mit frischen Truppen zum Ersatz des Abgangs kommen aus den östlichen Pro⸗ vinzen, wahrend aus Frankteich Züge mit Gefangenen und Verwundeten abwechseln. In einem am 12. mit etwa 600 verwundeten Deutschen und Franzosen angelangten Zuge, welche nach Chemnitz, Gera, Zeitz und Steitin be⸗ nimmt waren, befanden sich 3 französische Generäle der Divisionen Froboulait und Ducas und der Brigade-General De l' Article. Zwei derselben waren verwundet. Außerdem befanden sich mit ihnen in demselben Zuge noch 23 Offi⸗ ziere, meist vom Artillerie- und Geniecorps. Da in Folge der Gefangenen-Traneporte eine große Masse Waggons 1. und 2. Klasse im Gebrauch sind, so tritt oft Mangel an denselben ein und unsere Truppen, sowie die französischen, müssen sich alsdann in Wagen 3. Klasse behelfen. Die Franzosen glaubten sich berechtigt da über zu klagen, zu⸗ mal da einige verwundete Soldaten, die wegen der Schwere ihrer Verl tzungen nicht auf einem Strohlager oder einer barten Bank transporürt werden konnten, in einem Salon⸗ wagen mitfahren sollten. Auch einer der Generäle murrie darüber; als ihm aber gesagt wurde, daß sich deutsche Generäle und Osfiziere nicht genirten, mit ihren Soldaten zu fahren, beruhigte er sich und nahm seinen Platz ein. Ein anderer von baierischen Truppen eskortirter Zug brachte 1800 Gefangene mit 63 Offizieren nach Wesel. Unter den letztern befand sich der Sohn des Exkriegs ministers Palikao, Comte de Montauban. Nach seiner Aussage kommandirte er die Hälfte des 4. Husaren-Regi⸗ ments als Oberst-Lieutenant und wurde bei Sedan vom Kaiser zum Obersten des 3. reitenden Jaͤgerregiments er. nannt. Derselbe trug 15 Dekorationen. Später kam ein