Ausgabe 
13.9.1870
 
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1870.

Dienstag den 13. September.

N 108.

Oberhes

Enthäl: de amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

sischer Anzeiger.

Friedberger Intelligenzblalt.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Abnahme des Verfassungseides vom III. Quartal d. J.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Dienstag den A. k. M. Vormittags 11 Uhr, findet die Ausschwörung des Verfassungseides auf dem Rathhause dahier

durch die neuaufgenommenen Ortsbürger sowie

verheirathet haben ohne Ortsbürger zu werden Laden Sie dieselben hierzu vor und senden Sie vor dem

diejenigen, welche sich statt.

Friedberg den 9. September 1870.

Termin Bescheinigung hierüber oder Bericht, daß Niemand vor handen ist, der den Verfassungseid abzuleisten bat, an uns ein.

Die nachstehend Aufg⸗führten noch im Rückstande befindlichen Leute sind bei 1 Rthlr. Strafe einzuladen und ist dieses in Ihrer Vorlage unter namentlicher Aufführung zu bescheinigen.

Trapp.

Friedrich Schmidt von Assenheim, Friedrich Bauer von Butzbach,] Rasch von Fauerbach b. Fr., Jakob Seipp von Nieder⸗Weisel, Heinrich

Heinrich Metzger V. von Gambach, Heinrich Friedrich Kart von Nieder⸗Florstadt, Heinrich Karl Sommer von Nieder-Florstadt, Heinrich Wilhelm Knatz von Nieder-Florstadt, Philipp Wilhelm Möbs von Nieder⸗Mörlen, Franz König III. von Nieder-Mörlen, Georg Dei VI. von Nieder⸗Mörlen, Georg Stengel von Nieder-Rosbach, Wilhelm

Betreffend: Die Beitreibung der Gemeindegelder.

Schneider III. von Ober⸗Mörlen, Konrad Schraub von Ober-Mörlen, Joseph Fedler I. von Ober-Mörlen, Johann Heil XVI. von Ober⸗ Mörlen, Jakob Rühl III. von Ober⸗ Mörlen, Peter Anton Simon Diel von Ober⸗Woͤllstadt, Franz Ludwig Heller von Rockenberg, Joh. Ph. Konrad Anfang von Rockenberg, Karl Schlosser von Rockenberg.

Friedberg am 10. September 1870.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Aus verschiedenen Vorlagen haben wir ersehen, daß bis jetzt wenig oder gar nichts zur Beitreibung der fälligen Gemeindegelder geschehen ist. Namentlich ist dieses mit den fälligen Communalgeldern der Fall. Wir weisen Sie an, den Gemeinde⸗Einnehmern die sofortige Einleitung des Zwangsverfahrens aufzugeben, und wie geschehen alsbald zu berichten. Gegen die säumigen Rechner werden wir mit Zwang

vorgehen.

Trapp.

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Es wird vorerst nur ein Theil der Rekruten vom Jahrgang 1850 in der Kürze zur Einstellung gelangen. einem Grunde wünschenswerth ist, jetzt schon und nicht erst bei der später erfolgenden weiteren Ein⸗

vorhanden sein, denen es aus

Sollten Rekruten

stellung herangezogen zu werden, so haben sich die Betreffenden unverzüglich bei dem Bezirksfeldwebel hierzu anzumelden. Jäger, Major und Bezirkscommandeur.

Friedberg den 8. September 1870.

Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten.

Reims, 9. Sept., 1 Uhr 20. Min. Nach- mittags. Außer 25,000 in der Schlacht von Sedan Gefangenen sind durch die Capitulation vom 2. September 83,000 Mann incl. 4000 Officieren in Gefangenschaft gefallen, ferner 14,000 Verwundete vorgefunden worden. Ueber 400 Feld- geschütze, einschließlich 70 Mitrailleusen, 150 Festungsgeschützen, 10,000 Pferde, und ein überaus

zahlreiches Armeematerial befinden sich in unseren

Händen. Hierzu die Verluste in der Schlacht von Beaumont, sowie circa 3000 Mann nach Belgien Versprengte, ergibt eine Gesammtstärke der Armee Mac Mahons vor dieser Schlacht von nahe 150,000 Mann.

Reims, 9. Sept., 8 Uhr 5 Min. Nachmit⸗- tags. Die Armeen setzen unbehindert ihren Vor- marsch fort.

Bazaine hat, laut einer Mittheilung der Allg. Ztg. aus Metz, 5. Sept., nach der Kunde von der Gefangennehmung Napoleons die Uebergabe der Festung sehr schroff abgelehnt mit der Antwort:Der Kaiser kümmere ihn nicht im mindesten, er habe allein in Metz zu befehlen. Das Bombardement der Stadt mit 30 schweren preußischen Geschützen sollte wieder beginnen, ist aber jetzt auf speciellen Befehl des Königs von Preußen wieder unterblieben, um die Stadt nicht unnöthig zu zerstören und noch mehr Opfer zu fordern.

r Straßburg, 6. Sept. Der Geschütz⸗ donner, den wir seit einigen Tagen unausgesetzt vernehmen, gleicht demjenigen einer Schlacht; und man kann in der That sagen, daß eine solche jetzt ohne Aufhören unter den Mauern von Straßburg m Gange ist. Die Wälle haben schon schwer gelitten, die sonstigen erreichbaren fortisikatorischen Objecte sind in außerordentlichem Maße zerstört,

auch die Citadelle ist furchtbar mitgenommen und das Thor, welches sie mit der Stadt verbindet, beziehungsweise von derselben trennt, vernichtet, so daß eine selbstständige Vertheidigung der Cita⸗ delle kaum mehr möglich sein dürfte. Morgen früh kommen nun zwei ungeheure Mörser zur Action, von denen man sich noch nie Dagewesenes verspricht; dieselben schleudern Projektils von gegen 2 Centner Gewicht mit einer Sprengladung von 15 Pfund, und sollen namentlich dazu dienen, die wenigen in der Festung vorhandenen bomben sichern Räume zu zerstbren. Unter dem Schutze dieser gewaltigen artilleristischen Thätigkeit hofft

schreiten zu können, und von da wird dann der unmittelbare Angriff auf die Wälle beginnen, theils mittelst der Breschebatterien, theils durch die Sappeure und Mineure.

Mundolsh eim, 6. Sept. Morgen früh beginnen die beiden Riesenmörser ihr Werk. Dieselben sind im Notdwesten der Festung, zwischen derselben und dem Dorfe Mittelhausbergen auf⸗ gepflanzt; ihr Gewicht beträgt je 175 Ctr., die geschleuderten Projtetile sind je 2 Ctr. schwer und mit 15 Pfd. Sprengladung versehen. Von der Wirkung verspricht man sich ganz Außerordent liches, und namentlich gedenkt man mit Hülfe dieser Geschütze die wenigen bombensicheren Räume, welche Staßburg bietet, zu zerstören. Heute Morgen ist von Kehl aus, wo die Batterien fort während auf's Wackerste eingreifen, ein großer Erfolg erzielt worden: das von der Stadt in die Citadelle führende Thor wurde, wie versichert wird, vollständig zerstört und damit die Mögliche keit, letztere getrennt zu vertheidigen, auf ein Minimum reducirt.

Mundolsheim, 7. September. Die beiden Riesenmörser werden erst morgen ihre Action be

ginnen, da die Aufstellung größere als die erwar

man nach einigen Tagen zur dritten Parallele

teten Schwierigkeiten gemacht bat. Gleichwohl hat fast den ganzen Tag der Geschützdonner in außerordentlicher Stärke getobt; auch Kleingewehr⸗ feuer war wieder vernehmbar, und es wird von mehreren erbitterten Ausfallversuchen berichtet, welche der Feind heute Nachmittag unternommen habe. Näheres morgen. Der seit gestern etwa in der Umgegend der Kaserne Finckmatt wahr- nehmbare Brand hat die ganze Nacht und heute den ganzen Tag fortgedauert. Auch an andern Stellen steigen Rauchsäulen auf. Das Dorf Bisch⸗ weiler brennt; weiter hinüber erblickt man dicke Rauchsäulen, welche auf wiederholten Ausbruch des Feuers in Kehl schließen lassen. Schlett⸗ stadt ist, wie ich nachträglich mittheilen muß, noch nicht ernstlich angegriffen worden; auch sind die Thore immer noch geöffnet und verkehren die in der Stadt befindlichen Mobilgarden immer noch ungestört mit ihren Heimathsorten.

Oberschäffolsheim, 8. Sept. Gestern hatte eine Abtheilung des 3. Regiments ein kleines Patrouillengefecht am Rhein, bei welchem den Franzosen 1 Offizier und einige Mann ge- tödtet wurden. Die Unserigen hatten keinen Verlust. Zwei Schisse, von Breisach kommend, mit Munifion für die Festung wurden von Ab- theilungen des 3. Regiments weggenommen.

Oberschäffols heim, 9. Sept. Von gestern auf heute hat sich nichts Bemerkenswerthes ereignet. Nur an der Porte Nationale wurde ein kleiner Ausfall versucht, aber durch Truppen des 2. Regi- ments zurückgewiesen.

Kort, 8. Sept. Seit gestern Abend anhal⸗ tende, sehr starke Kanonade mit lebhaftem Kleingewehrfeuer. Gestern Erbeutung von 41 Kisten mit französischen Granatzündern.

Altbreisach, 8. Sept. Am fknseitigen Rheinufer erschien gestern Mittag ein Parlamentär, der den diesseitigen Behörden die Mittheilung