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brachte, daß, wenn Schalampe in Brand ge- schossen würde, Altbreisach dasselbe Schicksal zu gewärtigen habe. Es wird demselben zweifels⸗ ohne die beruhigende Versicherung ertheilt worden sein, daß von diesseits eine solche Absicht nicht vorliegt, eben so wie die Vorgänge der letzten Tage auf's Evidenteste beweisen, daß es vor Seite der Franzosen nur um eine Demonstration am Oberrhein zu thun war. g
Hessen. Darmsta det. Die„Darmst. Zeitung“ meldet: Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 9. d. ein Telegramm Seiner Majestät des Kaisers von Rußland, wo— nach Seine Majestät, um die brillante Haltung der braven Truppen Seiner Königlichen Hoheit zu ehren, Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Ludwig die 3. Classe des St. Georgs⸗ ordens(bekannklich des höchsten russischen Militär- Verdienstordens) verliehen hat und, da er nicht wisse, wo der beiderseitige Neffe sich befinde, Seine Königliche Hoheit bittet, dem Prinzen dies an⸗ zuzeigen.— Stine Königliche Hoheit der Groß- herzog, hoch erfreut über diese neue dem Prinzen und der Division gewordene Auszeichnung, haben angeordnet, daß diese gnädige Aeußerung Seiner Majestät des Kaisers alsbald zur Kenntniß der Truppen gebracht werde.
— Wiederum sind zwei von unseren hessischen, am 18. August bei Metz verwundeten Ofstzieren ihren Wunden erlegen. Oberstlieutenant Stamm, Commandeur des 3. Infant.-Regiments, welcher auch 1866 schwer verwundet worden war, hatte bei Metz einen Schuß in den Arm erhalten und war nach Darmstadt gebracht worden. In Folge der nothwendig gewordenen Ampu⸗ tation starb derselbe am 10. d.— Oberlieutenant Seederer II. vom 1. Jägerbataillon, welcher schwer verwundet in Pont à Mousson gelegen, ist daselbst am 10. d. ebenfalls gestorben.
— Wie die„Hess. Volksbl“ von glaub⸗ hafter und wohlunterrichteter Seite erfahren haben, ist die hessische Division seit dem 9. aus ihrer Stellung vor Metz abgezogen, um sich den nach Paris ziehenden Truppen anzuschließen. Bei dem großen Vorsprung, den die kronprinz— liche Armee in dieser Richtung aber bereits hat, könnte es sich nur um eine Reservestellung der hessischen Division bei diesem Vormarsche handeln.
* Friedberg.
Die Direction des evangel
Predigerseminars dahier macht bekannt, daß die
diesjährige Herbstentlassung aus dieser Anstalt Mittwoch den 21. September, Vormittags 10 Uhr, in der hiesigen Burgkirche stattsinden wird.
T Nieder ⸗Wöllstadt, 9. Sept. Montag den 5. d. M. langten zu den früher schon auf⸗
genommenen 4 Verwundeten 11 weitere, meist
durch directe Fahrt von Metz dahier an.(Die chiesigen Einwohner haben sich erboten, 40 Ver⸗ wundete in Ptivatpflege zu nehmen.) Leider ist keiner von ihnen bereits seiner Wunde erlegen, ein Ostpreuße aus dem Regierungsbezirk Königsberg, 24 Jahre alt, welcher am 31. August in der Schlacht bei Metz einen Schuß durch den Unter⸗ schenkel erhalten hatte. Bei seiner Ankunft konnte man sich mit vollem Grunde der Hoffnung hin⸗ geben, daß es der sorgsamen Pflege und ausmerk⸗ amen ärztlichen Behandlung, welche ihm von Seiten seines Pflegegebers Hrn. Oecenom Pflug und unseres Arztes Hrn. Dr. Fresenius in vollstem Maße zu Theil geworden wäre, gelingen würde, seine Genesong herbeizrführen. Auch wurde am Tage seiner Ankunft noch die Kugel aus der Wunde entfernt; allein durch eingetretenen Starr⸗ krampf war er schon am folgenden Mittag um 1 Uhr eine Leiche. Seine gestern stattgehabte Beerdigung bekundete die allgemeine tiefe Sym⸗ pathie für die deutschen Krieger, welche im Kampfe für unser theures Vaterland den Tod gefunden haben. Unter ungewöhnlich zahlreicher Betheiligung, Mitwirkung des Gesangvereins u. s. w. wurde der mit Guirlanden, Blumen gund Kränzen reich geschmückte Sarg in das Grab gesenkt. Einer der vielen den Sarg zierenden Kränze— ein aus Assenheim eingetroffener Lorbeerkranz— ist
dem Wunsche der Geber gemäß an die Eltern des Verstorbenen abgesandt worden. 1
Preußen. Berlin. Bei den Postsammel⸗ stellen gehen häufig Feldpostbriefe ein, welche in Bezug auf Form und Umfang, Verpackung und Gewicht den für Briefpostsendungen vor⸗ geschriebenen Bestimmungen nicht entsprechen. Die Postanstalten sind angewiesen worden, fortan bei Annahme von Feldpostsendungen die Beschaffenheit derselben genauer als bisher zu prüfen und reglementswidrige Sendungen von der Annahme auszuschließen. Namentlich wird darauf aufmerksam gemacht, daß die von Privat⸗ personen abgesandten Feldpostbriefe das Ge— wicht von 15 Loth nicht übersteigen dürfen.
— Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Die Be⸗ rufung Minister Delbrück's in das Haupt⸗ quartier bestätige die Vermuthung, daß die deutschen Fürsten in Bezug auf eine ander⸗ weitige Regulirung der deutschen Verhältnisse die Initiative ergreifen wollen.
Flensburg. Der Wiener„Presse“ wird telegraphirt: Die dänischen Blätter berichten, daß die französische Flotte telegraphisch den Befehl erhalten hat, nach Frankreich zurück— zukehren, wo man die Mannschaft zur Festungs⸗ vertheidigung verwenden will.
Sachsen. Dresden. Das„Dresdener Journ.“ meldet: 5900 französische Kriegsgefangene kommen nach Sachsen und werden auf Dresden, Leipzig und die Festung Königstein vertheilt.
Schweiz. Die Proclamirung der Republik in Frankreich ist auf mehreren Punkten der west⸗— lichen Schweiz mit Mörserschüssen angezeigt und in Volksverfammkungen gefeiert worden. 1
Bern. Der schweizerische Bundesrath hat. die französische Republik mit Bezeigung der wärmsten Sympathien anerkannt. Der Gesandte in Paris, Kern, wurde angewiesen, den officiellen Verkehr mit der provisorischen Regierung aufzu⸗
nehmen. Gleichzeitig wurde die Hoffnung auf baldige Herstellung eines ehrenvollen Friedens ausgesprochen. 8
— Nachdem der Bundesrath beschlossen, sich der Bewohner Straßburgs sowohl durch Befür⸗ wortung, als Aufnahme in der Schweiz und durch Unterstützung annehmen zu wollen, hat sich ein Centralcomite gebildet, welches eine Depu⸗ tation an den General des Belagerungsheeres ab- geschickt dat, um den freien Abzug der Bevölkerung zu erwirken, und einen Aufruf an die Bevölkerung der Schweiz erläßt, um sie zu Beiträgen, sowie zu Ueberlassung von Quartieren zu veranlassen.
Frankreich. Paris. Der„Elberf. Ztg.“
wird telegraphirt: Der Telegraphenverkehr nach Nordfrankreich und Belgien hat aufgehört. Die
Städte Amiens und Douai haben gegen den Umsturz der Regierung protestirt und eine darauf bezügliche Adresse an den früheren Polizei-Präfecten Pietri gerichtet. Nach Kassel gehen zahlreiche Correspondenzen ab.
— Dem„Journal de Paris“ zufolge werden der Kriegsminister, der Marineminister und der Finanzminister, sobald die Belagerung unmittel⸗ bar bevorsteht, Paris verlassen.
— Wie der„Siecle“ meldet, sollen zwei Dampfer, der eine in Bordeaux, der andere in Havre, bereit sein, um, Louis Blanc nach London, Ledru-Rollin nach Washington als Ambassadeurs zu bringen; auch werde Marc, Dufraisse nach Bern unter demselben Titel gehen.
— Die dreifarbige Fahne auf dem Tuile⸗ rienpalast ist durch die weiße Fahne mit rothem, Kreuz der Lazarethe ersetzt worden.
— Die Abreise der Kaiserin Eugenie ging nach dem Pariser Correspondenten der„Times“ am 4. gegen 12 Uhr von statten. Sie begab sich in einem einfachen Wagen, begleitet nur von Pietri, dem Polizeipräfecten, nach einer außerhalb der Stadt gelegenen Station und ging von dort mit der Bahn nach Namur. Pietri war Nachmittags schon wieder in der Stadt.
— Nach der„Indep. belge“ sollen die letzten. Abtheilungen des Corps Vinoy am 8.
— Aus Paris wird der„Independance“ tele⸗ graphirt:„Laon, 7. Sept. Ein preußischer Par-
Rheims heranziehen; er hat eine Conferenz mit dem commandirenden General im Namen des Königs von Preußen verlangt, der von Rethel am Vormittag abgegangen sei. Die Avantgarde des Armeecorps wäre in der Gegend von Sisonne. Der General hat den Kriegsminister davon be nachrichtigt.“
— General Trochu hat befohlen, alle Gehölze in der Umgebung von Paris bei dem Herannahen des Feindes abzubrennen.— Olozaga ist beauf- tragt, die Anerkennung der Republik Seitens Spaniens und die Hoffnung auf Fortdauer der guten Beziehungen dem Minister des Aeußern, Jules Favre, mitzutheilen. f f
— 10. Sept. Die Ankunft der Preußen wird aus Chateau Thiery, Monimirail, Ferté sous Jouarre und Vailly sur Aisge signalisirt. Die Preußen beobachten strenge Diseiplin. Der Präfekt des Departements der Vogesen theilt mit, daß sich die Situation von Toul gebessert habe. mirail und Sezanne. Zwei Corps von je 10,000 Mann rücken auf diese beiden Städte. graphische Verbindung mit Soissons ist unter⸗ brochen. Der Feind nähert sich Chaury(Axrond. Laon in der Nähe von Noyon). Die Aufgabe von Privatdepeschen im Departement der Seine ist eingestellt. Eine Depesche aus Coulommiers be- stätigt, daß die Preußen in Laferté sous Jouarre eingerückt sind. f Belgien. Brüel. Banden, welche aus Frankreich kamen, plünderten die Pachthöfe in der Umgegend von Monscron. Die Truppen empfingen Befehle, um Wiederholungen zu hindern.
— Der„Moniteur belge“ sagt, es sei eine Untersuchung angeordnet bezüglich der von deut⸗ schen Journalen erhobenen Klagen über den Empfang, der den an ihren häuslichen Heerd zurückkehrenden deutschen Familien, sowie den Verwundeten in Belgien zu Theil geworden, und fügt hinzu: Belgien ist mehr als je von der Ehre durchdrungen, daß es nicht aufgehört hat, die freundschaftlichen Beziehungen mit den Völkern, die es umgeben, zu unterhalten; der Vorwurf ist ungerechtfertigt in dem Moment, wo Belgien gleichmäßig mit theilnahmsvollem Eifer sich an⸗ bietet, die Gastfreundschaft ohne Unterschied der Fahne zu üben. 8
— Belgien besitzt jetzt mehr als 15,000 fran⸗ zösische Soldaten aller Truppengattungen. Die Offiziere kehren sämmtlich nach Frankreich zurück, und zwar auf ihr der preußischen Regierung ge⸗ gebenes Ehrenwort, in dem gegenwärtigen Kriege nicht mehr die Waffen gegen Deutschland zu führen. Alle elsässischen Offiziere des Mac Mahon'schen Corps, 12 bis 1500, zogen es vor, lieber als Kriegsgefangene nach Deutschland zu gehen, als die Capitulation zu unterschreiben und nach Hause zurückzukehren. f
— Nach offizieller Mittheilung geht es mit dem Befinden Mac Mahon's besser, jedoch wird derselbe vor drei Wochen nicht transportabel sein.
— Paris ist böchstens 14 Tage zu halten, und das nur dann, wenn alle Parteien einig zu seiner Vertheidigung end. Das erklären die hier interntrten französischen Offiziere. 1
— 10. Sept. Die„Etoile belge“ hat Nach- richten aus dem Hauptquartier des Kronprinzen erhalten, nach welchen sich fünf Armeetorps auf dem Marsch nach Paris befinden, von denen zwei noch nicht im Kampf gestanden haben. as bayerische Corps und das des Kronprinzen von Sachsen, beide vor Sedan stehend, haben Befehl erhalten, sich mit der Armee von Paris zu ver. einigen. Am 14. September dürften sämmtliche Corps ihre resp. Stellungen eingenommen haben.
— Die bonapartistische Emigration hat sich größtentheils nach England geflüchtet. Der Herzog von Gramont, Rouher, Baroche und Persigny sind in London oder Brighton. Sie warten dort die Ankunft der Exkaiserin Eugenie und ibres
in Paris eingetroffen sein.
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