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Transporte Gefangener befanden sich 16 Offtziere, darunter der Oberst und 374 Mann des 74. fran- zösischen Linien⸗Regiments, 1 Turcos und 2 Bauern und 4 Weiber, letztere gebunden. Sie sollen auf die deutschen Truppen bei dem Eindringen in Weißen⸗ burg geschossen, die Eine siedendes Oel gegossen haben. Die Gefangenen wurden in der Citadelle internirt und setzten Nachmittags in zwei Colonnen ihre Fahrt nach Ingolstadt über Frankfurt ꝛc. fort, mit Ausnahme der Weiber, die standrecht⸗ licher Aburtheilung entgegensehen. Die Soldaten stammten zum Theil aus dem Elsaß, sahen im Ganzen gut aus und waren gut equipirt. Die Offiziere unterhielten sich lebhaft und nahmen die dargebotenen Erfrischungen mit sichtlicher Ueber— Das Casgquet eines Jägers der bayerischen Bedeckung zeigte nicht weniger als Löcher von 12 Kugeln, die alle über den Kopf des Mannes hinweg gegangen waren.
Preußen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt:„Während Süddeutschland den Drohungen und Schmeicheleien widerstand und sich als Bundesgenosse treu erwies, spricht die Volksstimme Norddeutschlands viel weniger davon, welche Vortheile Preußen aus dem Kriege erwachsen werden, als davon, wie Süddeutschland am besten seine Treue und Aufopferung zu lobnen ist.“
— Ein großer Theil der gefangenen Franzosen wird nach den östlichen Festungen(Graudenz 1c.) werbracht.
Köln. Graf Bismarck meldet die Siege won Saarbrücken und Wörth telegraphisch an die „Köln. Ztg.“ mit folgendem Zusatz:„Die fran— zösischen Armeen werden sich rückwärts concentriren und die entscheidende Schlacht bleibt dann aller— dings dort, weiter in Frankreich hinein, noch zu sschlagen. Aber die unmenschliche, mordbrennerische Art der Kriegsführung, in der sie eine offene Stadt, wie Saarbrücken, vor ihrem Abzug in Brand stecken, schreit zum Himmel fast noch mehr, als der auf Länderraub gerichtete Zweck ihres Kriegsanfalles auf unser friedliches Vaterland, — und der Himmel wird sie strafen durch den Arm unserer durch solche Gewaltthat zu verdop⸗ pelter Zorneswuth entflammten Krieger!“
Frankfurt. Der beste Beweis dafür, daß unsere siegreichen Truppen im Vormarsch begriffen und das eroberte Land leichten Kaufs wieder aufzugeben nicht gesonnen sind, dürfte in der Thatsache zu finden sein, daß alle abkömmlichen Beamten der hiesigen Staatseisenbabnen unter Leitung eines Ministerialcommissärs nach Weißen⸗ burg beordert sind, um dort den Eisenbahnbetrieb für Truppen und Victualien- Transporte nach preußischem Muster einzurichten und zu überwachen. ((Auch aus Nauheim ist dieser Tage ein Eisen⸗ bahnbeamter nach Weißenburg berufen worden. Die Red.)
— Das„Fr. J.“ schreibt: Nach den Aus- sagen unserer hier angelangten verwundeten Lands— leute, die bei der Schlacht von Wörth betheiligt gewesen sind, ist der Kampf ein äußerst blutiger und erbitterter gewesen. Die Verluste sind ganz enorm. Das 82. Regiment soll nur noch vier wöllig intacte Offiziere haben. Allgemein sagen die Preußen, die bei Königgrätz mitgekämpft, daß sselbst dort nicht mit so furchtbarer Anstrengung der Sieg erkämpft werden mußte. Ein Husar des seither in Kassel gelegenen Regiments wurde in das hiesige Lazareth aufgenommen; derselbe hatte die Uniform des Generals Douay bei sich. Die Soldaten bezeichneten den Husaren als einen tüchtigen, tapferen Mann; derselbe hatte seinen Offizier aus den Händen des Feindes heraus- geschlagen, wobei er einen Schuß in das Bein erhielt. Ferner bemerkt erwähntes Blatt: Gestern wurde uns die offizielle Bestätigung, daß die Turcos noch auf dem Schlachtfelde gelegene Ver— wundete in der unmenschlichsten Weise verstümmelt, ja massacrirt haben. Als dies bekannt ward, bemächtigte sich am Neckarbahnbof der dort ver⸗ sammelten Menge der heftigste Unwille. Wenn auch die gefangenen Turcos noch vor dem Ver— hungern bewahrt wurden, weitere Labung und namentlich Cigarren, auf welche sie so sehr ver—
egen sind, werden ibnen nicht mehr zu Theil
werden. Die gefangenen Franzosen wollten selbst nicht mit diesen Menschen in ein Coupe hinein und baten, sie von denselben zu trennen. Sachsen. Leipzig. Am 5. erfolgte in dem Bundes⸗Oberhandelsgerichtsgebäude die feier⸗ liche Eröffnung des Bundes⸗Oberhandelsgerichts. Da Staatsminister Delbrück persönlich nicht er— scheinen konnte, so war der Präsident des Bundes- Oberhandelsgerichts Dr. Pape mit der Leitung der Einweihungsfeierlichkeit selbst beauftragt worden.
Bayern. Aus Neustadt a. d. H. meldet der Telegraph von ethusiastischen Ovationen, welche dem Könige von Preußen bei seiner Durchfahrt zum Kriegsschauplatz daselbst am 7. August dar— gebracht wurden. Die Generale von Molike und von Roon brachten zuletzt ein begeistertes Hoch auf Deutschlands Einheit und Freiheit aus.
Frankreich. Paris. Das„Fr. J.“ gibt nachstehende Schilderung von dem Sieges- taumel, in welchen die leicht erregte Bevölkerung von Paris sich am 6. d. durch falsche Nachrichten versetzen ließ. Es heißt dort: Um 1½ Uhr ver⸗ breitete sich plötzlich an der Börse das Gerücht, Mac Mahon habe über die Preußen einen glän— zenden Sieg ersochten. Da man weit höher als der gestrige Rentencours eröffnet hatte, fand die Nachricht Glauben. Man sagte, es hätte„Jemand“ die amtliche betreffende Depesche vorgelesen. Die Nachricht verbreitete sich mit Blitzesschnelle in allen Theilen der Stadt, mit genauesten Einzeln— heiten des Sieges.„Eine große Schlacht, heißt es aller Orten mit einem Male, sei vom Marschall Mae Mahon gewonnen worden, 25,000 Preußen seien gefangen, der Kronprinz von Preußen mit seinem Stabe unter diesen, Mae Mahon habe das Armeecorps umzingelt und zum Strecken der Waffen genöthigt, indem er eine Stadt in Brand steckte, in der das Hauptquartier der feindlichen Armee sich befand.“ Hunderttausende zogen darauf nach dem Börsenplatze hin; jubelnd ließ die un— geheure Menge Mac Mahon hoch leben. Der große Platz war schwarz bedeckt mit der Menge. Wie mit Einer Stimme erklang die Marseillaise aus Aller Munde und der Schrei:„Es lebe Frankreich!“ erscholl von allen Seiten. Nur die Commis der Börsen- Agenten ließen einen Ruf für den Kaiser ertönen, der ohne Echo bei der Masse blieb. Von da aus ging es in Strömen nach den Boulevards hin, wo bereits eine unab— sehbare Menschenmenge sich drängte. Auf den Boulevards wurde sofort geflaggt, im Nu waren alle Häuser, Cafés u. s. f. geschmückt wie an großen Festen oder Freudentagen. Man hing die Fahnen des 15. August heute schon heraus. Da wurde schon gemurmelt: es ist nichts Wahres an der Schlacht. Man sang und jubelte fort und hörte nicht auf die schlechte Meldung. An der Börse ging es aber dann furchtbar her. Gegen 2½ Uhr wurde die Depesche als Lüge erklärt, und es ward bekannt, daß Emil Ollivier selbst eben erklärt hatte, daß man keine derartige Nach- richt besitze. Die Enttäuschung war schrecklich, die Entrüstung groß. Tausende stürmten auf die Börse ein, schrieen, man müsse die Börse auf immer schließen. Einstweilen fing man damit an, auf die Agenten dreinzuhauen. Es wurden Einige derselben verwundet. Die Agenten und ihre Com- mis flüchteten sich wie sie konnten. Des Volkes Wuth hätte sie umgebracht. Auf den Boulevards und an anderen Orten wurden die Fahnen wieder eingezogen und die hunderttausendköpfige Menge sammelte sich in Gruppen, das Schmachvolle des Streichs zu besprechen, der Paris so arg mit— gespielt hatte.
— 8. August. Ein Decret verfügt, alle kräftigen Bürger von 30 und 40 Jahren zur Nationalgarde einzuziehen, ebenso alle jungen Männer unter 30 Jahren, sofern sie nicht bereits zu Mobilgarde gehören, in die Mobilgarde ein- zureihen. Die Nationalgarde wird bei der Ver- theidigung der Hauptstadt und den Befestigungen zur Verwendung kommen.
— 8. August. Aus Metz wird officiell ge— meldet, daß sich die Armee concentrirt, um auf die Vogesen zu marschiren und die Pässe zu ver
theidigen. Die Nacht ist ruhig verlaufen. Engagement hat nicht stattgefunden.
8. August, Nachts. Eine neue Proclama⸗ tion der Minister wird soeben an den Straßen- ecken angeschlagen. Dieselbe lautet:„Jetzt Fran- zosen, haben wir Euch die volle Wahrheit gesagt, jetzt ist es an Euch, Eure Pflicht zu thun. Ein unt derselbe Ruf möge von allen Franzosen, von einem Ende Frankreichs bis zum anderen, tönen! Möge das ganze Volk sich erheben in Hingebung, um den großen Kämpfen Stand zu halten! Einige unserer Regimenter sind unterlegen, unsere ganze Armee ist noch nicht besiegt; derselbe Hauch der Unerschrockenheit beseelt sie noch immer! Setzen wir der jetzt vom glücklichen Erfolge begleiteten Kühnbeit des Gegners die Zähigkeit entgegen, welche die Geschicke beherrscht; ziehen wir uns auf uns selbst zurück und mögen die„Eroberer“ gegen einen Wall von menschlichen Leibern an- stürmen. Wie es 1792 und wie es bei Sebastopol gewesen, so mögen auch jetzt unsere Niederlagen nur eine Schule zum Siege sein. Es wäre ein Verbrechen, auch nur einen Augenblick an der Wohlfahrt des Vaterlandes zu verzweifeln, und noch mehr nicht zu derselben beizutragen. Bleibt aufrecht also! Aufrecht! und ihr Einwohner des Centrums, des Nordens und des Südens, auf denen nicht die Bürde des Krieges lastet, eilet mit einmüthigem Elan Euren Brüdern im Osten zu Hülfe. Möge Frankreich, das in Erfolgen einig gewesen, noch einiger sein in der Zeit der Prüfungen. Gott segue unsere Waffen!“
— Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein Decret wodurch die erste, dritte, vierte und siebente Militär-Division, ferner die Departements Cötéd'or, Saöne, Loire, Aine und Rhont von der achten Militär-Division in Belagerungszustand versetzt werden. Den neuesten officiellen Mittheilungen zufolge ist das Corps Failly's mit der Haupt- armee vereinigt. Mac Mahon vollzieht die ihm vorgeschriebene Bewegung.
— Leboeuf ist von seinem Posten zurückgetreten und Bazaine, dem Trochu beigegeben ist, zum Cchef des Generalstabes ernannt.— Bei Er⸗ öffnung des gesetzgebenden Körpers fand großer Andrang statt.
Großbritannien. London. Die Sieges⸗ nachrichten aus Deutschland, welche der Bot- schafter des norddeutschen Bundes, Graf Bernstorff, sofort veröffentlichte, haben in allen Kreisen der Bevölkerung die freudigste Erregung hervorgerufen.
—„Daily News“ geht eine Meldung ihres Correspondenten aus Cherbourg zu, wonach es den Franzosen an der Zahl der erforderlichen Transportschiffe fehlt. Zum Transport von 50,000 Mann sind mindestens 120 Transport- schiffe erforderlich, es sind jedoch höchstens 22 disponibel.
Italien. Die Räumung des Kirchenstaates Seitens der französischen Truppen hat begonnen. Dieselben werden in Civitavecchia hastig ein- geschifft. Dieser Hafen, sowie Viterbo haben bereits französische Besatzung.
Florenz. Acht Panzerschiffe, wovon drei schon vollkommen ausgerüstet, gehen nach Civita⸗ vecchia zur Sicherung der Regierung und des Landes gegen einen Handstreich von der Seeseite.
Afrika. Gibraltar. Eingegangene Nach⸗ richten melden, daß in Oran unter den Ein- geborenen eine große Aufregung herrscht. Eine Anzahl Tribus nimmt eine bedenkliche Haltung an.
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Mit Bezugnahme auf die in voriger Nummer Ihres Blattes gebrachte Notiz über die Vor⸗ züge der Behandlung Verwundeter in Baracken und Zelten gegenüber der Verwendung von innerhalb der Stadt gelegenen Gebäuden, hier insbesondere der Klosterkaserne, fur diese Zwecke, bitten wir der Bemerkung Platz zu goͤnnen, daß die von hier aus abgegebenen deßfallsigen ärztlichen Berichte, sowohl von Seiten der civilen als der militärischen Behoͤrden, in erster Linie die Errichtung von Baracken, in zweiter Linie die Verwendung der Turnhalle empfohlen, im übrigen aber erklärt haben, daß kein ein— ziges Gebaͤude innerhalb der Stadt Friedberg


