sich zur Aufnahme eines Lazarethes zu eignen scheine. Die bevorstehende Einrichtung der Klosterkaserne zu einem Reservelazareth ist Folge einer Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Krieges und steht im Widerspruch mit den Ansichten und Wuͤnschen der hiesigen Aerzte.
Vorschlag und Wunsch.
Wir begegnen uns eben täglich unzählige— mal auf der Straße und namentlich auf dem Bahnhof. Wäre es da nicht endlich einmal an der Zeit, daß wir von dem an sich sinn— losen und dabei noch gesundheits- und material— schädlichen Abnehmen der Kopfbedeckung abließen und uns mit dem in militärischen und beamt— lichen Kreisen längst eingeführten Begrüßungs— zeichen begnügten? Schon Göthe hat gesagt:
Grüßet mit Neigen, Grüßet mit Beugen Des bedeckten männlichen Haupts!
Und das war doch gewiß ein feiner Mann, der sich keine Verletzung des Anstandes zu Schulden kommen ließ.
Möchte denn Niemand, zumal unsere Damen nicht, die ja auch bei der Begegnung ihre Häupter nicht entblößen und doch so anmuthig zu grüßen wissen, ein Zeichen der Mißachtung darin erblicken, wenn wir in diesen Tagen beim Begrüßen unser Haupt bedeckt lassen, und möchte das Hutabnehmen, wenn es denn doch einmal sein soll, für die Zeit vorbehalten blei— ben, da unsere Brüder, wie wir zu Gott hoffen, siegreich aus dem Kampfe für das Vaterland heimkehren. Einer für Viele.
Erfrischung
der durchpasstrenden Truppen und zurückkommenden
Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Zweite Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a) an Naturalien: 25 Pfund Kaffee, 8 Ohm
Bier, 1 Ohm Aepfelwein(½ Ohm von Ober-Mörlen, ¼ Ohm von Steinfurth), 1 Ohm Branntwein(½ Ohm von Fauerbach, 1½ Ohm von Steinfurth), circa 7 Ohm Schwalheimer 1 38 Flaschen Wein, Milch, 56 Pfund Fleisch, 158 Brödchen, 1014 Laibe Brod(48 von Rödgen, 89 von Ockstadt, 70 von Schwalheim, 26
von Rockenberg, 41 von Oppershofen, 285 von Ober⸗
Mörlen, 150 von Melbach, 62 von Steinfurth, 130 von Ober⸗Nosbach, 70 von Nieder- Rosbach), 294 Eier(47 von Ober-Mörlen, 47 von Ober-Rosbach, 200 von Nieder⸗ Rosbach), 200 Cigarren(100 von Reichelsheim), 25 Centner Braunkohlen, 900 Lobkäse.
b) an Geld: Dotheim 61 fl. 56 kr.(wurde auf voriger Liste vergessen und ist in der Gesammtsumme ent⸗ halten), Ockstadt 17 fl. 45 kr., Nauheim 7 fl. 15 kr., Görbekheimer Mühle 5 fl., Ossenheim 1 fl. 10 kt., Schwal⸗ heim 13 fl. 46 ke., Oppersbosen 1 fl. 14 kr., Rockenberg 5 fl. 46 kr., Over⸗Mörlen 8 fl., Butzbach 5 fl., Wölfers⸗ heim 1 fl., Melbach 3 fl. 6 kr., Steinfurth 10 fl. 8 kr., Ober⸗Rosbach 10 fl. 39 kr., Nieder Rosbach 6 fl. 25 kr., Leidhecken 10 fl., 6 Kurgäste in Nauheim 23 fl. 45 kr., Collecte im Bahnhöfe am letzten Sonntag und Montag 112 fl. 14 k., aus hiesiger Stadt und an kleineren Gaben aus der Umgegend 87 fl. 57 kr. Zweite Liste im Ganzen 329 fl., dazu von voriger Liste 801 fl. 22 kr., zusammen 1130 fl. 22 ke.
Indem wir für die seitherigen in so reichem Maße gespendeten Gaben herzlich danken, bitten wir um gütige weitere Beiträge. Vielleicht fände sich unter den verehr— lichen Kurgästen in Nauheim Jemand, der eine Samm⸗ lung unter denselben veranstalten möchte, der Anfang dazu ist gemacht, wie aus dem erfreulichen Resultat in obiger Liste zu ersehen ist; das Comité würde dafür sehr dankbar sein.
Friedberg den 10. August 1870.
Das Comité für die Erfrischung der durchpassirenden Krieger.
Wacht am Rhein!
Illustrirte Kriegschronik in zwanglosen Nummern a 9 kr. bei Bindernagel& Schimpff
in Friedberg und Naubeim.
Ein Regenschirm
2019 wurde im Bahnhofe verloren. Man wolle den— selben bei der Exped. gegen eine gute Belohnung abgeben.
Siegeslied nach der Schlacht.
Was tönet aus Westen so froh in das Land?
Wie Siegesposaunen erklingt es!
Was pochet das Herze so muthentbrannt? a0 Von Kriegen und Siegen was singt es? Die Schlacht ist geschlagen, der Sieg ist erkämpft, Des Feindes verfluchte Begierde gedämpft, g- Der Franzmann lieget im Staube. 3%
Er schlich sich heran wie ein tückischer Traum;
Und dem Blitze gleich in Gewittern
Vermeint' er den alten, ehrwürdigen Baum
Der deutschen Eiche zu splittern.
Trug war sein Waffen, die Lüge sein Schwert, Drum hat ihm ein Andrer den Sieg verwehrt,
Und furchtbar ist er gefallen.
Der Andre war Gott, auf den wir gebaut,
Zu dem wir herzinniglich flehten;
Ihm haben wir Alles, was unser, vertraut
In brünstigen, ernsten Gebeten.
Dann zogen wir aus in den blutigen Strauß Voll freudigen Muthes von Hof und von Haus, Des Reiches Grenze zu schirmen.
Der Morgen ergraute, der Tag brach an, Trompetengeschmetter ertönte,
Von der Kugel zetschmeitert sank mancher Mann, Der lange zu leben noch wähnte.—
Jetzt naht es wie Sturmwind, es brüllt das Geschoß, Auf, Trommler! Jetzt gilt es, schlagt an! drauf los! Jetzt gilt es den Sieg zu erringen!
Wer sprengt dort so kühn in Getümmel und Kampf? Wie Feuer die Augen ihm brennen,
Er scheut nicht die Kugel, nicht Pulverdampf,
Der kann's, den sollst du mir nennen!
S'ist Friedrich Wilhelm, der edle Held,
Wie Wettersausen durchfliegt er das Feld.
O, daß ihn der Herr doch behüte!
Und lauter brüllt der Geschütze Mund,
Und dichter die Kugeln schwirren,
Gar Mancher reitet in Tod zur Stund,
Wenn die Schwerter rasseln und klirren.
Jetzt ist es geschehn!.. Gott, steh' uns bei!. Es fliehen die Feinde, das Land ist frei! Hurrah! ihr Brüder, und vorwärts!
7. August 1870. Fer d. Bender.
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à fl. 1. 48 kr., fl. 1. 24 kr., 36 kr., 27 kr., 18 kr., 14 kr.
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Friedberg und Nauheim.
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Ihrige beizutragen.
handlungen und Postanstalten entgegen.
Omnibus.
Vierteljährlich 48 Kreuzer. 2004 Aller Augen sind heut auf den Kriegsschauplatz gerichtet, wo Dank der allgemeinen Begeisterung für die gute Sache, fast jede deutsche Familie durch ein ihr theures Haupt vertreten ist. Der Redaction des„Omnibus“ erwächst daraus die Pflicht, den Lesern die Kunde der zu erwartenden Ereignisse in klar versinnlichender Weise vermitteln zu helfen und. durch Bilder und Seenen vom Kriegsschauplatze, wie durch Charak⸗ teristiken hervorragender Persönlichkeiten, in Original⸗Artikeln und Originalzeichnungen, zur Erhöhung des Vaterlandsgefühls das Die Expedition und Redaction des Omnibus. Bestellungen auf das III. Quartal des Omnibus nehmen alle Buch⸗
Wochenblatt.
Mitbürger!
Merkt es an dem Brande von Saarbrücken, einer offenen friedlichen Stadt, an den Gräuel⸗ thaten, welche die Turkos an Wehrlosen und Ver— wundeten verüben, was Euch gedroht hätte, wenn die Franzosen bis zu uns gedrungen wären! Wer hält sie aber davon ab? Wer schützt Euren Frieden, Euer Vermögen, die Ehre Eurer Frauen? Wer gibt fein Leben, seine Glieder, seine Ge⸗ sundheit willig für Euch hin? Es ist das tapfere deutsche Heer! Daran denkt, Mitbürger, und gebt reichlich Alle, die Ihr geben könnt, um unsern wackern Kämpfern eine große Sorge, die Sorge um ihre Angehörigen abzunehmen. Es gehört viel Geld dazu, um die Ernährer so vieler Fa⸗ milien zu ersetzen, wenn Ihr aber nur den zehnten Theil dessen freiwillig gebt, was ohne diese Tapferen der Feind Euch genommen hätte, so wird es genügen.
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2020 An Diefenigen, welche an den Nachlaß der im Junt J. J. verstorbenen Heincich Schäfer IV. Eheleute von Reichelsheim Forderungen oder sonßtige Ansprüche zu bilden haben, ergeht die Aufforderung, solche dahier oder bei dem bestellten Vormunde Georg Wilhelm Schmid zu Reichelsheim specifieirt binnen Frist von 3 Wochen so gewiß anzumelden, als sie sonst bei der Regulirung des Nachlasses außer Berückfichtigung bleiben. Friedberg den 29. Juli 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor.
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Ifraelilischer Gottesdienst in Friedberg.
Biseng mn n Freitag Abends 7 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr.
Verantw. Red.: Hermann Schimpff
Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf,
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