Theil der Bewohner in die umliegenden Orte geflüchtet.
Bern, 7. Nov. In der Richtung von Montbeliard wurde gestern starker Kanonendonner gehört, deßgleichen in der Richtung von Belfort. Die Franzosen haben das Dorf Verclois bei Belfort theilweise eingeäschert. Die Bevölkerung flüchtete in Massen mit ihrer Habe nach der Schweiz.
Karlsruhe, 6. Nov. Das gegenwärtige Bild der militärischen Situation am Oberrhein ist folgendes: Am 1. d. M. Beginn der größeren Operationen der in letzter Zeit bedeutend ver⸗ stärkten 4. Reserve⸗Division unter General von Schmeling gegen Belfort von zwei Seiten her, von Dannemarie und im Thale von Giromagny; die Franctireurs und Mobilgarden werden überall, wo sie Widerstand leisten, zurückgeworfen, über den Fluß Madeleine und Belfort hinaus; am 3. Cernirung von Belfort durch die deutschen Truppen, welche die Orte im Süden von Belfort stark besetzen, Mobilgarden und ein französisches Linien⸗ Regiment nachmals bei Montbeliard werfen und ihre Plänkler bis hart an die Schweizer Gränze (Herimoncourt) streifen lassen, die flüchtigen Franctireurs und aufgelösten Mobilgarden nach der Schweiz zu gedrängt und theilweise, wie es scheint, über die Gränze gesprengt. Wenn der Leser ferner eine Karte zur Hand nehmen will und darauf weiter verfolgt, daß das Corps des Generals v. Werder stetig vor Dijon weiter vor⸗ dringt(der Brief eines Soldaten vom 4. badi⸗ schen Infanterie Regiment vom 31. Okt. ist aus Seurre sur Saöne, bedeutend südlicher als Dijon gegen Chalons sur Saöne zu, und besagt, daß „man rasch vorrücke“), so wird er finden, daß die Lage Garibaldi's und seiner zusammen⸗ gelesenen schlecht bewaffneten Schaaren, falls sie sich noch in Döle und Umgegend befinden, keine angenehme sein kann, und er im Falle einer wohl unausbleiblichen Niederlage kaum einen andern Ausweg als in die Schweiz haben würde, falls er sich, im freien Felde geschlagen, nicht etwa nach Besangon werfen kann. Auf diesem Theile des Kriegsschauplatzes wird sich aber bald das An; rücken der bei Metz freigewordenen Armee in einer Weise fühlbar machen, daß dagegen alle ver⸗ zweifelten Anstrengungen unorganisirter Streitkräfte fruchtlos bleiben müssen.
Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 51 enthält:
I. Publication des zwischen dem deutschen Zoll⸗ und Handelsverein und den Vereinigten Staaten von Mexico abgeschlossenen Freundschafts⸗, Handels- und Schiffahrts⸗ Vertrages.
II. Namensveränderung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. October dem Hirsch Merzbach zu Offenbach zu gestalten, daß derselbe künftig
att des Vornamens Hirsch den Vornamen Hermann führe.
III. Ertheilung von Erfindungspatenten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Oct. dem Ingenieur Rudolf Alfred Wens zu Berlin ein Erfindungs⸗ patent für die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construelion eines Kippmechanismus für Erd⸗ transportwagen, und am 45. Oet. den Instrumenten⸗ machern Adam Storck zu Nichen und Heinrich Arnold zu Klein⸗Umftadt auf deren Nachsuchen ein solches auf die durch Modell und Beschreibung näher erläuterte Construc⸗ tion einer verbesserten Dämpfung an den Klavierinstru. menten, unter dem ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Er⸗ Hudung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums— zu ertheilen.— Am 25. Ocl. wurde dem seither für den Kreis Lindenfels patentisirten Geometer II. Cl. Joh. Ant. Hohenadel zu Schotten das Patent als Geometer der II. El. für den Kreis Schotten ertheilt.
IV. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Oct, den Finanz⸗ accessisten Hippenftiel aus Darmstadt zum Districtsein⸗ nehmer der Districtseinnehmerei Groß⸗Felda,— am 12. Oct. den Amtsdiener bei der Zollabfertigungsstelle im Eisenbahnhofe zu Darmftabt, Joh. Schnarr, zum Amts⸗ diener bei dem Hauptzollamt Darmstadt,— die Zollauf⸗ seher Joh. Nic. Gieg und C. Daubert zu Mainz,— so⸗ wie den Portier und Wieger bei der Main⸗Weserbahn⸗ station Nieder⸗Wöllstadt, Adam Schilling, zu Steueraus⸗ sehern,— den Gymnasiallehramtsgeccessisten Pr. Heid aus Gimsheim zum Lehrer an dem evang. Schullehrerseminar zu Friedberg— zu ernennen, sowie dem Schulamts⸗ aspiranten G. Conte aus Langen die evang. Schulstelle zu Heblos zu übertragen; am 15. Oct. den von sämmt⸗
lichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evang. Pfarrstelle zu Üdenhausen präsentirten Pfarramtscan⸗ didaten Bichmann aus Butzbach, für diese Stelle zu be⸗ stätigen: an demselben Tage dem evang. Pfarrer Alefeld zu Groß-Winternheim die evang. Pfarrstelle zu Gräfen⸗ hausen zu übertragen; am 22. Oct. den Finanzaccessisten Leydhecker aus Darmstadt zum Hauptzollamtsassistenten I. Cl., am 24. October den Oberrechnungsprobator erster Klasse Rühl zum Oberrechnungerevisor bei der zweiten Abth. der Justificatur der Oberrechnungskammer,— den Oberdomänencalculator II. Cl. Kröll zum Oberdomänen⸗ calculator 1. Cl. und den Finanzaspiranten Nick aus Darmstadt zum Oberdomänencalculator II. El. bei der Ober⸗Forst⸗ und Domänendirection zu ernennen; am 25. Oct. N. Fink aus Mörlenbach die erste kath. Schul⸗ stelle zu Budenheim zu übertragen.
V. Dienstenthebung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Oct. den Schullehrer Emil Roth, dermalen Hausvater an der Idiotenanstalt zu Bessungen, von der ihm übertragenen ersten evang. Schul⸗ sselle zu Ober⸗Seemen unter dem Vorbehalt des Rücktritts in das Schulamt, zu entheben.
VI. Dienstenklassung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Oct. den Haupizoll⸗ amtsassistenten I. Cl., dermalen Revistons⸗Obercontroleur bet dem zollvereinsländischen Hauptzollamt zu Hamburg, Sartorius, auf sein Nachsuchen aus dem Dienste,— am 24. Oct. den Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, Dr. Haupt, auf sein Nachsuchen, von seiner Dienststelle,— an demselben Tage den Advokatanwalt Grosch zu Mainz auf sein Nachsuchen aus der Zahl der Advokatanwälte— und am, 29. Ock. den Obersteuerrath Fabricius, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung der von ihm bisher geleisteten treuen Dienste, aus dem Dienste— zu entlassen.
VII. Concurrenzeröffnung: Erledigt ist: die erste evangelische Schulstelle zu Villingen mit einem jährlichen Gehalte von 437 fl. 42 kr. nebft 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; dem Herrn Fürsten zu Solms⸗ Braunfels steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.
VIII. Gestorben: am 24. Sept. der erste Brückengeld⸗ erbeber Hänlein zu Kastel; am 29. Sept. der erste kath. Schullehrer Sturm zu Klein-Auheim; am 30. Sept. der Landgerichts⸗Assessor Dr. Zimmermann zu Grünberg; am 15. Oct. der quiescirte Notar Seyler zu Mainz.
Preußen. Berlin, 7. November. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ und die„Kreuzzeitung“ schreiben: Die französische provisorische Regierung hat den ihr angebotenen Waffenstillstand abgelehnt.
— Nach Ablehnung des Waffenstillstandes seitens der provisorischen Regierung Frankreichs gewinnt die baldige Berufung des Reichstages nach Versailles an Wahrscheinlichkeit.
— Eine Bekanntmachung des Generalpostamtes besagt, daß, nachdem in Folge der Uebergabe von Metz die größeren Marschbewegungen der Truppen in Frankreich wieder begonnen haben, sich das Generalpostamt genöthigt sieht, die nach der Be⸗ kanntmachung vom 9. October e. vorübergehend eingeführte Annahme von Privatpäckereien an die Truppen in Frankreich bis auf Weiteres in der Weise zu beschränken, daß von jetzt ab Privat- päckereien nur noch sür die vor Paris stehenden Truppen und für die Besatzungen von Straßburg und Metz zur Besorgung übernommen werden.
Stettin. Die„N. St. Ztg.“ schreibt: Der erwartete Transport von 2000 Gefangenen ist hier angelangt. In Genthin bei Magdeburg war ein Aufenthalt dadurch entstanden, daß eine große Anzahl Gefangener die dortige Bahnhofs Restauration, ungeachtet der starken Escorte von 5 Offizieren und 105 Mann des westphälischen Insanterie-Regiments Nr. 13, geplündert hatte. Der über diesen Vorfall telegraphisch benach- richtigte hiesige Festungs Commandant ließ sofort bei Ankunft des Zuges auf dem hiesigen Bahn— hofe eine Durchsuchung der Gefangenen anstellen und diejenigen, bei denen sich von den geraubten Sachen etwas vorfand, festnehmen.
Wiesbaden. Seit einigen Tagen kann unsere Stadt fast als eine große französische Garnison gelten. Die Gefangenen von Metz, Offiziere aller Grade, sind in Schaaren hier ein⸗ gezogen. Die bunten Farben der verschieden⸗ artigen Uniformen geben der lebhaften Bewegung auf unseren Straßen und Anlagen ein merk⸗ würdiges Ansehen.
Hamburg, 7. Nov. Die„Börsenballe“ veröffentlicht eine officielle Mittheilung, welche be ⸗ stätigt, daß nach zuverlässiger Nachricht aus Helgo⸗ land neun französische Schiffe zehn Meilen west⸗ lich von Helgoland gesehen worden sind, mit der Hinzufügung, daß auch die angekommenen englischen Dampfer diese Nachricht bestätigen.
— 8. November. Eine Recognoscirungsfahrt
unserer Elbflottille hat gestern die Anwesenheit
französischer Schiffe in der Umgegend von Helgo⸗ land bestätigt. Man sah sieben Panzerschiffe und vier Holzeorvetten nördlich von Helgoland kreuzen.
Bayern. München. Die französische Regierung beabsichtigt, die sämmtlichen in Deutsch⸗ land internirten Kriegsgefangenen auf den S zu stellen, der ihnen nach französischer Norm in der Gefangenschaft gebührt, so daß also auf den gegenwärtigen Bezug der Gefangenen die Differenz, um welche sich derselbe gegen das französische Regulativ niedriger stellt, darauf bezahlt werden würde, was durch Vermittlung der englischen Regierung geschehen soll.
Oesterreich. Wien. Die Abendnummer der„Presse“ dementirt das Gerücht, daß Fürst Auersperg mit der Neubildung des Ministeriums betraut sei.
Frankreich. Tours. Der„Monitevr“ enthält einen langen Bericht über die Ereignisse in Metz. Verfasser desselben ist ein gewisser E. de Valcourt, Offizier der Mobilgarde, welcher dem großen Generalstabe der sog. Rhein⸗ armee beigegeben war. Der Bericht ist gleichsam ein Anklageact gegen den Marschall Bazaine und sagt nach Aufzählung einer Reihe von Vor⸗ würfen zum Schlusse:„Kurz, der Marschall Bazaine hat in jeder Hinsicht nur in dem einzigen Zweck gehandelt, Herr der politischen Lage von Frank⸗ reich zu sein und zu bleiben, und glaubend, sich der Preußen, um ihnen bei der Ausführung seiner ehrgeizigen Pläne behülflich zu sein, bedienen zu können, hat er ihnen wissentlich die Stadt und die Festung Metz überliefert, sowie die französische Armee von 110,000 Mann, welche in der ver schanzten Ringmauer lagerte.“ Die„France“ je⸗ doch sagt über diesen Bericht:„Anstatt in diesem Rapport Elemente vorzufinden, welche die öffent⸗ liche Meinung mit Recht nach Gambetta's persön⸗ licher Anklage und Verurtheilung Bazaine's von dem angekündigten Documente zu erwarten hoffte, Elemente, die diese Verurtheilung irgendwie recht · fertigten, bietet das Exposé Valcour's, der für diese Arbeit zum Offizier der Ebrenlegion ernannt wurde, nichts weiter, als eine Zusammenstellung rein persönlicher Eindrücke, sichtbar beeinflußt von allzudeutlichen Voraussetzungen, um dieselbe von vornherein jeder Autorität bar erscheinen zu lassen. Was Valcourt bietet sind Eindrücke seiner Person, aber keine Beweisstücke.
— Die Blätter von Tours veröffentlichen folgende Mittheilungen der Regierung! Perpignan, 30. Oct. Der Bürgerkrieg hat hier begonnen. Der Oberst-⸗Platzcommandant wurde gestern Abend von einer Bande Strolche überfallen und erhielt vier Säbelhiebe über den Kopf; auf dem Trans- port ins Hospital wurde sein Leben nur durch die Energie der Krankenwärter gerettet. Das gleiche Schicksal erlitt zur selben Stunde der dortige Gendarmerie⸗Chef. Ein Herr Bordas wurde heute vor seinem Hause gesteinigt, niemals sah man Schauervolleres. Ein Zweiter, verfolgt von eine: wüthenden Menschenmenge, wurde mit Hammer⸗ schlägen getödtet. Auf dem Platz de la Lahe wurden Hausthore und Magazine geschlossen. Die Nationalgarde wird eben eingetrommelt.— Beaune, 3. Nov. Der Feind sprengte die Eisenbahnbrück über den Kanal von Dijon. Deutsche Vorläufer zeigen sich zehn Kilometer außerhalb Dijon, sind aber jetzt wieder zurückgekehrt. Gestern schlug man sich zwischen Auxonne und Beaune. Der Vortheil soll uns geblieben sein.
— Eine Depesche der Regierung aus Vendom vom 6. Abends meldet, daß nach Ballonnachrichten aus Paris die Regierung einstimmig den Waffen stillsand zurückwies, da Preußzen die Verproviau⸗ tirung von Paris verweigerte und die Betheiligung des Elsasses und Lothringens an dem Votum del Nationalversammlung nur unter gewissen Reserven zugestand.
— Das beträgt 557,976
Totalresultat des Pariser Plebiszitt „Ja“ und 62,638„Nein.“ Dit
Mehrzahl der neugewählten Maires gehört dei
republikanischen Partei an. — Dem Journale von Tours ist aus Chagnß
(südlich Dijon) vom 3. November Abends folgende
Depesche zugegangen:„Die
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Preußen hatten sich
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