— Der italienische Minister antwortete auf den preußischerseits gegen den Abzug der Fran⸗ zosen erhobenen Protest, indem er erklärte: Italien habe diesen Entschluß der Franzosen angenommen, nicht aber hervorgerufen. Die Unterhandlungen mit Wien und London dauern fort.
Rußland. Petersburg. Die Samm- lungen zu Gunsten der deutschen Verwundeten gehen hier unter Leitung des Bundesconsuls Legationsrath v. Bojanowskg rüstig vorwärts. Dank der eifrigen Unterstützung einer großen An⸗ zahl Deutscher sind an allen geeigneten Orten Subscriptionsbogen aufgelegt. Kein deutscher Mann wird von dem Gabentische fern bleiben.
— Aus Simbirsk ist folgendes Telegramm an den Bundeskanzler Graf Bismarck abgegangen: „Auch unter den Norddeutschen hier an der Wolga herrscht Begeisterung über Deutschlands einmüthiges Vorgehen. Geldsendungen unterwegs. Dr. Friedrich.
Frankfurt. Nach einer Bekanntmachung des Rechnei⸗ Amtes beginnt die diesjährige Herbstmesse für den Groß⸗ handel wie für den Kleinhandel am Mittwoch den 31. August und endigt mit Dienstag den 20. Septem- ber. Für Leder beginnt die Messe am Mittwoch den 7. September, an welchem Tage die öffentlichen Waagen zum Verwiegen desselben geöffnet werden und endigt mit Dienstag den 20. September.
Paris. Der bekannte Componist J. Offenbach in Paris, ein geborner Kölner, hat, wie Pariser Correspon⸗ denzen melden, offen für Frankreich Partei ergriffen und ein neues französisches Kriegslied:„Dieu garde I' Empereur,“ componirt.(Ei so krieg die Kränk Offenbach!)
Bescheinigung.
Bei Herrn Jean Huber, Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten, sind weiter eingegangen an baarem Gelde:
durch Frau Regierungsrath Trapp: fl. kr. 1) durch Herrn Pfarrer Weber aus der Ge⸗ meinde Ober⸗Rosbach 100—
2) durch Herrn Bürgermeister Gröninger und Lehrer Eppls aus der Gemeinde Oastadt 120 47 mit nachstehendem Motto: „Nicht Preußen und nicht Oesterreich, „Nicht Bayern und nicht Sachsen: „Die Deutschen sind den Aesten gleich „Aus Einer Eich' entwachsen. „Das ganze Deutschland soll es sein, „Und deut sch verbleiben Vater Rhein!“ 3) durch Herrn Bürgermeister Schmid aus
der Gemeinde Oppershofen 18 40
4) durch Herrn Pfarrer Friedrich aus der Gemeinde Wölfersheim 41—
5) durch Herrn Bürgermeister Väth aus der Gemeinde Bauernheim 55 33 durch Herrn Vürgermeister Keil in Melbach 90 42
aus einer Wette 1 von Herrn Kassier Winter, Bergwerk Dorheim von einer Gesellschaft Handarbeiter in Nieder⸗ Wöllstadt mit nachstehendem Schreiben: „Nieder-Wöllstadt den 3. August 1870. Werlhetes Comidee! Heute wurde von einer Geselschafe von Deutschen Handarbeiter virzig zwei kr. gegeben; zur flege der Armen Grieger Deutscher⸗Nation an das Comide Friedberg Mit dem Bemerken daß wenn es von dem genanden Comede veröffentligt wird dabei gefragt wird was?—. Die Großbegitele von da gethan haben für diesen Fall. Die Gesellschaft.“ von Herrn Bürgermeister Reitz in Echzell von einem Fräulein aus Reichelsheim durch Fräulein Dieffenbach unter T. in den Collecten Friedbergs incl. eines monat⸗ lichen Beitrags von fl. 10 23 6 468 39 hierzu die letzte Bescheinigung 1315 41½ Zusammen 1784 20½ Weitere Gaben gingen ein: durch Herrn Bürgermeister Gröninger und Lehrer Epple aus der Gemeinde Ockstadt 135 Hemden, 83 Binden, 13 Betttücher, 2 Paar Strümpfe, 1 Luftkissen, Compressen, Leinwandstücke und Charpie, aus der Taubstummenanstalt 8½ Pfund Charpie, 7 leinene und t wollene Binde, 2 Beittücher, 2 Handtücher, 1 Hemd, 12 J und 27[◻J Tücher, 170 Compressen, durch Herrn Lehrer Biedenkapp in Nieder-Rosbach eine Partie Charpie und Compressen, durch die Herten Pfarrer Breitenstein
und Mürgermeister Reitz aus der Gemeinde Södel Hemden, Vinden, Compressen und anderes, durch das Institut Werner, Charpie und durchzogene Compressen, durch Herrn Bürgermeister Fauerbach in Ober⸗Wöllstadt 1 Korb Lein⸗ wand, von Friedberger Wohlthätern Binden, Compressen, Charpie, Säcke u. s. w. 1 701
Dank den Gebern mit der Bitte um weiiere Gaben zum Wohlthun unserer kämpfenden Brüder und deren bedürftigen Familien. a
Friedberg den 7. August 1870.
Für das Comité: J. Huber, Rechner.
NS. An die Material-Commission des Hülfsvereins für die Unterstützung und Krankenpflege der Soldaten im Felde zu Darmstadt wurden am 6. d. M. versandt: 11 Säcke, enthaltend: 248 Hemden, 67 Paar Strümpfe, Sacktücher, Jacken, Unterhosen, Unterlagen, Betttücher,
Bettüberzüge, Handtücher, 210 Pfund Verbandstücke, Binden, Compressen, 85 Pfund Charpie. Friedberg. Wir lesen in dem„Frank⸗
furter Journal:“ Frankfurt, 6. August.
„Der ärztliche Verein hat in seiner jüngsten
Sitzung eine Eingabe an den Magistrat be⸗ schlossen, worin er sich entschieden gegen die Verlegung der Lazarethe überhaupt in Ge⸗ bäude der Stadt ausspricht und, auf sämmtliche neuere Erfahrungen der Kriegs wissenschaft namentlich in Amerika, gestützt, sich für Unter⸗ bringung der Verwundeten in Baracken und Zelten ausspricht gegenüber festen und nicht so luftigen Gebäuden.“
Wir machen den hiesigen Stadtvorstand und Hülfsverein für die Pflege der Verwun⸗ deten auf diesen Beschluß der Frankfurter Aerzte besonders aufmerksam. Localitäten, wie die Klosterkaserne, welche, wie man hört, ebenfalls als Lazareth eingerichtet werden soll, eignen sich keineswegs zur Unterbringung von Ver⸗ wundeten. 5
Man beginne deßhalb sofort mit dem Bau von Baracken oder Zelten an passendem Orte.
Kriegskarten
Friedberg und Nauheim. bei
Bindernagel& Schimpff.
ECdictal ladung.
In Sachen des Peter Häuser VI. von Nieder⸗ Weisel, Klägers
gegen Philipp Bill von da, dermalen un: bekannt wo abwesend, Beklagten. neto, deb.
1895 Der Peter Häuser VI. von Nleder-Weisel hat auf den Grund eines angeblichen Darlehns und schrift⸗ lichen Anerkenntnisses gegen den mit unbekanntem Aufenthalt schon seit einer Reihe von Jahren abwesen⸗ den Philipp Bill von Nleder⸗Weisel auf Zahlang eines Capitals von 600 fl. nebst versprochenen Zinsen 3 5% vom 21. März 1866, als dem Tage, an welchem das Schuldbekenntiniß vor dem Friedensrichter in Balarat in Australien erfolgt sein soll, und auf Verurtbeilung in die Prozeßkosten, durch einen Anwalt Klage erhoben, behauptend, daß die für die Rückzahlung des Capitals N dreimonatliche Kündigung rechtzeitig erfolgt ei.—
Die Auständigkeit des diesseitigen Gerichtes wird darauf gegründet, daß der Beklagte annoch dem hessischen Unterthansverband angehöre, im hiefigen Gerichtsbezirk mit beweglichem und unbeweglichem Vermögen, als Erbe seines verstorbenen Vaters Philipp Bill III. possessiomrt und daß das Darlehn im Domicil des Gläubigers, sonach in Nieder⸗Weisel, rückzahlbar sei.—
Demgemäß wird Philipp Bill, oder werden im Falle seines Ablebens seine Rechtsnachfolger, unter Ge⸗ flattung der Acteneinsicht bei Gericht, hiermit auf⸗ gefordert, sich binnen 3 Monaten vom ersten Ein⸗ rücken der Aufforderung in der Zeitung an, bei Strase Eingeständnisses und Einrede⸗Ausschlusses in Selbstperson, oder durch einen Bevollmächtigten auf die Klage zu erklären.—
Zugleich wird bekannt gemacht, daß die weiter in der Sache ergebenden Verfügungen durch Anschlag an der Gerichtstafel werden veröffentlicht werden.
Butz bach den 6. Juli 1870.
Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer.
Hafer ⸗Versteigetrung. 2015 Montag den 15. August d. J., Morgens 10 Uhr, sollen circa 8½ Morgen gemeinheitlicher Hafer an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Weckesheim am 6. Auguß 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Weckes heim Noe
Arbeits-Versteigsrung.
2013 Donnerstag den 11. August, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Büreau des Großherzoglichen Bürger⸗ meisters zu Rockenberg nachstehend aufgeführte Arbeit einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden: 1) Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag für 32 fl.— kr. 2) Steinhauerarbett 30„—„ 3) Lieferung von Mauersteinen aus den Rockenberger und Oppershofer Stein⸗ brüchen 52 4) Lieferung von Sand 6„ 5) Lieferung von Kalk 12 5 6) Aufsetzen von Steinen und Messen von Sand 3 Gambach am 6. August 1870. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseher.
Obst⸗Versteigerung.
2017 Die am Freitag den 5. d. M. abgehaltene Obst⸗ Versteigerung ist nicht genehmigt worden. Es wird daher eine wiederholte öffentliche Verfteigerung an den Meiftbietenden auf Donnerstag den 11. d. M., Nach⸗ mittags 3 Uhr, im Schloßgarten dahter anberaumt. Zum Ausgebote kommen: 16 Bäume Pflaumen, 4„ Aprikosen,
S Frühbirnen, 25„ Mirabellen,
9 Reineclauden,
1 Baum Frühäpfel,
1 Maulbeeren.
Schloß Ilbenstadt, 7. August 1870. Gräflich Leiningen'sche Rentet Brera u.
Roggenmehl,
2011 sowie Roggenkleie und Futtermehl. Nieder- Weisel. Siesel Strauß.
Jeden Bandwurm
2017 entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollständig schmerz: und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch
Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Voigt, Arzt zu Croppenstedt(Preußen.)
Verloren
2012 wurde am Sonntag Nachmittag in dem Bahn- hofe in Friedberg ein seidener Paletots. Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine gute Belohnung an die Exped. d. Blat. abzugeben.
Eine perfecte Köchin
2014 wird gegen hoben Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl.
Clacé-andschuhle. Te Hafer-Ernte-Persteigerung.
2016 Den Hafer auf dem Halm lasse ich Mittwoch den 10. d. M., Abends 6 Uhr, auf meinem am Ried⸗ weg gelegenen Acker an Ort und Stelle durch Herrn Kaufmann Avam hier an den Meistbietenden, nebst der Ernte von 2 Birnbäumen versteigern. Nähere Be⸗ dingungen werden bei der Versteigerung bekannt gemacht.
C. Seibel aus Gießen.
Todes ⸗ Anzeige. 2016 Allen Freunden und Bekannten widmen wir hiermit die traurige Anzeige, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unsern Sohn und Bruder Carl Stöppler zu Lauterbach in ein besseres Jenseits abzurufen. Friedberg den 8. Auguft 1860. Die trauernden Hinterbliebenen.
Airchenbuchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getraute:
31. Juli. Christoph Klein, Corporal im zweiten Bataillon des II. Großherzoglichen Landwehrregiments, Sohn des Bürgers zu Butzbach Heinrich Klein und
Katharina Regina Rück, Tochter der Auna Chlstina Rück von hier.
f Ge taufte:
31. Juli Dem Cigarrenmacher Joseph Müller, Ortsbürger zu Klein⸗Krotzenburg im Kr. Offenbach, eine Tochter Pauline Amalie, geb. den 26. Juni.
31, Jult. Dem Weichenwärter Andreas Eichenauer, Ortsbürger zu Heblos im Kreise Nidda, ein Sohn Johann Peter Wilhelm, geb. den 22. Juli.
Verantw. Red,: Hermann Schimpff Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf
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