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— Am Samstag brachte ein von Ludwigs⸗ hafen kommender Zug unter Begleitung von Bayern wieder über 300 gefangene Franzosen, darunter 16 Offiziere, hierher, welche alsbald nach der Citadelle verbracht wurden.
Mainz. Nach den an das Hauptquartier gelangten Berichten beträgt die Zahl der bei Weißenburg unverwundeten Gefangenen achthun— dert, darunter 18 Offiziere.
Worms. Die erst kürzlich in Angriff ge⸗ nommene Hafenbahn, welche die hiesige Bahn— Jation in direkte Verbindung mit dem Rheine und(vermittels des Trajectbootes) der jenseitigen Station Rosengarten bringt, ist nahezu vollendet und soll schon dieser Tage dem Verkehre nutzbar werden.
Preußen. Berlin. Die Königin erhielt das Siegestelegramm bei der Rückkehr von einer Spazierfahrt und ließ dasselbe von dem Balkon des königl. Palais verlesen. Die Nachricht von diesem ersten Siege wurde mit ungeheuerem Jubel aufgenommen. Große Menschenmassen bewegten sich freudig erregt durch die Stadt und nament- lich vor dem Palais des Königs war des Jubels kein Ende. Aus Dresden wird gleichfalls von dem allgemeinen Enthusiasmas der Bevölkerung über diese Siegesnachricht berichtet.
— Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht eine Bekanntmachung des Bundeskanzlers, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 200,000 Thlrn. auf Grund des Besetzes vom 21. Juli d. J.
— Die„Berl. Börsen-Ztg.“ empfängt die Nachricht, daß das preußische Panzerschiff„Armi— ius“ glücklich in die Elbmündung eingelaufen ist, nachdem dasselbe eine Zeit lang von französischen Panzerschiffen verfolgt worden.
— 6. August. Officielle Meldung. Eine von der Armee heute eingegangene Meldung sagt: Der Kronprinz setzte gestern den Vormarsch über Weißenburg fort, ohne auf ernstlichen Widerstand ju stoßen. Die von ihm passirten französischen Ortschaften sind mit Verwundeten gefüllt, darunter ver Obrist des 50. Regiments. Der tiefe Ein- pruck des Gefechtes ist unverkennbar. Bei Saar⸗ vrücken überschüttet der Feind die unbesetzte Stadt mmer erneut mit Granaten.
— Der„Ostsee⸗Ztg.“ geht aus Swinemünde ine Nachricht zu, welche auf die dänische Neu⸗ ralität ein besonderes Licht wirft. Das genannte Blatt schreibt:„Nach zuverlässigen Nachrichten ollen in Kopenhagen sieben dänische Lootsen mit Sack und Pack bereit sein, um die französische Flotte auf unsere Rheden und, wenn es sein kann, in unsere Häfen zu führen.“
— Wie der„Ostpr. Ztg.“ in Königsberg Seeleute versichern, hat jedes in die Ostsee ein- gaufende französische Kriegsschiff einen dänischen Nebenkapitän, der genau das Fahrwasser in der
Nord- und Ostsee kennt, an Bord.
Kiel. Ein Bewohner der Umgegend Kiels hat denjenigen Mannschaften der Kieler Befestigungen, vie ein französisches Panzerschiff nehmen oder zum Sinken bringen, 1000 Thlr. Gratification be⸗ willigt. Tritt der Fall in diesem Kriege nicht in, so wird das Geld zur Unterstützung hiesiger Invaliden oder nachbleibender Familien verwandt.
Aus Tondern wird gemeldet, daß dort mehrere dänische Agitatoren gefangen eingebracht und nach Hannover befördert worden sind.
Frankfurt. Der Polizeipräsident v. Madai erschien bei dem Comité zur Verpflegung der Truppen und sprach diesem im Auftrag des Königs den Dank des Letzteren für die patriotische Hin— gabe aus. Der König ließ die Hoffnung aus⸗ drücken, daß er persönlich noch die Gelegenheit gaben werde, seinen Dank auszusprechen.
Bayern. München. Von den bei Weißen⸗ Burg in Kriegsgefangenschaft gerathenen französischen Soldaten werden 346 Mann, meistens Turkos, n der Festung Ingolstadt erwartet.
Baden. Karlsruhe. Die„Karlsr. Ztg.“ öringt vom 5. August folgenden Bericht über die
Einnahme von Weißenburg aus zuverlässiger Quelle: Früh Morgens am 4. rückte die Vorhut der dritten Armee, aus der bayerischen Diviston Graf Botmer bestehend, gegen Weißenburg vor, das durch Verschanzungen bedeutend befestigt war. Es gelang dieser Diviston, stürmend in Weißen⸗ burg einzudringen und dabei 300 Gefangene zu machen. Das Gefecht kam jedoch bald zum Stehen und wurde nun durch das heranrückende fünfte preußische Corps kräftig aufgenommen. Es ent⸗ spann sich demnächst ein heftiger Kampf, da neue Verstärkungen des Feindes ins Treffen geführt wurden. Eine starke Colonne des 11. Corps stürmte nun in die rechte Flanke des Feindes, der, von allen Seiten gedrängt, sich eiligst zurückzog und weit über Weißenburg verfolgt ward. Der Kronprinz wohnte einem Theil dieses wichtigen Gefechtes an, das zwar viele Opfer auf deutscher Seite kostete, aber auch bedeutende Erfolge auf— zuzeichnen hat. Von deutscher Seite wurden 800 Gefangene gemacht, darunter viele Turkos und Zuaven; ein Geschütz wurde von einem preußischen Jägerbataillon erobert; das Zeltlager eines feind lichen Husarenregiments wurde erbeutet und es fielen noch viele Waffen in die Hände der Sieger. Der Verlust der preußischen und bayerischen Truppen wird vorläufig auf 600 Verwundete und Todte geschätzt. Der feindliche Verlust soll viel bedeu— tender sein, ist jedoch noch nicht genau zu bemessen. Die badische Division drang heute ziemlich weit in Feindesland vor, ohne jedoch auf ernsteren Widerstand zu stoßen. Der Großherzog suchte heute Mittag die badischen Truppen in ihren Stellungen auf und wurde jubelnd von ihnen begrüßt. Bei einem Vorpostengefecht wurde ein badischer Dragoneroffizier leicht verwundet, sowie auch einige Pferde. Der Gesundheitszustand der Truppen ist ausgezeichnet.“
Oesterreich. Wien. Die offiziöse„Oesterr. Corresp.“ versichert, daß der Kronprinz von Hannover Gmunden nicht verlassen.
Frankreich. Paris. Folgendes ist das französische offizielle Bulletin, datirt Metz 2. Aug. über die Einnahme von Saarbrücken, wobei zu bemerken ist, daß im Widerspruch gegen die dies— seitige offizielle Darlegung das Datum der Ein— nahme auf den zweiten(statt 3.) August verlegt und auch die Stärke der beiderseitigen Truppen in geradezu umgekehrten Verhältniß angegeben wird.„Heute um 10 Uhr Vormittags ergriffen die französischen Truppen die Offensive und über— schritten die Grenze. Ungeachtet der Stärke der feindlichen Position genügten einige Bataillone, um die Saarbrücken dominirenden Höhen weg—
zunehmen. Unsere Artillerie verjagte rasch den Feind aus der Stadt. Die Action war in einer Stunde beendigt.— Der Ungestüm unserer
Truppen war so groß, daß dieselben nur leichte Verluste erlitten. Der Kaiser und der kaiserliche Prinz wohnten der Operation bei und kehrten um 4 Uhr in das Hauptquartier zurück.“
— In Folge von Gerüchten über einen Sieg der Preußen bei Weißenburg herrscht eine äußerst lebhafte Erregung. Die Boulevards sind mit Menschenmassen so überfüllt, daß die Circulation völlig gehemmt ist. Die Wechselboutiquen, sowie einzelne Locale sind geschlossen. Die deutschen Locale von Dreher und Hirsch in der Rue Richelieu sind vom Publikum bedroht, weil ein Commis Dreher's gerufen haben soll: Das ist die Re— vanche für Saarbrücken! Hoch Preußen! An den Thüren waren Zettel angeklebt mit der Inschrift: Geschlossen bis zur Einnahme von Berlin! Der Tumult auf den Boulevards dauerte fort auch als officielle Meldungen hervorgehoben, daß die Franzosen sich vor der ungeheuer überlegenen Macht der Preußen von Weißenburg auf die Linie Bitsch zurückgezogen hätten.
— Aus nachfolgenden Mittheilungen kann man entnehmen, welche Begriffe man selbst mit officiellen Nachrichten den Franzosen von der in Deutschland herrschenden Stimmung beizubringen sucht. Es melden nämlich die„Offiziellen Nach- richten“ aus dem Ministerium des Innern:„Das
ganze Gebiet des Norddeutschen Bundes mit Aus- nahme von Schlesien und Sachsen ist in Be—
lagerungszustand gesetzt und Herr von Bismarck geht mit äußerster Strenge gegen Diejenigen vor, welche ihm wegen ihrer antipreußischen Gesinnungen bezeichnet werden. So hat er eine große Anzahl von Mitgliedern der hannoverschen Aristokratie, welche der Sache des Exkönigs ergeben sind, ver⸗ haften lassen. Alle partikularistischen Blätter sind unterdrückt worden: der„Rheinische Kurier“, der „Frankfurter Beobachter“, die„Schlesische Zeitung“ die„Berliner Tribüne“, und zwei Blätter in Han⸗ nover. Die gemäßigtesten Blätter sind mit Unter- drückung bedroht worden, falls sie, statt in die nationale Bewegung einzulenken, derselben Hinder⸗ nisse bereiten wollten.“
—„In Frankfurt a. M.“, erzählt vas wür⸗ dige„Centre Gauche“,„befürchtete man jeden Augenblick eine Volkserhebung gegen Preußen. Um die Gemüther einigermaßen zu beschwichtigen, sah sich die Polizei genöthigt, durch Maueran— schläge die Mobilisirung der preußischen Armee zu dementiren.“
— Alle Pariser Kaufleute, welche den Titel haben:„Fournisseur de S. M. le Roi de Prusse“, haben diese Worte an ihren Aushängeschildern weggenommen.
In Straßburg ist am Sonntag Abend der Brigadegeneral de Paizyel plötzlich am Schlag— fluß gestorben. Um 6 Uhr wollte er sich zum Divisionsgeneral Ührich begeben; vom Gehen er— hitzt, wurde er plötzlich von einem Platzregen überfallen. Durch die Beschleunigung seiner Schritte kam er so in Aufregung, daß er, kaum im Gebäude des Divistonsquartiers angekommen, todt zusammenstürzte.
Aus Metz, 1. Aug., wird der„Independance“ berichtet:„Heute hat die mobile Garde ihren Dienst begonnen; es herrscht in den Reihen der 6 Bataillone, die im Lager von Chalons ver— einigt sind, eine solche Unordnung, daß Marschall Canrobert einschreiten mußte. Den Leuten fehlt alle Zucht. Es wird Zeit bedürfen, um Alles zu ordnen; vielleicht werden ernstliche Exempel statuirt werden müssen. Alle diese Pariser Kinder haben verkehrte Köpfe; zu Chalons haben sie buchstäblich das Buffet geplündert. Wenn in einigen Tagen die Ordnung nicht hergestellt ist, so ist Alles zu befürch— ten, wenn die Linientruppen entfernt sein werden.“
Im Lager von Saint Martin erblickte man einen Spaziergänger, der einen fremden Orden trug. Um seinen Namen befragt, gab er sich für einen belgischen Offizier aus. Er war ein preußischer Hauptmann.(2)
Schweden. Stockholm. Die Regierung hat vollständige Neutralität proklamirt, deren Bei— behaltung mit den Interessen und Wünschen des Volkes von Schweden und Norwegen übereinstimme. Es sei wichtig, daß durch die Zeitungen nicht die Stellung erschwert werde, indem dieselben Gerüchte ausbreiten, welche geeignet sein könnten, das Ver— trauen des Auslandes in die Absichten der Re⸗ gierung zu verrücken.
Italien. Florenz. Die„Opinione“ sagt: Preußen soll dem Minister des Aeußern eine sehr eategorische Note haben zustellen lassen, wo— nach jeder Schritt Italiens nach Rom oder ein Truppenwechsel an Stelle der französtschen in Berlin als ein Neutralitätsbruch aufgefaßt und ernste Entschlüsse veranlassen würde. An der römischen Gränze ist ein Cordon gezogen, Angriffe abzuwehren. Genua erscheint wie im Belagerungs— zustand. Die Seebatterien werden mit großen Geschützen montirt. Die Batterien an der Qua- rantäne und am Leuchtthurm sind in Arbeit. Im Landarsenal herrscht die größte Thätigkeit. Die Regierung will die Kriegshäfen von Neapel und Castellamare in Handelshäfen umwandeln, den Kriegshafen nach Tarent verlegen und so Neapel zu einer großen Handelsstadt erheben.
— Die amtliche Zeitung meldet:„In Genua fanden Dienstag anläßlich eines Prozesses gegen Individuen, welche des Attentats gegen die öffent- liche Sicherheit angeklagt waren, Unruhen statt. Vier Barrikaden wurden errichtet und von den Truppen genommen. Die Aufrührer verloren 1 Todten und 2 Verwundete. 11 Verhastungen fanden statt. Ein Bersaglieri wurde verwundet.


