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findliche Generalgouvernement des Elsaß wird nunmehr seinen Sitz nach Straßburg verlegen. — In der Bank wurden 10 Millionen baar (Gold und Silber) vorgefunden. Der Bank- direktor leugnete das Vorhandensein von Baar⸗ vorräthen; er wurde verhaftet und seine Tochter gestand in der Angst, das Geld sei in den Kellern der Bank vermauert. Außerdem wurden zwei Kriegskassen mit 47, resp. 5 Millionen mit Beschlag belegt.— Den auf Ehrenwort frei- gegebenen sranzösischen Offizieren ist es durch öffentliche Bekanntmachung verboten worden, fer- nerhin mit Waffen auszugehen; auch ist es ihnen zur Pflicht gemacht, die deutschen Offiziere zu grüßen. Ueber den 6. d. M. hinaus dürfen sie überhaupt nicht mehr in Straßburg verweilen. — Die Zahl der zerstörten oder stark beschädigten Häuser wird auf insgesammt gegen 500 angegeben. Jetzt beginnen an den minder mitgenommenen Gebäuden schon die Spuren des Bombardements zu verschwinden; Läden und Wirthshäuser sind durchgehends wieder geöffnet, und das bürgerliche Leben beginnt schon mehr und mehr sich im alten Geleise zu bewegen.— Die Zahl der während der Belagerung gefallenen und verwundeten Fran- zosen wird auf 1800 angegeben. Einwohner wurden, wie man versichert, im Ganzen 200 getödtet und 1700 verwundet; hierbei seien die ziemlich zahlreichen, aus der Stadt gebürtigen Soldaten mit eingerechnet, nicht gerechnet sei da— gegen die gleichfalls sehr bedeutende Zahl solcher Leute, die ganz fremd in die Spitäler gebracht worden seien.— Zeitungen und Druckschriften dürfen wieder erscheinen, jedoch müssen raisonnirende oder gar gegen Deutschland feindselige Artikel streng vermieden werden. Die Sprache kann deutsch oder deutsch⸗französisch sein; das Deutsche muß in erster Linie stehen, bei Bekanntmachungen oben, bei Zeitungen links. Seit einigen Tagen ist denn auch der„Niederrheinische Kurier“ (Courrier du Bas-Rhin) wieder erschienen. Die Quelle seiner politischen Nachrichten ist lediglich die„Karlsr. Ztg.“ Große Nachfrage ist jetzt hier nach dem letzten Gesammtquartal großer deutscher Zeitungen.— Die Post ist ebenfalls schon seit einigen Tagen im Gange und deutsche Postbeamte haben den Betrieb. Die badische Bahn geht wieder bis zum alten Bahnhof in Kehl, die elsässer Linien sollen ebenfalls bald wieder eröffnet werden. Von morgen an geht auch ein Dampfboot nach Mannheim. Fahrzeit 6 Stunden. Wer also Straßburg sehen will, hat Gelegenheit dazu.— Der republikanische Prä— fektt von Straßburg, Herr Valentin, der am 19. Sept. schließlich in diese Stadt hinein gelangt war, ist am 29. nebst seinem Privatsekretär unter der Escorte zweier Gendarmen eingebracht und sofort von dem Gouvernements- Auditeur verhört worden. Wie man vernimmt, haben sich bei dem Gefangenen, der den Eindruck eines sehr ener— gischen und entschlossenen Charakters macht, Pa- piere vorgefunden, die für ihn sehr compromittirend, für die deutschen Behörden aber desto interessanter sind. In diesem Augenblick ist Herr Valentin bereits nach Coblenz abgeführt.
— Das combinirte Corps badischer Truppen unter General v. Degenfeld geht mit entsprechen- der Cavalerie und Artillerie in drei Colonnen durch die Vogesen, um diese von den da und dort noch in Trupps von Hunderten herumziehen— den Franctireurs zu säubern.— Schlettstatt ist bereits eng eernirt.
Straßburg. Der bisherige Gouverneur in Coblenz, General-Lieutenant von Ollech, ist mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gouvernements von Straßburg betraut worden.
Kehl, 3. Okt. Bei dem Besuche, den der Großherzog von Baden in der vielgeprüften Stadt Kehl abstattete, wurde von dem Bürgermeister und dem Gemeinderath der Wunsch ausgesprochen, es möge so rasch als möglich von der großherzog— lichen Regierung ein Entschädigungsvorschuß von 200,000 fl. an der vorläufig abgeschätzten, durch das Bombardement vom 19. August eingetretenen Verlustsumme von etwa 450,000 fl. angewiesen werden, welchem Wunsche auf's huldvollste Ge— währung in Aussicht gestellt wurde.— Die durch das Bombardement beschädigten Straßburger wurden heute durch Anschlag aufgefordert, bis zum 12. Okt, ibren Schaden zu liquidiren.
Karlsruhe, 5. October. Aus den bis— herigen Straßburger Belagerungsfeldtruppen ist ein besonderes 14. Armeecorps unter General Werder gebildet worden, das heute nach dem Westen aufgebrochen ist.
Hessen. Darmstadt. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht: dem In- tendantur-Assessor und interimistischen Chef der 2. Abtheilung des Kriegsministeriums, Dauber, den Amtstitel Intendantur-Rath zu verleihen;— den Oberlicutenant Roth auf sein Nachsuchen von der Stelle als Adjutant des Kriegeministerial⸗ Direktors und Hülfsreferenten der 1. Abtheilung des Kriegsministeriums zu entheben und in die Ersatzschwadron des 2. Reiter-Regiments zu ver— setzen; sodann in der Feldartillerse zu ernennen: den Hauptmann Maurer zum Batteriechef, den Oberlieutenant Davidsohn zum Hauptmann 3. Klasse und den Lieutenant Beck zum Ober- lieutenant.
— Nach der„D. Ztg.“ hat der König von Preußen wieder nachbenannten Angehörigen der Großh. Armee-Diviston das eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen: dem Major Westerweller von Anthony, persönlichem Adjutanten Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Ludwig, dem Major von Lyncker, mit der Führung der 2. Fußabtheilung des brandenburgischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 3 beauftragt, dem Sergeanten Johann Conrad Spengler vom 1. Infanterie Regi- ment für den inzwischen verstorbenen Sergeanten August Kraft desselben Regiments, den Corporälen Huber vom 2. Inf. Regt. und Arnet vom 2. Jäger-Bat.; letzterem für den an seinen Wunden erlegenen Feldwebel Eichholz desselben Bataillons; sowie dem Assistenzarzt Dr. Rabenau vom 1. Inf. Regt. dasselbe Kreuz am weißen, schwarz gerän— derten Bande.
— Zufolge eines Corpsbefehls aus dem Haupt- quartier Ars-sur-Moselle vom 30. v. M. räumte die Hessische(25.) Division an diesem Tage Jussy, Vaux und Ars, um von dem 2. Armee⸗ corps abgelöst zu werden und bezog folgende Cantonnements; Divisions Stab, Stab der 49. Inf.⸗Brigade, 1. und 2. Inf.-Regt., eine Schwa- dron und zwei Fuß ⸗Batterien: Gorze: 1. Jäger- Bat.: Noveant; Stab der 50. Inf.-Brigade, 3. Inf.⸗Regt, 2. Jäger-Bat., eine Schwadron und eine Fuß- Batterie: Rezonville; 4 Inf.⸗Regt., Stab der Feld-Batterien: Vionville; Stab der 25. Cavalerie-Brigade, vier resp. fünf Schwa— dronen und die reitende Batterie: Mars la Tour;
Pionier-Compagnie, Stab der Munitions- Colonnen
und ein Theil des Sanitäts⸗Detachements: Tron⸗ ville; Munitions⸗Colonnen, der übrige Theil des Sanitäts⸗Detachements und die Trains: Purieux,
Frankreich. Aus Tours wird der„In. dépendance belge“ telegraphirt: Uhrich, der Vertheidiger von Straßburg, ist hier
eingetroffen; er wurde durch die Mitglieder der
Regierung mit Wärme empfangen.“ General Uhrich wurde bekanntlich auf Ehrenwort freigelassen,
— Eine Depesche aus Epernon vom 4,
10 Uhr Vormittags, meldet: Seit einer Stunde lebhaftes Gewehrfeuer auf den Höhen von Eper— non gegen Rambouillet zu. Vier Granaten fielen in die Stadt. Um Mittag dauerte die Kanonade gegen Epernon noch lebhaft fort. Man kennt noch nicht das Resultat. Die Mobil- und National-
garden, überall im Hinterhalte, führen sich wacker.
Aus Malesherbes wird gemeldet, daß 400 Preußen La Ferts besetzt haben. Im ganzen Landstriche wird von ihnen geplündert.(Französische Quelle!)
— Ein Decret vom 3. October überträgt Cremieux die interimistische Leitung des Kriegs- ministeriums an Stelle des Admirals Fourichon; ein anderes Deeret verfügt, daß die gewährten Moxatorien für die nach dem 14. Oct. creirten Handelseffecten nicht anwendbar sind.
— 5. Oct. Nach Berichten aus Chartres von heute Morgen hat der Feind gestern Abend Epernon besetzt.
— Eine officielle Depesche meldet, daß Or— leans diesen Morgen(29. Sept.) von unseren Truppen geräumt wurde. Man erwartet heute (30. Sept.) den Einzug der Preußen in Orleans. Sollten dieselben weiter nach Süden vorrücken, so würde die Regierung Tours verlassen und sich an einen andern Ort begeben.“
— Der Rücktritt des Admirals Fourichon vom Kriegsministerium in Tours und dessen Er⸗ setzung durch General Lefort erfolgte in Folge von Streitigkeiten Fourichon's mit Crémieux und Glais-Bizoin; doch bleibt Fourichon Marinemi⸗ nister. In Paris ist man ungeduldig, daß die Loire ⸗Armee zu langsan voranrückt; General Lefot soll nun die Organisation beschleunigen. Laut Bericht der„Daily News“ soll General Cluseret nicht, wie erzählt worden, in Lyon gefangen sein, sondern sich nach Marseille zurückgezogen haben.
Rouen, 4. Oct. Letzte Nacht entgleiste bei Crelot zwischen hier und Amiens ein Militärzug, wobei 15 Soldaten ihren Tod fanden und 115 mehr oder weniger schwer verletzt wurden.(Vor- stehende Depesche stammt aus französischer Quelle, die ihren Ursprung in Toues hat.)
Verloosung.
Venetianer 30-Fres.⸗Loose. Ziehung am 30. September. Serlen: 5357 5955 7043 und 7233. Haupi⸗ gewinne: S. 7043 Nr. 8 50.000 Fres.; S. 5357 Nr. 24 1500 Fres.
Ein gesandt.
Da wir unerwartet schnell von hier wegkommandirt wurden, sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl und sprechen zugleich unseren besten Dank aus allen Denen, welche unserer fern von der Heimath so liebevoll warteten und pflegten, vor⸗ zugsweise aber den Herren Doctoren und dem Comits für die schöne und zweckmäßige Einrichtung des Lazarethes. Auch Herrn Henkel gilt unser Dank für die guten Spessen, mit welchen er uns stets bewirthet. Möge sie Alle der liebe Gott reichlich belohnen. Nauheim werben nie und nimmer vergessen
Die Verwundeten, welche im Betsaale gelegen.
an em Rachen ng.
2400 Die Partial⸗Obligation der Gemeinde Framers⸗ heim Nr. 29 ist bis zum 31. Dezember 1870 rück⸗ zahlbar. Dem Inhaber derselben wird der Betrag an diesem Tage durch das Handlungshaus J. Lindhetmer in Frankfurt a. M. gegen Aushändigung der Ortginal— Obligation ausbezahlt werden, indem vom 1. Januar 1871 an die Verzinsung aushött. Frameroheim am 3. October 1870. Hroßherzogliche Bürgermeisterei Framers beim Krug.
2412 Von dem Werner'schen Wohn⸗ hause ist der 2. und 3. Stock zu ver⸗ miethen und sogleich veziehbar.
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Peter Joseph Möbs,
Ein in allen häuslichen Arbeiten gewandtes
der Exped. d. Bl. 2382
„Der General
Mädchen a
Friet osfentl


