1870. e
M119.
Fauistag den 8. October.
Oberhessischer Anzeiger.
Nhen— hein Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Hiedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Betreffend: Krieg mit Frankreich.
Oberhessischer Anzeiger Nr. 114, erinnert.
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Betreffend: Rinderpest.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Verwendung ber eingehenden Feldstrafen zu Besoldung des Aussichtspersonals.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme auf unsere Ausschreiben vom 4. Mai, Oberhessischer Anzeiger Nr. 52, und 28. August, Nr. 101 des Ober⸗ hessischen Anzeigers von 1869, weisen wir Sie hiermit an, insoweit es noch nicht geschehen ist, sofort die Strafantheile der Feldschützen aus dem Jahre 1868 an diese ausbezahlen zu lassen.
Friedberg den 6. October 1870.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Die mit der Berichterstattung uͤber diesen Gegenstand Rückständigen werden an Erledigung unserer Verfügung vom 24. d. Mts.,
Tyr a p p. Friedberg den 6. October 1870.
Ter a pop. Friedberg den 5. October 1870.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
N an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großherzoglichen Local-Polizeibeamten. Unter Hinweis auf unsere Bekanntmachung vom Heutigen in Nr. 118 des Oberhessischen Anzeigers beauftragen wir Sie, nach
befundenen Umständen, die dort bezeichneten Bescheinigungen auf Verlangen auszustellen.
Trapp.
Jab NV. Kriegs nachrichten. ä Officielle militärische Nachrichten.
Versailles, 5. Oct. Der König besichtigte am 5. October die Aufstellung des 6. Armeecorps und verlegte sein Hauptquartier nach Versailles.
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— Nach den Gefechtsangaben wird Paris
— m folgender Ordnung von dem deutschen Heere 91 umlagert: Westen und Südwesten fünftes Corps A. v. Kirchbach); Süden Bayern(Hartmann, von oncork ver Tann); Südosten sechstes Corps(v. Tümp⸗ c 10 ung) und elftes Corpe; Osten Würtemberger n en 2 v. Obernitz) und Sachsen(Prinz Georg); . Nordosten Gardecorps(Prinz August von Wür⸗ feln emberg); Norden viertes Corps(Alvensleben); 150 Nordwesten Theile des 13. Corps(bisher Groß- ben“ erzog von Mecklenburg); zusammen wenigstens Werden, 250,000 Mann. 2 gon 1— Wie verlautet, sind die zur Beschießung rbosen b on Paris erforderlichen Einrichtungen nunmehr der 20 ollständig getroffen. In den nächsten Tagen steht 1 7% b zie Eröffnung des Bombardements zu erwarten. Arad He Am 27. wurden die Würtemberger, wie der 2„Schw. Merk.“ erfährt, vom König von Preußen z mspieirt, dem zu Ehren sie eine Illumination mit chen% Kürbissen veranstalteten. Der König soll ihnen eersprochen haben, sie bis zum 18. October un, pelt vach Paris zu führen. 161 10. iche— Nach Briefen, welche die„Indep. belge“ geltage! anterm 27. Sept. erhalten hat, sind nicht nur eeürtangtdil Montmartre, sondern auch der Art de 1 Etoile in Festungen umgewandelt worden. 6 1 Den Muth der Besatzung sucht die provisorische ie. Regierung durch ausgesprengte Gerüchte von der 1 Hildung einer Loirearmee von 200,000 Mann 1017 1 767 zu entflammen. Unsere Vortruppen, welche bis „ene die Loire gekommen sind, am 3. October ein elne, Gefecht im Walde von Fontainebleau bei Chailly 27 511 lestanden und in der Richtung auf Bellegarde bei L 64 Rogne, Nibelle und Chambon auf Franctireurs e 15 fießen, haben aber nichts von der Neubildung e e ner Loirearmee gesehen. 2%% Bellegarde. 120 Ulanen haben in Rogne, 1* Libelle und Chambon Requisitionen gemacht.
hiemlich ernste Kämpfe haben in diesen Orten nit den Bewohnern Statt gefunden.
Chateau-Thierry. Der Großherzog von Mecklenburg wird mit einem Armeecorps jetzt
egen Lille marschiren, während der General Logel v. Falckenslein den Oberbefehl über eine
neu gebildete Armee von 80,000 Mann über⸗ nimmt, um damit über Besangon nach Lyon zu marschiren.
Aus Lagny vom 2. Okt. hat der Groß⸗ herzog von Weimar ein von der„Weim. Ztg.“ veröffentlichtes Telegramm an seine Gemahlin gerichtet, nach welchem ein Theil seines Regiments am 1. Okt. ohne Verlust ein siegreiches Gefecht bei Quarrefour Pompadour bestanden hat.
— Ein Feldpostbrief aus Angeville vor Paris, den die„K. Z.“ mittheilt, erzählt u. A.: „Hier, wo wir auf freiem Felde am Bahnhof mit dem Blick auf Paris patrouilliren, fanden wir in einem schon mit Gerste bestandenen Acker, einen halben Fuß unter der Erdober— fläche, hunderte, ja tausende von Flaschen der feinsten Extracte, wie Syrup de Grenadine ꝛc., auch etwas Champagner, und auf dem Schlosse in der Nähe 35 Ohm Wein vergraben.“ Daß ein solcher Fund hoch willkommen ist, läßt sich denken.
— Eine große Zahl französischer Präfecten⸗ berichte meldet über Vorgänge in der Nähe von Paris. Der eine Präfekt meldet von in die Luft gesprengten Steinbrüchen, deren jeder 100,000 Mann Preußen vernichtet hat; das andere De— partements-Oberhaupt ist bescheidener und ver— nichtet nur drei preußische Cürassier Regimenter. Wieder einer ist noch humaner und läßt die nach Pithiviers gedrungenen Preußen nur Frost und Hunger erleiden. Grausamer freilich ist ein vierter, welcher Versailles erobert und 20,000 Preußen vernichte— auf das Verwunden oder bloße Tödten läßt sich kein Präfekt ein, der„vernichtet“ nur.
— Es dürfte wohl noch niemals vorgekommen sein, daß eine Armee während eines Krieges in einem feindlichen Lande eine 5 Meilen weite Eisenbahnstrecke vollständig neu anlegt, regel— mäßig ausbaut und in Betrieb setzt. Da die Festung Metz die Eisenbahn von Saar— brücken über Pont à Mousson nach Paris und über Nanzig nach Straßburg sperrte, so ertheilte der General v. Moltke am 20. August den Befehl, daß eine Eisenbahn in der Entfernung von drei Meilen von Metz erbaut werden solle, welche die Metz⸗Saarbrücker Linie mit der Metz⸗Pariser Linie verbinde. Der Chef aller preußischen Staats- bahnen, Geheimer Ober-Baurath Weißhaupt, übernahm die Oberleitung des Baues, tüchtige Civil⸗ und Militär-Ingenieure wurden ihm zur Verfügung gestellt, 3000 unbeschäftigte Bergleute
von den Saarbrücker Kohlengruben in Arbeit ge— nommen und mitten unter dem Kanonendonner begann der Bau der neuen Linie. Der Bau ward bei Tag und bei Nacht so rastlos gefördert, daß trotz des theilweise sehr schwierigen Terrains die neue Linie schon vor 14 Tagen dem Betrieb übergeben werden konnte.
Vor Metz. Wiederum hat am 2. Oct. ein französischer Ausfall aus Metz stattgefunden, der wie früher eine südöstliche Direction hatte und die Division Kummer betraf. Er scheint größere Dimensionen gehabt zu haben. Der „Mainzer Anzeiger“ hat die erste kurze Meldung darüber, indem er einer nach Mainz gelangten Correspondenzkarte entnimmt, daß der Ausfall in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag statt⸗ fand:„Die Operation der Franzosen fand gegen Remillh statt und dauerte dieselbe von Samstag Nacht 12 Uhr bis Sonntag Mittag um 12 Uhr, um welche Zeit der letzte Kanonenschuß fiel. Die Verluste beiderseits sind nicht gering, der der Franzosen doch bedeutend größer, da sie sich stets in der Offensive befinden. Das 19. Infanterie⸗ Regiment war abermals engagirt.“
— Man schreibt der„Kreuzztg.“ vor Metz: Der Krankenbestand der ganzen Cernirungsarmee beträgt nicht ganz 7 Prozent, eine gewiß günstige Ziffer. Die Ruhr ist nicht bösartig und nimmt auch täglich ab.
Aus Noisseville bei Metz erhält„Daily News“ vom 3. October folgende Depesche: Gestern Nachmittag zerstörte eine preußische Batterie, St. Germain gegenüber südwestlich vom Mont St. Quentin stehend, mit Granaten eine Brücke, welche die Franzosen über die Mosel geschlagen hatten. Dabei ging das Dorf Moullty⸗les⸗Metz in Flammen auf. Gestern Abend unternahmen 15 Freiwillige unter Führung eines Lieutenants eine Expedition in das Dorf Neuilly, gegenüber der französischen Position im Osten der Forts St. Julien, und steckten es an sechs Stellen in Brand. Das Dorf verbrannte gänzlich. Es enthielt geheime Pro- viantvorräthe, deren Ort die Bauern der Garnison von Metz verrathen, den Preußen aber verborgen hielten.
— Im Hinblick auf die jetzt bald eintretende kalte Witterung wird, der„B. B. Ztg.“ zufolge, unsere vor Metz liegende Armee mit 200,000 Pelzen versehen. Der erste Transport ist bereits an den Ort seiner Bestimmung abgegangen.
Straßburg. Das bisher in Hagenau be—


