Ausgabe 
8.9.1870
 
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über den Zweck und die richtige Benutzung des Auskunfts ⸗Buüͤreaus des Hülfsvereins. 681

Der in Folge der jüngsten kriegerischen Ereignisse übermäßig gesteigerte Andrang des Publikums beruht zum großen Theil auf der irrthuͤmlichen Voraussetzung, daß das Auskunfts⸗Büreau im Stande sei, über das Befinden und den Aufenthaltsort jedes einzelnen im Felde stehenden Soldaten der hessischen(25.) Division Auskunft zu geben. Zur Aufklärung dieses Mißverständnisses machen wir deßhalb wiederholt bekannt, daß das Büreau vorerst nur im Stande ist über die innerhalb des Großherzogthums in Lazarethen ver⸗ pflegt werdenden Verwundeten oder Erkrankten Auskunft zu geben, daß ihm aber zur Zeit die Möglichkeit abgeht, über die außerhalb des Landes verpflegt werdenden Verwundeten, sowie über die Namen der Gebliebenen eine Mittheilung zu machen. In beiden letzteren Beziehungen sind Schritte geschehen, um dem Büreau möglichst vollständige Listen über sämmtliche Gefallenen und Ver⸗ wundeten der hessischen Division zu verschaffen, und die Veröffent⸗ lichung derselben wird alsbald nach deren Eintreffen erfolgen. Das Verzeichniß der bis jetzt bei dem Büreau angemeldeten Verwundeten oder Erkrankten der hessischen Division wird von heute an wöchentlich in dem als Beilage der Darmstädter Zeitung er scheinenden Notizblatt des Vereins veröffentlicht werden.

Wir hoffen daß durch diese Anordnungen zahlreiche Anfragen, welche die Wirksamkeit des Büreaus seither empfindlich gestört haben, unnöthig werden und wiederholen bei dieser Gelegenheit, daß nicht schon dann, wenn Angehörige über das Befinden eines Soldaten in Ungewißheit sind oder die Correspondenz unterbrochen ist, sondern

erst dann gerechter Anlaß zu einer Anfrage gegeben ist,

wenn zuverlässige Nachrichten oder Mittheilungen Dritter darüber vorliegen, daß der Betreffende verwundet oder erkrankt sei. 1 4 5

Ueberdieß wird regelmäßig jeder in eine Pflege⸗Anstalt aufge⸗ nommene Verwundete bei seiner Ankunft veranlaßt, seinen Angehörigen briefliche Mittheilung zu machen, und, wo dies nicht aus führbar ist, da wird die briefliche Benachrichtigung durch den Vorstand des Laza⸗ reths vermittelt.

Wir hoffen, daß die Angehörigen von Soldaten, ungeachtet mancher berechtigten Aufregung, dennoch in richtigem Verständniß der Sache und der schwierigen Geschäfte unseres Büreaus das nöthige Maß in ihren Anfragen halten werden. Die für das Büreau be stimmten Anfragen müssen wir uns indessen frankirt erbitten, und es empfiehlt sich, zur Vermeidung erhöhten Porto's, den schriftlichen Anfragen Briefmarken beizulegen.

Im Anschluß an die ergangene Bekanntmachung des Großher zoglichen Kreisamts Darmstaet vom 17. d. M. wiederholen wir so dann die dringende Aufforderung an alle Privaten, welche Ver wundete oder Kranke in Privatpflege genommen haben oder nehmen werden, hiervon ungesäumt dem Auskunfts⸗Büreau in auswärtigen Kreisen dem einschlagenden Vorstand des Hülfsvereins Anzeige zu machen.

Darmstadt, den 27. August 1870.

Der Vorstand des Hülfsvereins im Großherzogthum Hessen für die

Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Feld.

1 A. Weber.

Bekanntmachung.

Die Forststrafen vom III. Quartal 1870 können an den bestimmten Zahltagen Dienstag und Don nerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden. Als besonderen Erhebungstag bestimmen wir für den Landgerichtsbezirk Butzbach: 5 Samstag den 10. September d. J., Vormittags von 810 Uhr, im Gasthause des Herrn Joutz.

Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im

d. J. die Mahnung erfolgt. Friedberg den 5. September 1870.

Interesse ihrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem 15. Sept.

Großherzogliches Rentamt Friebberg n de

Kriegsnachrichten. Telegramm an Ihre Majestät die Königin Augusta in Berlin.

Varennes, 4. Sept., Vorm. 8 Uhr. Wlch' ein ergreifender Augenblick, der der Begegnung mit Napoleon. Er war gebeugt, aber würdig in seiner Haltung und ergeben. Ich habe ihm Wilhelmshöhe bei Kassel zum Aufenthalt gegeben. Unsere Begegnung fand in einem kleinen Schlößchen vor dem westlichen Glacis von Sedan statt. Von dort beritt ich die Armee um Sedan. Den Empfang durch die Truppen kannst Du Dir denken! Unbeschreiblich! Beim Ein⸗ brechen der Dunkelheit halb 8 Uhr hatte ich den 5stündigen Ritt beendigt, kehrte aber erst um 1 Uhr hierher zurück. Gott helfe weiter! Wilhelm.

St. Menehould, 5. Sept., 2 Uhr 25 Min. Nachmittags. Die bei Sedan vernichtete Armee Mar Mahon's zählte vor der Schlacht von Beaumont am 30. August noch über 120,000 Mann. Der Transport der Gefangenen, unter denen sich über 50 Generäle befinden, nach Deutsch⸗ land ist in der Ausführung begriffen. Unsere Armeen sind im Vormarsch auf Paris,

gez. v. Podbielsky.

Dresden. Der König empfing vom Kriegs- schauplatze folgende Telegramme:Malancourt, 3. Sept., 10 Uhr Abends. An Se. Maj. den König von Sachsen. Die unter meinem Befehl stehenden Corps am 30. August stegreiche Schlacht gegen Mae Mahon bei Beaumont. Circa 30 Kanonen und Mitrailleusen, viel Gefangene. 12. Corps wenig Verluste. Georg und ich gesund. Albert.Am 1. Sept. in einer zwölf stündigen Schlacht bei Sedan ist die Armee Mac Mahon's durch die Armee des Kronprinzen von Preußen und die meinige vernichtet. Das säch sische(12.) Corps hat sich brillant benommen. Georg und ich ganz wohl, Verluste weiß ich noch nicht, doch glaube ich, sind dieselben nicht so groß, wie am 18. Aug. Albert.Großer entscheidender Sieg bei Sedan, wobei das säch

sische(12.) Corps eine entscheidende Rolle gespielt. Dasselbe hat Trophäen und Gefangene in großer Zahl gemacht, jedoch mit schweren Ver⸗ lusten.(12) Georg.

München, 6. Sept. Nach an das Kriegs- ministerium gelangten Nachrichten war das erste bayerische Armee⸗Corps am 30. August an dem Treffen bei Beaumont und Raucourt, am 31. August bei Bazeille, am 1. Sept. an der Hauptschlacht bei Sedan betheiligt und wurden von demselben 2 Adler und 3 Geschütze genommen und sehr viele Gefangene gemacht. König Wilhelm rühmt in einem Briefe an die Königin die außer ordentlichen Leistungen der bayerischen Truppen in den letzten Schlachten. Die diesseitigen Verluste sollen gegen die französischen auffallend mäßig sein. Weitere Details anzugeben ist noch nicht möglich.

Stuttgart, 6. Sept. Offizielle Mittheilung des würtembergischen Kriegsministeriums. Die würtembergische Division befand sich am 1. Sept. in der Schlacht bei Sedan auf dem linken Flügel gegen Mezidres, nördlich der Maas. Sie gelangte jedoch nur zu untergeordneter Verwendung gegen einen Ausfall der Franzosen aus Mezidres und hat nur wenige Verwundete gehabt. Die Artillerie wurde Abends zum Bombardement von Sedan herangezogen. Kurz nach der Eröffnung des Bombardements wurde in Folge der eingeleiteten Unterhandlungen das Feuer eingestellt.

Gegen Paris marschirt die 3. und 4. Armee, wahrscheinlich auch Theile der 1. und 2. Die Avantgarden sind vor Fimes angelangt, einem Orte zwischen Rheims und Soissons an der Vesle, einem Nebenfluß der Aisne. Man wird das kleine Corps des Generals Vinoh erst isoliren, und abthun müssen, das sich westlich nach Laon gewandt hat. Es ist das dem Mae Mahon von Paris nachgesandte; es war zwar in Mezieres angekommen, fand aber die Straße von dort nach Sedan besetzt. Bei Mac Mahon's Capitulation gestattete der König von Preußen allen fran zösischen Offizieren freien Abzug mit Waffen und Pferden gegen das Ehrenwort, in diesem Kriege nicht mehr gegen Preußen zu fechten(2). Eine große Anzahl ist bereits am Samstag durch Belgien nach Frankreich zurückgereist. Der linke Flügel

unter Mac Mahon war am 2. September gerade daran, seine Morgensuppe zu bereiten, als plötzlich eine Granate mitten in den Artilleriepark einschlug. Alles eilte zu den Waffen, aber man sah keinen Feind, der aus dem Wald die französischen Truppen mit preußischen Mitrailleusen beschoß. Gegen 8 Uhr war schon der ganze linke Flügel durch⸗ brochen und auf Belgien zurückgeworfen.

Ein Cor respondent derIndependanee belge, welcher am 3. Sept. in Brüssel aus Bouillon eintraf, gibt folgende interessante Details: Ich traf einen preußischen Offizier, der den Kaiser in einem Bauernhause zwischen zwei Kürassiren im Hauptquartier sitzend gesehen hat. Die Schlacht von Sedan, welche für Preußen die entscheidendsten Resultate erwirkt, Hat demselben viel geringere Opfer, als die beiden vorausgegangenen Tage gekostet. Besonders die preußische Artillerie hat den Sieg entschieden. Der Correspondent hat auch das Schlachtfeld besucht, die Verwüstung sei erschrecklich. Die Preußen hatten ihre Leichen bereits beerdigt, während die der Franzosen noch umherlagen. General Failly ist mit seinem Adju⸗ tanten gefallen, nicht von einem französischen Sol⸗ daten erschossen, sondern von preußischen Mitrail⸗ leusen(Schrapnells) getroffen. Er war am 2. d. noch auf dem Schlachtfelde beerdigt worden, sein rechter Arm war abgerissen und ein Granatsplitter ist ihm in die Hüfte gefahren.

Am 27. Aug. ist der Brauer Joh. Friedrich Goecker aus Metz wegen Spionage im Bereiche des 10. Armeecorps der zweiten Armee erschossen worden. Derselbe war am 23. von einer Patrouille des 10. Armeecorps bei St. Remy vor Metz ver⸗ haftet worden. Man fand bei ihm chiffrirte Depeschen des Marschalls Bazain an den Kaiser Napoleon und den französischen Kriegsminister; ferner ein ihn, den Ueberbringer, legitimirendes Schreiben des Generalstabschef der Rheinarmee an den französischen Consul in Luxemburg, worin dieser von Ersterem aufgefordert wird, Nachrichten über die Stellung der deutschen Truppen zu über⸗ senden. Das kriegsgerichtliche Erkenntniß, das den Beförderer dieser Schriftstücke wegen Spionage und Begünstigung des Feindes zum Tode ver⸗ urtheilt, wurde am 25. bestätigt und zwei Tage darauf vollstreckt.

Wie der Nürnberger Corresponbent meldet,

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