Kriegsnachrichten. Officielle militärische Nachrich fen. rsailles, 2. Oct. Der Verlust der Franzosen in dem Gefecht vom 30. Sept. betrug 1200 Todte und Verwundete, darunter der Bri⸗ gadegeneral Guilhelm. 300 Mann wurden un⸗ verwishet gefangen. Der diesseitige Verlust betrug 80 Todte und circa 120 Verwundete. Unter den odten befinden sich 8 Offiziere. Gestern und eute fielen nur vereinzelte Schüsse aus den Forts. Ferrieres, 3. Okt. Vor Paris nichts Neues. Bei Metz bestand die Division Kummer gestern ein größeres Vorpostengefecht. Der Feind wurde mit starkem Verlust abgewiesen.
— Der„Kreuzztg.“ wird aus Laferriere den 28. Sept. geschrieben: Die Verlegung des großen kgl. Hauptquartiers in den Westen von Paris steht in den ersten Tagen des nächsten Monats bevor und wird wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Beginn des Angriffs gegen die Forts erfolgen, zu welchem das Belagerungsgeschütz bereits bei Meaux eingetroffen ist und demnächst in Batterie gebracht werden wird. Nachdem die erste Periode der Belagerung, die Cernirung, so vollständige Resultate ergeben hat, daß in der That eine ganze Bevölkerung von zwei Millionen Menschen durchaus isolirt ist, wird mit dem Ein- treffen des schweren Geschützes die zweite Periode beginnen, und dieselbe verspricht um so mehr Er⸗ folg, als sie sofort mit äußerstem Nachdruck an ⸗ gefangen werden wird. Sehr bald wird dann die gegenwärtig berrschende Stille rings um Paris dem sich entladenden Gewitter Platz machen, welches jetzt von allen Seiten zu schwerer Züchtigung gegen die übermüthige Stadt heranbraust.
— Nach der„Bresl. Ztg.“ ist der Comman⸗ deur des 6. schlesischen Festungs⸗Artillerie-Regiments, Oberst Michalis, zum Chef des Generalstabes der Belagerungs⸗Artillerie von Paris ernannt.
Aus Reims erließ der Großherzog von Mecklenburg eine Proklamation vom 27. Sept. Prinz Karl von Hohenlohe und Graf Tauffkirchen sind zu Civilcommissären des Generalgouvernements Reims ernannt.
— Von einem Gesechte der jüngsten Dage schreibt man aus Arlon dem„Journ. de Liege“: „Die Garnison von Longwy, verstärkt durch zahl“ reiche Flüchtlinge der bei Sedan geschlagenen Armee, hat zur Zeit eine Stärke von ungefähr 2000 Mann. Am 21. Sept. hat dieselbe einen Streifzug nach Longoyon unternommen und einer deutschen Truppenabtheilung ein Gefecht geliefert, welches einen durchaus ernsten Charakter trug. Sowohl Gefangene sind nach Longwy eingebracht, als auch deutsche Soldaten auf dem Schlachtfelde geblieben. Der Maire von Lontopon ist deulschtr⸗ seits mit Erschießung bedroht worden und hat nur außergewöhnlichen Umständen sein Leben zu danken Sein Adjunct wurde schwer verwundet, Zwei der bedeutendsten Dörfer der Gegend, Har— rancy und ein zweites, dessen Namen mir entfallen, sind von den deutschen Truppen angezündet wor⸗ den. Nähere Nachrichten fehlen.“
— Das von den deutschen Truppen eng umschlossene Metz, hat durch die Verrätherei der umwohnenden Landbevölkerung unterstützt, seither immer noch mit der Außenwelt zu communiciren vermocht. Dieser Tage ist es nun— und zwar der Großh. Hessischen Pion— nier-Compagnie gelungen, daselbst einen fünf Fuß hohen, halb mit Wasser gefüllten Canal zu entdecken, welcher der Festung zur Verbin— dung mit der Umgegend gedient hat und zu dieser fortwährend benützt wurde. Natürlich wurde dieser Schlupf versperrt und sollen bei der Auffindung und Verrammelung die Großh. Offiziere Oberlieutenant Menges und Lieutenant Mootz sehr ehrenvoll betheiligt sein.
— Das„Zweibrücker Wochenblatt“ meldet, daß über ein am 30. Sept. stattgefundenes Aus fallstreffen vor Bitsch zur Zeit noch die näheren Angaben fehlen. Die Besatzung soll in großer
fortwährend wieder in den Wäldern vor Bitsch
haben. 50 unseren Truppen fand ein mehrstün⸗ diges Kämpfeh'statt, welches, da dieselben numerisch zu gering waren, ohne besondere Erfolge für beide Theile blieb. Die Franzosen halten sich jetzt
auf. Auf unserer Seite bat es, sicheren Angaben nach, vier Todte und mehrere Verwundete gegeben, welche in das Lazareth von Niederbronn verbracht wurden.
Straßburg, 29. Sept. Außer dem badischen Leib Grenadier Regiment ist auch ein Bataillon vom 6. Regiment eingerückt, dasselbe hält die Citadelle besetzt. Man versichert, daß heute und gestern verschiedene meuchlerische Schüsse auf unsere Truppen gefallen und die Meuchler, angeblich Franettreurs, zur gebührenden Verantwortung ge⸗ jogen worden seien. Die Haltung der Bevölke⸗ rung entspricht, soweit es sich beobachten läßt, solchen Vorgängen in keiner Weise.
— 1. Okt. Das Hauptquartier der Armee be- findet sich nun auch in Straßburg, während die badische Diviston ihr Hauptquartier noch in Ober⸗ schäffolsheim hat. Man glaubt, daß die Truppen in den nächsten Tagen abmarschiren; vorerst aber ist eine kleine Rastzeit eingetreten und auch wohl eben so wünschenswerth, wie unsern braven Truppen zu gönnen. Uebrigens ist ein Theil der badischen Truppen jetzt schon in die Gegend von Mutzig und Barr aufgebrochen, um dem dort grassirenden Franctireursunwesen ein Ende zu machen.
— Zut Geschichte der Capitulation von Straßburg theilt ein Specialcorrespondent der „Karlsr. Ztg.“ noch Folgendes mit:„Am 27. Mittags ritt der französische Parlamentär nach Mundolsheim hinaus; um 3 Uhr kehrte er mit der angenommenen Verhandlungsgrundlage zurück. In den Straßen sah er sich plötzlich von einer wüthenden Volksmenge umringt, welche über Ver- rath schrie, ihn vom Pferde werfen und die weiße Fahne zerreißen wollte; nur durch die Vorgabe, es handle sich bloß um einen Waffenstillstand, vermochte er sich freie Bahn zu machen. Um 5 Uhr wurde dann die Fahne aufgezogen und auf dieses verabredete Zeichen hin das Feuer eingestellt.“
— Interessant sind die Berichte des in Straß⸗ burg erschienenen„Niederrheinischen Couriers“ über die Wirkungen des Bombardements während der letzten Tage der Belagerung. Wir geben hier nur den Bericht vom 27. Sept., der folgendes Bild entwirft: Es schien, daß die Gefahr für unsere Stadt sich nicht vermehren könnte und daß die Belageter während der langen Bombardirungs- wochen die schrecklichsten Kriegsmaschinen angewandt hätten. Diese Nacht haben sie uns gezeigt, daß wir noch nicht das Ende ihrer Zerstörungsmittel gesehen hatten, denn sie haben Brandbomben auf unglaubliche Entfernungen geschleudert. Diese Bomben, welche im Allgemeinen mehr als 50 Kilos wiegen, sind mit mehreren Kilos Pulver angefüllt und mit einer Lunte versehen, welche während des ganzen Schußweges des Geschosses fortbrennt und beim Abbrennen das Platzen der Bombe verursacht. Der Feind hat eine gewisse Anzahl dieser Bomben von Schiltigheim oder von den Batterien der Retonde bis in die Langstraße, die Pflanzbadgasse, die Büchergasse und an die gedeckten Brücken geschleudert. Man sah diese Geschütze langsam in die Lüfte emporsteigen, hierauf auf den Boden herabstürzen; ein furchtbares Ge⸗ töse folgte ihrem Falle auf die Häuser, wo sie schreckliche Verheerungen anrichteten. Eine dieser Bomben fuht durch drei Stockwerke und einen Keller; andere zerstörten ganze Gebäude, alles auf ihrem Wege zermalmend. Die deutschen Zeitungen hatten vor einiger Zeit von zwei Riesen- mörsern gesprochen, welche die Belagerer vor unsere Mauern geführt; augenscheinlich werden diese Geschosse, die auf eine Strecke hinausge⸗ worfen werden, die früher von keiner Artillerie eneicht worden, von diesen Mörsern geschleudert. Schwere Unglücke haben den gestrigen Abend und diese Nacht bezeichnet, es gab zahlreiche Opfer Todte und Verwundete. Im Kaägenecker⸗Bruch
sonen getödtet und 12 verwundet. Im Pfl. In den Vorstädten gab es Opfer wie jede Nacht, Welch langes Verzeichniß schon von Ruinen und Todten!. 5 Kehl, 2. October. In stetem Wachsen ist der Zudrang der Fremden nach Strasburg. Die Straßen sind kaum zu begehen und jeder Zug bringt neue Ankömmlinge. Die Schiff⸗ brücke wird gegenwärtig von beiden Ufern aus
in kürzester Zeit zu passiren ist. Auch an der Eisenbahnbrücke wird eifrigst gearbeitet.
Vom Oberrhein wird vom 2. October der Uebergang der deutschen Truppen über den Rhein bei Mühlhausen gemeldet. Die ost— preußische Reservearmee, der auch pommer'sche
Freiburg aufgestellt, Müllheim. Am 1. Oct. herrschte in Freiburg,
wegung. 6 den Rhein widersetzten sich die Franzosen; diesseits Verlust 7 Mann; zur Unterstützung unserer deutschen Truppen rückte die ganze Freiburger Besatzung aus.“ Wie verlautet, ist diese Reservearmee mit anderen, von Stras— burg abrückenden Truppentheilen, dazu bestimmt, Burgund und die zweite Hauptstadt Frankreichs, Lyon, zu besetzen.
Aus Müllheim berichtet man: Der heutige Sonntag war ein wahrer Wallfahrts⸗ sonntag. Die Morgenzüge brachten uns eine Menge Sonntagsbummler, welche den Rhein⸗ übergang der deutschen Truppen ansehen wollten. Auch aus der Umgegend von Müllheim kam das Landvolk zu Fuß und mit Leiterwagen her⸗ geströmt, um das Schauspiel(denn als ein solches wird im gewöhnlichen Sinne ein der⸗ artiger Truppenaufmarsch immer betrachtet) mit anzusehen. Schon am Samstag Nachmittag und die verflossene Nacht gingen zahlreiche Truppen⸗ massen in großen Kähnen(welche circa 40 bis 50 Mann fassen konnten) über den Strom, um in dem gegenüberliegenden Chalampe zu campiren, oder sich nach dem entfernteren Mühl⸗ hausen fortzubewegen. Die Infanterie setzte in Kähnen über, die Artillerie und Capalerie auf der Rheinfähre. Die Truppen waren lauter Landwehrleute von 3240 Jahren, die beinahe sämmtlich die Erinnerungszeichen an 1866 und 1864 trugen. Ihre Heimath ist Ostpreußen oder Schlesien. Ihr freundliches, artiges, ja zuvorkommendes Wesen wird von allen Besuchern, die Gelegenheit hatten, mit Offizieren und Soldaten zu sprechen, anerkannt.
Hessen. Darmstadt, 4. Okt. Wie mit⸗ getheilt wird, ist die auf den 1. Dezember l. J. anberaumte Volkszählung im deutschen Zollverein, nachdem nunmehr inhaltlich einer hierher gelangten Notification des Vorsitzenden des Bundesraths des Zollvereins sämmtliche im Bundesrath vertretene Regierungen zu der vorgeschlagenen Hinaus⸗ schiebung des Termins für die nächste Bevölle⸗ rungsaufnahme ihre Zustimmung ertheilt haben, auf den 1. Dezember 1871 verlegt worden.
— Mit voller Bestimmtheit kann ein hiesiger Correspondent der„Fr. Z.“ mittheilen, daß der
erwarten steht. dings in Frage stand und umfängliche Bericht erstattungen veranlaßte, wird mit dem Erlaß einer Anzahl zuerkannter, sowie dem Nachlaß verschie⸗
Bewenden finden.
Frankreich. Tours. Meldungen aus Colmar vom 2. d. zufolge hat der Feind in der Höhe von Mühlhausen den Rhein überschritten und nähert sich Mühlhausen und Schlettstadt.
— Admiral Fourichon verbleibt Mitglied der
Anzahl ausgefallen sein und zwei Höfe angesteckt
ereignete sich ein furchtbarer Unfall; im Hause
geschlagen, es ist also zu hoffen, daß der Rhein
Landwehr zugetheilt ist, hatte sich südlich von das Hauptquartier in
wie die„Karlsr. Zeitg.“ schreibt, große Be⸗ „Dem Schlagen einer Brücke über
von verschiedenen Blättern gemeldete Erlaß einer ö politischen Amnestie im Großherzogthum nicht zu Die Angelegenheit, welche aller-
dener bereits angetretener Strafverbüßungen iht
Regierung. Der Marineminister tritt das Depar⸗
1 Mehl, bei der Kronenburger Kaserne haben zwe! beinahe zu gleicher Zeit gefallene Geschosse 6 Per. anz · 9 bad wurden 4 Personen in einem Hause verwundet.
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