ment des Kriegsministeriums an den Delegirten es Kriegsministers„ Generol Lefort, ab.
— Ein durch die Taubenpost angelangter gericht Trochu's über das Gefecht vom 30. Sept. neldet: Unsere Truppen machten sehr kräftige lecognoscirungen und rückten bis Thiais und hoisy le Roi vor. Nach lebhaftem Artillerie- ind Gewehrfeuer zogen sich unsere Truppen auf ure Positionen in Ordnung zurück. Die Mobil- surden hielten sich tapfer. Der Tag war im danzen ehrenvoll für uns. Unsere Verluste sind zuoch nicht bekannt, jedoch sehr empfindlich.
Belgien. Brüssel. Seit dem 1. d. ist je Observationsarmee und ihr Generalstab auf alöst. Die im Frieden bestandenen Territorial⸗ zommandos sind wieder eingeführt.— Nachrichten us Tours zufolge war unter den Franctireurs negen mangelnder Lebensmittel eine Meuterei aus- ebrochen. Die Meuterer drohten, die Stadt zu lündern. Zwischen Offizieren und Mannschaften autspann sich ein förmlicher Kampf. Schließlich var man gezwungen, die Aufrührer fortziehen zu assen. Dieselben gingen nach Orleans.
— Berichten aus dem Norddepartement zu⸗ olge werden Maubeuge und Landrecies in Ver- geidigungszustand gesetzt.— Graf Palikao ist in Spaa angelangt.
— Eine Depesche der„Times“ von Bouillon, 9. Sept., meldet: Die von den Preußen vorge- blagenen, von der Garnison Mezieres jedoch zu⸗ ückgewiesenen Bedingungen sind: Abzug oder lebergabe. Das Bombardement hat noch nicht egonnen. Große Truppenbewegungen in Sedan.
— Eine Depesche aus Tours vom 1. Okt. Abends meldet, der Marineminister sei nach Sberbourg ahgexeist und General Uhrich habe sich em Gouvernement gegenüber für die Nutzlosigkeit ger dermaligen Kriegsfortsetzung ausgesprochen.
— Ein Brief per Luftballon aus Paris, vom 20. Sept. Vormittags datirt, meldet, daß Jules Favre und Arago in dem am Donnerstag ab; haltenen Ministerconseil eine Fortsetzung des Krieges widerriethen, während namentlich Keratry, Rochefort und Trochu dieselbe befürworteten. Die Erstgenannten wollten die Verantwortlichkeit dafür, Ungesichts der ernsten Simation, nur nach einer Zefragung des Volkes übernehmen.
Dänemark. Kopenhagen. Die Thron⸗ sede, mit welcher der König den Reichstag er⸗ affnete, hebt hervor, daß durch die Aufrechthaltung er neutralen Stellung es gelungen ist, das Land zor den Uebeln des Krieges zu bewahren Ob⸗ leich keines Menschen Auge den Ausfall und die Folgen des Krieges voraussehen könne, habe der König die feste Hoffnung, daß die Frage, welche noch zwischen Dänemark und Preußen unent⸗ ichteden bestehe, eine Lösung finden werde, welche zie Selbstständigkeit des Reiches sichern und die guten Beziehungen zu dem mächtigen südlichen Nachbar stärken werde.
Italien. Florenz, 2. Oct., Abends. Zahlreiche Depeschen aus Rom constatiren die große Betheiligung der Bevölkerung am Pleblscit. Der Enthusiasmus, welcher dort herrscht, ist be⸗ weutend. Personen, welche ihr Votum abgegeben
haben, durchziehen die Stadt unter den Rufen: „Es lebe Italien!“„Es lebe der König!“— Depeschen aus anderen römischen Städten eon⸗ statiren denselben Enthustasmus und dieselbe Be⸗ theiligQung. Es heißt, die Deputation mit dem Resultat des Plebiscits werde Donnerstags hier eintreffen.
— Dem„Giornale di Roma“ zufolge hat der Papst die Theilnahme an dem Plebiscit ver boten, selbst um mit Nein zu stimmen.
— Das Resultat des Plebiscits ist in Rom: Ja 40,835 Stimmen, Nein 46 Stimmen; in Frosinone sämmtliche 2559 Stimmen Ja; in Velletri: Ja 3156 Stimmen, Nein 11 Stimmen: in Orte: sämmtliche 644 Stimmen Ja.
Rußland. Petersburg. Thiers hat die Antwort erhalten, daß Rußland in seinem tiefen Friedensbedürfnisse zur Wiederherstellung des Friedens beizutragen geneigt ist, sich aber nur auf einer Linie mit den neutralen Mächten zu be⸗ wegen vermag. Thiers reiste am 4. nach Wien ab.
— Der„Golos“ meldet, daß das dem Reichs- rathe vorgelegte Budget pro 1871 ohne Deficit schließt, woraus das Blatt abermals die friedlichen Absichten Rußlands folgert.
Amerika. Washington. Die Staats- schuld der Vereinigten Staaten hat sich seit dem 1. September um 9 Millionen Dollars vermindert.
Bad⸗ Nauheim. In den hiesigen Lazarethen kann man täglich einen älteren Herrn mit seiner Gemahlin be⸗ obachten, welche schweigend, emsig, bescheiden unseren Ver⸗ wundeten Cigarren, Wein, Lebensmittel aller Art zutragen. Es sind Engländer, die ihre Kur hier längst beendigt haben und nur zu dem Zweck noch hier bleiben, um Hülfe zu leisten. Und diese Nachkur scheint ihnen ganz gut zu bekommen, denn sie machen gar vergnügte Augen, wenn sie ihre Gaben glücklich an den Mann gebracht haben. Dank solchen Kurgästen!
Frankfurt. Der militärische Verkehr auf der Neckar⸗ bahn im Monat September war ein ganz außerordent⸗ licher. Gefangene kamen 29,404 hier durch. Zum Ersatz wurden dirigirt 1803 Mann, zur Armee 275 Offiziere und 12,425 Mann und 300 Pferde. In die Heimath, beziehungsweise zum Ersatz wurden entlassen 1512 Mann. Krank und verwundet kamen an 291 Offiziere, 14.022 Mann und 77 Pferde. Es wurden verbraucht 1056 Pfund Kaffee, 6103 Centner Haser, 5742 Centner Zwieback, 114 Centner Erbsen, 7658 Ceniner Mehl, 10,466 Centner Brod, 120 Centner Speck, 217 Centner Bohnen. Militär⸗ Arrestanten kamen 15 an.
Frankfurt. In Deulschland wird eifrig nach dem bekannten Füsitier Krause gefahndet. Ueberall, wo irgend einer dieses Namens im Lazareth liegt, kommen entweder Geschenke oder Anfragen, ob der ꝛc. Krause der sei, welcher den ersten Franzosen erschossen. Die hiesigen Lazareibe sind so glücklich, mehrere Krause zu haben. Derjenige, welcher im Bürgerhospital liegt, erhielt dieser Tage mit der Anfrage, ob er der rechte Krause sei, welcher den ersten Franzosen geschossen, eine wunderschön gearbeitete Meerschaumpfeife, die anstatt des Tabaks mit Thaler scheinen gestopft war. Der schwerverwuͤndete Tapfere war leider nicht der rechte Krause und wies die Gabe zurück; um den Braven zu entschädigen, hat ein Mitglied des Sanitätscorps demselben eine ähnliche Pfeife verehrt, nur mit dem Unterschied, daß da, wo die Thaler steckten, sich nur guter Kanaster befand.
Offenbach. Der Tod fordert aus den Reihen unseres Offenbacher freiwilligen Turner⸗Sanitätscorps, welches jetzt größtentheils zurückgekehrt ist, noch immer neue Opfer. Zwei Mitglieder sind bereits verschieden. Mehrere liegen am Typhus und Blattern schwer krank darnieder, über
Einzelne, welche noch in Belgien und Frankreich in Laza⸗ rethen zurückbleiben mußten, sehlt jede Nachricht.
Darmstadt. Nachdem französische Kriegsgefangene von hier nach Offenbach und Gießen verlegt wurden, be⸗ finden sich noch etwa 900 Mann hier, Dieselben erhalten nunmehr Löhnung gleichwie unsere daten und soll der erste Löhnungstag für sie ein er Fest gewesen sein, welches in den 2 in der Insanteriekaserne etablirten Wirth⸗ schaften gefeiert wurde.
Verloos ungen.
Wien, 1. Oct. Bei der heute stattgehabten Ziehung der Creditloose fielen der Haupttreffer auf Serie 333 Nr. 66; 40,000 fl. auf Serie 427 Nr. 59; 20,000 fl. auf Serie 2198 Nr. 25. Ferner wurden gezogen: die Serien 19, 139, 194, 30, 591, 594, 777, 2147, 2197, 2230, 3564, 3650 und 3904.
Oesterreichische 230⸗fl.⸗Loose von 1854. Bei der am 1. October vorgenommenen Ziehung wurden nach— steheude Gewinn-Nummern gezogen: Serie 444 Nr. 38 mit 50,000 fl., S. 269 Nr. 23 mit 20.000 fl., ferner gewinnen je 5000 fl. S. 817 Nr. 32, S. 1401 Nr. 8, S. 1807 Nr. 6, S. 2244 Nr. 45, S. 2761 Nr. 183 je 1000 fl. S. 384 Nr. 46, S. 697 Nr. 47, S. 842 Nr. 2, S. 2459 Nr. 13, S. 2467 Nr. 23; endlich je 400 fl. S. 269 Nr. 10, 49, S. 359 Nr. 10, 20, S. 384 Nr. 4, 9, 34, 44, S. 444 Nr. 16, 20, 35, S. 817 Nr. 11, 13, 42, 44, S. 1807 Nr. 9, S. 2244 Nr. 44, S. 2259 Nr. 6, 10, 13, 18, 19, 28, 48, S. 2277 Nr. 19, 24, 29, 37, S. 2287 Nr. 10, 46, S. 2459 Nr. 15, S. 2465 Nr. 8, 19, 20, 30, 37, 45, 46, S. 2467 Nr. 39, S. 2638 Nr. 33, 37, S. 2761 Nr. 42, S. 2942 Nr. 27, 47, S. 3342 Nr. 50, S. 3364 Nr. 19, 46, S. 3826 Nr. 8, 17, S. 3839 Nr. 47. Auf alle übrigen in den verloosten Serien enshaltenen Nummern entfällt der Gewiun von je 300 fl.
Bescheinigung.
Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien find weiter eingegangen und
werden dankend bescheinigt: fl. kr Ungenannt 1270 aus einem Kränzchen— 43 ein monatlicher Beitrag aus Friedberg 1— aus der Vorlesung des Herrn Dr. Lorenz, wozu Frau Theobald den Saal und die Beleuchtung unentgeltlich stellte, 7 15 don Herrn Obersörster Kiichner in Ziegenberg 3— von Herrn Pfarrer Breidenstein Kirchenopfer aus Södel 9 21 von Herrn Georg Ullrich hier aus dessen Collecle⸗ Buͤchse für die verwundeten Soldaten 4— 26 48½ hierzu die letzte Bescheinigung 4309 58½ 4336 45 Unsere Ausgaben für Unterstützungen, für das fliegende Sanitätscorps. Materialsendungen für die Truppen im Felde und unsete Laza⸗ rethe betragen bis jetzt 3193 56
An Materialien wurden geliefert: von Herrn Pachter Heil in Dorheim 2, wollene Hemden für die Truppen im Felde; von Herrn G. F. Kopp in Ossenbeim 36 Eier, 1 Krug Milch; von Herrn Müller in Dorheim 48 Eier; von Frau Pfarrer Weber in Ober⸗Rosbach 1 Ratankuchenz von Herrn Bürgermeister Helfrich in Fauerbach 31 Eier; von Herrn Vergverwalter Cheltus in Ossenbeim 6 Flaschen Wein, 1 wollenes Halstuch, 8 Paar wollene Strümpfe, 2 wollene Jacken, 1 Paar Unterhosen, 1 wollene Leibbinde, 1 Paar Pulswärmer z von Herrn Oberförster Kirchner in Ziegenberg Verbandzeug.
Die uns seitber so reichlich gespendeten Liebesgaben, als: Eier, Butter, Milch, grüne Gemüse, Kartoffeln, sind ganz geräumt, wir müssen diese jetzt kaufen und bitten deßhalb um fernere Unterstützung hierin oder uns solche zu billigen Preisen zuzuführen.
Friebberg den 30. October 1870.
Für das Comité:
J. Huber, Rechner.
N Braunkohlen- Verkauf.
2330 Für die gegen Credit zu beztehenden Braunkoblenklötze beginnt auf dem Bergwerk mit dem 1. October d. J. eine neue Creditpertode, laufend dis Ende Dezember d. J. Der Preis bleibt wie seither,
mit einer Zahlungsfrist bis Ende März 1871.
Großherzoglichen Dorheimer und verbunden
Dle Fuhrleute wollen die Gegenscheine, welche ihnen bel Abgabe, des, Bürgscheing eingebändigt werden.
hei jedem Kohlenbezuge mitbringen, damit die einzelnen Zoblung der Creditsumme an Großherzogliche Bergtasse icheins erforderlich.
Dorheimer Bergwerk
Bezüge in dem Gegenschein notirt werden können. Bei zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des Gegen⸗
den 24. September 1870.
Großherzogliches Bergamt Dorbeim.
Auszuleihen
2846 aus der Kirchenfasse zu Steinfurth 220 fl. 4.5% 4 Der Kirchen vorstand.
Fuhrknecht.
2394 Zum baldigen Eintritt wird bet bohem Lohn ein tüchtiger Fuhrknecht zu zwel Pferden auf einen einzelnen Dof gesucht. Nähere Auskunft erthellt die Exped. d. Bl.
Befestigungspläne
Paris& Meß.
Zu haben bel Bindernagel& Schimpff in Fried⸗
berg und Nauheim.
Obligations-Verloosung.
2385 Von den Obligationen der Gemeinde Ober- Saulbeim auf Inhaber find die Nr. 63 und 68 zur Rückzahlung berufen, was den Besitzern derselben an⸗ durch bekannt gegeben wird, unter dem Anfügen, daß der Betrag derselben à 100 fl. bis zum 15. Dez. 1870 bei der Gemeinderinnehmerei Ober Saulheim, ven da ab aber bei dem Handlungshause S. Liadhbelmer Söhne zu Frankfurt a. M. in Empfang genommen werden kann. Der Zinsenlguf derselben endet mißt een, Schlusse dieses Jahres. Ober ⸗Saulhelm am 1. October 1870. Großherzogliche 5 Ober⸗Saulheim K e r.
Obligations⸗Verloosung. 2392 Bei der beutigsen; flatigehabten Obsagttons⸗ Verloosung der tsraelitischen Religionsgemeinde dahier iß die Obligation Nr. 62 mit fl. 100. zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1871 ausgeloost worden. Die Ver⸗ zinsung derselden dort vom 1 Jauuar 1871 auf. Münzenberg den 3. October 1870. Der Vorsland der ist. Religtonsgemeinde Münzenberg Marcuse Engel.


