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der dotigen Nummer ein und konnte nur noch in einem Theile derselben Aufnahme finden.) J An General v. Borke in Königsberg i. Pr.
St. Barbe bei Metz, 1. Sept., 9 Uhr 54 Vorm. Seit gestern fräh ist Marschall Bazaine mit seiner ganzen Armee im Kampfe gegen unser erstes Armeecops und der ihm zugetheilten Division v. Kummer bei Tag und in der Nacht gewesen, und gestern in der Nacht und beute überall sieg⸗ reich zurückgeschlagen worden. Die Franzosen haben mit großer Tapferkeit gefochten, mußten aher den Ostpreußischen weichen. Prinz Friedrich Carl, der Oberbefehlshaber der Cernirungstruppen, hat gestern und heute dem 1. Armeecorps seine Anerkennung und seinen Glückwunsch zu beiden Siegen ausgesprochen. Die 4. Landwehrdivision hat an dem heutigen Siege ruhmreichen Antheil.
5 v. Manteuffel.
Vendresse(Dep. Ardennes, Arr. Merzières), 31. August. Die Folgen des gestrigen Sieges über Mac Mahon werden bei der großen Aus⸗ dehnung des Schlachtfeldes erst allmälig bekannt. Bis jetzt ist constatirt, daß einige 20 Kanonen, 11 Mitrailleusen, ungefähr 7000 Gefangene in unseren Händen sind.
München, 2. Sept. Offizielle Mittheilung des Kriegsministers:„Brüssel, 2. Sept. Der gestrige blutige Schlachttag endete mit der Nieder: lage dei französischen Armee, welche in vollem Rückzuge gegen Mezieres von der deutschen Armee verfolgt wird; der Kaiser befindet sich bei Mae Mahon. Die Schlachtlinie dehnte sich von Ba. zeilles nach La Chapelle aus. Eine große Anzahl verwundeter Deutschen wie Franzosen sind aus Rücksichten der Humanität auf belgischem Boden aufgenommen worden. Ueber 3000 Franzosen, welche mit 500 Pferden auf belgisches Gebiet gedrängt wurden, haben ohne Schwierigkeit die Waffen niedergelegt. Dieselben werden in Beverloo internirt.“
Brüssel, 2. Sepl. Mit den über die bel⸗ gische Gränze getretenen und entwaffneten 3000 Franzosen, darunter ein General und mehrere Stabsoffiziere, die nach Beverloo dirigirt wurden, sind auch mehrere Four gons, 500 Pferde, 2 Ge⸗ schütze und anderes Material über die Gränze gekommen. Auch zahlreiche verwundete Franzosen sind eingetroffen. Diese, sowie die über die Gränze getretenen preußischen Verwundeten, sind in die Militär⸗Hospitäler aufgenommen.
— 3. Sept Die„Etoile belge“ meldet außer der gänzlichen Niederlage der französischen Armee und der Gefangennahme des Kaisers und Mac Mahons noch, daß General Failly von einem französischen Soldaten getödtet worden ist.
— 3. Sept. Die Zahl der gefangenen Fran— zosen beträgt 80,000. Die Schlacht begann vor⸗ gestern um 4 Uhr Morgens unter den Mauern von Sedan, wurde gegen 2 Uhr unterbrochen, um 3 Uhr wieder aufgenommen und um 5 Uhr beendet. Mac Mahon wurde nach Sedan zurück— geworfen und von 250,000 Preußen cernirt. Um 6 Uhr kam ein Stabsoffizier als Parlamentär an, später der Generaladjutant Reille. Preußen verlangte Uebergabe auf Gnade und Ungnade. Plötzlich riefen die Soldaten:„Der Kaiser ist da!“ Zugleich kam ein eigenhändiger Brief des Kaisers an, welcher sagte: Da es ihm nicht gelang, zu sterben, lege er seinen Degen in die Hände des Königs. Eine Viertelstunde später spielte die preußische Musik. Immenser Enthusiasmus.— Der Kaiser kam gestern in Begleitung mehrerer Generale in das preußische Hauptquartier.
Aus Metz kommende französische Gefangene erzählen, daß sowohl Wassermangel als auch eine vollständige Demoralisirung in den Truppen, die sich in Exzessen gegen die Bürgerschaft verrieth, der Anlaß der letzten französischen Ausfälle aus Metz war. Kurz vorher soll zwischen Metz und Thionville, welche durch mehrere Telegraphen miteinander in Verbindung stehen, ein lebhafter Depeschenverkehr statigefunden haben; auch war den Soldaten vor dem Ausfall mitgetheilt worden, daß von dem Gelingen des Ausfalls das Schicksal
(Die nachsiehende Depesche traf während des Druckes daß die Armee sich da er selbst würde 1 250,000 0 selbst
sofort mit ihm vereinigen. Der Ausfall
sich mit seinem Corps von übe
erfolgte gleichzeitig an drei Punkten Trotz! dichten Nebels, welcher die Operationen der Fr zosen wesentlich be jünstigte, fand der unlern m Ausfall die Deutschen völlig vorbereitet. Die Post kette zog sich, ein lebhaftes Gewehrfeuer unter ⸗ haltend, fast bis in die Nähe von Courcelles zurück. Hier aber wurde den Franzosen ein so warmer Empfang zu Theil, daß ihnen die Lust eines weiteren Vordringens verging. Heute früh trieben die Deutschen, welche sich durch das Heran⸗ ziehen frischer Truppen verstarkt hatten, den be⸗ deutend überlegenen Feind, der eine größere Anzahl Gefangene zurückließ, in die Festung zurück.
— Ein Offizier, der in Metz gefangen war und am 26. entlassen wurde, erzählte von der großen Noth, die dort herrsche; ein Brod würde mit 20 Fres. bezablt, frisches Fleisch sei gar nicht zu bekommen, Trinkwasser fast ungenießbar, da die Besatzung auf das Wasser der Mosel und einiger Pumpbrunnen angewiesen sei, denn unsere Truppen haben bekanntlich die Wasserleitung bei Gorce abgeschnitten.
In Mainz ist bereits ein Transport von Verwundeten aus den Ausfallgefechten bei Metz eingetroffen. Nach den Mittheilungen der darun⸗ ter befindlichen verwundeten deutschen Offiziere war der Ausfall der französischen Armee unter Bazaine's persönlichem Befehle klug und umsichtig vorbereitet; er wurde mit drei vollständigen Armee; corps und einer Masse Artillerie ins Werk gesetzt und war wieder durch wohlgespickte Gräben in allen Positionen wesentlich gestützt und verstärkt. Ihm zu begegnen, griffen das erste Armeecorps, die Division Kummer, die 4. Landwehr⸗Division und endlich noch die gerade frisch aus der Heimath in dem Bahnhöfe anlangende mecklenburgische Division ein. Die französischen Corps schlugen sich, nach übereinstimmenden Angaben, mit Muth und Verzweiflung, wurden aber schließlich und, wie unsere competenten Gewährsmänner glauben, für alle Mal zurückgeschlagen. Die Verluste der Franzosen sollen, da die ostpreußischen und mecklenburgischen Truppen„mit fürchterlichem Schwunge“ vorrückten, ganz außerordentlich sein. Man glaubt, daß der Boden, auf dem sie fielen, nicht zu ihren Gräbern ausreichen wird. Die gefangenen französischen Soldaten konnten nicht verhehlen, daß die Noth unter den in Metz ein⸗ gepferchten Massen bereits einen bedenklichen Grad erreicht, der öffentliche Gesundheitszustand gefähr⸗ det sei. Die Besatzungstruppen erhielten bereits seit vier Tagen verkürzte Rationen und nur alle zwei Tage einmal warme Kost. Man schlachtete bereits Pferde und selbst das Fleisch gefallener Thiere wurde schon als Nahrung benutzt. Die beiden Trinkwasserleitungen, welche Metz versorgen (das Moselwasser ist ungesund), waren von dem Cernirungscorps abgegraben worden, die Vor⸗ räthe für eine so zahlreiche Armee nicht bemessen und fast zu Ende.
Vor Straßburg, 29. Aug. Eine Procla⸗ mation unseres Hauptquartiers an die Bürger von Straßburg ist richtig erlassen und in Flaschen sorgsam verpackt die Ill hinabgelassen worden. Man sagt, ihr Verfasser sei Berthold Auerbach, der wahrscheinlich in den nächsten Tagen die Armee wieder verlassen wird, um zu seiner Familie zurückzukehren. In Ittenbeim wurde vorige Woche zum ersten Male seit 300 Jahren wieder eine katholische Messe in der dortigen Kirche durch den kath. Feldprobst der Preußen gehalten.— Gestern Mittag 12 Uhr machten die Franzosen einen kleinen Ausfall vom Steinthore aus, der übri⸗ gens sehr bald von einem preußischen Landwehr Bataillon zurückgeschlagen wurde. Abends 8½ Uhr versuchten die Franzosen abermals einen kleinen Ausfall, der aber von Husaren schon nach/ Stunde abgewiesen wurde. Täglich haben wir etwa 20 Verwundete. Die Unseren liegen den
200 Fuß Entfernung. Ihnen gegenüber haben sich die Rothhosen eingegraben, und wo sich ein
Vom Oberrhein.
In der t vom der 26. auf den 27. galt es, wie der 1 3.7 0
ohne. zu n. 91
sind dadurch trocken gelegt worden, und so ist der Sturm erleichtert.. — Einem Berichte des„Constitutionnel“ zu⸗ folge sind im Lager von Chalons nur die Ma⸗ gazine und die Fourage von den abziehenden Truppen Mac Mahon's verbrannt worden z. die Zelte, Ambulancen und das kaiserliche Quartier stehen noch. Preußische Dragoner suchten sich Weißzeug und Kleinigkeiten aus und luden dann die Bewohner von Groß⸗ und Klein- Mourmelon ein, sich Möbel nach Belieben auszusuchen, was diese sich nicht zweimal beißen ließen— offenbar, um es später dem Kaiser wieder zuzustellen.(2) Am 25. rückte eine starke preußische Cavalerie- Division in die Stadt Chalons ein, Ulanen, Dragoner, Husaren, Cuirassiere und Artillerie- Batterien. Die Einwohner mußten die Waffen abliefern; ein Theil derselben, welcher der früheren Nationalgarde angehört hatte, wurde vor dem Stadthause verbrannt. Die Mannszucht der Truppen war streng. In der Nacht auf den 26. brach plötzlich die Division wieder auf, doch, statt auf Paris zu gehen, nach Suippes. 1
Hessen Darmstadt. Der Gemeinde⸗ rath hat eine Adresse an den Großherzog erlassen, in welcher er bittet, derselbe wolle bei dem Bundes⸗ feldherrn Verwendung eintreten lassen; daß mit Ausschluß jeder fremden Einmischung ein nur die Interessen Deutschlands berücksichtigender Friede geschlossen werde. Die Stadt hat aus Anlaß der Gefangennahme Napoleon's geflaggt. Der Groß⸗ berzog befahl Victoria zu schießen. Abends Illu⸗ mination. n af 30 + Friedberg, 4. Sept. Seit gestern früh hörte man gerüchtsweise von der Capitulation der Armee in Sedan und der Gefangennehmung Napoleons. Einer fragte den Andern nach Näherem. Niemand wußte etwas Bestimmtes. Reisende hatten die Siegeskunde von Frankfurt mitgebracht; Anfragen dort per Telegraph ergaben keinen zu⸗ verlässigen Aufschluß. Die Aufregung wuchs von Minute zu Minute, das Telegraphenbüreau auf dem Bahnhöfe wurde von Frageuden bestürmt; Niemand wollte die große Nachricht glauben, ste war zu überraschend, über die kühnsten Erwar⸗ tungen hinausgehend. Endlich um 12 Uhr traf die Depesche ein. Athemlos überbrachte sie Einer dem Andern, man gratulirte sich, man. umarmte sich, Thränen flossen in der Begeisterung, des Hochrufens wollte kein Ende nehmen, der Jubel war unbeschreiblich. Im Nu hatte die ganze Stadt geflaggt, um 1 Uhr wurden die Böller vor die Stadt gefahren und der Sieg unter dem Geläute aller Glocken mit 101 Schuß gefeiert. In der Stadt feuerte man mit allen nur irgend noch leistungsfähigen Pistolen und Gewehren den ganzen Nachmittag. Abends 8 Uhr großer Zug mit Fackeln durch die breite Straße und die Burg; vor der Burg Rede, Gesang und begeistertes Hoch auf das deutsche Vaterland. Bis tief in die Nacht hinein hielt freudige Aufregung und Sieges“ jubel die Bevölkerung wach Rasch verbreitete sich die frohe Siegeskunde auch auf dem Lande und an vielen Orten beeilte man sich, den Gefühlen des Dankes und der Freude durch Glockengeläute, Umzug der Schuljugend mit Fahnen und Gesang patriotischer Lieder durch die Gesangvereine u. dgl. Ausdruck zu geben. Ahends bemerkte man an mehreren Punkten der Umgegend hell in die Nacht hinein leuchtende Freudenfcuer. f = Nauheim. Auch in unserer Stadt rief die Nachricht von dem überaus glänzenden Erfolge
Franzosen in Schützengräben gegenüber bis auff der deutschen Tapferkeit bei Sedan stürmischen
Jubel und hohe Begeisterung hervor. Böller⸗ schüsse, Fahnenschmuck der Häuser, animirtes Hin-
Frankreichs bedingt sel; der Kaiser rechne darauf,
Kopf sehen läßt, pfeifen um ihn die Kugeln.
und Herwogen der Bevölkerung durch die Straßen
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