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Kriegs nachrichten. Offitielle militärische Nachrichten.
Telegramm an J. M. die Königin Augusta in Berlin.
Varennes, 30. Aug., 3 Uhr 30 Min. Nachmittags. Wir hatten gestern ein sieg⸗ reiches Gefecht durch das 4., 12.(sächsische) und 1. bayerische Corps. Mace Mahon geschlagen und von Beaumont bis über die Maas bei Mouzon zurückgedrängt, 12 Geschütze, einige tausend Gefangene und sehr viel Material in unsern Händen. Verlust mäßig. Ich kehre soeben auf das Schlacht- feld zurück um die Früchte des Sieges zu verfolgen. Möge Gott uns ferner gnädig helfen wie bisher. Wilhelm.
Telegramm an J. M. die Königin Augusta in Berlin.
Auf dem Schlachtfelde von Sedan, den 1. Sept., Nachmittags 3 Uhr 15 Min.: Seit halb acht Uhr siegreich fortschreitende Schlacht rund um Sedan. Die Garde, das 4., 5., 11. und 12. Corps und Bayern Der Feind fast ganz in die Stadt zurück⸗ geworfen. Wilhelm.
Varennes, 1. Sept., Vorm. 9 Uhr 20 Min. Der Versuch Mae Mahon's, Metz zu entsetzen, ist durch die Operation der letzten Tage und die Schlacht am 30. August völlig vereitelt. In der Schlacht wurden mehr als 20 Geschütze genommen. Der Verlust des Feindes ist außerordentlich groß, der unsrige verhältnißmäßig gering. Heute früh haben preußische Ulanen und Husaren, letztere zu Fuß, zwei von stärkerer feindlicher Infanterie besetzte Dörfer in der Nähe von Sedan genommen. v. Podbielsky.
Grandpré, 30. Aug. Dorf Von cg zwischen Vouzier und Attigny, von Infan⸗ terie, namentlich Turcos besetzt, hoch und stark gelegen, wurde gestern von zwei abge— sessenen Husarenschwadronen erstürmt. Be⸗ satzungen gefangen genommen.— Zwei Garde⸗Ulanen brachten Abends zwei General- stabsoffiziere als Gefangene ein.
(Wiederholt.)
Varennes, 30. August, 2 Uhr 30 Nachm. Die Avantgarde des 12. Armee⸗ corps(Sachsen) hatte heute Nachmittag ein glückliches Gefecht bei Nouart mit Truppen des französischen 5. Armeecorps. Die die Verbindung von Thionville mit Paris ver— mittelnde Eisenbahn ist zwischen Thionville und Mezieres an zwei verschiedenen Stellen durch diesseitige Detachements unterbrochen Zwei preußische Husaren-Escadrons stürmten abgesessen Voncg(Dep. Ardennes) und machten daselbst viele Gefangene an Turcos, Infanterie, Pompiers ꝛc.
Buzancy, 30. Aug. Heute wurde die Armee Mac Mahon's bei Beaumont von uns angegriffen, geschlagen und gegen die belgische Gränze zurückgeworfen. Das Zeltlager der Fran— zosen wurde erbeutet; die meilenweite Verfolgung erst durch die Dunkelheit gehemmt. Die Zahl der genommenen Kanonen und der Gefangenen ist noch nicht übersehbar wegen der Ausdehnung des Schlachtfeldes.
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Brüssel, 31. Aug. dane belge“ meldet aus Florenville(Dorf in Belgien, Carignan gegenüber) vom heutigen Tage: Nach- dem Mac Mahon in der gestrigen Schlacht bis auf die Höhen von Vaux(ganz nahe bei Mouzon) zurückgeworfen war, erneuerten die deutschen
Truppen heute den Angriff. Die Schlacht begann
heute um 5 Uhr Morgens. Die Deutschen rückten vor und besetzten bereits Carignan. Mac Mahon zog sich nach Sedan zurück, wo seine Einschließung wahrscheinlich ist. Die preußischen Truppen eroberten vier Mitrailleusen. Der Kampf näherte sich der belgischen Gränze bis auf 10 Kilometer.
— 1. Sept. Bei Virton, nächst der bel⸗ gischen Gränze, schlägt man sich von Neuem seit heute Morgen 5 Uhr. Mac Mahon hat 6000 Mann Verstärkung erhalten.
— 1. Sept. Zufolge einer hier eingetroffenen Depesche befindet sich der französische Generalstab in Verwirrung und die französische 1 in vollständiger Auflösurg. Der Bahnhof von Carig⸗ nan steht in Flammen.
Die Massen der deutschen Südarmee 1705 den Marsch auf Paris durch das Seinethal zu⸗ nächst aufgegeben und eine Schwenkung nach Norden angetreten zu haben. Der unerwartete Marsch des Herzogs von Magenta nach Nordosten bedingt einen Halt des Vormarsches der deutschen Truppen nach Paris. Von dem Augenblick an, wo Mac Mahon auf Rethel, Vouziers marschirte, scheint man im deutschen Hauptquartier den Angriff auf die in offenem Felde sich stellende französische Nordacmee beschlossen zu haben. Die Spitze der kronprinzlich sächsischen Armee wurde daher statt auf Rheims⸗Soissons auf Mezieres, Sedan gerichtet, das königliche Hauptquartier von Bar⸗le-due nord⸗ westlich nach Varennes verlegt und die Marsch⸗— richtung der deutschen Südarmee auf die Marne statt auf die Seine gerichtet. Im Zusammen⸗ hange damit wird der Abmarsch des Generals Steinmetz von Metz in der Richtung auf Mont-
medy, wie gemeldet wurde, stehen. Dem Marschall
Mac Mahon stehen etwa bei Damvilliers die drei Corps von Steinmetz, etwa bei Busancy⸗Duc die drei Corps der vierten Armee gegenüber, während die deuische Südarmee von Chalons über Rethel und von Bar ⸗le- duc über Varennes ihm in den Rücken marschirt. So wäre auch um Mac Mahon eine eiserne Kette gezogen, der er sich um so weniger wird entziehen können, als die deutschen Armeen ihm überall mit Uebermacht begegnen. Mittlerweile nun verkündigen uns schon Sieges depeschen, daß die letzte noch verfügbare französische Feldarmee unter Mac Mahon dicht an der bel⸗ gischen Grenze von sächsischen und bayerischen Truppen geschlagen und meilenweit unter Er⸗ oberung einer großen Zahl von Gefangenen, Kanonen und sonstigem Material, worunter ein ganzes Zeltlager, verfolgt wurden. Näheres über die Endresultate dieser Kämpfe müssen wir noch erwarten.
Saarbrücken, 31. Aug. Der als Par⸗ lamentär nach Verdun gesendete Premierlieutenant Schimpff wurde mit Flintenschüssen empfangen, wodurch der Trompeter verwundet wurde.
Vor Straßburg. Am Samstag Vormittag begab sich dec Bürgermeister von Straßburg noch- mals zum Gouverneur, um ihn im Namen der Bürger zu bitten, die Stadt zu übergeben, indem er ihm vorstellte, wie nutzlos er den Wohlstand Straßburgs zu Grunde richte. Der General Uhrich erwiderte, er kenne seine Pflicht und würde Den, der ihn daran hindere, standrechtlich er⸗ schießen lassen. f
— Nach den Mittheilungen eines Kaufmanns aus Saarbrücken, welcher seit sechs Jahren ein Geschäft in Straßburg betrieb, und sich nun glücklich aus dem Bombardement der Festung gerettet hat, haben die durch die Geschütze in der schönen alten Reichsstadt angerichteten Verheerungen einen furchtbaren Umfang erreicht. Abgebrannt sind: Die neue Kirche, die Stadt- bibliothek, ein Mädchenpensionat, das neue protestantische Gymnasium, welches mit Ver—
Die„Independance
. W 7 wundeten belegt Kellermanns⸗Quai, der li
Weißthurmthor⸗Straße; beschädigt ist die 9 fectur; in der Meisenstraße sind 12 H
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abgebrannt; in der Münsterstraße 30 Hö der Justiz-Palast ist z in Asche Die Kanonenburger⸗ adt ist von den Flammen verzehrt, ebenso das deck'sche Haus sammt dem Kasino. Auf der Straße wurden viele Civilpersonen getödtet, Einer Frau wurde durch eine Bombe der Kopf hinweggerissen. der dem mörderischen Feuer schutzlos preisge⸗ gebenen Bewohner ist eine grenzenlose. N
— Sobald Straßburg in unseren Händen if, N
wird Alles aufgeboten werden, um auch Pfalzburg zur Uebergabe zu nötbigen. Schon jetzt werden Vorkehrungen zu ernstlichstem Angriffe auf dit kleine Feste getroffen, und eine Abtheilung des Belagerungsheeres(man spricht von 10,000 Mann) wird dorthin abmarschiren.
— Der Commandant von Straßburg Uhrich
ist, der„A. A. Z.“ zufolge, ein geborener Frei
burger und mit der Schwester des Badewirths Jockerst von Griesbach verheirathet, bei der sich
seine sieben Kinder befinden. 1
In Basel ist am 29. d. eine Dame mit zwei Kindern angekommen, welche sich am Morgen aus Straßburg flüchtete. Sie erzählte Folgendes: Alle zwei Tage läßt der Festungscommandant General Uhrich Anzeige machen, daß er Frauen und Kindern, welche die Stadt verlassen wollen, auf die Dauer einer halben Stunde ein Thor öffnen lasse, wodurch sie sich entfernen können. Diese Gunst wird jeweils durch Austrommeln kurz vorher bekannt gemacht. Nun stürzt sich Alles, was fort will, in der Kleidung, in der man sich gerade befindet, mit dem Nothwendigsten und Unent⸗ behrlichsten zum Thor und ergreift die Flucht. So machte es unsere Dame von heute Abend. Andere Flüchtige geben Folgendes Bild: Ueberall Jammer und Elend, Muthlosigkeit und Schrecken.
Viele Leute sind seit 6 Tagen in den Kellern versteckt und getrauen sich nicht hervor, aus Furcht,
zusammengeschossen zu werden. Die Verwirrung und Zerstörung sei unbeschreiblich; wer sich flüchten könne, der thue es. Uebrigens werde die Geschichte nicht lange mehr dauern, denn wenn die Ver⸗ wüstungen in dem Maße wie seither zunähmen, so sei die Stadt bald nichts mehr als ein Schutt⸗ haufen. Diese Leute wollen indeß von dem Ein- sturz und dem Brand des Schiffes des Münsters nichts wissen, sagen dagegen, daß mehrere Kugeln in dasselbe eingeschlagen hätten und auch der Thurm beschädigt sei.
— Auf dem Schlachtfelde von Wörth sieht es noch arg genug aus, und Waffenstücke, Tornister u. dgl. sind nicht bloß in hohen Haufen aufgethurmt, sondern liegen noch zahl⸗ reich auf dem Felde zerstreut. Es ist viel gestohlen worden, und an einer Menge von Helmen fehlt bereits alles Messingzeug. Die Mangelhaftigkeit der Eisenbahn hemmt den Be⸗ hörden die Hände, und so ist alles blos durch Bauernwagen mit Escorte nach Rastatt zu schaffen. Bei meiner letzten Reise über diese Gegend habe ich mich auch über eine Thatsache vergewissert, welche sehr bezeichnend für die französische Kriegsführung ist. Als am 6. Aug. die Schlacht bei Wörth Morgens 6 Uhr begonnen hatte und der Kanonendonner immer stärker erscholl, saß Mac Mahon noch um 9 Uhr ge⸗ müthlich beim Kaffee und bei der Pfeife im Wirthshausgarten zu Froschweiler, und meinte auf die dringende Mahnung des Wirths: das seien bloß Plankeleien, und die Leute würden auch ohne ihn mit den Preußen fertig werden. Seine Stabsoffiziere lagen noch um halb elf im Bett und mußten erst herausgejagt werden. Daher war auch nichts für den Rückzug vor— gesorgt und derselbe in so klägliche Verwirrung ausgeartet.
Dem„Figaro“ wird aus Rheims geschrieben:
Bei der Feuersbrunst im Lager von Chalons hat
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