und behandelt werden könne. Das betreffende Gesetz datirt aber vom Jahre 1840 her, und Napoleon hat sich schon über manches aus jener Vorzeit Datirende hinausgesetzt.
— Am Morgen des 27. d. soll der Kaiser
und der kaiserliche Prinz in Begleitung des Ministe⸗ riums des kaiserlichen Hauses, des Seine ⸗Prä⸗ fecten und des Polizei-Präfecten Saint Cloud verlassen haben, um sich auf der Gürtelbahn nach dem Straßburger Bahnhof zu begeben, von wo aus der Kaiser und der junge Prinz zur Armee abgehen würden. — Es heißt der Kaiser habe sich zunächst nach Metz begeben.— Wie man durch die France erfährt, sollte die Submission für die Lieferung von Fleisch an die Rhein⸗Armee stattfinden. Da aber kein Lieferant erschienen war, der innerhalb der Zahlen und Bedingungen sich befand, so konnte die Lieferung nicht zugeschlagen werden.
— In der Gränzfestung Bitsch ist nach einem Berichte des„Temps“ eine ungeheure Ueberfüllung mit Menschen eingetreten. Bitsch ist ein Städt⸗ chen von 2000 Seelen und hat jetzt fast ein Armeecorps zu cantoniren. Der General de Failly, der dort commandirt, läßt allen Leuten, die der Spionage verdächtig eingebracht werden, die Köpfe halb abscheeren.
— Der„Paris-⸗Journal“ wird aus Forbach von einem neuen Eisenbahnunglück telegraphirt, welches sich auf der Ostbahn in der Nähe von Nancy zugetragen hätte. Ein von Paris kommender Personenzug wäre mit einem von Straßburg kommenden leeren Militärzuge zusammengestoßen; der Heizer wäre getödtet und etwa zehn Personen wären verwundet worden.
— Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein Schreiben Benedetti's vom 29. Juli, in welchem derselbe behauptet, Graf Bismarck habe mehrfach Frankreich angetragen, demselben gegen Compen- sation einer Vergrößerung Preußens bei der An— nexion Belgiens behülflich zu sein. Der von der „Times“ veröffentlichte Vertragsentwurf sei von Benedetti nach dem Dictat des Grafen Bismarck geschrieben. Der Kaiser habe beständig diese Propositionen abgelehnt. Seit dem Prager Frie- den habe kein neues Pourparler über diesen Ge⸗ genstand stattgefunden.
Holland. Amsterdam. Nach hier ein⸗ getroffenen Berichten ist der Kaiser der Franzosen am 28. d. zur Armee abgereist.
Dänemark. Aus Skagen wird vom 28. d. gemeldet: Heute Mittag 12 Uhr 48 Minuten passirte hierselbst ein aus 7 Panzerschiffen und 2 kleinen Dampfern bestehendes französisches Ge⸗ schwader. i
Großbritannien. London. Ein Tele⸗ gramm von dem New⸗Aorker Berichterstatter der Daily News meldet, daß die Stimmung in den Vereinigten Staaten fast allgemein zu Gunsten Deutschlands ist. Unter den besseren New. Norker Blättern steht der World in der Vertheidigung Frankreichs ganz allein. In den Städten des Westens geben fast alle Zeitungen ihren Sympa thieen für Preußen Ausdruck und unter der deut⸗ schen Bevölkerung der Vereinigten Staaten sind die politischen Flüchtlinge und Radicalen nicht hinter dem Rest ihrer Landsleute in ihrem Enthu⸗ siasmus für die deutsche Sache zurück. Die ein- geborenen Amerikaner sind der Ansicht, daß Frankreich den Krieg ohne Ursache angefangen habe.
— Die Tagesblätter fordern insgesammt, auf- geregt durch die jüngsten Mittheilungen Bismarck's an Lord Granville, den Heeresstand zu erhöhen und die Flotte in Bereitschaft zu halten, um Belgien eventuell zu vertheidigen.
— Die„Times“ zieht die Enthüllungen des Grafen Bismarck denen des Herzogs v. Gramont vor. Graf Bismarck habe ein handgreifliches Klagefundament vorgelegt, während der Herzog v. Gramont sich auf bloße Gegenanschuldigungen beschränkt habe, welche keinerlei Schriftstück unterstütze.
Spanien Einem Privatbriefe aus Madrid vom 22. v. M. entnehmen die„Basler Nachr.“: „Es herrscht hier großer Enthusiasmus für Preußen, die Antipathie gegen Frankreich wächst von Tag zu Tag. Kürzlich hat man das hiesige französische Gesandschaftsgebäude angreifen wollen, doch ist die Autorität bei Zeiten dazwischen getreten, be— vor das Wappenschild abgemacht war.“
Italien. Turin. Die„Turiner Zeitung“ sagt:„Visconti Venosta spielt ein doppeltes Spiel, weil er, nachdem er sich Frankreich schon ver⸗
pflichtet, noch mit Oesterreich und England Friedensvermittlungen macht.“ Mailand. Ein beabsichtigtes Friedens-
meeting wurde abgesagt. Es fand ein bewaffneter Straßenkrawall statt, der dem Frieden und der Republik galt. Dabei fielen mehrere Flinten⸗ schüse. Man confiscirte eine größere Anzahl verborgen gehaltener Waffen, Munition und Or⸗ sini⸗Bomben.
Rom. Vierzehn französische Ofstziere haben den päpstlichen Dienst verlassen, dreimal soviel Deutsche gehen heim, am meisten beeilen sich die Bayern.
Rußland. Die Norddeutsche Gesandtschaft in Petersburg hat am 20. Juli von einem dortigen Kaufmann 300 Rubel empfangen, und zwar je 100 Rubel für den deutschen Soldaten, der die erste französische Kanone, resp. Fahne ꝛc. nimmt.
— Wie man aus der preußisch⸗polnischen Gränzstadt Beuthen meldet, sind von der ganzen Gränzlinie von jener Stadt bis gegen Kalisch sämmtliche preußische Truppen abgezogen. Es ist dies besonders erwähnenswerth, weil die Entblößung der Gränze von Seiten Preußens eine freundliche Haltung Rußlands zur deutschen Sache voraus- setzen läßt.— Reisende behaupten: die in Czen⸗ stochau, Radomsk und Petrikau stationirten russi⸗ schen Truppen hätten Befehl zur Marschbereitschaft erhalten. Ueber das Ziel des Marsches verlaute noch keine posttive Nachricht. Die Gesammtzahl der gegenwärtig im Königreich Polen stehenden russischen Truppen wird auf 120,000 Mann an⸗ gegeben. In und um Warschau stehen allein 50,000 Mann.
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