Ausgabe 
2.8.1870
 
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der französischen Gränze, ein lebhaftes Rencontre mit dem Feinde statt. Bei genanntem Orte war ein Zug Infanterie des 69. Regiments aufgestellt und sah sich plötzlich von drei Compagnien feind⸗ licher Infanterie und einer starken Abtheilung Thasseurs à Cheval angegriffen. Das kleine Häuflein wies den Angriff jedoch so kräftig zu⸗ rück, daß die Franzosen neun Mann, darunter einen Offizier, auf dem Platze ließen. Die Anderen zogen sich alsdann eiligst zurück.

(Offizielle Mittheilung.) Am 27. v. M. früh ging ein feindliches Detachement von 3 Com- bagnien und 80 Pferden aus der Richtung von Forbach gegen Voneklingen vor, und griff daselbst einen Zug Infanterie unseres 69. Regiments an, vurde jedoch mit einem Verkust von 1 Offizier und 8 Mann abgewiesen. Diesseits wurde ein Mann verwundet. Sonst fiel im Laufe des Tages nichts neues vor.

(Offizielle Mittheilung.) Die auch am 28. v. M. bei Saarbrücken vorgegangenen preußischen Recognoscirungen trafen jenseits der Hränze überall auf den Feind. Trotz lebhaften Feuerns desselben haben wir keine Verluste. Am Nachmittage rückte der Feind mit Artillerie vor und feuerte mit Granaten, welche den dieseitigen Truppen keine Verluste beibrackten. Nach kurzer Kanonade zog sich der Feind über die Gränze zurück. Bei der Station Perl überschritt der Feind ebenfalls am Vormittag die Gränze mit Husaren und Infanterie, kehrte aber sehr bald zuf sein Gebiet zurück.

Auch die weiter eingetroffenen neueren Nach gichten vom Kriegsschauplatze sind ohne große Be deutung. Das in den letzten Tagen weit ver breitete Gerücht von einer bei Weißenburg im Elsaß stattgehabten blutigen Schlacht darf vohl unter die heute zum täglichen Brod gehören⸗ gen Tartarennachrichten registrirt werden, da eine Sestätigung derselben bis jetzt ausgeblieben. Tas ganze Gerücht redue rt sich vielleicht auf die von emCourrier du Bas⸗Rhin gebrachte Nachricht, jaß am 26. d. eine Abtheilung badischer Dra toner bis Hunspach(2) vorgedrungen sind, einer Station auf der Eisenbahn von Weißenburg nach Straßburg, 9 Kilometres von Weißenburg und daß ste hier die Telegraphen- Apparate zerstörten und dann ohne andere Schädigungen wieder abzogen.(Siehe: Aus Weißenburg.)

(Officiell) Am 30. d. Vormittags vurde Saarbrücken von den Franzosen an⸗ gegriffen. Trotz der sehr bedeutenden Ueber⸗ (genheit des Feindes wurde der Angriff segreich abgewiesen. Details fehlen.

Bayern. Auch in Bayern werden von eifrigen Vaterlandsfreunden Ehrengaben für Soldaten oder Truppenabtheilungen ausgesetzt, welche fich durch besondere Thaten vor dem zeinde auszeichnen werden. So sind in Würz⸗ urg der dortigenN. W. 3. 100 Thlr. und ein silberner Becher für einen bayerischen Soldaten zur Verfügung gestellt worden, welcher ine französische Fahnenstange erbeutet. Ein zugsburger Bürger erbietet sich, wie die Allg. Z. berichtet, zu einer Belohnung von 100 fl. für diejenige Abtheilung bayerischer Truppen, welche die erste französische Fahne, Kanone oder Kugelspritze erobert. Endlich ist dem Commando der 3. Infanterie-Division in fürnberg folgendes Schreiben zugegangen: Mit Gott für den König und das gesammte Rutsche Vaterland. Inliegende 100 Gulden widmet der Unterzeichnete demjenigen Soldaten der derjenigen Abtheilung der dritten Armee Division der bayerischen Truppen, welche in im jetzigen Kriege gegen Frankreich sich be⸗ snders auszeignet. Nürnberg, den 24. Juli 670. G. S. Das Münchener Bankhaus J v. Hirsch hat 5000 fl. für den Hülfsverein zur Unterstützung und Pflege im Felde ver wundeter und erkrankter Krieger gegeben, Herr Deivatier Adolf Kohn 500 fl., Hr. Sedlmayer 400 fl., Hr. Fabrikant Seligmann von der Naxhütte(Sauforst) wird allen seinen zum Militär einberufenen Arbeitern während der

Dauer des Krieges ihren Gehalt fortzahlen. Die Redaction desCorresp. v. u. 5 NN erhielt folgende Zuschrift:Zur Belohnung hervorragender Thaten in unserer bayerischen Armee während des gegenwärtigen Krieges fuͤr Deutschlands Ehre, Recht und Unabhängigkeit setze ich 1000 fl. aus und zwar für denjenigen Krieger, der die erste feindliche Kanone erobert, 400 fl., fur den, der die erste Fahne erobert, 300 fl. und für den, der die erste Kugelspritze erobert, 300 fl. ꝛc.

Würtemberg. Stuttgart. Der König von Preußen hat folgendes Telegramm an den König von Würtemberg gerichtet: Ew. Majestät haben getreu den zwischen uns bestehenden Verträgen Ihre Truppen unter meine Befehle gestellt und sind dieselben speciell dem Commando meines Sohnes, des Kronprinzen, zugetheilt. Gott wolle unsere gemeinsamen Anstrengungen segnen bei hartem Kampfe, damit endlich ein gesicherter Frieden Deutschland zu erneuter Blüthe führe. Dank Ew. Majestät und der einmüthigen Gesinnung Würtembergs stehet Deutschland in Festigkeit zusammen. Wilhelm. Der König von Würtemberg habe hierauf geantwortet:Mit voller Zuversicht übergebe ich der bewährten Führung Ew. Majestät meine Truppen, fest entschlossen, mannhaft in den Kampf für Deutschland einzutreten. Rückhalts los vertraue ich in diesem Kriege die Interessen Würtembergs dem ritterlichen Sinne Ew. Majestät. Karl.

Ein Herr Schaffert in Bremen, geborener Würtemberger, setzt eine Belohnung von 100 Thlr. aus und zwar: 1) Für eine ausgezeichnete Waffen- that vor dem fremdländischen Feinde demjenigen Soldaten oder Unteroffizier des k. würtembergi⸗ schen Truppencorps, den die competente Behörde seiner Zeit dafür bezeichnen wird, eine Ehren- prämie von 100 fl.; 2) für eine ausgezeichnete brave Handlung überhaupt, ausgeübt von einem Soldaten oder Unteroffizier desselben Truppencorps in dem bevorstehenden Kriege gegen Frankreich, eine Ehrenprämie von 75 fl. Demjenigen, der wie oben dafür genannt werden wird.

Baden. Der Kronprinz von Preußen traf am Abend des 28. d. von Stuttgart kommend in Karlsruhe ein und fuhr alsbald mit dem Großherzog ꝛc. durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Residenzschlosse, von der Ein- wohnerschaft mit begeisterten Zurufen begrüßt.

Die Namen der bei der Ausspähung der Festung Hagenau in der Nähe von Niederbronn gefangenen badischen Dragoneroffiziere sind von Villiers und v. Rottberg, der des Gefallenen Winslos. Der Letztere ist ein Sohn des reichen Geranten derTimes Winslos in London.

Oesterreich. Wien. Die amtlicheWiener Zeitung vom 31. d. bringt folgende Note:In Folge der Erklärung der Infallibilität beschloß die Regierung, den Vertrag des Concor- dats nicht länger aufrecht zu erhalten und denselben außer Wirksamkeit zu setzen; der Reichskanzler hat demzufolge Schritte eingeleitet, der Curie die formelle Aufhebung des Conebfvats zu notificiren. Der Kaiser hat durch ein Hündschreiben den Cultusminister beauftragt, die nöthigen Gesetzentwürfe vorzubereiten.

Die neueste Sensationsnachricht, die einem Wlener Blatte aus Florenz telegraphisch zugeht, wonach in dortigenortentirten Kreisen versichert wird, daß der Vertrag uber eine Tripelallianz zwischen Frankreich, Oesterreich und Italien bereits in Wien acceptirt und darin die Betheiligung der beiden neutralen Mächte an dem Kriege an gewisse voraus gesetzte Fälle geknüpft sei, wird von dem Blatte selbst alshöchst unwahrscheinlich charakterisirt. Dadurch verliert inzwischen das hoͤchst zwei⸗ deutige Verhalten desneutralen Italiens nichts von seiner Auffälligkeit.

Prag. DerN. fr. Pr. telegraphirt man: Graf Beust richtete durch den Statt halter Fuͤrsten Mensdorf an den Kurfürsten von Hessen die Mahnung, der Neutralität

Oesterreichs eingedenk zu sein.

Graz. Die Burschenschaft Arminia, Orion und Stiria haben einen Aufruf an die Studenten der deutschen Hochschulen erlassen, der wie folgt schließt:Die deutsche academische Jugend Oesterreichs stimmt begeistert ein in die helden⸗ hafte Erregung, die ganz Deutschland durch⸗ braust von den Gehängen der Alpen bis zu den Gestaden des Meeres. Nur ein Schmerz erfüllt ihre Seele, der Schmerz, daß sie nicht kämpfen und siegen darf mit Euch, Commili⸗ tonen! Aber ihr Geist umgibt Euch auf den Beschwerden des Kriegszuges und in dem Ge⸗ töse der Schlacht. Glück und Unglück wird sie mit Euch tragen und Hülfe wird sie spen⸗ den, dort wo sie helfen kann, aus ganzem Herzen und mit ganzer Kraft. Der Sieg sei mit Euch! Hoch Deutschland! Hoch die deutschen Waffen!

Agram. Bischof Stroßmeyer wurde auf seiner Durchreise am hiesigen Bahnhofe von circa 5000 Menschen mit größtem Enthusias⸗ mus begrüßt.

Frankreich. Paris. DasJournal officiel veröffentlicht die Proclamation des Kaisers an die Rheinarmee, datirt Metz, 28. Juli. Dieselbe lautet: Ich stelle mich an Eure Spitze, um die Ehre des vaterländischen Bodens zu vertheidigen! Ihr werdet eine der besten Armeen Europas bekämpfen, doch auch andere Armeen, welche eben so tüchtig waren, konnten Eurer Tüchtigkeit nicht widerstehen, Gleiches wird heute der Fall sein. Der Krieg wird lang und mühevoll sein, aber nichts über- trifft die zähe Kraft der Soldaten, welche in Afrika, in der Krim, in Italien und in Mexico kämpften. Welchen Weg immer wir außerhalb der Gränzen des Vaterlandes einschlagen werden, wir finden stets ruhmreiche Spuren unserer Väter und wir werden uns ihrer würdig zeigen. Ganz Frankreich begleitet Euch mit glühenden Wünschen, die Welt hat die Augen auf Euch gerichtet, von unserem Erfolge hängt das Schicksal der Freiheit der Civilisation ab! Thue Jeder seine Pflicht, der Gott der Schlachten wird mit uns sein.

In Metz trafen vier Batterien Mitrailleusen ein, die vorläufig in einem Kasernenhofe unterge⸗ bracht wurden. Jeder Soldat hat seit dem 22. seine 90 Patronen und sein vollständiges Feld⸗ material.

Aus Weißenburg meldet der Courrier du Bas-Rhin, daß an diesem Tage 25 badische Reiter die Telegraphendrähte zwischen Weißenburg und Lauterburg abgeschnitten haben, so daß die Be⸗ hörden der letzteren Stadt ohne telegraphische Mittheilungen waren und durch Estafette dem Uebel abhelfen mußten. Das Gerücht ging, der Feind sei noch tiefer ins Innere des Arrondisse⸗ ments Weißenburg eingedrungen, und es wurde in Bischwiller versichert, daß Preußen bei Münch⸗ hausen(2), einem Dorfe am Rheine zwischen Lauterburg und Seltz, erschienen seien. Der Courrier fügt hinzu: Eine Depesche, die wir diesen Morgen aus Bischwiller erhalten, meldet, dieses Gerücht sei reine Einbildung; aber gewiß scheint es zu sein, daß eine Abtheilung badischer Dragoner bis Hunspach vorgedrungen ist, einer Station auf der Eisenbahn von Weißenburg nach Straßburg, neun Kilometres von Weißenburg, und daß sie hier die Telegraphen-Apparate zerstörken und dann ohne andere Schädigungen wieder abzogen.

Die Anordnung der Befestigung von Paris hat dort große Verstimmung und Bestürzung er⸗ zeugt, weil man den Leuten stets nur von der Offensivaction vorsprach und nun auf einmal Paris eiligst zu befestigen befiehlt. Die Heerstraßen, welche an verschiedenen Punkten durch die Be- festigungen gehen, sollen durch Zugbrücken unter- brochen werden. Indessen kann sich die Bevölke- rung von Paris der Ansicht nicht verschließen, daß, wenn die französischen Truppen den Feind nicht von Paris fernzuhalten vermögen, diese Auf- gabe für die Festungswerke gar schwierig werden würde. Mehrere Blätter besprechen indeß die Legalität des bezüglichen Befehls, da nach dem Gesetze die Hauptstadt nur nach einem Beschluß der Kammern und mittelst regelmäßig votirten und promulgirten Gesetzes als Festung betrachtet