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Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Kegierungsblatt Nr. 33 enthält: a
I. Verordnung, die Erhebung von Gemeindesteuer⸗ nachträgen betreffend. 5 5
II. Bekanntmachung Großh. Commission für Post⸗ Angelegenheiten, Veränderungen im Postcourswesen der Pro⸗ vinzen Oberhessen und Rheinhessen betreffend.
— Das Gr. Regierungsblatt Nr. 30 enthält:
I. Verordnung, die Eichordnung betreffend..
II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Bestätigung einer Stiftung betreffend.
III. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 17. Nov. v. J. fiel der achtjährige Sohn des Schiffers Kirch zu Mainz von dem im Hafen daselbst haltenden Schiffe seines Vaters in den Rhein. Sofort sprang der auf dem Schiffe anwesende Schiffsknecht Johann Ullrich aus Nierstein in vollen Kleidern in den an jener Stelle sehr tiefen Strom und brachte den Knaben, der bereits eine Strecke weit im Rhein fortgetrieben war, glücklich wieder lebend an das Land.— Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johann Ullrich aus Nierstein für diese menschenfreundliche, von ihm mit Muth und eigener Lebensgefahr ausgeführte That, neben einer Geld⸗ prämie, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben“ Allergnädigst zu ver⸗ leihen geruht.— In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dieses zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
IV. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. Juni den Revisions⸗Controleur bei dem Hauptzoll⸗ amte Mainz, Thomin, auf sein Nachsuchen und unter An⸗ erkennung seiner langjährigen treuen Dlenste— sowie am 29. Juni den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Richen, Spahr zu Grof-⸗Umstadt auf sein Nachsuchen— in den Ruhestand zu versetzen und Letzterem unter Aner⸗ kennung seiner langjährigen treuen Dienste den Charakter als Rendant zu verleihen.
V. Concurrenz für: die 17., 20. und 21.(evangelische) sowie die 23. und 24.(katholische) Lehrerstelle an der Stadtschule zu Offenbach, im Kreise Offenbach, mit einem jährlichen Gehalt von je 600 fl. Die Heizung der Schul⸗ locale wird von Seiten der Gemeinde besorgt. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg⸗Birstein steht das Präsentations⸗ recht zu diesen Stellen zu.
— Der seitherige Chef der 1. Abtheilung des Kriegsministeriums, Hauptmann Ronstadt wurde in die Feldartillerie zurückversetzt, der Oberstlieu⸗ tenant in Pension Scholl ist zum Chef der der 1. Abtheilung des Kriegsministeriums unter Stellung zur Disposition im Dienste ernannt worden, und der Ministerialrath in Pension Frei- herr v. Preuschen wurde als Mitglied des Kriegsministeriums vorerst auf Kriegsdauer wieder angestellt.
— Durch Befehl des Bundesoberhaupts ist Fürst Heinrich XI. von Pleß als Gniglicher Com- missär mit der Leitung der gesammten freiwilligen Krankenpflege auf deutscher Seite betraut worden. Sein Delegirter für die Südarmee ist der Graf von Görtz.
— Im Laufe dieser Woche noch soll die zweite Kammer behufs Entgegennahme, resp. Be⸗ rathung einer Regierungsvorlage, die Förderung des Creditwesens in unserem Lande betreffend, zusammeatreten. Mit Annahme dieser Vorlage, welches durchaus keinem Zweifel unterliegt, wird einem der berechtigtsten Wünsche des Handel- und Gewerbestandes Rechnung getragen werden.
* Friedberg, 1. August. Der Großherzog begab sich heute Vormittag nach Mainz, wie ver⸗ lautet, zur Begrüßung des Königs von Preußen. Es beißt ferner, der Bundesfeldherr werde dort sein Hauptquartier aufschlagen und Wohnung im großherzoglichen Palais nehmen. Unser Landes⸗ fürst wird in einigen Tagen zurückerwartet.
Mainz. Prinz Friedrich Karl ist hier ein⸗ getroffen. Bingen. Ein von Trier und Saarbrücken
kommender Bahnzug brachte 10 gefangene Fran- zosen hierher. Es waren Douaniers und 6 De⸗ lerteure, von welchen letzteren einer der Spionage verdächtig ist. Die Douaniers hatten bei Saar⸗ louis auf unsere Truppen geschossen und 2 Mann und 2 Pferde verwundet, wurden aber durch unsere sofort vorgehenden Ulanen glücklich abgefaßt. Preußen, Berlin. Die dem badischen Staate gehörenden Werthsachen sind unter mili⸗ tärischer Begleitung hier angelangt und an einem sicheren Orte aufbewahrt worden. Bei der Nähe Badens am Kriegsschauplatze ist eine solche Maß⸗ regel durchaus gerechtfertigt. — Anknüpfend an die jüngsten Enthüllungen über das französischerseits Preußen angebotene Bündniß bemerkt die„Nordd. Allg. Ztg.“, daß
noch andere Enthüllungen bevorständen. Der Entwurf Benedeiti's sei nicht das einzige derartige Aktenstück, auch vom Prinzen Napoleon seien hier ähnliche Verhandlungen angeknüpft, wobei unter andern von der französischen Schweiz die Rede gewesen und die nicht mißzuverstehende Andeutung gefallen sei, daß man in Piemont gar nicht wisse, wo das Französische aufhöre und das Italienische anfange.
— Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht einen telegraphischen Erlaß des Grafen Bismarck an den Botschafter des Norddeutschen Bundes in London, in welchem der Bundeskanzler außer den bereits bekannten Enthüllungen mittheilt, daß auch 1866 Frankreich nicht aufgehört habe, Preußen durch Anerbietungen auf Kosten Deutschlands und Belgiens in Versuchung zu führen. Bismarck habe im Interesse des Friedens diese Zumuthung geheim gehalten und dilatorisch behandelt. Der Erlaß schließt: Die schließliche Ueberzeugung, daß mit uns keine Grenzerweiterungen Frankreichs zu erreichen seien, dürfte den Entschluß gereift haben, eine solche gegen uns zu erkämpfen. Ich habe sogar Grund zu glauben, daß, wenn diese Ver⸗ öffentlichung unterblieben wäre, nach Vollendung der französischen und unserer Rüstungen Frankreich uns angeboten hätte, an der Spitze bewaffneter Heere dem unbewaffneten Europa gegenüber das gemeinsame Benedetti'sche Programm durchzuführen, d. h. auf Kosten Belgiens Frieden zu schließen.
— Der„Staatsanzeiger“ publicirt einen Erlaß betreffend die Annahme des Anlehens ge⸗ mäß der Gesetze vom 21. Juli 1870. Der Erlaß verfügt die einstweilige Beschaffung von 100 Millionen Thalern gegen Schuldverschreibungen. Eine weitere Kundmachung setzt den 3. u. 4. August zu Subscriptionstagen fest. Der Subscriptions⸗ preis wird wenige Tage vor dem 3. August be⸗ kannt gemacht werden. Eine 10proc. Einzahlung ist festgesetzt. Statt baaren Einzahlungen wird auch eine Caution von 20 Procent des gezeich⸗ neten Nominalbetrags in Effecten angenommen und zwar in Staatsschuldverschreibungen der Staaten des Norddeutschen Bundes, in Renten⸗ briefen der preußischen Rentenbanken, in Pfand⸗ briefen der landwirthschaftl. Pfandbrief ⸗Institute, in garantirten Prioritäts- Obligationen norddeutscher Eisenbahnen.
— Ein hiesiger Einwohner, W. Häßlein, hat nachstehende Erklärung in verschiedenen Blättern veröffentlicht:„Von meinem bescheidenen Ein⸗ kommen, festgesetzt durch die Einkommensteuer, offerire ich dem Staate während der Dauer des Krieges den vierten Theil, und bin bereit, monat- lich pränumerando vom 1. Juli c. angefangen, sofort die Zahlung zu leisten. Ich bitte um Zahlungsanweisung. Außerdem werde ich meine Einkommensteuer sofort für dies ganze Jahr zahlen. Ich bitte um Nachahmer und Veröffentlichung durch die resp. Zeitungen.
— Nach der„Hamb. Börsenhalle“ hätte Dänemark sich zur Neutralitätserklärung erst dann verstanden, als es von Seiten der englischen und russischen Regierung Garantien erhalten, daß sein Gebiet, wie auch der Ausgang des Krieges sein möge, unverletzt bleiben solle. Diese Nachricht sei(meint die„Börsenhalle“) aus inneren Gründen nicht unwahrscheinlich.
— Nach Mittheilung Berliner Blätter war die Abreise des Königs auf gestern Sonntag Abend festgesetzt.
— Der Bundeskanzler hat den Subscriptions⸗ preis der 5prozentigen Bundesanleihe auf—88— (Acht und Achtzig Prozent) festgesetzt.
Königsberg. In Folge des Aufrufs zur Bildung einer freiwilligen Seewehr hat die Elbinger Dampfschifffahrts ⸗Gesellschaft ihre sämmtlichen Dampfer, darunter fünf seetüchtige, der k. Werfte in Danzig zur Disposition gestellt.
Kiel. Sicherem Vernehmen nach, schreibt die„Kieler Zeitung“, wird Herzog Friedrich von Schleswig ⸗Holstein, um an dem Kriege gegen Frankreich Theil zu nehmen, in die Südarmee eintreten. Nachrichten aus München melden, daß
der Herzog bereits zum Generalmajor à la suite in der bayerischen Armee ernannt worden sei.
Köln. Eine dahier stattgehabte, sehr zahl⸗ reich besuchte Bürgerversammlung hat solgenden Zuruf an die süddeutschen Brüder beschlossen: „Eure Hochherzigkeit erfüllt uns mit gerechtem Stolze auf den deutschen Namen! Obwohl Ihr dem ersten Angriffe des mächtigen Feindes aus⸗ gesetzt seid, obwohl Ihr nicht wußtet, ob die Heere des Nordens früh genug zu Eurer Hülfe kommen könnten— so habt Ihr doch, unter dem Vorgange Eurer für die Ehre des gemeinsamen Vaterlandes warm fühlenden Fürsten— keinen Augenblick gezaudert, Euch mit männlichem Ent⸗ schlusse zu den Ersten auf die blutige Wahlstatt zu stellen, auf der sich die Geschicke des geliebten Vaterlandes erfüllten. So gehört Ihr Alle zu Denen, die mit Heldenmuth die Sturmfahne Deutschlands vorantragen, so habt Ihr die Bürg⸗ schaft dafür gegeben, daß es fortan keinen Süden und keinen Norden mehr gibt, sondern nur ein einiges gewaltiges Deutschland, welches das ihm in die Hand gezwungene Schwert jetzt auch nicht eher niederlegt, als bis der dauernde Frieden er⸗ kämpft ist. Gottes Segen über Euch und Deutsch⸗ land! Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Noth uns trennen und Gefahr!“
Frankfurt. Das,, Fr. J.“ meldet: Als leuchtendes Beispiel der Opferfreudigkeit der Deutschen in England sei erwähnt, daß folgende Firmen in London: Kleinword u. Drake 1500 L., Böninger u. Co. 1000 L., Jameson u. Koebe 500 L., de Clermont u. Ev. 300 L. für verwundete Krieger des deutschen Heeres bei— tragen. In ähnlichem Verhältniß sollen andere Häuser gezeichnet haben, deren Namen uns noch nicht bekannt sind.
Saarbrücken. Der Correspondent des „Frankfurter Journals“ schreibt von hier: Von dem kecken Handstreich, dem glänzenden Reiter⸗ stücklein unserer Ulanen, der die Sprengung des Viaductes auf der Saargemünd⸗Hagenauer Bahn vollbrachte, wissen sie schon. Dieser Viaduct liegt ohnweit Bitsch, zwei Stunden einwärts der französischen Gränze. Während links und rechts die Ulanen die französischen Vedetten beschäftigten, sprengten berittene Bergleute diese Brücke, deren Wiederherstellung mindestens vierzehn Tage in Anspruch nehmen wird. Die Vorposten der Franzosen an unserer Gränze leiden immer noch nach ihren eigenen Aussagen den bittersten Mangel; die Chasseurs d' Afrique hielten ohnlängst die vom Alsbacher Hof in die Stadt fahrende Milchfuhre an, um ihren brennenden Durst und Hunger zu stillen. In Betreff der Fußbekleidung sollen die an der Gränze stehenden Regimenter vor Allem übel bestellt sein; wir selbst sahen einen gefangenen Franzosen, dessen Schuhe nur noch fragmentarisch waren.
— Aussagen der von Metz Kommenden nach soll es dort noch lange nicht so bestellt sein, als daß man an eine Action denken dürfte.— Zwei Herren, welche vor einigen Tagen noch Saarge⸗ münd passirten, können nicht genug davon sagen, wie trostlos es mit der Equipirung der aus dem Innern anlangenden Regimenter aussähe. Die Uniformen defect, und vor Allem das Schuhwerk
in einem nicht zu beschreibenden Zustande; die
Schuhe mit Bindfaden geheftet, Holzschuhe sind die Regel. Nachschrift. Soeben bringen zu⸗ verlässige Personen die Nachricht, daß in der
Nacht vom 26. auf den 27. ein Corps von
30—36,000 Mann an die Gränze gerückt ist und bei Styring(Hüttenwerk des Herrn de Wendel, kaum Stunde von hier entfernt) steht. Kürz⸗ lich fand ein Gefecht zwischen Geislautern und Ludweiler statt. Die Franzosen wurden zurück⸗ geschlagen mit Verlust eines Offiziers und 8 Mann. Dies geschah bei Regenwetter; die Chassepots bewährten sich schlecht. Von den Unseren erhielt nur ein Mann einen Streifschuß. Beste Stimmung und Heiterkeit herrscht unter den Soldaten, welche nach den ermüdendsten Märschen und Feldwachen mit Gesang heimziehen. Die Franzosen haben auf den Höhen von Schönecken, Burbach gegen— über, Kanonen aufgefahren.
— Am 27. v. M. Morgens fand bei Lud⸗ weiler, drei Stunden von Saarbrücken dicht an
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