Dijon den 7. Nov. Eine Recognos— cirung vom 26. ergab, daß Garibaldi mit seinem Corps von Pasques im Anmarsch sei. Bei einbrechender Nacht wurden die Vorposten des Füsilierbataillons des 3. Regiments heftig angegriffen und vom Bataillon Unger aufge⸗ nommen. Dieses wies 3 Angriffe auf fuͤnzig Schritt zurück. Der Feind floh in Unordnung und warf Gepäck und Waffen fort. Heute am 27. ging ich mit 3 Brigaden zum Angriffe vor und erreichte die feindliche Arrieregarde bei Pasques durch Umgehung von Plombieres. Der Feind verlor 3 bis 400 Mann an Todten und Verwundeten. Diesseitiger Verlust an beiden Tagen etwa 50 Mann. Menotti Garibaldi soll am 26. commandirt haben. v. Werder.
Moreuil(bei Montdidier), 28 Nov. Gestern bis nach Eintritt der Dunkelheit sieg— reiche Schlacht der ersten Armee gegen die im Vorrücken befindliche feindliche Nordarmee. Der der Anzahl nach überlegene, gut be— waffnete Feind wurde mit Verlust von mehreren Tausend Mann gegen die Somme und auf seine verschanzte Stellung vor Amiens zurück⸗ geworfen. Ein feindliches Marinebataillon wurde vom 9. Husarenregiment niedergeritten.
Eigener Verlust nicht unbeträchtlich: Graf Wartensleben.
(Vorstehende Depeschen wurden bereits durch eine Exlrabeilage den Lesern unseres Blattes mitgetheilt.)
Versailles, 28. Nov. Der Königin Augusta in Berlin. Gestern siegreiches Gefecht südlich von Amiens durch General Manteuffel mit einem Theile der 1. Armee. Einige Tausend Mann feindlicher Verlust. 700 Gefangene, eine Fahne der Mobilgarde. 9. Husarenregiment ritt ein Marinebataillon nieder. Unser Verlust nicht unbedeutend. Wilhelm.
Versailles, 28. Nov. Der General— Feldmarschall Prinz Friedrich Karl meldet: Am 28. Nov. wurde das 10. Armeecorps durch be— deutend überlegene Kräfte des Gegners angegriffen. Es concentrirte sich bei Beaune la Rolande, wo— selbst es sich siegreich behauptete, und am Nach- mittage in meinem Beisein durch die 5. Division und eine Cavalerie-Division unterstützt wurde. Unser Verlust etwa 1000 Mann, feindlicher Ver- lust sehr bedeutend, viele Hunderte Gefangene in unseren Händen. Der Kampf endete nach 5 Uhr. — Ferner ist von der 1. Armee die Meldung eingegangen: In Folge der stegreichen Schlacht am 27. d. ist Amiens am 28. vom General Göben besetzt worden. v. Podbielsky.
Der„Staats anzeiger“ schreibt:„Der Kampf zwischen Deutschland und Frankreich, welcher in der zweiten Hälfte dieses Jahres entbrannte, dürfte wenn nicht alle Anzeichen trügen, nun mehr und mehr sich seinem Ende nahen. Deutsch⸗ land hat diesen ihm aufgedrungenen Krieg mit Aufbietung großer Kräfte geführt und beispiellose Erfolge errungen. Ein Rückblick auf die Ereig⸗ nisse der letzten 5 Monate wird hierfür Zeugniß ablegen. Es lassen sich, ohne nach einer künst⸗ lichen Eintheilung zu suchen, im Verlaufe dieses Feldzuges drei Perioven unterscheiden. Die erste beginnt mit dem 16. Juli, mit dem Erlasse der Mobilmachungsordre an die norddeutsche Bundes— armee, und reicht bis zum 2. August. Es fallen in diesen Zeitabschnitt die Vorbereitungen zum Kriege, die Rüstungen, die Truppentransporte auf den Eisenbahnen, die Concentrationen der Armee⸗ corps und Armeen, die ersten Vorpostengefechte und Scharmützel und endlich am 2. August der Angriff der Franzosen auf Saarbrücken. Während Frankreich in großer Hast seine nur mangelhaft ausgerüsteten Truppencorps an die Gränze warf und in dieser Hinsicht einen Vorsprung gewann, nahmen die Rüstungen in Preußen und Deutsch⸗ land ihren ruhigen und sicheren Fortgang, so daß am Schlusse dieser Periode das Eine bereits fest⸗ stand, daß nicht Frankreich, sondern Deutschland die Offensive zufallen werde. Die zweite Periode
vom 3. August bis 2. Sept. kann als die der
angelegten Feldzugsplan bezeichnet werden. Die deutschen und preußischen Armeen unter dem Ober- befehl des königlichen Bundesfeldherrn und unter der Führung des Kronprinzen von Preußen, des Prinzen Friedrich Karl, des Generals v. Stein- metz und später auch des Kronprinzen von Sachsen, ergreifen die Offenstve, betreten Frankreichs Boden und fesseln den Sieg an ihre Fahnen. Die Tage von Weißenburg, Wörth, Saarbrücken(Tonsil Metz(Pange), Mars la Tour(Vionville), Rezonville(Gravelotte), Beaumont, Sedan und Noisseville sind ebenso viele Ehren⸗ und Ruhmes⸗ tage für die deutschen Waffen. Diesen Thaten entsprachen die Erfolge. Die beiden französischen Hauptarmeen unter den Marschällen Mac Mahon und Bazaine waren nach tapferem Widerstande außer Kampf gesetzt; der Kaiser, Mae Mahon und seine Armee waren bei Sedan in Kriegs- gefangenschaft gerathen, Bazaine mit der sogenannten Rheinarmee sah sich trotz aller Durchbruchsver— suche und Ausfälle in Metz festgehalten, ein⸗ geschlossen und zur Unthätigkeit gezwungen. Die dritte noch nicht abgeschlossene Periode dieses Feldzuges trägt einen wesentlich verschiedenen Charakter: Feldschlachten werden nicht geschlagen, denn Frankreich hat fürerst keine Armeen ins Feld zu stellen, den deutschen Heeren aber erwächst mit der Einschließung und Belagerung zahlreicher fester Plätze eine neue, schwierige Aufgabe, welche Ausdauer, Beharrlichkeit, stete Wachsamkeit der Truppen in vollstem Maße in Anspruch nimmt. Die Rüstungen nehmen inzwischen von beiden Seiten ihren Fortgang, die Waffenstillstands- Unterhandlungen zerschlagen sich, die Franzosen bieten Alles auf, um den Parteigängerkrieg zu organisiren, den Haß der Bevölkerung zu ent— flammen, einen Racenkrieg heraufzubeschwören. In diesem Zeitabschnitt haben die deutschen Armeen vor Straßburg, Metz, Paris und vor den zahl- reichen festen Plätzen, die eingeschlossen und ge⸗ nommen werden mußten, Gelegenheit gehabt, sich auch in dem beschwerlichen Belagerungsdienst zu bewähren, sich Monate lang stark im Erdulden und Ausharren zu erweisen und neuen Kriegs- ruhm zu erwerben. Straßburg und Metz und viele andere bedeutende Festungen sind inzwischen gefallen und die Wahrscheinlichkeit eines Entsatzes von Paris wird mit jedem Tage geringer, weil die neuorganisirten, aus den heterogensten Elementen zusammengestellten französischen Armeen sich weder im offenen Felde, noch hinter den Wällen und Verschanzungen gegen die deutschen Heere werden behaupten können, welche nach dem Falle von Metz sich dem Schauplatze nähern, wo die letzten Kämpfe ausgefochten werden dürften.“
Versailles. Vor Paris werden, von dort eingelaufenen Feldpostnachrichten zu Folge, noch immer Geschütze in Position gebracht; man glaubt aber, daß nunmehr der Zeitpunkt nahe sei, wo man die innerhalb der Mauern der Hauptstadt sich vollziehende Krisis durch ein Bombardement beschleunigen werde. Entsprechende Vorkehrungen sind bereits getroffen und soll die Munition für die aufgestellten Stücke in erforderlichem Maße bereits zur Hand sein. Auch Proviant, der sofort nach der Capitulation in die Stadt gebracht werden soll, wird bereits an den geeigneten Plätzen angesammelt. So hält unterwegs z. B. ein, einige vierzig Waggons zählender Zug, der nach Nan- teuil bestimmt ist und zur Verproviantirung von Paris verwandt werden soll. Er enthält Erbs⸗ wurst, Pöckelfleisch, Butter, Eier ꝛc.
— Die„Köln. Ztg.“ schreibt: Die Nach- richten vom Kriegsschauplatze sind seit dem Ge— fechte bei Dreux vollständig in Nebel gehüllt. Die französischen Blätter dürfen bei Androhung standrechtlicher Behandlung über Militärisches nichts verrathen und nichts dergleichen besprechen, und die belgischen sind, fast möchte man bei einigen sagen, mit sichtbarer Absichtlichkeit voll der verworrensten und widersprechendsten Angaben. Ueber Bestand, Stellung und Bewegung der Loire armee läßt sich auch heute nichts einigermaßen Zu⸗
verlässiges melden; die Franzosen, die bei Dreux,
großen Operationen nach einem mit sicherer Hand
Evreux und Chateauneuf Widerstand leisteten, scheinen nicht zu derselben gehört zu haben.—
Nach Berliner ossiziösen Correspondenzen stand die
Loire⸗Armee, 40,000 Mann stark, am 23. noch bei Orleans und die Streitkräfte, mit denen es der Großherzog von Mecklenburg bei Dreux zu thun hatte, waren Truppen, welche die Verbin⸗ dung zwischen Aurelles de Paladine und Bourbaki hätten herstellen sollen.
Vor Pfalzburg. Nach der„Köln. Ztg.“ rückte am 24. d. Abends um 10 Uhr die 2. leichte Reservebatterie rheinischen Feldartillerie— Regiments Nr. 8 in die Gefechtspositionen vor der Festung Pfalzburg. Die Batterie stand in drei Detachements und die Geschütze selbst in wohl eingerichteten Geschützeinschnitten. Um halb 11 Uhr erfolgte die Beschießung der Stadt von drei Seiten und spielten bald 67 Geschütze der Festung in lebhaftem Feuer, so daß das ganze Cerrirungscorpe in Granat- und Bombenfeuer stand. Die Wirkung der Batterie zeigte sich heute Morgen in den anschließenden Geb zuden der Wälle, da manches Dach und mancher Giebel seine Form verloren. Bis 2 Uhr Nachts dauerte das Bombardement. Verlust diesseits: 1 Offizier und 1 Gemeiner des 71. Landwehrregiments ver⸗ wundet.
In Diedenhofen(Thionville) ist bereits ein deutsches Postamt errichtet. Die Civilver- waltung wird wohl cbenso schnell als in Straß⸗ burg und Metz eingesetzt und nach deutschem Muster organisirt werden.
Straßburg. Mehrere dahier vorgenommene Verhaftungen erregen großes Aufsehen. Sie sollen in Verbindung mit der Entdeckung eines französischen Posthureau's stehen, welches regel- mäßige direkte Mittheilungen aus dem Innern Frankreich's an die Anhänger der provisorischen Regierung im Elsaß beförderte.— In Polygon fand ein Probeschießen mit französischen Kanonen statt. Wie es heißt, haben die Leistungen dieser Geschütze den Anforderungen unserer Artillerie nicht entsprochen.
Straßburg. Die Belagerungsschäden für Straßburg und Umgebung belaufen sich nach den Anmeldungen auf 50,774,126 Franken und werden innerhalb 14 Tagen definitiv abgeschätzt sein; hiezu kommen für das Departement Niederrhein etwa 50 Millionen Requisitionen und Leistungen für Kriegszwecke, worüber die Kostenliquidationen noch im Gange sind. Weitere Requisitionen sind kürzlich in Schlettstadt, Hagenau und Zabern ausgeschrieben worden, weil bereits für die Ver pflegung der deutschen Truppen bei der Rückkehr aus Frankreich Proviantmagazine angelegt wer⸗ den müssen.
In Chatillon fand, wie schon gemeldet, am 19. d. ein Ueberfall der dort befindlichen preußischen Landwehr durch Riccioti Garibaldi statt und erfährt man nun darüber folgende Einzel heiten: Am 19. November, Morgens kurz nach 6 Uhr, vernahm man mehrere Schüsse und gleich darauf ein allgemeines Feuern aus den Häusern der Hauptstraße auf die nach dem Alarmplatze eilenden Soldaten. Das Feuer war ein starkes, und es wurde aus fast allen Häusern, aus den Kellern wie aus den obern Etagen auf die Sol⸗ daten geschossen. Die Besatzung, circa 800 Mann stark, war in Folge dessen genöthigt, sich jenseits der Seine zurückzuziehen, und vertheidigte von hier aus die Brücke, die sie von der Stadt trennte. Das Feuer hatte jedoch keinen Einhalt und die Truppen suchten wiederum in die Stadt zu gelangen. Hierbei wurde 1 Major des Husaren- Regiments erschossen, 2 Ossiziere verwundet und 10 Mann der Landwehr getödtet. Vermißt wurden 8 Offiziere, 50 Husaren, 70 Pferde, sowie cirea 50 Mann der Landwehrtruppen. Ein großer Theil der Bagage, die Compagniekarren, das Offiziergepäck fiel den Franctireurs in die Hände; erst um 1 Uhr wurde dem Gefecht Einhalt gethan. Nachmittags fand unter großer Vorsicht der Einmarsch der Besatzung wieder statt. Bei den sofort vor⸗ genommenen Haussuchungen fand man viele Sol— daten erstochen und gräßlich verstümmelt in ihren Betten vor, einem Sergeanten war der Leib
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