willen nicht hoch anzuschlagen sei, weil die oben liegenden Saatkorner wohl keimten aber keine oder nur schlechte Frucht gäben, und die meisten anwesenden Bürgermeister auf die Frage des J. Directors zugaben, daß von ihnen das Fliegenlassen der Tauben gar nicht oder sehr selten verboten worden sei, sind Verwalter Junghaus und Kreisassessor Haas der Ansicht, daß, zugegeben den Nutzen welchen die Tauben durch Vertilgung von Unkräuter der Landwirthschaft leisten, im Falle der Aufhebung des Art. 79 des Feldstrafgesetzes die Tauben⸗ zucht sich bedeutend vermehren wurde und daun der Schaden den Nutzen übertreffe, wie Erstrer glaubt, schon wegen der mißbräuchlichen Vorliebe der Landwirthe ihr Federvieh sich auf Andrer Kosten er— nähren zu lassen.
Bürgermeister Fenchel von Griedel hält für nicht er⸗ wiesen, daß das zu Tag liegende Saatkorn keine Frucht gebe, da stets auch in den Furchen Frucht aufkomme.
Bei einer Abstimmung erklärt sich die überwiegende Mehrheit der Versammlung für Aufrechterhaltung der Bestimmung des Art. 79 des Feldstrafgesetzes.
4. Welchen Einflu wird die Eröffnung der neuen oberhessischen Eisenbahnen auf die hiesigen örtlichen Verhältnisse ausüben?
Der Sectionsvorsteher hegt die Befürchtung, daß der Verkehr auf der Straße zwischen Butzbach und Lich bedeutend ab⸗ nehmen werde, da durch die Bahnen der Transport von Gütern und insbesondere landwirthschaftlicher Producte besser und billiger aus— geführt werde.
Kreisassessor Haas glaubt, daß, wenn sich der günstige oder ungünstige Einfluß der beiden Bahnlinien auch noch nicht mit
Sicherheit absehen lasse, die Frage doch besondere Erwägung verdiene, da durch die Bahnen für unsern Bezirk der Bezug von Stoffen und
Erzeugnissen aus dem nördlichen und östlichen Theil der Provinz erleichtert werde, er erinnere an die guten Wiesen des Vogelsberg; der Heubezug daher sei für die wiesenarme Wetterau von Bedeutung, obgleich in dieser Beziehung möglicher Weise auch von weiter her,
bei dem jetzigen, bei Versendung des Heu's angewendeten Verfahren
des Einpressens desselben in kleine Ballen, und besonders aus bedeu— tende Quantitäten benutzenden großen Städten bei den erleichterten Verkehrsverhältulssen im Heuhandel des Vogelsbergs große Concurrenz zu erwarten stehe.
5) Sind in der hiesigen Gegend Versuche mit der Guͤlich'schen Kartoffelbaumethode gemacht worden und welches waren die erzielten Resultate?
Bürgermeister Schultheis von Steinfurth, welcher Versuche ge— macht hat und darüber zu referiren in der Lage ist, ist nicht anwesend.
Verwalter Junghenn von Griedel hält die Methode für schweren Boden für sehr geeignet, bei uns empfehle sich ihre Anwen— dung deßhalb nicht, weil sie hauptsächlich bewirken wolle die Kartoffel vor Feuchtigkeit zu schützen und das tiefe Bauen zu ersparen und der Nutzen mit der Schwierigkeit der Ausführung nicht harmonire.
Gutsbesitzer Bender: Es sei zweifellos, daß durch Anwen— dung der Guͤlich'schen Methode ein höherer Ertrag zu erzielen sei und auch bei uns dies bewirkt werden könne. Die entstehenden Kosten seien aber zu bedeutend und die Bestellung zu complicirt, am ersten eigne sie sich noch für kleine Parzellen.
6) Die Neuwahl eines Mitgliedes der Faselbesichtigungs⸗Com⸗ mission wird ausgesetzt und Steinfurth als Ort für die nächste Sitzung der Section Butzbach von der Versammlung bestimmt.
Zur Beglaubigung:
n
Die unterzeichnete Stelle bringt hierdurch zur Kenntniß der betheiligten Industriellen, daß die vom Bundesrath des Zollvereins erlassenen neuen Regulative(— Niederlage-Regulativ, Begleitschein⸗Regulativ und Regulativ über die zollamt⸗ liche Behandlung des Güter⸗ und Effecten⸗ Transports auf den Eisenbahnen—), welche am 1. Februar d. J. in Wirk⸗ samkeit treten, gegen Ersatz der Druckkosten und zwar:
Hechler. Haas. m Mo ü n g. Für ein Exemplar des Niederlage-Regulativs von 12 Krenzern, 1 7 7. Begleitschein⸗ 1 57 27„ e 7„„ Eisenbahn⸗ 5 7 18„
bei derselben abgegeben werden. Gießen den 24. Januar 1870. Eroßherzogliches Haupt-Zollamt Müller, Martin, Mickler, Oberzoll-Inspector. Hauptzollamts⸗Rendant. Hauptzollamts-Controleur.
Hessen. Darmstadt. Ein Erlaß des Ministeriums des Innern schärft die Bestimmungen
wie unsere zweite Kammer gerichteten Aktenstückes mene Adreßdebatte war sehr lebhaft. von Seiten des Wetterauer Boten nicht für son- einleitenden Rede des Referenten Jörg erklärt der
Nach einer
ein, welche das Mitnehmen schulpflichtiger Kinder auf Reisen von Schauträgern, Kleinhändlern und ähnlichen herumziehenden Individuen verbieten, und verfügt zugleich, daß Kinder unter 14 Jahren von ihren herumziehenden Eltern zu sogenannten künstlerischen Darstellungen, zu welchen sie, wie das Ministerium hervorhebt, die Befähigung in der Regel nur unter schweren Mißhandlungen er langt haben, nicht verwendet werden dürfen. Dit Kreisämter sind beauftragt, in die Erlaubnißscheine für Kunstreiter, Seiltänzer, Gymnastiker u. s. w. jedesmal ausdrücklich die Bedingung aufzunehmen, daß zu den Darstellungen Kinder unter 14 Jahren nicht verwendet werden dürfen, und daß die Er⸗ laubniß zur Fortsetzung der Darstellungen verwirkt und der Inhaber sofort in seine Heimath ver— wiesen wird, wenn er dieser Bedingung entgegen— handelt.
— Nach dem„Fr. J.“ beabsichtigt der Abg. Hunsinger in der zweiten Kammer mit einem neuen Antrage bezüglich des Modus, nach welchem die Communalumlagen erhoben werden sollen, her— vorzutreten. Ueber den Inhalt dieses Antrages ist noch nichts bekannt geworden.
Friedberg. Die in Nr. 12. ds. Bl. gebrachte Mittheilung über eine von dem Gemeinde— rath unserer Stadt in Betreff der Anwendung der Einkommensteuerkapitalien bei dem Ausschlag der Communalumlagen an die zweite Ständekammer gerichtete Eingabe, insbesondere die Bemerkung, daß dieselbe„sonderbarer Weise schon mehrere Tage vor ihrer Ausfertigung im Wetterauer Boten veröffentlicht worden“, hat den Letztern veranlaßt,
derbar gehalten wird, so gibt es dagegen auch wieder Leute, die so etwas für mehr als sonder— bar,'die es sogar für sehr unpassend halten. Die Meinungen sind eben verschieden, darum— Punktum.
Alsfeld. Nach einer Mittheilung der„Darmst. Ztg.“ wurde bei der Wahl des Abgeordneten für Len norddeutschen Reichstag im dritten hessischen Wahlkreise Se. Erlaucht der Erbgraf Friedrich zu Solms-Laubach in Arnsburg mit 5984 von 6466 abgegebenen Stimmen gewählt. Professor Dr. Lange in Gießen erhielt 393 Stimmen.
Preußen. Berlin. Am 27. Jan. wurde im Gebäude des Bundeskanzleramtes die dies- jährige Session des Bundes rathes des norddeut- schen Bundes eröffnet.
Fulda. Nach dem„Fuld. Anz.“ hätten die in Rom versammelten deutschen Bischöfe die An- gelegenheit bezüglich der in Fulda ins Leben zu rufenden katholischen Universität baldigst zur Aus- führung zu bringen versprochen, und der Erzbischof von Köln hätte schon vor seiner Abreise nach Rom Schritte gethan,'n seiner Erzdiöcese ein Diöcesan⸗ Comite zur Sammlung von Beiträgen zu consti⸗ tuiren. Aus der Dlötese Fulda hat sich vor Kurzem wieder ein ungenannter Pfarrer als Gründer mit 300 Thlr. angemeldet.
Bayern München. Die Adreßdebatten in der Reichsrathskammer waren überaus lebhaft. Herzog Karl Theodor, Guttenberg und Graf Bothmer erklärten sich für das Ministerium, Thüngen begründet das Mißtrauensvotum gegen das Mini- sterium. Hohenlohe vertheidigte seine ministerielle
einen sehr großen Kessel dieserhalb aufzuhängen und einige Spalten seiner letzten Nummer mit Erläuterungen, Erwiderungen u. s. w. zu füllen. In All' dem Gesagten ist aber die erwähnte That⸗ sache nicht widerlegt, sondenn vielmehr zugestanden worden. Inbeg
Thätigkeit. Der Finanzminister verlangte Nach⸗ weis einer Amtshandlung, welche einen Vorwurf begründen könnte. Der Handelsminister recht fertigt seine angegriffene Zollparlamentspolitik. Schließlich wurde der Entwurf des Ausschusses, welcher die Stelle enthält, das Vertrauen werde
selbst wenn der Gemeinderaths nur zurückkehren, wenn es dem Könige gelinge,
bei Berathung der Eingabe sich für deren Ver- Männer als Kronräthe zu finden, welche in gleicher
öffentlichung ausgesprochen, verfrühte Einsendung an den Wetterauer Boten
so wird damit die Weise das Vertrauen des Königs wie das des
Landes besitzen, mit geringen Modificationen mit
nicht gerechtfertigt, und wenn eine so voreilige allen gegen 12 Stimmen angenommen. Veröffentlichung eines solchen an eine Körperschaft
— Die in der Abgeordnetenkammer vorgenom-
Ministerpräsident Fürst Hohenlohe:„Die Adresse verlangt einen Leiter der auswärtigen Angelegen⸗ heiten, der das Vertrauen des Landes besitzt, was mir fehlen soll. Wenn der Referent und seine Genossen im Ausschusse mich nicht für fähig halten, die abgeschlossenen Verträge zu deuten, so will ich darüber nicht streiten und nur meine Thätigkeit und die Grundsätze meiner Amtsführung beleuchten, Sie zu vertheidigen, ist unnöthig, da die Thron— rede derselben anerkennend zugestimmt hat. Die Ziele meiner Politik sind das Festhalten an den Verträgen und die Aufrechthaltung der Selbständig⸗ keit Bayerns. Ich bin stolz darauf,“ fährt er
fort,„die durch die Allianzverträge übernommenen
Verpflichtungen und die Pflicht gegen das gesammte Deutschland zu erfüllen, ebenso den Zollvereins⸗ vertrag, dem beide Kammern zugestimmt haben, zu erhalten.“ Wenn die Adresse den Vertragsbruch verwerfe, so müsse er— sagt der Ministerpräsident ferner— bemerken, daß es einen offenen und einen versteckten Vertragsbruch gebe. Die Regierung habe Alles gethan, um die Zersplitterung Deutsch⸗ lands zu vermeiden und die Selbständigkeit des Landes und die Rechte der Krone zu erhalten; die Zukunft werde lehren, daß kein bahyerischer Minister einen anderen Weg zur Einigung Deutsch⸗ lands und der Erhaltung der Selbständigkeit Bayerns gehen könne. Der Südbund sei ein Scheingebilde, eine rein theoretische Ausarbtitung, kein südveutscher Staat wolle sich zu Gunsten Bayerns Beschränkungen unterziehen. Redner be— ruft sich hierbei auf die Reden der Minister Varnbuler und Mittnacht. Er sei von jeher gegen die Annahme der jetzigen Verfassung des norddeutschen Bundes gewesen. Fürst Hohenlohe schließt mit den Worten:„Wenn das Mißtrauen gegen mich darin besteht, daß ich unfähig bin, ein doppeltes Spiel zu lreiben und meine freund⸗ lichen Beziehungen gegen die Bundesgenossen zu ändern, so ist ein solches Mißtrauen allerdings begründet.“ Nach der Rede des Ministers sprachen Sepp, Schleich, Kurz und Lukas entschieden gegen, Völk und Warm für das Ministerkum.
— Dee Adreßentwurf der Majorität der Ab⸗
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