Ausgabe 
28.8.1869
 
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. ale, 1869. Samstag den 28. August. MN 100. Dunn, 9 4 1 der 1 a 425 ad L 8 Dia Fnthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Fiiedberger Intelligenzblalt. Etscheint jeben Dieustag, Donnerstag und Samslag. en

Für den Monat September kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der inn en Verlags Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. Garde. i Hessen. Darmstadt. DerRh. Kur.] Ausdruck dieser Gesinnung ist es anzusehen, wenn Westen an die Thalwand sich lehnte. Zweimal blu theilt mit,daß eine Mainzer Gemeinderathsdepu- eine große Anzahl hiesiger Bürger und Beamte,

taion hier beim Könige Audienz hatte, um eine

lauen Gmäßigung der für die Erweiterung der Festung 1. Sieden, gforderten Summe von 4 Mill. Gulden zu er dax. mrken. Der König nahm die Vorstellungen der Sat Gemeinderathsdeputation mit Wohlwollen entgegen,

eklärte, daß er die Frage persönlich noch nicht

Stan gprüft habe, dies jedoch thun und die Vorlage

enn die betreffenden Berechnungen anordnen würde. FBnanzielle Opfer aber könne die Stadt von

Meußen nicht verlangen. Nach einer, derFr.

burg. 39. zugegangenen Privatmittheilung, hat der iii die Deputation darauf aufmerksam gemacht,

daß der Großherzog von Hessen ihr Landesherr se, und daß sie sich wegen finanzieller Unter- lzung an diesen zu wenden hätten.

Mit dem Mitte Oktober beginnenden Wintersemester des Polytechnikums wird gleichzeitig ehe neu erganisirte höhere landwirthschaftliche Lchranstalt hier ins Leben treten, deren Zöglinge nicht blos zu tüchtigen Landwirthen, sondern auch u allseilig gebildeten Männern erzogen werden len. Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles id durch Verbindung mit dem Polptechnikum in i günstigsten Weise geboten. Auch zur Bildung un Culturx⸗Ingenieuren ist besonders gute Gelegen- gat geboten, indem Techniker, welche sich aus⸗ llließlich oder vorzugsweise der landwirthschaft lhen Technik widmen wollen, in den landwirth shaftlichen Klassen die naturwissenschaftlichen und virihschastlichen Grundlagen für ihre künftige

obgleich alle offizielle Gratulationen Allerhöchsten Ortes abbefohlen waren, es sich nicht versagen wollten, ihre Glückwünsche mittelbar durch Namens einzeichnung an hoher Stelle darzubringen.

Am Morgen des Festtages war großer Tagreveil, am Festvorabend großer Zapfenstreich, ausgeführt von der Musik des 3.(Leib⸗) Regiments, am Fest⸗ abend kleiner Zapfenstreich. An beiden Abenden waren einzelne Haͤuser illuminirt, das Rathhaus beim Zapfenstreich bengalisch beleuchtet. Zu ganz besonderer Verherrlichung des Festes gereichte die Anwesenheit Ihrer Königl. und Großherzogl. Hoheiten, des Prinzen Ludwig, der Prinzeß Alice und des Prinzen Wilhelm, die schon am Dienstag hier eintrafen, und des Prinzen Karl und Alexander mit Gemahlinnen, die im Laufe des Festvormittags anlangten und am Bahnhof von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog empfangen wurden. Von den allerhöchsten Gästen verweilen noch Prinz Ludwig und Prinzeß Alice in unsern Mauern, um von hier aus die Prinzeß Alite in ritter licher Weise hoch zu Roß an der Seite ihres Gemahls den Truppenübungen beizuwohnen.

O Nauheim, 26. Aug. Gestatten Sie, daß ich mit wenigen Worten Ihnen von den Festlichkeiten berichte, die zu Ehren des Namens- tags Sr. K. H. des Großherzogs hier stattfanden und eine angenehme Abwechselung in die sonst mit einer gewissen Regelmäßigkeit sich abspinnenden Vergnügungen unseres trotz der schon etwas vor gerücklen Jahreszeit noch von Kurfremden unge⸗ wöhnlich stark bevölkerten Kurortes brachten. Am Vorabend des Festes Illumination des Kurhauses und der Terrasse mit brillantem Feuerwerk im Park, wie es in dieser Vollendung bisher in Nauheim noch nicht bewundert worden war. Die Raketen, die Feuerräder, die Schwärmer folgten einander mit staunenerregender Präcision und immer neue Ueberraschungen bietend, und als plötzlich ein prachtvollesL mit der Krone im berrlichsten Farbenschmuck prangte, brachen die Tausende von Zuschauern in einmüthigen Beifall aus. Feenhaft war zum Schluß der Anblick des ausgedehnten Parkes in bengalischer Beleuchtung. Und der Mond stand, wie extra dazu bestellt, in stiller Majestät am östlichen Horizont und schaute so heiter und vergnügt drein, als blicke er mit stiller Verwunderung auf der Menschen Künste und freue sich ihres Treibens. Gestern Mittag großes Fest essen im Kurhaus und zum Abschluß am Abend glänzender Ball.

Auch das von hessischen Offizieren veranstaltete Pferderennen darf als ein Theil des Nauheimer Festprogramms betrachtet werden. Es fand am Festtag gegen Abend unmittelbar hinter dem Teich gegen Nieder-Mörlen hin statt und zog eine große Menge Schaulustiger herbei. Das kleinere Hürden rennen ging jenseits der Chaussee auf dem Felde nach der Eisenbahn zu vor sich. Uns war es von Interesse zu sehen, wie die Renner bei dem größeren Rennen über die Usa setzen und die mancherlei Hindernisse auf der rechten Seite des Baches bewältigen würden. Durch Stangen war ein Kreis bezeichnet, der sich im Süden dem Teich und im Norden Nieder-Mörlen näherte,

e. Mirksamkeit erwerben können. Auch ältere Land i ußthe, welche den Anforderungen für den regel * mäßigen Studiengang nicht gewachsen sind, können 0 ii Hospitaaten eintreten. Eine sehr reichhaltige r. liothek, sowie die bedeutenderen Fach⸗Journale ** en zur Benützung offen. 2 Friedberg, 27. Aug. Das Namensfest 1 4 Siner Königlichen Hoheit unseres Großherzogs ee unde beuer in unserer Stadt mit besonderem 225 Zanze gefeiert. Erfreut sich doch Friedberg schon a est geraumer Zeit der Anwesenheit unseres allver ů hien Landesherrn, und beciferte sich darum Jeder 1 nann um so mehr, zur Verherrlichung Seines dlentages mitzuwirken und bei dieser Gelegenheit 7 Alirhöchsidemselben ein Zeichen der Verehrung zu widmen. Schon am Tage vorher überkam Jung 77. und Alt eine Art Feiertagsstimmung, und alle 5 6. Thätigkeit beschränkte sich auf die Zurüstung zu . den bevorstehenden Feste. Kränze und Guirlanden 10 5 urden gewunden, Fahnen hervorgeholt und r. faurirt oder neue hergerichtet, und auch der N Wald brachte zur würdigen Ausstattung des Festes W, in Opfer dar: verschiedene Wagenladungen schlan⸗ % fle ßichten kamen angefahren und waren ebenso . Fald vergriffen, da fast kein Hauseigenthümer des 5 2 Haeumschmucks vor seinem Hause entbehren wollte. e Und als nun eine Anzahl weithinschallender Böller. zu sihise den Anbruch des Festtages verkündeten, da e Woelgte die ganze Stadt bis zu dem kleinsten 1 Selengäßchen im lieblichsten Fesiglanze. Eine f 2 gloße Menschenmenge wogte im Laufe des Tages 9 in sröhlichster Feststimmung in den Straßen auf und ab, um die einzelnen Dekorationen sich näher i besehen. Das Ganze trug unverkennbar das AGnräge herzlicher Anhänglichkeit für die Person 1 6750* allverehrten Landesvaters, und als weiterer 1

überschritt er sowohl die Chaussee als den Bach. Ein zweimaliges Rennen war auf dieser Bahn vorgesehen, jedesmal von 4 Pferden. Das letztere ging glücklich von statten, und legten die flinken Thiere alle Hindernisse in kühnem Fluge nehmend die wohl ¼ Stunden lange Bahn in weniger als 5 Minuten zurück. Das erste Rennen dagegen hatte entschiedenes Mißgeschick. Von 4 Pferden stürzten 2. Roß und Reiter nahmen glücklicher⸗ weise keinen Schaden; das eine Pferd suchte indeß das Weite, während das andere den Reiter alsbald wieder aussitzen ließ und mit ausgezeich- neter Bravour die Vorangeeilten einzuholen suchte. Es gelaug nicht mehr ganz; der Vorsprung war unterdessen zu groß geworden.

Es gewährt einen imposanten Anblick, die muthigen Thiere mit Windesschnelle dahinsausen zu sehen, und es ist erklärlich, wie die noble Passion bei Roß und Reiter zur wirklichen Leiden schaft werden kann. Aber das Lerchenschlagen à la Bismarck ist doch ein gar schlechter Spaß.

Preußen. Berlin. DerProvinzial⸗ Correspondenz zufolge ist die Einberufung des Landtags für die ersten Tage des Octobers in Aussicht genemmen. Der Zusammentritt des Reichstags wird unmittelbar nach dem Beginn des

neuen Jahres stattfinden, im Falle die Aufgabe des Landtags bis dahin erledigt sein wird. Der Bundesrath des norddeutschen Bundes nimmt seine Arbeiten voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Septembers wieder auf.

DieNordd. Allg. Ztg. dementirt auf das Bestimmteste die Nachtragsforderungen für den Militäretat und fügt hinzu, das Desizit sei nicht durch den Militäretat entstanden, sondern durch einen Ausfall der Bundeseinnahmen veran laßt worden, welcher mit durchgreifenden Erleich terungen zusammenhinge, die den wichtigsten Ver⸗ kehrsintertssen zu Gute gekommen seien.

DieNordd. Allg. Ztg. schreibt: Neuer- dings werden vielfach Versuche gemacht, Aus- manderer nach der argentinischen Republik zu locken; u. A. soll ein dort ansassiger Deutscher, Namens Schlegel, die Beförderung von Aus- wanderern als einen für ihn allein nutzbaren Geschäftskreis auszubeuten suchen. Nach zuver⸗ lässigen Berichten sind aber die Aussichlen für solche Auswanderer durchaus nicht günstig, nament- lich ist für Kopfarbeiter dort kein Terrain, und nicht einmal Handelscommis finden ein erträgliches Unterkommen. Auch der Ackerbau liegt sehr dar nieder und einigermaßen gute Aussichten bieten sich nur für Handwerker, Dienstboten und einfache Taglöhner Doch dürfen auch diese nicht über sehen, daß die für die argentinische Republik werbenden Agenten sehr oft nur für den dortigen Militärdienst zu pressen suchen.

Am Sonntag hatte, wie dieZukunft schreibt, die Neugier wieder ein zahlreiches Publi kum nach Moabit geführt, welches bis zum späten Abend das Klostergebäude umdrängte, ohne jedoch viel mehr als die Bretterzäune zu Gesicht zu be kommen, da der Eintritt Niemand gestattet wurde. Von Zeit zu Zeit, so oft nämlich der Andrang zu groß wurde, forderte der Commandirende der dort postirten Schutzmannswache, Hauptmann von

während er im Osten an die Eisenbahn und im

Stückradt, das Publikum drei Mal vernehmlich