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gehen, also 1121, die als Handwerker, Fabrik⸗ arbeiter, Taglöhner, Krämer, Makler, Handarbeiter oder beim Militär beschäftigt wurden. Im Ganzen wurden nahezu ¼ gebessert(165), 271 oder ¼ mit gegründeten Hoffnungen entlassen, 67 als un⸗ verbesserlich ausgestvßen(1) und 221(½) ohne Erfolg beaussichtigt.
Aus Rheinhessen wird dem„Frft. J.“ geschrieben: Die Bewegung für eine freiere Ver⸗ fassung der evangelischen Landeskirche scheint sobald nicht zu einem allgemein zufriedenstellenden Ab⸗ schluß gelangen zu wollen. Der in Aussicht stehende, von Mitgliedern des Consistoriums bearbeitete Entwurf einer solchen Verfassung befriedigt wenig. Die rheinhessische Geistlichkeit sieht in der landes herrlichen Zusage einer freigewählten Synode mit Recht ein Kleinod, während die vom Consistorium vorbereitete Vorlage weder der Forderung einer zeitgemäßen Reform noch der Mündigkeit und dem Rechte der Individuen Rechnung trägt. Zur Berathung der unter diesen Umständen nöthig gewordenen Schritte wird sich die evangelische Geistlichkeit unserer Provinz nächsten Mittwoch in Alzey versammeln.
Preußen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt gegenüber dem Berner„Bund“ und dessen Aeußerungen in der Frankfurter Aus⸗ weisungsfrage: dies sei lediglich eine innere An⸗ gelegenheit und könne daher die freundschaftlichen Beziehungen zur Schweiz, auf welche Preußen hohen Werth lege, in nichts alteriren.
— Für die an Waldecks Stelle zu veranstal— tende Neuwahl im ersten Wahlbezirke wird, wie es scheint, von demokratischer Seite die Candidatur Freiligrath's ernstlich in Angriff genommen.
— Die„Volksztg.“ bringt bezüglich der Vor⸗ fälle in Moabit folgende ihr zugekommene Notiz: „Bei angestellten Ermittelungen hat sich heraus⸗ gestellt, daß dem Polizeipräsidium von der Errich- tung eines Dominikanerklosters in Moabit bis zu
dem Erscheinen des Berichts über die Einweihung desselben überhaupt gar nichts bekannt gewesen,
daß dem Dominikaner Orden oder der hiesigen katholischen Gemeinde nur der Bau⸗-Erlaubnißschein zur Errichtung einer Erziehungsanstalt ertheilt worden, und daß hierauf der Anirag auch gerichtet gewesen sei.“ Sonderbar! Die Polizei führt doppelt und dreifach Buch über jeden Fremden, über jedes an- und abziehende Dienstmädchen, als wenn das Wohl der Stadt und des Staates davon abhinge, und ist mit Strafen hinterher, wenn eine Anzeige einen Tag zu spät kommt, aber wenn sich unter ihren Augen ein Dominikaner⸗ oder Franziekaner⸗Kloster etablirt, so weiß sie nichts davon.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, daß der Beschluß des Bundesraths vom 7. Detember v. J., betreffend die eveniuelle Vereinbarung mit den Südstaaten über die wechselseitigen Militärtrans⸗ porte auf Staatseisenbahnen, den Südstaaten mit dem Ersuchen mitgetheilt worden ist, sich über ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen auf dieser Basis auszusprechen.
— In einem Artikel über die Frankfurter Ausweisungen führt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ aus, daß die betreffende Maßregel un⸗ möglich als Beleidigung der Schweiz angesehen werden könne, da dieselbe gegen die Umgehung des bestehenden Gesetzes über allgemeine Wehrpflicht gerichtet und keineswegs unmotivirt sei.
Köln. Der junge Graf Bismarck, welcher in der vorigen Woche bei dem Pferde⸗Rennen stürzte, hat nur das Schlüsselbein gebrochen und die Rippen beschädigt, so daß seine Herstellung eine nicht zu große Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Das Defizit hat auf die Bewilligung für das Rennen keinen Einfluß gehabt; denn, wie im vorigen Jahre, wurden auch diesmal 4000 Thlr. als Staatspreise für diese„nobele Passton des Adels“ bewilligt.
Kassel. Am Nachmittage des 21. d. ist der von Hannover um/ 5 Uhr kommende Schnellzug mit voller Schnelligkeit auf einen am Ende des hiesigen Bahnhofs im selben Geleise stehenden Güterzug gestoßen. Der Locomotivführer und Heizer wurden erheblich verwundet, mehrere Passa⸗
giere erhielten leichte Contusionen. Die drei letzten Wagen des Güterzuges wurden vollständig zer⸗ trümmert. eee, Wiesbaden. Ueber die in unserer Nähe in den bevorstehenben Tagen stattfindenden Manöver berichtet die„Mittelrh. Zgt.“:„Die 21. Division ist in und um Frankfurt versammelt. Am 23. d. beginnen die Divistons⸗Manöver, welche bis zum 30. d. M. währen. Am 1., 2. und 3. September findet im Verein der großh. hessischen Division großes Corps-Manöver statt, welches am 3. Sep⸗ tember in der Nähe von Bockenheim endigt. Der König wird während dieser Corps-Manöver auf Schloß Homburg Hauptquartier haben. Während der Corps Manöver haben sämmtlich Truppen zu bivouakiren.“
Sachsen. Dresden. In den Burgker Bergwerken vermuthet man nur noch etwa fünf Leichen. Daß man die Zahl immer noch nicht bestimmt angeben kann, zeigt leider doch von einer gewissen Nachlässigkeit der Bergwerksbeamten. Neuerdings wird die Zahl aller Verunglückten wieder auf 278 angegeben. Gestern besuchten der König und die Königin die Unglücksstätte und den allgemeinen Begräbnißort. Der Betrag der von allen Seiten eingelaufenen Geldspenden ist vom Centralcomite bereits auf rund 100,000 Thlr. berechnet worden. Für die 213 Hinterbliebenen der am 1. Juli 1867 verschütteten 100 Lugauer Bergleute waren rund 121,000 Thlr. eingegangen. Um den 221 Wittwen und 650 Kindern der jetzt Verunglückten nur annähernd eine ähnliche Unter— stützung, wie jenen, zukommen lassen zu können, fehlt also noch viel. Sobald alle Leichen ermit— telt, herausbefördert und beerdigt sein werden, wollen die Gemeinden des Plauen'schen Grundes am Begräbnißorte eine große kirchliche Feierlichkeit veranstalten.
Bayern. Culmbach. In der Diöcesan⸗ Synode stellte Decan Sittig u, A. folgenden Antrag:„daß die Abgeordneten zur General— Synode beauftragt würden, daselbst den Antrag zu stellen, daß von der Generalsynode eine An⸗ sprache an die Glieder der evangelischen Kirche in Bayern erlassen werde, worin die Mißbilligung, wenn nicht Entrüstung über die päpstliche An- maßung, die Protestanten zur Theilnahme an dem beabsichtigten römischen Concil einzuladen und zum Abfall von ihrer Kirche zu ermuntern, gehöriger Ausdruck gegeben werde.
Neustadt a. d. H. Der Vereinstag der deutschen Genossenschaften wurde am 23. und 24. d. in unserer Stadt abgehalten und hatten sich dazu 100 Deputirte von Vereinen als stimmführende Mit⸗ glieder des Genossenschaftstages legitimirt. Der Anwalt der deutschen Genossenschaften, Herr Schulze⸗ Delitzsch, war anwesend, auch hatten die russische und die belgische Regierung Commissäre Bezur richterstattung über die statifindenden Verhandlungen gesendet,
Frankreich. Paris. Von den französi⸗ schen politischen Flüchtlingen werden eine Anzahl keinen Gebrauch machen von der jüngst erlassenen Amnestie. Henri Rochefort weist dieselbe im „Rappel“ zurück, indem er u. A. sagt: Ei wie? Ei wer? Was will man von mir? Von welchen Verurtheilungen ist die Rede? Von welcher Am⸗ nestie spricht man mir? Bin ich verurtheilt wor- den 2 Das ist wohl möglich. Bin ich begnadigt? Ich weiß nichts davon. Was die Gerichte einer— seits und die Regierung andererseits thun, das geht mich in keiner Weise etwas an und ich bin entschlossen, schlechterdings damit nichts zu thun haben zu wollen. Die einzigen Verurtheilungen und die einzigen Amnestien, welche ich annehmen kann, sind diejenigen, die das Volk austheilt, Das ist das einzige Tribunal und die einzige Macht, vor welcher ich mich gern beuge. Ich werde daher erst an dem Tage nach Frankreich zurückkehren, da es mich durch sein Votum hin⸗ rufen wird. Ich werde nur in Folge des im— perativen Mandats zurückkehren, welches ich nächstens bei den Wählern des ersten Bezirks nachsuchen werde. Von ihm, das ich kenne und liebe, nehme ich gern Alles an; aber es sagt mir nicht zu, der Verpflichtete von Leuten zu sein, welche ich
sind. Ferner lehnen die Amnestie ab 2
der bekannte Chef der Communisten, der von bis 1859 fast ohne Unterbrechung im Gefä saß und seit 1865 in Brüssel lebt, sodann Watteau, Arzt in Brüssel; Eugen Baune, C missär der Republik im Jahre 1848 und Mitg
Volksvertreter, der ebenfalls seit 1852 in Brüssel lebt; endlich Miot, ehemaliger Volksvertreter, 1852 in Lambessa(Afrika) internirt und nach der Amnestie von 1859 wieder verurtheilt, und noch mehrere weniger bekannte Persönlichkeiten.
— Von offiziöser Seite wird entschieden dem Gerücht widersprochen, Minister Latour d' Auvergne habe an den österreichischen Reichskanzler eine Note gerichtet, in welcher de letzte Note des Grafen Beust an Preußen gebilligt würde. Es wird hinzugefügt daß Frankreich dem Austausch diplomatischer Mittheilungen zwischen Wien und Berlin gänzlich unbetheiligt gegenüber stehe.
— Wie verlautet, sollen die Wahlen fur die vier Mandate von Paris für den Monat October ausgeschrieben werden. Als Candi⸗ daten nennt man Henri Rochefort, hinter welchem sich nach einer sehr unglaubwürdigen Angabe des„Public“ im letzten Augenblick Victor Hugo als der wirkliche Candidat zu erkennen geben würde, Emanuel Arago, Glais— Bizoin, Labertujo und Felix Pyat.
— Der neue französische Kriegs minister, General Leboeuf ist 60 Jahre alt. Er hat die Feldzüge von 1837, 38, 39, 40 und 41 in Algieren, die von 1854 und 1855 im Orient und den von 1859 in Italien mitgemacht. Er ist einer der schönsten Männer der Armee und hat sich in Folge seines mehrfach bewiesenen glänzenden Muthes einer großen Popularität in der Armee zu erfreuen. An seinen Eintritt in das Ministerium soll sich, wie versichert wird, die Abschaffung der großen Armeecorps knüpfen. Diese Erfindung des Kaiserreiches ist nirgends beliebt und würde die Aufhebung der großen Commando's wohl allgemein freudig begrüßt werden.
Spauien. Madrid. Da die spanische Regierung erfahren hat, daß man im Auslande glauben zu machen sucht, der Regent begünstige die Candidatur des Herzogs von Montpensier und werde dieselbe den Cortes vorschlagen, weist ste viese Nachricht auf das Formellste als gänzlich unbegründet zurück. Der Regent unterstützt keine einzige Candidatur und will in dieser Frage weder eine offizielle noch eine Privatinitiative ergreifen. Die Frage bleibt den Cortes zu entscheiden übrig, denen es allein zukommt, den Monarchen zu wählen.
Aegypten. Alexandria. Die Stim⸗ mung Ismail Pascha's ist seit seiner Rückkehr eine sehr gedrückte geworden und hat namentlich der Empfang, den er an den Höfen Europa's fand, seinen hochstrebenden Gelüsten einen soliden Dämpfer aufgesetzt. An die Stelle herausfordern, den Trotzes ist, seit die Pforte es mit ihrer dro⸗ henden Haltung ernst nahm und keine der Mächte Miene machte, für den Khedive einzutreten, eine bedeutende Nachgiebigkeit und die begründete Sorge um die Aufrechterhaltung der eigenen Herrschaft getreten.
B. Aus dem Usathale. Seit einigen Jahren cou sirt täglich zwischen Nauheim und Usingen eine Fahrpost mit Personenbeförderung. Diese lang ersehnte Einrichtunz wurde von den Bewohnern des Usathals und dessen Um⸗ gegend sreudig begrüßt, da denselben dadurch namentlich
gegen Abend von derselben wieder nach Haus gelangen zu
wurde, daß oft s. g. Beichaisen nöthig waren. Während in der Regel alle Posten, wenn nicht ganz besondere Ver⸗ hältmisse eine gegentheilige Anordnung gebieten, Vormil tags nach und Nachmittags don den Bahnen ihre Route einschlagen, findet seit mehreren Wochen bei unserer Post⸗ verbindung gerade das Gegeatheil Statt, was allgemeines
Erstaunen und Bedauern hervorrufen mußte. Obgleich
der National⸗Versammlung, derselbe lebt set 1852 als Verbannter in Brüssel; Anselm Roselli, früher Mitglied der National-Versammlung, und 1852 verbannt; Madier de Monkjan, ehemaliger
in rauher Jahreszeit Gelegenheit geboten war, schnell und. bequem des Morgens zur nächsten Eisenbahn-Station und
können, welche Gelegenheit denn auch so stark benußt
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niemals gesehen habe und die mir nichl eee estellt 5 Au ö
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