Ausgabe 
26.1.1869
 
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weit überlegen sein und täglich an Terrain ge- winnen, so daß ein glänzender Sieg derselben bei den Corteswablen in Aussicht stand, und jetzt veröffentlicht dieCorrespondencia eine Liste mit den bis jetzt über die Wahlen vorliegenden Re- sultaten, wonach die Parteien sich so vertheilen: 223 Monarchisten. 75 Republikaner, 15 Absolu tisten und 10 Zweifelhafte. Von einer mit Enischiedenheit aufgestellten Kron⸗Candidatur ver: lautet immer noch nichts. Espartero soll seine Freunde gebeten haben, ihn mit jeder Candidatur zu verschonen, da er namentlich eines körperlichen Leidens wegen nicht in der Lage sei, ihren Wünschen zu entsprechen. Da nun die Aussichten des Herzogs v. Montpensier immer mehr schwinden, Isabella und Don Karlos, selbst wenn das Gerücht von einer Fusion zwischen ihnen wahr sein sollte, doch keine nennenswerthen haben werden, so wäre für jetzt vielleicht die Candidatur des italienischen Prinzen, des Herzogs v. Aosta, als diejenige zu betrachten, die die meisten Chancen hätte, und dürfte das Hin- und Hergerede darüber in den letzten Tagen am Ende doch nicht ganz grundlos gewesen sein. Wo bleibt aber die Can- didatur Prims?

Amerika. Nach einem Telegramm aus Washington wurde im Repräsentantenhaus der Antrag gestellt, den Ankauf Cubas zu versuchen und zu di sem Behufe Verhandlungen einzuleiten.

Australien. Sydney. Aus Neu- See land wird gemeldet, daß die Rebellen einen plötz- lichen Angriff auf die Ansiedler in Poverty Bay machten, mehrere curopäische Familien massacrirten und schreckliche Grausamkeiten begingen. Die Männer wurden lebendigen Leibes verbrannt, die Kinder verstümmelt und die Leichname der Frauen den Schweinen vorgeworfen.

«Friedberg. Das bisher erledigte Amt eines zweiten Beigeordneten biesiger Stadt ist dieser Tage dem durch die letzte Ergänzungswahl in den Gemeinderath eingetretenen Herrn Gerbermeister Baruch Grödel übertragen worden. Derselbe ist zugleich der erste Israclit, welcher im Ge⸗ meinderath der Stadt Friedberg cinen Sitz eingenommen.

i Langenhain. Am 21. Januar feierte der Ge⸗ sangverein zu Laugenhain und Ziegenberg sein 25jähriges Besiehen in dem Saale des Gastwirths Wissig dahier. Wir können sagen, daß die Decorationen, sowie das ganze zu diesem Zwecke nöthige Arrangement als recht gelungen angesehen werden darf. Vertreten waren die Gesangvereine von Bodenrod, Pfaffenwiesbach und Fauerbach. Nachdem Nachmittags der Festzug statigefunden hatte, versammelte sich des Abends 5 Uhr ein zahlreiches Pudlikum, sowohl von Langenhain und Ziegenberg, als auch von den um⸗

liegenden Orten in dem festlich geschmückten Saale. Das

Concert eröffnete Herr Lehrer Bindewald von Ziegen berg mit einer Fesirede, in welcher er einen kurzen Ueberblick über die Gründung und weitere Entwickelung des Vereins gab

und der in weiter Ferne sich befindenden, sowie der verstorbenen Vereinsmitglieder gedachte. Wir können dieselbe als eine recht innige bezeichnen. Zum Schlusse brachte er einen Toast auf den Gesang aus. Ein weiterer Toast wurde auf Seine Königl. Hoheit den Großherzog ausgebracht von Herrn Bürgermeister Rumpf. Nachdem nun noch mehrere Lieder gesungen und Vorträge gehalten worden waren, in welchen die einzelen Mitglieder recht Ersprieß liches leisteten, entstand eine Pause. Diese wurde aus⸗ gefüllt durch Gesangsvorträge und Reden von den übrigen Vereinen. Insbesondere müssen wir hierbei noch die Rede des Herrn Lehrers Wagner von Bodenrod erwähnen, in welcher derselbe sein Bedauern darüber aussprach, dag so oftmals die Gesangvereine auf dem Laude die Ursache von Feindseligkeiten und Zwistigkeiten in den Gemeinden werden. Zum Schlusse brachte er noch einen Glückwunsch nebst Toast auf den Gesangverein zu Langenhain und Ziegenberg aus. Der Gesangverein zu Bodenrod leistete trotzdem, daß er eine kurze Zeit erst besteht, doch schon recht Erfreuliches. Die weitere Zeit wurde ausgefüllt durch Vortrag und Gesang. Zum Schlusse sprach Herr Lehrer Bindewald seinen Dank aus für den zahlreichen Besuch, erklärte das Concert für beendigt und nun über ließ man sich in freudigster Stimmung dem Ver guügen des Tanzes und fröhlicher Unterhaltung. Wir können diesen Tag als einen unserer schönsten Festtage bezeichnen; noch lange wird uns derselbe im Gedächtniß bleiben. Darmstadt, 22. Jan. Der bekannte Krautbauer Peter Keller von Büttelborn wurde auf's neue gesänglich eingebracht, wie es heißt wieder wegen Kirchendiehstahls. In den Kirchen zu Weiterstadt und Büttelborn wurde in den letztverflossenen Nächten eingebrochen, und da dachte man natürlich gleich an den alten Kirchenfreund Keller, leitete eine Untersuchung gegen ihn ein und sah sich in

Folge davon veranlaßt, ihn wieder in Gewahrsam zu nehmen. Nordhausen. Die hiesige Zettung berichtet: Den

20. Abends um 9 Uhr ist in dem Eisenbahntunnel zwischen Ellrich und Walkenried, zwischen dem Idel und Bondel, ein gräßtiches Unglück passirt. Es wer da eine große Zahl von Arbeitern eben mit ihrem Abendessen beschäftigt, als sich in dem Gebälk ein Knistern und Knattern ver nehmen ließ, dem bald Gerölle in großen Massen nach folgte. Einer Anzahl der Arbeitenden gelang es, sich noch vor dem vollständigen Zusammensturze zu retten, aber 17 Personen werden heute vermißt und sind jedenfalls von dem massenhaften Erdreich, welches heruntergestürzt ist, so begraben, daß an Rettung nicht zu denken ist. Ein sach⸗ verständiger Augenzeuge theilt mit, daß der Schutt ver vier Wochen nicht entfernt werden kann. Bis, jetzt bat man zwei Todte aus demselben hervorgezogen. Ein Ver ungläckter, dessen Arm von einer schweren Walze getroffen war und durch sie festgehalten wurde, gap seinen Geist auf, bevor man Maßregeln ergreifen konnte, um ihn aus seiner schrecklichen Lage zu befreien.

In Berlin ist letzter Tage wieder ein über alle Be griffe scheußliches Verbrechen ein Pendant zu dem Corny'schen Morde an einem sechsjährigen Knaben, dem Sobn eines Tischlers, verübt worden. Es handelt sich dabei um nichts weniger als Schändung, Verstümmelung und Mordversuch. Ein Unbekannter hat das Kind durch Verheißungen auf den Dachboden gelockt, dort die beiden ersten Verbrechen an demselben verübt und dann um die Schandihat zu verbergen den Knaben durch Messesstiche und Erdrosselung zu tödten versucht und den scheinbar leblosen Körper in einem Kamin verborgen, wo derselbe nach mehreren Stunden entdeckt wurde. Der Zustand

des schwererkrankten Knaben soll Aussicht auf Wieberher⸗ stellung gewähren. Derselbe ist jedoch noch derart, daß ein wirksames Verhör zur Ermittelung des Thäters mit ihm nicht angestellt werden kann. Eine bebauerliche Ver⸗ irrung des Amtseifers war es, daß am ersten Tage sich der Verdacht auf den eigenen Vater des Kindes lenkte und dieser eine kurze Zeit in Haft genommen, bann aber sofort entlassen wurde, als sich durch den Alibibeweis und sonst seine völlige Unschuld herausstellte. Neuerdings hat sich der Verdacht auf einen Maler(oder verabschiedeten Lieutenant) v. Zastrow gelenkt und ist Letzterer verhaftet worden. Derselbe war bereits in dem Corny'schen Falle vorübergehend in Untersuchung gezogen worden. Als gra virende Indicien sprechen gegen ihn ein am Ort der That aufgefundener blutbefleckter Stock, welcher von der Wirthin Zastrow's als dessen Eigenthum bezeichnet wird, und ein in scinem Besitze befindliches blutbedecktes Kleidungsstück. Obschon ihm der Beweis des Alibi mißlungen, leugnet er doch beharrlich. Trotzdem hofft man, ihn sowohl dieser Unthat als des Mordes an Corny überführen zu können. Der Angeschuldigte spielt die Rolle des Frömmlings auch in seiner Haft und führt bei den Verhören eine Sprache, die eines Licenciat Preuß würdig wäre. Eine Confrontation des Angklagten mit seinem unglücklichen Opfer hat bei dem Zustande des Letzteren noch nicht staltsinden können. DieZukunft berichtet weiter: Am Donnerstag Mittag hat eine Confrontation des un glücklichen Knaben Emil Handtke mit dem v. Zastrow statigesunden. Der Knabe war bei vollem klarem Ver⸗ stande. v. Zastrow war, mit Ketten geschlossen, in einer Droschke nach Bethanien geschafft. Vor der Con⸗ frontation waren ihm die Ketten abgenommen worden. Der Knabe verrieth zei seinem Erscheinen die unverkenn⸗ barsten Symptome der Angst und des Schreckens und er bezeichnete Herrn v. Zastrow auf das Bestimmteste als Denjenigen, der ihn vom Spielplatz weg nach dem Boden des Hauses Grüner Weg Nr. 46 gelockt und ihn dort so schmachvoll malträtirt babe. Auf den Verbrecher machte diese so bestimmt ausgesprochene Erklärung anfangs unver kennbaren Eindruck, dann faßte er sich aber wieder und ver harre bei seinem bisherigen Leugnen.

Aus Königsberg in Pr. liest man: Das Zigeuuer⸗

fort ost

gewerbe muß ein sehr einträgliches sein. Eine unsere [Stadt und Umgegend schon längere Zeit heimsuchende große Zigeunerbande hat der königl. Regierung durch

ihren Hauptmann 6000 Thlr. baares Geld als Caution für die Erlaubniß, dort nur eine kurze Zeit sich aufhalten zu dürfen, geboten

In Vannes bat sich ein Weinhändler erhängt, weil er an der Zukunft des Kaiserreichs verzweifelte. Es muß schlimm um das Kaiserreich steben, wenn selbst ein Weinhändler in seinem Keller nicht mehr binreichenden Stoff findet, seinen Kummer zu beschwichtigen.

Landwirthschaftlicher Monats: Club zu Frankfurt a. M.

am 1. Februar 1869 im Hotel Victoria.

Tagesordnung: 10 Uhr Morgens, Erledigung ge⸗ schäfuicher Angelegenheiten der Mitglieder. 3 Uhr Nach⸗ mittags, Besprechung fachlicher Gegenstände und zwar: 1) die Bedeutung des Anbaues der Zuckerrüben, und der Nübenzucker⸗Industrie, 2) die Einführung des Verkaufes von Schlachtvieh nach lebendem Gewichte.

Der Vorstand.

Edictalladung.

221 Heinrich Platz von Nieder Mörlen deab⸗ sichtigt mit seiner Famllie nach Amerlka auszuwandern.

Rechtsansprüche an denselben siad binnen vier Wochen bei Großberzoglichem Landgericht Nauheim geitend zu machen und zu begründen, widrigenfalls ihm die Entlassungsurkunde ausgestellt wird.

zrledderg den 19. Januar 1869

Großherzogliches Kreigomt Friedberg . Kr. Haas, Regierungsaccessist.

Bekanntmachung.

190 Dtesenigen, welche mit Bezahlung der am 24. Dezbr. 1868 fälligen Holzgelder aus dem Graͤflichen Repter Wickfladt noch zurückstehen, werden hiermit auf gefordert binnen 8 Tagen Zablung zu lelsten, widr'gen salls Zwangs verfahren eintreten wird. Wickstadt den 16. Januar 1869. Gräfliche Forffkasse daselbst.

Bekanntmachung.

221 Die deszeit erledigte elne Flurschütenstelle der Sladt Friedberg soll anderweit besetzt werden und baben sich Bewerber um dieselde binnen 8 Tagen von beute an schriftlich bet dem Unterzeschneten anzumelden. chriedberg am 22. Jinuar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg ß o uc ar.

Zum Fabrikpreise

173 wird das Neuese in Kaputzen, Kinderkäppchen und Seelenwärmern verkauft bei M. Volk.

rere ern 226 Donnerstag den 4. Februar or. soll die Abänderung von 825 Tornister des 1. Jägerbataillons nach vor ltegenden Bedingungen und Muster auf dem Bürkcau

der Bekleidungs⸗Commission durch Soumission in Accor

gegeben werden. Friedberg den 22. Januar 1869. Die Bekleidungs Cemmission. Daudieflel, Dauptmann und Compagnlechef. Bekanntmachung. 222 Wittwoch den 27. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr, soll in biesigem alhhause 1) die Unterhaltung der Promenadenwege für das Jatt 1869 und 2) das Behauen der Weiden an der Kunftwiese, dem langen Weiher und Straßbachsgraden öffentlich an den Wenigstfordernden in Accord gegeben werden. griedberg den 22. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeifferel Friedberg N Verkauf auf den Abbruch. 220 Montag den 22. Februar l. J., Morgens 10 Uhr, soll auf dem ßürstlichen Hof zu Weckesheim ein von gutem Eichenbolz erbautes und mit Ziegeln gedecktes, zwristöckiges Stallgebäude, 69 lang und 20 tief, auf den Abbruch öffentuch verkauft werden. dungen den 22. Januar 1869. Fücstliches Rentamt Hungen Dem me

Mehrere Zimmer,

170 möblirt oder unmöblirt, werden vermiethet von

Löb Strauß.

Holz-Versteigerung. 225 Donnerfstag den 28. 4. M., Vormittags 9 Uhr anfangend. soll im biesigen Stadtwald, Distriet Schrerzer ꝛc. ic. nachverzeichnetes Holz meistbietend ver⸗ fleigert werden:

8 Stecken Buchen, Lärchen- u. Aspen Scheitholz,

ö

. Buchen- ECichen⸗ u. Kiefern⸗Prügelbolz, 5 desgleichen Stockbolz, 2779 Wellen desgleichen Reisbolz, sowie

38 Stämme Kirfern- und Lärchen- Bau- Werk und

Nutzbolz, 755 Stuck desgleichen Stangenbolz, und 590 Gebund Ginstern.

Die Zusammenkunft ist am Eingang vom Zipfen au der Schrenzerstraße. Butzbach am 21. Janrar 1869. Großherzogliche Bürgermetsterei Butzbach ch e l.

Bekanntmachung. 223 Diejenigen, welche noch Forderungen für Liefe⸗ rungen und Arbeiten an die Stadt Friedberg aus dem Rechnungsjabre 1868 baben, werden dierdurch auf gefordert ihre gehörig attesirten Rechnungen dinnen 14 Tagen von heute an bei dem Unterzeichneten ein- zure chen. Friedberg den 22. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedderg Fouec ar

207 Das von Herrn Dr. Lorenz bewobnte Logis ißt vom 1. April anderweitig zu vermiethrn. Ph. Sieck Wittwe.

Buchen Scheitholz

1254 kauft und verkauft G. H. Freundkieb.