Ausgabe 
25.2.1869
 
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Wir machen das Publiku

m wiederholt darauf aufmerksam, daß

ohne Ausnahme nur solche Inserate in der nächsterscheinenden Nummer des Anzeigers Aufnahme finden können, welche Montags,

Mittwochs und Freitags bis längstens der Expedition abgegeben worden sind.

10 Uhr Vormittags bei Bei späterer Annahme

der Inserate ist die rechtzeitige Versendung der Blätter durch

die Post nicht möglich.

Concert

zum Besten der Familie Jung in Wisselsheim im Saale des Hotel Trapp, Montag den 1. März. Mehrere bedeutende Kräfte von Frankfurt haben ihre Mitwirkung zugesagt. preis der Einzelkarte 30 kr.; Preis der Familienkarte 1 fl. Näheres durch die Programme und eine in Circulation sich befindende Liste.

Aufruf.

586 Außer den vielen ehrenwerthen Männern, welche sich gleich von vornenherein entschieden und laut für die Candidatur des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm Buff zu Gießen ausgesprochen und für solche thätig gewirkt haben, zählt unsere Stadt noch eine große Anzahl gleich ehrenwerther Männer, welche, wenn auch Gegner der Candidatur Herrn Oppenheim's und Anhänger der Candidatur des Herrn Buff, aus verschiedenen Gründen sich doch für letztere durch Wort und That noch nicht offen erklärt haben. An diese ergeht hiermit die Mahnung, mit ihrer Ansicht ebenfalls nicht länger hinter dem Berge halten, sondern mann: haft in die Agitation für Herrn Buff eintreten, jedenfalls aber für ihn am Tage der Wahl ihre Stimmen abgeben zu wollen. Trotz aller Deklamationen hat die Parthei Oppenheim keineswegs die Oberhand und die Freunde Herrn Buffs haben von einem Terrorismus dieser Parthei, wie er schon bier und da in Aussicht gestellt wurde, auch nicht das Mindeste zu befürchten. DieStadt Friedberg ist noch lange nicht dieStadt Oppenheim, für welche sie die Oppenheimer ausgeben wollen.

581 Allen, die sich für die Wahl des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm Buff zu Gießen zum Abgeordneten in den Reichstag interessiren, diene hiermit zur Nachricht, daß sie sich wegen etwa nöthiger Aufklärungen, Stimmzettel ꝛc. an Herrn Hofgerichts Advokaten L. Seyd zu Friedberg wenden können. Friedberg den 23. Februar 1869. b b Das Comite für die Wahl des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm Buff zu Gießen.

Wähler in Stadt und Land!

590 Nach dem Verschen

Deß Brod ich, deß Lied ich sing

laufen viele von den Anhängern des Herrn Buff herum um Euch bei der bevorstehenden Reichstags- wahl für dessen Wahl zu gewinnen. Diese Herren, die eher das Glück haben werden dereinst mit einem Orden bedacht zu werden als die Gegner, die Euch als schlichte Bürger den Herrn Dr. Oppenheim empfehlen, sprechen jetzt so süß, zart und berablassend und warum?? nach der Wahl können Sie Euch ja wieder über die Achseln ansehen. Darum müßt Ihr nun wissen was Ihr zu ihun habt!

Ein Sieg des Volkes ist es wenn Dr. Oppenheim gewählt wird

und ein Sieg der Regierung des Rückschritts, wenn Buff aus der Wahlurne hervorgeht.

Das ist offene und ehrliche Wahrheit.

Beherzigenswerth für Ortsvorstände!

589 In Friedberg und Butzbach haben sämmtliche Gemeinderäthe als echte, freie und unabhängige Männer bei der bevorstehenden Reichstagswahl sich für die Candidatur des Herrn Dr. Oppenheim ausgesprochen und sich dadurch des Vertrauens, das ihre Wähler s. Z. in sie gesetzt, würdig gezeigt. An Euch Ihr Ortsvorstände in den übrigen Orten des Wahl⸗ kreises ist es, da Ihr auch durch das Vertrauen Eurer Wähler in diese Stelle berufen wurdet, daß Ihr dies Vertrauen rechtfertigt und vereint mit Euren Wählern zur Wahlurne eilt und Eure Stimmen einem Mann aus dem Volke dem Dr. Oppenheim gebet. Die Bürgermeister mögen, wenn sie glauben, sie seien in ihrer Stellung gefährdet, sich jeder Agitation enthalten, keinesfalls sollen sie aber gegen die, die sie zunächst doch durch die Wahl als Gemeinderath in ihre Stellung berufen, dieses Vertrauens sich unwürdig zeigen. 8

Empfehlung.

519 Einem geehrten Publikum mache ich hiermit die ergetene Anzeige, daß ich an blesigem Platze ein Frucht⸗ und Mehl- Geschäft

eröffnet habe. Bad Nauheim. Louis Löb.

Zwei Chaisen,

547 zum Ein- und Zweispänntigfahren, die eine sehr

gut erbalten, sowie dret Omnibue steben billig zu ver

kaufen bei A. Joutz, dessischer Hof.

Wahl- ersammlungen.

Wirth Engel in Ober⸗ Rosbach.

An demselben Tage, Abends Uhr, bei Wirth Schweitzer in Ober⸗Mörlen.

Sonntag den 28. d., Nachmitags 3 Uhr, bei Wirth Wagner in Nieder⸗Mockstadt.

An demselben Tage, Abends 6 Uhr, bei Dauer n⸗ heim in Nieder⸗Florstadt.

Derr Abgeordneter Metz und andert angesehene Männer der nationalen Partei werden zugegen sein.

Stimmzettel

569 für Herrn Dr. H. B. Oppenheim sind in der Kuhl'schen Buchdruckerei in Butzdach, bei Herrn Buchbändler Scriba in Friedberg, bei Herrn J. Birkenholz in Vilbel und bei Herrn P. Haber⸗ mann in Büdingen vorräthig und bitten wir solche Interessenten, welchen dergleichen voch nicht zugegangen sein sollten, sich dorthin zu wenben.

585 Alle Mitglieder der bicsigen lor. Gemeinde werden hlermit dringend eingeladen, Samstag den 27, d. M., Vormittags 10 Uhr, auf der Gemelndestube sich ein⸗ zufinden.

Tagesordnung: I. Freie Schule; II. Zeitgemäßer Gottesdienst; III Anstellung eines Lehrers ꝛc. ꝛc. Das Comite.

Zum Oberhessischen Anzeiger Ur. 6.

576 O hört, wär' doch die Wahl vorbei, Dann hörte auf all das Geschrer: Da ftreiten sich die Leut herum, Der Eine heiß: den Andern dumm, Ein jeder Fortschrittsmann der spricht, Ein'n Staatsbeamten wähl' ich nicht; Der Oppenhelm, der muß 2s sein, Der muß in Reichstag jetzt hinein.

Doch hört, ihr aufgeklärten Leut'

Ihr denkt, wir wären nicht gescheidt; Nun gut, das sst uuns einerlet,

Wir sagen es hier offen, frei:

Es muß ein lreuer Hesse sein, Der muß in Reichstag nur hinein, Das halten wir für unste Pflicht, Wir wählen Oppenheim d'rum nicht.

Was euer Fortschritt uns genützt, Worauf idr euch allzeit gestützt,

Das weiß ein jeder schlichte Mann Der nur ein wenig denken kann.

Und was ihr habt noch uns errungen Mit euren aufgeklärten Zungen,

Das ist gar nicht der Mühe wertb,

Da hat der Fortschriit aufgehört.

Ihr schreiet und ein Jeder spricht,

Ein Staatsmann darf in Reichstag nicht, Denn dieser ist fürs Volk nichis werth, Dae hab' von vielen ich gehört.

Das ist die treue Volkspartei,

Die allzeit macht ein solch' Geschrei,

Als wär' ein jeder Staatsmann hier Ein reißend und ein wildes Thier.

Doch käm' es auf's Zerreißen an, Wer welß, wer ginge dann votan, Ein jeder Staate mann blieb in Ruh' Und machte seine Thüre zu.

Das wär denn auch das Allerbest, Denn Jeder will nicht solche Gäst, Weil die Geschichte ver uns führt, Wie die sich haben aufgeführt.

Wer seinen Fürst ncht iteulich ehrt, Hört, der ist auch für'r Volk nichts werth, Nur wer ihm Treu und Glauben hält, Der taucht auch etwas für die Welt. Drum sage ick bier noch zum Schluß Herr Hofgerichtsrath Buff, er muß Fur uns in Rtichstag nur hinein So sümmet Brüder mit mir ein. Gambach im Februar 1869.

Ph. R.

Verantw. Red.: Hermann Schimpff.

Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf (Hierzu eine Beilage.)

578 Samstag den 27. d., Nachmittags 2 Uhr, bet

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