Ausgabe 
23.1.1869
 
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Dachziegeln, wie den großen Quadern und elner schönen Säule, welche schon zu Tage gefördert, zu urtheilen, müssen beträchtliche Gebäude daselbst gestanden haben; und nach den Resten römischer Gefäße, welche man noch in be nächtlicher Entfernung von dieser Stelle auf dem Felde findet, zu schließen, muß eine bedeutende römische Nieder⸗ lassung hier stauigefunden haben. Da deren indessen noch im keinem geschichtlichen Werke Erwähnung geschehen, wird die Einregistrirung dieses Funbes um so nöthiger sein, zumal durch weiteren Versolg der Aufgrabungen möglicher Weise interessante Entdeckungen gemacht werden könnten.

r. Gambach. Ein birsiger Einwohner, Siebenziger, ist des Verbrechens der Nothzucht an einem 14jährigen Mädchen angeklagt und deßhalb gefänglich eingezogen worden. 4. 5. E, Vilbel. Am 16. d. fand in unserer Nähe ein Treib jagen statt, das mit einem tragischen Excigniß endete. Nach beendetem Treiben kehrte nämlich die Jagogesellschaft nach dem Dottenselder Hof zurück; die Jäger stellten ihre Waffen auf die Hausflur und begaben sich in den Speise⸗ saal, während die Treiber, Burschen von 1416 Jahren, sich außen herumtrieben und mit den Waffen sich zu schassen machten. Plötzlich endlud sich in der Hand des Treibers Karl Schmidt aus Vilbel, 15 Jahre alt, ein Gewehr. Der Schuß ging einem anderen Treiber dem Andreas Kroner aus Vilbel, 16 Jahre alt durch den Kopf und führte dessen augenblicklichen Tod herbei. f

Aus Darmstadt melden die dortigen Blätter, daß daselbst und in der Umgegend am Nachmittage des 20. d. abermals ein heftiger Erdstoß verspürt wurde. Auch in Frankfurt wurde eine ähnliche Beobachtung gemach! Mainz Von den hiesigen Assisen- Verhandlungen für das. Quartal d. J. ist die leider auch an den Schwurgerichten der zwei anderen Provinzen hervortretende Thatsache zu constatiren, daß fast die Hälfte der Fälle, nämlich 5 von 11, Verbrechen gegen die Sittlichkeit, größtentheils der rohesten Art, sind. Eine nicht minder unersreuliche Erscheinung ist das Verhältniß der unchelichen zu den chelichen Geburten. Von 1821 Geburten im Jahre 1868 waren 326 unchelich, also 28,3 pCt., wo⸗ von übrigens auf die Entbindungsanstalt allein 328 kommen. Es ist indessen erwähnenswerth, daß diese Ziffern die vor 1866 nicht erreichen und min den veränderten Garuisonsverhälmissen zusammenzuhän zen scheinen.

Mainz. Die Untersuchung gegen den durch Ver mitielung des norddeutschen Bundes in Nordamerika ver hafieten und am 8. d. ins hiesige Arresthaus eingebrachten H. Schäfer aus dem nahen Bretzenheim ist in vollem Gange. Er ist des Doppelmordes durch Gift an seiner Ehefrau und dem Manne seiner Zuhälterin und des Gistmordversuchs an dieser angeschuldigt. Das Verhalten des Verbrechers ist ein sehr raffinirtes; inzwischen soll die Erperlise das Gift aus den Eadapern bereits nachgewiesen haben.

Mannheim. In der hiesigenAbend⸗Zeitung wird folgende unmaßgebliche Frage gestellt: Wäre es bei der gegenwärtigen Kälte und Zerrissenheit der deutschen Ver⸗ bälinsse nicht besser, Ein heiz⸗ stait Einheits Be⸗ strebungen geltend zu machen? Einer, den die preußischen Zustände frösteln.

e Eine Militär⸗Execution. Am 9. Januar, Morgens 7 Uhr, war die Garnison Ingolstadis auf der ECoplanade des Brückenkopfes(Fort Tilly) zur Exe⸗ culion des Kriegsgerichts-Urtheils über den Gefrciten Steinmetz, der meuchlings seinen Unteroffizier erschossen hatte, ausgerückt. Wenige Minuten vor 8 Uhr gelangte der Schranken, in dessen Mitte sich der Verurtheilte nebst dem katholischen Militärgeistlichen und zweien Saniiäls⸗ soldaten als Assistenz befand, in die Mitte der nach einer Vor dem del der Verhandlung fungirenden Richterpersonale öffnete sich der Schranken und dem Verurtheilten wurde, nachdem er von dem Prososen seiner Fesseln entledigt war, unter Präsentnion sämmtlicher Truppen, das Kriegs gerichts⸗ Urthetl seinem ganzen Inhalte nach und nachdem sechs Tambours drei MalBann geschlagen hatten, durch einen Regiments 5 Auditor vorgelesen. Der Verurtheilte küßte während dieses selbst für den unbetheiligten Zu⸗ schauer ergreifenden Actes mehrmals ein in den Händen baltendes Cruzifir und ein um den Hals hängendes Medaillon. Nach Verlesung des Urtheils brach der Au⸗ ditor einen schwarzen Stab und warf ihn dem Verur⸗ theilten vor die Füße, worauf die Tambour drei Mal ab⸗ schlugen. Hierauf dankte der Vorsitzende des Kriegsogerichts, Major Ritter v. Lacher, dasselbe ab. Steinmetz wurde hierauf durch den Profosen wieder geschlossen in die Mitle des Schrankens, begleitet von dem Militörgeistlichen, ge⸗ bracht, welcher sich dem zur Execu ion besiimmten Balaillon

des 10. Regiments anschloß und in den Wallgraben, dem Hinrichtungsplatze marschirte. Dort angekommen, wurde der Verurtheille losgeschlossen, seines Mautels enttleidet, derselbe übergab hierauf selbst seine Schirmmütze dem Profosen, ließ sich die Augen von einem Kameraden mit einer schwarzen Binde verbinden, während dessen die vier von den acht ausgewählten Schützen fertig machten, und wurde hierauf von dem Prososen und einem Sanitäte soldaten, nachdem der Militärgeistliche von ihm Abschied genommen, zu dem in dem Walle an der Contre-Escarpe nur wenige Schritte entfernten, eigens zu diesem Zwecke angebrachten Sitze geführt, woselbst er sich selbst nieder ließ. Kaum hatte er sich gesetzt, schlugen auf ein Zeichen mit dem Säbel die vier Schützen an und gaben auf das balblaute Commando Feuer; in Folge dessen Steinmetz der in sitzender Stellung nochmals das Cruzifix geküßt, von drei Kugeln, nachdem ein Gewehr versagte, durchbohrt wurde. Eine Kugel war vom linken Nasenflügel durch das kleine Gehirn und den Hinterkopf gegangen, die den letzteren zerschmetterte; die beiden anderen Kugeln waren durch das Herz und die rechte Brustseite gegangen, was den unmittelbaren und sofortigen Tod zur Folie haben mußte; keine Zuckung war mehr zu bemerken. Während des Verlesens des Urtheils wurden mehrere Soldaten, auf die überbaupt das ganze Beispiel militärischer Strenge tliesen Eindruck gemacht zu haben scheint, unwohl. Um 8 Uhr 25 Min. fielen die verhängnißvollen Schüsse.

Bestenerung des Branntweins. Frankfurt den 17. Januar 1869.

DieNorddeutsche Allgem. Zeitung schreibt: Die in Hessen-Nassau bereits erfolgte, in Hessen Darmstadt nahe bevorstehende Einführung der norddeutschen Maischraumsteuersätze hat zu einer lebhaften Agitation für Einführung einer Fabrikat steuer an Stelle der Maischraumsteuer geführt. Die meisten Brennereien in den erwähnten Län dern sind, den Besitzverhältnissen entsprechend, von kleinerem Umfange, werden mehr in Rücksicht auf die Gewinnung von Schlempe, als wegen der Fabrikation von Spiritus betrieben. Sie reprä sentiren einen sehr beachtenswerthen Zweig des landwirthschaftlichen Betriebes; entsprechend der Lehre Liebig's vom Ersatz suchen sie dem Boden möglichst vollständig die mineralischen Nährstoffe zu erhalten, dagegen ein werthvolles, aschenfreies Product auszuführen. Bei dem ferneren Bestehen der Maischraumsteuer müssen diese Brennereien unausbleiblich der Concurrenz der Großbrenne reien im östlichen Theil Norddeutschlands erliegen, da die letzteren nicht allein durch die Bodenver hältnisse u. s. w., sondern noch erheblich durch die Maischraumsteuer begünstigt werden. In richtiger Erkenntuiß dieser Lage haben deshalb die Brannt weinbrenner hiesiger Gegend bereits mehrere, zahl- reich besuchte Versammlungen abgehalten. Die letzte derselben fand am 16. Nov. v. J. zu Frank furt a M. unter Vorsitz des Frhrn. v. Rabenau, Mitglied des Reichstags statt; sie führte zu den Beschlüssen, eine Eingabe an den norddeutschen Bundesrath zu richten, worin um baldigen Aus- trag der Fabrikatsteuerfrage, sowie um gründliche Prüfung des Controlapparates von Siemens und Halske in Berlin nachgesucht werden soll, und die angrenzenden Provinzen, Rheinpreußen, Westfalen und Hannover in den Kreis der Agitation zu ziehen, da auch dort die Stimmung der Fabrikat steuer entschieden günstig ist. Schließlich ist noch bemerkenswerth, daß sich bei dieser Versammlung nur eine schwache Opposition zeigte, die nament lich auf eine bei Einführung der Fabrikatsteuer gleichzeitig eintretende höhere Besteuerung des Spiritus hinweist. Dieses hielt man aber für ganz unerheblich, da nicht die Erhöhung der Spiritussteuer, sondern die Einführung der Fabrikat steuer die Lebensfrage unserer Brenner ist.

Wir haben vorstehendem Artikel derNordd. Allg. Zig. bekanntlich das Organ des Grafen Bismarck ergänzend hinzuzufügen, daß am 2. v. M. in Berlin eine Versammlung von Bren⸗ nereibesitzern stattgefunden hat, zum Zweck der Gründung eines Vereines:zur Reform der Spiritus⸗Besteuerung. Dieser Verein hat nach seiner Constituirung an den Bundesrath des

Nordbundes eine Petition auf Einführung der Fabrikatsteuer an Stelle der jetzt bestehenden

Maischsteuer gerichtet. Der prinzipielle Wider stand der Preuß. Regierung gegen die Fabrikat sterer scheint gebrochen zu sein, wie sich bei der stattgehabten Unterhandlung deutlich herausgestellt hat. Man wird voraussichtlich den Uebergang von dem jetzigen System zu der Fabrikatsteuer durch ein facultatives Nebeneinanderbestehen beider Methoden suchen. Auf diese Art soll mit mög- lichster Schonung bestehender oder vermeintlicher Interessen der Widerstand der Maischsteuer-Partei durch die Praxis gebrochen werden. Für die kleinen landwirthschaftlichen Brennereien soll ohne Unterschied der Brennzeit, wie dies in Hessen allgemein gewünscht und angestrebt wird, auch nach Einführung der Fabrikatsteuer ein ermäßigter Steuersatz gelten, um ihnen die Con- currenz mit dem großen Fabrikbetrieb auch ferner zu ermöglichen.

Germanisches Museum.

Für das Germanische Museum in Nürnberg werden fortwährend Beitrittserklärungen, sowie einmalige Beiträge an Geld und Alterthümer jeder Art dankbar entgegen genommen.

Friedberg, 20. Januar 1869.

Die Pflegschaft Friedberg: Dr. Matthias.

200 Nach den Analysen des berühmten Chemikers M. Payen zählt die Cacaopflanze zu den nahrhaftesten Produkten der Erde. Dieser Gelehrte sagt, daß eine gute Tasse Bouillon von Nindfleisch 28 Gramm Nährstoff ent⸗ halte, während sich in einer Tasse mit Milch zubereiteter reiner Chocolade 188 Gramm nährende Vestandtheile vorfänden.

Nach einem englischen Blatte hätte eine ärztliche Unter⸗ suchung der Cyocoladen 70 verschiedener Fabriken von Lendon und Pais eine Verfälschung der Waare in 39 derselben erwiesen, ein gewiß trauriges Resultat! Da auch in Deutschland eine unversälschte Chocolade zur Seltenbeit geworden ist, so verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß sämmiliche Cacao Präparate des Hauses Franz Stollwerck& Söhne in Cöln als durchaus frei von jeder Beimischung garantirt sind und wegen dieser Eigen⸗ schaft von den Aerzten vielseitig empfohlen werden.

Inu den haupfsächlichsten Geschäften Deutschlands find diese Chocoladen vorräthig.

Gingesandt.

Die letzte Vorstellung der Gebrüder Matula am vergangenen Miliwoch war unstreitig die reichhaltigste, die wir sahen. Die Experimente, die Herr S. Matula aus- führte, grenzten an's Wunderbare; wir erinnern nur an das Anschießen der Karte auf seinen Rücken ꝛc. Zu wünschen wäre, daß Herr Matula die erste Abtheilung etwas erweiterte, denn die Ausführung seinerZaubereien ist eine so elegante, daß man ihm immer gerne zusieht und noch mehr davon haben moͤchte(besonders wenn er Punsch kocht). Die beiden neu engagirten Mitglieder der Gesellschaft, Herr Reinack und Herr Presch, führten ihre schwierigen Evolutienen in den Ringen und am Trapez mit einer solchen Eleganz und Bravour aus, daß wir nur jedem rathen können, sich die Sache mit eigenen Augen anzusehen. Namentlich hat uns der kleinere der beiden Herren durch seine imposanten Kraftübungen ein lautes Bravo abgenöthtgt. Zu bedauern war, daß die Vorsiellung so schwach besucht war. Wünschen wir den fleißigen Künstlern eine recht zute Sonntags-Vorstellung zum guten Schlusse. Mehrere Kunstfreunde.

Jaselochs-Versteigerung. 21 Donneesiag den 28. Januar d. J., Vormittags 1 Ubr, soll im Faelstall zu Friedberg ein schlacht- barer feiter Ochse öffentlich meifldtetend versteigert werden. riedderg den 22. Januar 1869. Großherzogliche Vurgermelstere Friedberg Fouc ar.

Ein Wagnergesell

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